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Trennung nach 29 Jahren - Eigene Familie stellt sich gegen mich.

Die meisten Leute, egal ob Familie oder Umfeld, interessiert mehr der Grund für die Trennung und nicht wie es demjenigen der sich getrennt hat geht. So sind Menschen nunmal. Zudem würde ich selbst davon ausgehen, dass es demjenigen der sich für die Trennung entschieden hat besser geht, als demjenigen von dem man sich getrennt hat. Also erwarte nicht das man sich für dein Wohlbefinden interessiert.

Und natürlich bist du jetzt derjenige, der alleine dasteht. Sich nach so langer Zeit zu trennen, löst bei vielen Unverständnis aus. Und auch wenn der Grund für eine Trennung keine andere Frau ist, so ist es für Aussenstehende noch schwerer zu begreifen, wenn man sich nach 29 Jahren "einfach so" oder "weils nicht mehr gepasst hat" trennt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich möchte das alles sauber und respektvoll regeln, ohne unnötigen Druck aufzubauen – aber eben auch so, dass es für mich langfristig tragfähig ist.
Was genau meinst du damit?

Sollte es nicht so "tragfähig" sein - sprich du finanzieller schlechter dabei wegkommen wirst, als du hoffst(?) - dann wirst du selbst den Gürtel vermutlich enger schnallen müssen.

Meistens geht das beiden Expartnern so.
 
Die Trennung an sich fühlt sich für mich trotz aller Traurigkeit richtig an.

Was mich aber gerade viel mehr belastet als die Trennung selbst, ist die Reaktion meines Umfelds – vor allem meiner eigenen Familie.

Meine Mutter, meine Geschwister – sie stellen sich sehr klar auf die Seite meiner Frau.
Ja, so kann das sein in einem Familiengefüge.
Du darfst Deinen Familienmitgliedern nach fast drei Jahrzehnten "(Zwangs)gemeinschaft" mit Deiner Frau eine eigene Bindung zu ihr zugestehen.
Die überhaupt nichts mit Dir zu tun hat.
Vielleicht haben sie sie nach der langen Zeit einfach nur gern. Nicht als blutsverwandten Teil, aber auf jeden Fall als Teil der Familie. Nur weil Du Dich jetzt anders entscheidest, muß Deine Familie da jetzt nicht mitziehen.
Andersrum: Als Du Dich für sie entschieden hast, hast Du da Deine Familie um ihre Meinung gefragt?
 
Meine Gedanken zu deiner Situation:

Willkommen im Forum 🙂

Das ist doch verständlich, ich fände es als "unnormal", wenn du die Situation "einfach so" abschütteln würdest.

Ja, andere bleiben aus Gewohnheit, wegen den Kindern oder dem Geld zusammen.
Ob das unbedingt besser ist.
manchmal hinterfrage ich auch mein gefüge oder wenn ich die anderen Partnerschaften/Ehen so sehe...

Was denkst du, wie "plötzlich" die Trennung nach außen wirkte.
Habt Ihr nicht versucht die Fassade nach außen zu wahren ?

Nach 29 Jahren Ehe, gehe ich davon aus, daß Ihr irgendwo zwi. 50 und 60 seid.
"Wir" sind Generation X.
In den Köpfen und in denen unsrer Eltern sind hier noch die Männer "die Versorger".
Wenn du dich jetzt der Familie entziehst... bist du der Buhmann 😉


Jepp, siehe oben 😉

Wer will denn wissen, wie es dir geht ?
Männer sind die Versorger, Frauen kümmern sich um Haus und Familie

Hier kann helfen, dir zunächst nochmal deiner Beweggründe bewusst zu werden.

Ja, so bin ich auch geprägt.
Was ist ?
oder
Gibt es wirklich eine faire Lösung ?

Ihr (zunächst du und dein Frau) solltet euch nach etwas Abstand an den "grünen Tisch" setzen und ie Situation besprechen.
Evtl. gleich oder etwas später mit dem Sohn.

Verständlich...
Meine Mutter sagte gerne:
"Früher blieb man zusammen, heute trennt man sich, beides ist nichts"
oder
Früher hat man geflickt, heute wirft man weg"
😉
Hier könnt ihr nur eure Sicherheit finden.

Nein, warum ?

Weshalb, habt ihr in eurem Rahemn über die Familiensituation gesprochen (oder es totgeschwiegen 😉)

Ich könnte mir vorstellen, nach außen ja.

Das finde ich veständlich...
Du haderst mit dem "heiligen Familienbild", deine Familie auch.
Also, ich bin auch Generation X, und ich kenne das nicht nun wirklich nicht mehr so, daß der Mann grundsätzlich der Versorger ist, und die Frau sich "nur" um Haushalt und Kinder kümmert.
Das war selbst bei der Generation unserer Eltern nicht mehr immer so...

Du vergisst, daß es genau diese Generation, und die der heute 60-70jährigen war, die im Familienrecht einiges geändert hat:
z.B. daß Kindesunterhalt vor Ehegattenunterhalt geht.
Oder daß die Frau, die die Kinder bei sich wohnen hat, trotzdem wieder halbtags arbeiten gehen muss, und wenn die Kinder über 12 sind, auch Vollzeit.
Und der alten Zopf vom Unterhalt für ein"standesgemäßes Leben" das der geschiedene Ehemann seiner Ex-Frau schuldet, ist auch schon länger obsolet.
Außerdem haben heute auch bei Unverheirateten beide Elternteile ab Geburt das gemeinsame Sorgerecht, was vor 40 Jahren undenkbar war...
Und die Witwenrente ist inzwischen auch deutlich geringer, und wird nur noch zeitlich sehr begrenzt gewährt.

Also warum sollte unsere Generation, und die davor diese Dinge geändert haben, wenn sie doch angeblich immer noch am Versorgerehen-Prinzip festhält?

Aber wir wissen hier ja noch gar nicht, wer in dieser Ehe gearbeitet oder nicht gearbeitet hat, wer sich hauptsächlich um die Kinder gekümmert hat, und vor allem, aus welchem Grund die Trennung jetzt plötzlich gekommen ist.

Im Übrigen, wenn eine Frau sich für das Umfeld ziemlich plötzlich von Mann und Familie trennen will, dann muss die sich auch viele dumme Sprüche anhören, von wegen "die ist auf dem Selbstverwirklichungstrip" oder "die hat sich wohl einen mit mehr Geld geangelt" oder "die spinnt doch, das müssen die Wechseljahre sein".

Vielleicht denken hier die Eltern, daß in der Ehe alles in Ordnung war, oder sie haben sich mit der Schwiegertochter besonders gut verstanden?
Das werden wir wohl noch sehen, was der TE dazu schreibt...
 
Du vergisst, daß es genau diese Generation, und die der heute 60-70jährigen war, die im Familienrecht einiges geändert hat:
Oder daß Vergewaltigung in der Ehe erst seit 1997 Straftatbestand ist...vorher lief das unter Körperverletzung, nachweisbare Verletzungen halfen...da war ich schon ein paar Jahre verheiratet.
Aber das alles hat ja nichts mit dem Fakt zu tun, daß die Familienmitglieder die Bald-Ex-Ehefrau gern haben.
 
Nach 30 Jahren kann man jemanden schon lieb gewinnen, auch wenn sie nicht blutsverwandt ist. Viele verlassen sich auch nach so lange Zeit darauf, dass alles in trockenen Tüchern ist, Rente und Haus gesichert sozusagen, je nachdem, wer das Kind mehr versorgt und dafür zurückgesteckt hat. Ich hätte da wohl auch ein wenig Mitleid mit der Dame, Bruder hin oder her. Ist natürlich nicht schön für dich.
 
Dabei versuche ich gerade wirklich, eine faire Lösung zu finden. Es geht um unser gemeinsames Haus, um finanzielle Fragen, um die Zukunft unseres Sohnes. Ich möchte das alles sauber und respektvoll regeln, ohne unnötigen Druck aufzubauen – aber eben auch so, dass es für mich langfristig tragfähig ist.

Ich habe damals bei der Scheidung so gemacht, dass mein Ex sehr gut aussteigen konnte- ich übernahm alle damals anstehenden Schulden, ich behielt dafür aber die Mietkaufwohnung, die fast fertig bezahlt war damals. In der wohnt nun als ihr Eigentum die Tochter von uns.
Bei dir könnte das auch eine Lösung sein- verzichte zugunsten des Sohnes.

Du musst eigentlich nichts weiter tun, als nachgeben und aufhören, auf dein Recht zu pochen.
Du willst gehen, du hast praktisch dein Versprechen gebrochen und der Preis dafür ist Verzicht.
Man kann eh nichts mit ins Grab nehmen, sie wird es auch hergeben müssen, was sie jetzt als ihr Eigentum behalten möchte. Uns gehört nichts, alles ist nur geliehen.
 
Ich kenne einige solcher Fälle, wo nach langer Ehe die Scheidung eingereicht wurde wegen "Liebesaus".
Das ist mutig, das ist gut, finde ich, weil ein Geheuchle doch jedem weh tut, also sehe ich das eher als klare, reine Sache, sich lieber zu trennen, als Murks aufrecht halten.
Trotzdem ist es natürlich sehr schade, wenn der Plan, eine Familie intakt zu halten nicht aufgeht. Damit sind so unvorstellbar viele Vorteile verbunden, das wird deine Familie natürlich sehr bedauern, das ist verständlich.
 
Mir kommt vor, das Wichtigste ist und wäre, so vorzugehen, dass man gut Freund ist weiter.
Bei uns hat das funktioniert. Mein Ex und ich haben heute gemeinsam Mittag gegessen, wir sind zwar kein Paar mehr, ich habe längst meinen neuen Partner, aber derzeit bin ich oft beim Papa unserer Kinder, weil er schwer erkrankt ist und keiner Zeit hat, ich schon.
Für mich ist und war er weiterhin ein Teil unserer Gruppe und in keinster Weise je zerstritten, das war vor der Scheidung, da haben wir ständig gezofft, nachher nicht mehr. Da gabs Ordnung und Friede wieder. Geht das bei euch nicht? Ist das nicht eine Frage des guten Tons? Stellt den halt wieder her, euch zuliebe.
Trennen ist nicht verkehrt, aber streiten ist doof. Lässt sich nicht alles verhandeln und fair ausreden?
Was will sie? Gibs ihr, gibs ihr gern. Schließlich war sie einige Jahrzehnte an deiner Seite und du an ihrer.
Kürzlich hat mir ein solcher Ex-Ehemann erzählt, einen Bananenkarton hatte er in der Hand, als er ging, er nahm nichts mit. Auch hier gabs ein Haus, Kinder, viel gemeinsam Aufgestapeltes- das ist egal, sollen sie sich freuen darüber. Warum nicht? es würde gehen.
 

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