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Umgehen mit Stigmatisierung...

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 129299
  • Datum Start Datum Start
Für mein Verständnis ist Krankheit tatsächlich immer noch was temporäres, was bei mir das Gefühl auslöst, den anderen im Moment zu schonen, bis es ihm wieder besser geht.
...
Was dauerhaftes würde ich mit "Erkrankung" oder "chronischer Krankheit" bezeichnen und obwohl ich weiss, dass jemand mit psychologischer Einschränkung auch "erkrankt" ist,
Sehe ich es als anders an als z. B. Grippe.
Ja, und warum sollte man das nicht tun, den anderen schonen, solange es notwendig ist, bis es ihm wieder besser geht? Die meisten psychischen Krankheiten sind doch temporär, verlaufen in Episoden, manchmal gibt es sogar nur eine, oder sehr wenige Episoden, in denen es dem betroffenen Menschen schlecht geht.

Und auch wenn du das als chronische Krankheit bezeichnen willst. Na klar, es ist keine Grippe, eher Diabetes halt, oder Bluthochdruck. Wird das gut behandelt, ist man im Prinzip gesund.
 
A

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Re: Umgehen mit Stigmatisierung...
Ich habe eine komplexe PTBS.
Warum sagst du das nicht einfach im Zweifelsfall. Das klingt doch neutral und wird auch so als antistigmatisierend empfohlen. Die genaue Diagnose ist also eine Störung, aber deswegen -bist- du ja nicht gestört, du -hast- nur eine Störung.

Krank im klassischen Sinne bist du wahrscheinlich gar nicht, wenn du sagst, man merkt dir im Prinzip im Alltag nichts an. Du wirst gut behandelt und bist durch die Behandlung vermutlich soweit gesund?
 
Eine "Störung" oder "psychische Erkrankung" ist auf irgendeine Art körperlich, was sich in Kombination mit äußeren Faktoren früher oder später zeigt bzw. zeigen kann.

Beispielsweise zeigt ein ADS ler bzw. . Kanner-Autist schnell Symptome, weil er seine Einschränkung nicht selbst kompensieren kann. ADSler meist ab circa 4 Jahre, dem Alter, in dem Kinder "Empathie" entwickeln und ein Kanner-Autist von Geburt an, weil seine Wahrnehmung durch die Fehlbildung im Gehirn komplett anders ist.

Während jemand, dessen "Körperchemie" immer an de Grenze zur nicht-Normvariante ist, durch einen auslösenden Faktor "erkranken" kann, z.B. eben Depression/PTBS etc..,
die Anlage dafür war schon immer da, aber erst ein Ereignis von außen hat das ausgelöst. In einem anderen Leben mit anderen Situationen wäre wohl nichts passiert.

Also es ist natürlich deutlich komplizierter, aber nur grob!!!!!

Nun ist noch die Frage, wie "man" oder "die Menschen" was verstehen.

PTBS wäre wohl wirklich für die meisten eine Erkrankung wie Grippe oder am ehesten Lähmung nach Unfall
Yo, am ehesten Unfall.

Ich würde , glaube ich , auch von ptbs sprechen,, wobei die meisten Leute wohl dann zuerst nicht wissen, was du meinst.

Aber es ging darum, ob psychische Krankheiten anders gesehen werden als körperliche.....

Und ich denke, die meisten würden ptbs eben gar nicht als Krankheit sehen, snden wie gesagt als Unfallfolge. Und deswegen auch niemanden von "meiner Krankheit" erzählen, sondern, wenn überhaupt, das umschreiben:
"ich habe immer noch mit den Folgen von.... zu kämpfen...." das ist auch für Leute, welche die Abkürzung PTBS nicht kennen, verständlicher.
 
Zuletzt bearbeitet:
Warum sagst du das nicht einfach im Zweifelsfall. Das klingt doch neutral und wird auch so als antistigmatisierend empfohlen. Die genaue Diagnose ist also eine Störung, aber deswegen -bist- du ja nicht gestört, du -hast- nur eine Störung.

Krank im klassischen Sinne bist du wahrscheinlich gar nicht, wenn du sagst, man merkt dir im Prinzip im Alltag nichts an. Du wirst gut behandelt und bist durch die Behandlung vermutlich soweit gesund?
Ich sage ja "ich habe eine komplexe PTBS." oder erkläre es dann so: "Das ist eine Traumafolgestörung... Oder eine Krankheit in Folge von wiederholt erlebten Traumata."

Ja, wenn ich stabil bin, habe ich keine Symptome. Somit merkt man im Alltag nichts.
Und ich kann mein Leben normal leben.
 
Eine "Störung" oder "psychische Erkrankung" ist auf irgendeine Art körperlich, was sich in Kombination mit äußeren Faktoren früher oder später zeigt bzw. zeigen kann.

Beispielsweise zeigt ein ADS ler bzw. . Kanner-Autist schnell Symptome, weil er seine Einschränkung nicht selbst kompensieren kann. ADSler meist ab circa 4 Jahre, dem Alter, in dem Kinder "Empathie" entwickeln und ein Kanner-Autist von Geburt an, weil seine Wahrnehmung durch die Fehlbildung im Gehirn komplett anders ist.

Während jemand, dessen "Körperchemie" immer an de Grenze zur nicht-Normvariante ist, durch einen auslösenden Faktor "erkranken" kann, z.B. eben Depression/PTBS etc..,
die Anlage dafür war schon immer da, aber erst ein Ereignis von außen hat das ausgelöst. In einem anderen Leben mit anderen Situationen wäre wohl nichts passiert.

Also es ist natürlich deutlich komplizierter, aber nur grob!!!!!

Nun ist noch die Frage, wie "man" oder "die Menschen" was verstehen.

PTBS wäre wohl wirklich für die meisten eine Erkrankung wie Grippe oder am ehesten Lähmung nach Unfall
Yo, am ehesten Unfall.

Ich würde , glaube ich , auch von ptbs sprechen,, wobei die meisten Leute wohl dann zuerst nicht wissen, was du meinst.

Aber es ging darum, ob psychische Krankheiten anders gesehen werden als körperliche.....

Und ich denke, die meisten würden ptbs eben gar nicht als Krankheit sehen, snden wie gesagt als Unfallfolge. Und deswegen auch niemanden von "meiner Krankheit" erzählen, sondern, wenn überhaupt, das umschreiben:
"ich habe immer noch mit den Folgen von.... zu kämpfen...." das ist auch für Leute, welche die Abkürzung PTBS nicht kennen, verständlicher.
Na ja, ich denke die Ausdrucksweise kann ein Faktor sein.
Wenn aber jemand schon Vorbehalte hat oder eine negative Einstellung zu Menschen mit psychischen Erkrankungen, dann wird auch das nicht viel ändern.

Eine Freundin von mir hat Borderline, was sie sich anhören darf ist oft ziemlich heftig.
Eine andere hat Burnout, da ist das Verständnis schon größer. Weil viele es als "sie war ja so fleißig" Erkrankung sehen. Und das andere eher als höchst problematisch, schlimm und was nicht alles, dabei ist sie ein sehr liebevoller Mensch und hat eben auch einige Schicksalsschläge erlebt.

Da ist halt auch die Frage, wäre es bei ihr in einem stabileren, validierenden Umfeld auch dazu gekommen?
Wahrscheinlich nicht. Dann hätte man halt gesagt sie ist etwas sensibler, emotionaler, aber eben nicht im pathologischen Sinn.

Meine Freundin mit dem Burnout sagt das immer recht offen zu jedem.
Auch dass sie deshalb in einer Klinik war usw.

Ich mit meiner PTBS habe ähnliche Erfahrungen wie meine Freundin mit Borderline.
Deshalb sage ich oftmals gar nicht mehr , dass ich eine PTBS habe.

Ich denke, wie gesagt, das eine ist wie man etwas formuliert, das andere wie es gesellschaftlich gesehen wird. Und das andere wie man selbst als Mensch ist. Ob man empathisch ist oder Stereotypen folgt und Menschen mit psychischen Erkrankungen dann negative Eigenschaften zuschreibt.

Diese eine deren Beiträge gelöscht wurden, fand ich ist da ein gutes Beispiel.
Egal was man macht, alles ist nur falsch. Du hattest Magersucht, hast dir Hilfe gesucht, bist heute gesund, nichtig. Wirst dafür noch runter gemacht.
Solche Menschen gibt es nicht wenige. Und da ist die Frage ob da Aufklärung, die richtige Wortfindung oder was auch immer wirklich das hilfreiche Mittel ist?
 
Was dich daran hauptsächlich verletzt ist doch, dass dir diese Person gefühlt nahe steht und du dich geöffnet hast. Leider bist du eher auf Ablehnung als Akzeptanz oder Mitgefühl gestoßen. Du hast es ihr sicher gut erklärt, sodass sie die Chance hatte (auch jetzt noch) adäquat zu reagieren. Es sieht aus, als würde sich dadurch die Augenhöhe für sie verschieben. Das ist unschön.

Wäre es ein weniger enges Verhältnis hätte es dich vermutlich weniger gekränkt? Die Frage ist vielleicht, brauchst du so eine Person in deinem Leben? Die dir das Gefühl gibt "nicht richtig" zu sein? Dir das Urteilsvermögen abspricht?
 
Ich denke, man kann auch nicht erwarten, dass jeder (nicht Betroffene) psychische Diagnosen etc. im Detail kennt.

Bei mir selbst wurde vor ein paar Wochen eine Autoimmunerkrankung diagnostiziert - mir war vorher auch nicht klar, wie komplex das ist.
 
Ich denke, man kann auch nicht erwarten, dass jeder (nicht Betroffene) psychische Diagnosen etc. im Detail kennt.

Bei mir selbst wurde vor ein paar Wochen eine Autoimmunerkrankung diagnostiziert - mir war vorher auch nicht klar, wie komplex das ist.
Das hatte ich ja auch bereits angesprochen.
Natürlich kann man das nicht von jedem erwarten, weil vieles komplex ist.

Wenn aber die Person die Möglichkeit zur Informationsfindung hat, also sie sich dazu schlau machen könnte, Fragen stellen könnte, um Dinge besser zu verstehen, dies aber ablehnt, dann hört für mich das Verständnis auf.

Weil das für mich heißt, die Person entscheidet sich bewusst dazu etwas nicht näher verstehen zu wollen.
Was okay ist.
Aber dann sollte man gleichwertig auch nicht weiter Verständnis einfordern man fühle sich überfordert, oder noch besser mit Vorurteilen brillieren.
Denn man könnte ja etwas besser verstehen, sich Wissen aneigenen, lehnt das aber ab.
 
Was dich daran hauptsächlich verletzt ist doch, dass dir diese Person gefühlt nahe steht und du dich geöffnet hast. Leider bist du eher auf Ablehnung als Akzeptanz oder Mitgefühl gestoßen. Du hast es ihr sicher gut erklärt, sodass sie die Chance hatte (auch jetzt noch) adäquat zu reagieren. Es sieht aus, als würde sich dadurch die Augenhöhe für sie verschieben. Das ist unschön.

Wäre es ein weniger enges Verhältnis hätte es dich vermutlich weniger gekränkt? Die Frage ist vielleicht, brauchst du so eine Person in deinem Leben? Die dir das Gefühl gibt "nicht richtig" zu sein? Dir das Urteilsvermögen abspricht?
Nein, solche Menschen brauche ich in meinem Leben nicht.
Das ist für mich auch mehr schädlich, als gut tuend.
Man möchte ja Menschen, die einen annehmen wie man ist, die einen bestärken und nicht einem das Gefühl geben falsch zu sein.

Und sie gibt mir mit ihrem Verhalten das Gefühl.
Ja, auch, dass sie wohl nicht jemand ist, dem man sich anvertrauen kann. Das fand ich schon auch enttäuschend, eben auch zusätzlich ihre Reaktion, dass sie sich auch nicht näher mit dem Thema befassen wollte um es besser zu verstehen. Sondern mich einfach verurteilt sozusagen.
 
Das hatte ich ja auch bereits angesprochen.
Natürlich kann man das nicht von jedem erwarten, weil vieles komplex ist.

Wenn aber die Person die Möglichkeit zur Informationsfindung hat, also sie sich dazu schlau machen könnte, Fragen stellen könnte, um Dinge besser zu verstehen, dies aber ablehnt, dann hört für mich das Verständnis auf.

Weil das für mich heißt, die Person entscheidet sich bewusst dazu etwas nicht näher verstehen zu wollen.
Was okay ist.
Aber dann sollte man gleichwertig auch nicht weiter Verständnis einfordern man fühle sich überfordert, oder noch besser mit Vorurteilen brillieren.
Denn man könnte ja etwas besser verstehen, sich Wissen aneigenen, lehnt das aber ab.
Ich denke, euer Problem ist auf der persönlichen Ebene und wäre vermutlich früher oder später auch ohne Erkrankungen oder Störungen aufgeploppt.

Davon abgesehen würde ich persönlich max. von meinem allerengsten Umfeld - sprich meinem Partner - erwarten, dass er die Zusammenhänge meiner zeitweisen gesundheitlichen Einschränkungen versteht.

Wozu soll das ansonsten gut sein? Wenn man Ü50 oder noch älter ist, haben doch die meisten irgendwas.....ich hab auch nicht "auf dem Schirm", wer im Detail welche Beschwerden hat.
 

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