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  • Liebe Forenteilnehmer,

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Und irgendwie ist doch alles anders, als ich immer dachte...

Hallo zusammen,

vielen Dank für eure schnellen Antworten!

@Invvo88:
Vielleicht hast du Recht und ich sollte es mal positiv sehen, dass er mir wenigstens mal die Wahrheit gesagt hat. Aus der Perspektive habe ich es noch gar nicht gesehen.

@_Tsunami_:
Ja das stimmt ein zusammen sein in der Gegenwart schließt das auch nicht aus. Und davon werde ich erst mal Gebraucht machen.

@Bergsteigerin:
Also das war so, dass ich diese Erkenntnis entwickelt habe, es ihm erzählt habe und er es gut nachvollziehen konnte.
Und ja ich glaube, dass er nicht erwachsen werden will/kann. Er hat einfach nie gelernt eigenverantwortlich zu handeln, weil immer seine Mami alles für ihn geregelt hat. Er musste nie die Konsequenzen für sein Handeln tragen, weil Mami ja immer da war. Er hat z.B. damals das Geld für seinen Führerschein ausgegeben, aber Mami war ja da und hat ihm einfach neues Geld gegeben. Wie soll man so erwachsen werden? Sie klebt auch total an ihm. Sie hat mir mal erzählt, dass es für sie am Anfang ganz schrecklich war, als wir zusammen waren, weil er auf einmal mehr an mir als an ihr gehangen hätte.
Und nein es bringt mit Sicherheit nichts, wenn er es nur mir zu Liebe macht. Denn das hat er ja bereits getan und was das für ein Theater gibt sieht man ja jetzt. Er sagt ja immer, dass wir einen Mittelweg finden sollen und eine gemeinsame Lösung. Ich habe ihm dann gesagt, dass ich glaube, dass das nicht funktioniert. Aber er könnte mir gerne einen Masterplan einreichen. Vor allem wenn er sich Ziele setzt und Entscheidungen trifft wirft er am nächsten Tag wieder alles über den Haufen. Darauf kann ich nicht vertrauen… Und so löst er nun mal auch seine Dilemmas. Er schafft zwei Realitäten, damit beide Seiten zufrieden sind, was sich nun mal in Lügen äußert. Er hat mir jetzt z.B. auch gesagt, dass er in wenigen Tagen eine Entscheidung trifft, wo er hinziehen will. Weil er ja seit Ewigkeiten davon redet und irgendwelche Entscheidungen trifft und bla… Habe ihm dann auch gesagt, dass er sicherlich mehr Zeit für die Entscheidung braucht… Aber wenn er das jetzt so meint und sich davon nicht abbringen lässt, dann Nagel ich hin darauf fest!

Das witzige ist ja auch, dass seine Mutter gestern zu mir meinte, dass ich mir mal Hilfe suchen sollte, das wäre ja nicht normal wie ich überreagieren würde. Ich habe ihr dann gesagt dass sich ihr Sohn dann auch mal Hilfe suchen sollte, das wäre ja nicht normal wie viel er lügt. Naja die soll erstmal bei ihren eigenen Kindern gucken, bevor sie meint mir sowas sagen zu müssen. Denn ich bin nicht ein abhängiger Drogendealer wie der 21 jährige Bruder und bin wesentlich selbstständiger und entschlossener als mein Freund. Aber naja die eigenen Kinder nimmt man ja gerne in Schutz und sieht die Fehler nur bei den anderen.

Ich habe gerade noch einmal mit einer nahestehenden Person aus meinem sozialen Umfeld darüber gesprochen und wir haben überlegt, dass es am Besten ist, wenn wir mehr Abstand haben. Dann kommen wir beide mal zur Ruhe und es entstehen vielleicht auch nicht so viele Konflikte, weil die Unterschiede nicht so aufeinander prallen. So werde ich es ihm zu mindestens verkaufen.
Zudem halte ich es auch nicht mehr aus, dass er von Freitag Abend bis Sonntag Abend bei mir ist und hier quasi wohnt. Dass ich sein Gästezimmer putze (wo er schläft, weil er so laut schnarcht), dass ich das Badezimmer putze, was er mitnutzt und dass ich seine Schmutzige Wäsche wasche… und im Gegenzug noch nicht einmal von Zusammenziehen, Heiraten und Kindern sprechen darf. Dann versuche ich es mehr so als „Jugendbeziehung“ zu sehen, wo jeder mehr sein eigenes Ding macht und man sich 2-3 Mal die Woche trifft um was zu unternehmen oder so. Vielleicht hilft mir dieser Abstand mit der Situation besser umzugehen und mir auch über alles klarer zu werden. Irgendwie habe ich auch richtig Lust mal wieder was anderes zu erleben und neue Leute kennen zu lernen, usw.
Was meint ihr?

Vielen Dank!

endless
 
Hallo endless

Heutzutage verlangen junge Frauen von ihren Partnern, dass diese ein oder zwei Jahre mal allein gewohnt haben und sich dabei bewährt haben. Ansonsten werden diese nicht "genommen". Die Mutter ist ja echt ätzend.

Endless, ich finde du hast gegenüber deinen Kinder, Küche, Haus, Mann, Hund Freundinnen jetzt schon einen großen Vorsprung. Du kannst für dich sorgen. Das ist toll.
 
Ich bin so verletzt darüber, dass er mich angelogen hat. Dass er mir erzählt hat, dass er Geld gespart hat und mir das mit dem Kredit verschwiegen hat... Und dass er nie mit mir zusammenziehen wollte und mir das alles nur vorgespielt hat...

Ich schwanke zwischen dem Bedürfnis mich einfach total von ihm zurück zu ziehen und dem Wunsch ihn zu beschimpfen...

Ich glaube ihm ist gar nicht bewusst, wie sehr er mich verletzt hat. Wenn es nach ihm ginge, dann könnte glaube ich einfach alles so weiterlaufen, als ob nichts gewesen wäre... Und meine Wünsche, Bedürfnisse und Verletzungen würden untergehen.

Wenn ich ihn angucke, dann sehe ich plötzlich einen anderen Menschen. Der für den ich ihn gehalten habe, ist er gar nicht (mehr)...
 
Tut mir leid für dich :-( Weiß wie weh das tut...

Lass nur bloß deine eigenen Bedürfnisse nicht unter den Tisch fallen. Und ja - da muss (bald) eine Entscheidung deinerseits her... Dein Freund weiß ja was er will und handelt dementsprechend...

LG
 
Zunächst möchte ich anmerken, dass ich die Theorie, dass wir "alleine ganz" sein sollen für Unsinn halte. Diese Ansicht haben wir zum Teil der Psychologie und der Sozialpädagogik zu verdanken und sie geht an der Lebenswirklichkeit des Menschen vorbei. In der letzten Zeit scheint wert auf ein starkes Individuum gelegt zu werden, im Grunde macht uns dies jedoch nur schwach. Wir Menschen leben seit Beginn an in Gruppen, schon unsere Vorfahren pflegten so zu leben. Es war schon immer wichtig, dass wir uns ergänzten, doch ist es heute vielleicht wichtiger denn je, denn die Welt war noch nie derart kompliziert und schnell. Die Auswirkungen dieses "Einzelkämpfertums", als Muster des modernen Menschen, sieht man an den gestiegenen Zahlen psychischer Erkrankungen.

Die zentrale Frage dürfte sein, wann der Partner der TE bereit ist seine Stammfamilie, in der er ja stark involviert ist, zugunsten einer neuen Familie aufgibt. Dafür scheint es jetzt noch zu früh zu sein, was ich durchaus verstehen kann. Es gibt ja nicht mehr viele junge Leute, die in dem Alter schon derart genaue Pläne für ihre Zukunft machen.

Ich würde, in eurem Alter, auch erst mal nicht an Kinder denken, sondern zunächst den Alltag mit meinem Partner testen. Ich kann schon nachvollziehen, dass es dem Partner der TE etwas zu schnell geht. Die Lügen mögen nicht schön sein, doch wissen wir auch nicht, in wie weit die TE ihrem Partner die Pläne aufoktroiert hat. Es könnte sich also auch um soziale Lügen handeln, um etwaigen Diskussionen aus dem Weg zu gehen. Er dachte wohl er sagt immer "ja" und verschiebt dieses Problem auf unbestimmte Zeit in die Zukunft. Es scheint so als würde er die TE lieben, nur dass es anscheinend etwas früh für ihn ist, die Rolle des Kindes komplett abzulegen. Die TE verlange von ihm ja praktisch, dass er recht schnell in die Rolle des Vaters schlüpfen sollte.

Wie immer kommt es darauf an, ob sich die Lebensentwürfe der Partner in Deckung bringen lassen. Männer sind, was den Nestbau angeht, ja gerne mal ein paar Jährchen hinterher, selbst wenn die Lebenspläne als Solche passen würden. Der Rest ist dann wieder ein Mix aus Verzicht und Kompromissen, da man kaum einen Partner finden wird, der allen Vorstellungen entsprechen würde.
 
Hallo zusammen,

ich wollte euch allen erst noch einmal für das Gespräch danken!! Ihr habt alle so gute Gedanken mit rein gebracht. Und auch wenn sich die Aussagen vielleicht wiedersrepchen, ein Stück Wahrheit liegt in allem, auch in dem was Nova11 schreibt.

Ich muss sagen, dass ich kein Typ bin, der sofort Schluss macht, aber auch kein Typ, der alles mit sich machen lässt. Ich habe das Gefühl, dass es im Moment am Besten für mich ist, wenn ich erstmal auf Abstand gehe. Wenn ich gefühlsmäßig auf Abstand gehen will, dann muss ich aber auch in unserer Beziehung etwas ändern, d.h. weniger Quantität und weniger Qualität. Ich werde mich seltener mit ihm Treffen und versuche weniger mit ihm darüber zu sprechen, was mich innerlich bewegt. Wenn ich wütend auf ihn werde versuche ich ihm einfach mehr aus dem Weg zu gehen oder es auszusitzen um durch einen Streit keine Emotionalität zu schaffen. Ich versuche mir neue Ziele zu setzen, z.B. beruflich. Somit kann ich selbst mehr Abstand zu ihm gewinnen um mir in der nächsten Zeit klar darüber zu werden, was ich eigentlich will. Und er hat Zeit sich zu entwickeln, seine Freiheit zu leben und sich darüber bewusst zu werden, wie er zu mir steht und was er will. Denn ich habe das Gefühl, dass er das jetzt auch wieder nicht haben kann, wenn ich mich mehr distanziere. Als ich ihm dann gesagt habe, dass ich vielleicht noch das und das nebenberuflich studieren möchte, sobald ich erstmal in meinem ersten Studienberuf Fuß gefasst habe und ihm dann erzählt habe, dass das 4 Jahre dauert wirkte er etwas geschockt. Ich habe ihm dann gesagt, dass ich die nächsten Jahre nicht verplempern will, sondern sinnvoll füllen möchte, da ich noch so jung bin und ja ich mag halt Bildung... Aber vielleicht kann er das dann auch wieder nicht haben, wenn ich meine Zukunft ohne ihn verplane. Ich glaube er selbst steckt einfach in so einem extremen Autonomie-Abhänigkeitskonflikt was für sein Alter eigentlich nicht mehr normal ist. Meine Freundinnen wohnen fast alle mit ihrem Freund zusammen und kennen sich kürzer als wir und er will ja noch nichtmal in eine eigene Wohnung...

Ihr müsst auf mich aufpassen, dass ich meine jetzige Haltung beibehalte... Denn es ist so verführerisch wieder in die Wunschvorstellung zu verfallen, dass mein Freund mein Traummann ist der die gleichen Ziele verfolgt wie ich und mit dem ich eine glückliche Familie gründen werde... Das würde mich auf Dauer kaputt machen, weil es eine Illusion ist.

Viele liebe Grüße
endless
 
Hallo endless,

Ich werde mich seltener mit ihm Treffen und versuche weniger mit ihm darüber zu sprechen, was mich innerlich bewegt. Wenn ich wütend auf ihn werde versuche ich ihm einfach mehr aus dem Weg zu gehen oder es auszusitzen um durch einen Streit keine Emotionalität zu schaffen.
Ehrlich gesagt, halte ich das für keinen guten Weg. Ich denke, es wäre wichtig, dass ihr euch dem Konflikt, der nunmal eine nicht zu leugnende Tatsache ist, ehrlich stellt. Dem Ganzen aus dem Weg gehen, die Gefühle verdrängen oder runterschlucken und sich einfach nicht mehr so oft treffen, wird euch erst recht kaputt machen. (Eine kurze Auszeit, um die Gemüter abzukühlen, kann gut sein, mehr aber auch nicht.)

Das wollte ich nur noch loswerden...

Alles Gute
M.
 
Warum sägst du ihn nicht final ab?

Ist so jung (und die Beziehung gibt's ja schon ne ganze Weile) nicht immer ganz so einfach... Vll die erste große Liebe... Ist zwar einfach zu Beginn zu sagen: Hey - wenn du keine Familie gründen möchtest auf Dauer - dann will ich dich nicht - aber 'n ganz anderes das nach Jahren erst zu klären...

LG
 

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