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Umgehen mit Stigmatisierung...

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 129299
  • Datum Start Datum Start
Als ich ihr damals von meiner Krankheit erzählte, sagte sie in der darauffolgenden Meinungsverschiedenheit wie man "denn mit psychisch Kranken "Konversation" halten und das richtige Wort finden solle".
Ja, da kann ich früher-vogel nur recht geben. Vielleicht das nächste Mal in dieser Situation einfach sich nicht angegriffen fühlen, tief Luft holen und nachfragen: "Warum? Warum denkst du, du kannst mit mir nicht mehr normal reden." Eventuell kannst du da doch etwas aufbrechen bei den Menschen.
 
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Re: Umgehen mit Stigmatisierung...
Was hattest du dir eigentlich davon versprochen wenn du ihr davon erzählst?


Was mich bei deiner Ausdrucksweise irritiert ist, das du überwiegend von "meiner Krankheit" redest.
Dir ist bekannt das in der Psychologie von der Störung die Rede ist.
Das hat seinen Grund.
Mit einer Störung identifiziert man sich nicht so schnell wie mit einer Krankheit.
Eine Störung ist etwas, das offensichtlich stört und bedeutet das etwas nicht funktioniert wie es sollte, damit kann man sich schlecht identifizieren.
Bei einer Krankheit ist es etwas anders. Zu gern sieht man eine Krankheit als einen Teil von sich selbst. Sie gehört zu einem dazu, mit deiner Bezeichnung "meiner" sticht das auch heraus.
Das nur so am Rande.
 
Ja, da kann ich früher-vogel nur recht geben. Vielleicht das nächste Mal in dieser Situation einfach sich nicht angegriffen fühlen, tief Luft holen und nachfragen: "Warum? Warum denkst du, du kannst mit mir nicht mehr normal reden." Eventuell kannst du da doch etwas aufbrechen bei den Menschen.
In dem Moment war ich eher perplex und überrascht über ihre Äußerung und beendete dann eher das Gespräch.
Hatte das in der Vergangenheit öfter angesprochen wie es gemeint war und Antwort war dann oft: So wie es gesagt wurde usw.
 
Was hattest du dir eigentlich davon versprochen wenn du ihr davon erzählst?


Was mich bei deiner Ausdrucksweise irritiert ist, das du überwiegend von "meiner Krankheit" redest.
Dir ist bekannt das in der Psychologie von der Störung die Rede ist.
Das hat seinen Grund.
Mit einer Störung identifiziert man sich nicht so schnell wie mit einer Krankheit.
Eine Störung ist etwas, das offensichtlich stört und bedeutet das etwas nicht funktioniert wie es sollte, damit kann man sich schlecht identifizieren.
Bei einer Krankheit ist es etwas anders. Zu gern sieht man eine Krankheit als einen Teil von sich selbst. Sie gehört zu einem dazu, mit deiner Bezeichnung "meiner" sticht das auch heraus.
Das nur so am Rande.
Ich sage dazu Krankheit und weniger Störung, weil beides im Grunde dasselbe ist.
Es ist ein nicht gesunder Zustand mit seinen Symptomen, mit denen man zu leben lernt. Oder in der Therapie Strategien entwickelt damit besser umzugehen.
Magersucht sehe ich auch als Krankheit.
Alkoholabusus ebenso. Demenz ebenso usw.
Das hat weniger etwas damit zu tun, dass ich mich dann mehr damit identifizieren würde oder dergleichen.

Dasselbe wenn ich sage zB "ich erzählte meiner Bekannten von meiner Krankheit"
Oder alternativ "von meiner Störung" oder anders "einer bei mir diagnostizierten Störung".
Erstere Formulierung wird ja umgangssprachlich so verwendet. Genauso wenn jemand sagt "ich erzählte meiner Bekannten von meinem Diabetes".
Klar, könnte man sagen "ich erzählte von dem Diabetes, der bei mir diagnostiziert wurde", aber auch im beruflichen Alltag wird das so formuliert. "Der Diabetes meiner Mutter... die Demenzerkrankung meines Vaters usw. " das heißt nicht zwangsläufig, dass man oder die Personen nur noch die Krankheit wären.

Hoffe, das ist so verständlich?
 
Hatte das in der Vergangenheit öfter angesprochen wie es gemeint war und Antwort war dann oft: So wie es gesagt wurde usw.
Das ist interessant, bei ihr, bei anderen? Gemeint, wie es gesagt wurde. Sie wissen nicht, wie sie mit einem psychisch Kranken eine Konversation führen sollen? Wie mit jedem anderen Menschen halt auch.

Oder nicht? Was ist das, hat sie Angst. Wovor? Dass du wütend wirst? Wirst du doch nie. Dass sie dich verletzt. Na ja, so, wie sie jeden anderen Menschen halt auch verletzen kann.

Vielleicht versucht man, das noch einmal deutlich zu machen. Da gibt es keine Unterschiede.
 
Das ist interessant, bei ihr, bei anderen? Gemeint, wie es gesagt wurde. Sie wissen nicht, wie sie mit einem psychisch Kranken eine Konversation führen sollen? Wie mit jedem anderen Menschen halt auch.

Oder nicht? Was ist das, hat sie Angst. Wovor? Dass du wütend wirst? Wirst du doch nie. Dass sie dich verletzt. Na ja, so, wie sie jeden anderen Menschen halt auch verletzen kann.

Vielleicht versucht man, das noch einmal deutlich zu machen. Da gibt es keine Unterschiede.
Ja, eben, so wie mit jedem anderen Menschen auch.

Muss sagen, ich finde diese Äußerung nach wie vor total zusammenhanglos.
Und kann es bei bestem Willen nicht verstehen.
 
Dasselbe wenn ich sage zB "ich erzählte meiner Bekannten von meiner Krankheit"
Oder alternativ "von meiner Störung" oder anders "einer bei mir diagnostizierten Störung".

Das könnte man ansich mal genauer diskutieren, was Sprache bewirkt.
Da deine Bekannte etwas seltsam reagiert hat, habe ich eben auf deine Wortwahl geachtet.
Und auch wenn für dich Krankheit und Störung das gleiche ist, so verbinden andere Menschen es evtl doch mit etwas völlig anderem.

Mit was verbindest du denn Krankheit?
Psychische Erkrankung, Psychische Störung... ich würde diese Wörter im privaten Bereich nicht verwenden 🤔
Das lässt sich auch mit anderen, evtl konkreteren Worten umschreiben oder?
Immerhin war es ja im Vertrauen und kein Arztbesuch.

Wenn man von Krankheit spricht dann geht es doch um etwas ernstes, man will ernst genommen werden usw.

Wir können uns selbst mit Wörtern manipulieren. Denn jedes Wort erzeugt ein Bild, eine Erinnerung, ein Gefühl.
Daher stehe ich nicht drauf etwas das nicht zu mir gehört als "mein" zu bezeichnen. Schon gar nicht bei einer Krankheit, dann fühle ich mich ja auch gleich krank.
Und bei anderen kommt es auch nicht gut an. Es wirkt wie du und deine Krankheit. Dich gibt es nur im Doppelpack. Verstehst du wie ich es meine?
 
Das könnte man ansich mal genauer diskutieren, was Sprache bewirkt.
Da deine Bekannte etwas seltsam reagiert hat, habe ich eben auf deine Wortwahl geachtet.
Und auch wenn für dich Krankheit und Störung das gleiche ist, so verbinden andere Menschen es evtl doch mit etwas völlig anderem.

Mit was verbindest du denn Krankheit?
Psychische Erkrankung, Psychische Störung... ich würde diese Wörter im privaten Bereich nicht verwenden 🤔
Das lässt sich auch mit anderen, evtl konkreteren Worten umschreiben oder?
Immerhin war es ja im Vertrauen und kein Arztbesuch.

Wenn man von Krankheit spricht dann geht es doch um etwas ernstes, man will ernst genommen werden usw.

Wir können uns selbst mit Wörtern manipulieren. Denn jedes Wort erzeugt ein Bild, eine Erinnerung, ein Gefühl.
Daher stehe ich nicht drauf etwas das nicht zu mir gehört als "mein" zu bezeichnen. Schon gar nicht bei einer Krankheit, dann fühle ich mich ja auch gleich krank.
Und bei anderen kommt es auch nicht gut an. Es wirkt wie du und deine Krankheit. Dich gibt es nur im Doppelpack. Verstehst du wie ich es meine?

Ich verstehe was du meinst.
Denke aber, wie sollte man das denn sonst ausdrücken?
Störung zb verbinde ich persönlich eher mit mehr Negativität als Krankheit.
Störung heißt für mich, etwas ist nicht richtig. Krankheit ist eher ein Umstand, der die eigene Gesundheit betrifft.

Ich denke da gibt es wohl nicht den einen perfekten Wortlaut, der von keinem misinterpretiert werden wird.
Habe ich in der Vergangenheit oft genug versucht eine Wortwahl zu finden, wo man fast schon auf Eierschalen herum tanzt, damit der andere es nicht misinterpretieren oder persönlich nehmen kann, und dennoch findet mancher dieses eine kleine Schlupfloch es doch so falsch zu verstehen.
 
Für mein Verständnis ist Krankheit tatsächlich immer noch was temporäres, was bei mir das Gefühl auslöst, den anderen im Moment zu schonen, bis es ihm wieder besser geht.

Dass der Begriff auch anders gebraucht wird, weiss ich. Aber es ist tatsächlich der erste Impuls.

Was dauerhaftes würde ich mit "Erkrankung" oder "chronischer Krankheit" bezeichnen und obwohl ich weiss, dass jemand mit psychologischer Einschränkung auch "erkrankt" ist,
Sehe ich es als anders an als z. B. Grippe.

Denn die Disposition zu einer psychischen Erkrankung war von Geburt an vorhanden.
Sie wurde durch etwas von außen ausgelöst.
 
Zuletzt bearbeitet:
Für mein Verständnis ist Krankheit tatsächlich immer noch was temporäres, was bei mir das Gefühl auslöst, den anderen im Moment zu schonen, bis es ihm wieder besser geht.

Dass der Begriff auch anders gebraucht wird, weiss ich. Aber es ist tatsächlich der erste Impuls.

Was dauerhaftes würde ich mit "Erkrankung" oder "chronischer Krankheit" bezeichnen und obwohl ich weiss, dass jemand mit psychologischer Einschränkung auch "erkrankt",
Sehe ich es als anders an als z. B. Grippe.

Denn die Disposition zu einer psychischen Erkrankung war von Geburt an vorhanden.
Sie wurde durch etwas von außen ausgelöst.

Ich habe eine komplexe PTBS.
Man könnte auch sagen chronische PTBS. Wird ja auch so benannt, durch komplexe und damit wiederholte Traumata.

Das heißt, ja, es ist eine langfristige Erkrankung. Wenn man diesen Begriff für eine chronische Krankheit wählen möchte.

Mit Störung fühle ich mich persönlich wie gesagt nicht wohl, weil es für mich so viel bedeutet wie: Etwas ist gestört, damit nicht richtig. Aber ich als Mensch bin ja nicht gestört. Ich habe Symptome, die meinen Alltag erschweren durch schlimme Dinge in der Vergangenheit, für die ich nichts konnte und heute mit den Folgen leben muss.

Das ist zumindest meine Interpretation zwischen Krankheit und Störung.
Daher empfinde ich Krankheit als weniger am Gedanken etwas stimme mit einem nicht
 

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