... mir fehlt gerade überhaupt ein Ziel um wirklich weiter machen zu wollen. Also weiter an meinen Problemen zu arbeiten. Therapie ist ja bekanntlich auch anstrengend.
In Phasen der Hoffnungslosigkeit weiß ich oft nicht wos hingeht... wofür sich das so dolle lohnt.
Völlig verständlich. Dass man am Leben ist beinhaltet
ja nicht automatisch auch ausreichend Sinn oder die
Motivation, weiter machen zu wollen.
Naheliegend ist da, Hoffnung im Weiterleben in Form
eines Kindes zu suchen. In deinem Alter habe ich heraus-
gefunden, dass ich keine Kinder haben kann und für mich
war das auch nie ein Ziel ehrlich gesagt. Auch dass es das
eigene Leben wertvoller oder spannender macht, dass
man irgendwie "weiterlebt", erschließt sich mir nicht.
Das ist doch nur eine Illusion, denn am Ende ist das
ganze Universum vorbei und egal, wie viele Kinder oder
sonstwas man in die Welt gesetzt hätte, das wäre alles
weg und vergessen.
Das "Lohnen", die "Hoffnung" (falls du das brauchst, um
ein gutes Leben zu haben) ist vermutlich leichter in dem
zu finden, was du konkret
tust. Da gibt es ja schon gradu-
elle Unterschiede an Qualität im Tun. Ob du z. B. Musik
machst, an der andere sich freuen oder ob du nichts tust,
macht einen Unterschied (für dich und die anderen).
Die Welt bietet ja jede Menge Gelegenheiten an, sich
zu äußern, zu beteiligen, etwas zum Gelingen des Lebens
beizutragen – nicht nur, Kinder in die Welt zu setzen. Es
sind ja z. B. schon viele Kinder da, die Unterstützung beim
Erwachsenwerden bräuchten. Wenn du da mal die Augen
aufmachst, bin ich sicher, es findet sich eine sinnvolle He-
rausforderung für dich. Ich habe etwa mal in einer Grund-
schule Lesetraining gemacht ehrenamtlich. Das war sehr
erfolgreich und hat Spaß gemacht.