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Transgender mittlerweile eine Mode Erscheinung?

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Mich irritiert es sehr, warum das für so viele ein Reizthema ist. Sehr viele aus dem kirchlich-konservativen und auch aus dem konservativ bis rechten Milieu meinen zu diesem Thema sehr gerne wild rum, neuerdings halt mit dem angeblichen Argument, es handle sich um eine "Modeerscheinung".

Klar: Menschen nehmen unzählige Gespräche und letztlich schwerste körperliche Eingriffe auf sich, weil das gerade in Mode ist.

Nein, meine klar definierten Damen und Herren, so ist es nicht. Es ist viel mehr so, dass eure Versuche, diesen Menschen die Legitimität abzusprechen, verzweifelte Versuche sind, euer einfaches, euer zu einfaches Menschenbild zu verteidigen. Gegen eine Erkenntnis, die immer mehr Fuß fasst. Menschen, deren geschlechtliche Identität komplexer ist, als ihr es euch auszuhalten zutraut, haben heute Möglichkeiten, die es noch nicht lange gibt, und sie haben Öffentlichkeit. Euch passt das nicht. Deshalb stellt ihr es so dar, als seien das Launen dieser Menschen.

Ich frag es mal ganz provokant: Was geht es euch an? Was? Seid doch froh, dass ihr ohne Operation mit dem, was ihr seid, glücklich seid.

Und lasst andere Menschen ihr Leben leben. Ihre Entscheidungen treffen. Richtige wie falsche.

Ihr dürft das auch.
 
Dass es eine Reihe Menschen gibt, die die angleichende Therapie bedauern, lässt sich auch nachvollziehen. Immerhin sind das sehr einschneidende Eingriffe, mit vielen Schmerzen, Krankenhausaufenthalten, ggf. Risiken (Narkose, Infektionen, Narben usw.) verbunden und das Ergebnis ist nicht immer richtig gut. Und es ist irreversibel. Es können schwere psychische Beeinträchtigungen allein durch diese Behandlungen entstehen.
Man kann aufklären, aber was es für die jeweilige Person wirklich bedeutet, kann sie nur wissen, indem sie es durchmacht. Und dann ist es zu spät.
Danke dass Du das ansprichst. Ich glaube dass viele unterschätzen was das mit einem macht.

Ich selbst habe eine Neovagina und weiß teilweise wie belastend es sein kann. Als ich die Diagnose MRKH bekommen habe, ist für mich eine Welt zusammengebrochen... Ich habe so starke Selbstzweifel an meiner eigenen Identität gehabt nur weil mir Scheide und Gebärmutter fehlten...wie muss es da erst Transpersonen gehen mit dem "falschen" Körper?
Wenn ich an meinen Eingriff zurückdenke, das war alles andere als ein Spaziergang...die Narkose, der Aufenthalt in der Klinik, Schmerzmittel. Auch danach ist es nicht überstanden...weitere Schmerzen, es muss auf die Wundheilung geachtet werden, Kontrolluntersuchungen. Später die Narben die einen daran erinnern, und es muss darauf geachtet werden dass das Ergebnis erhalten bleibt.

Die psychischen Folgen waren und sind bei mir sehr präsent. PTBS und PS, chronische Depression und noch eine Angststörung. Immer wieder stößt man auf das Thema, hat Angst vor Ablehnung, und und und. Die Liste kann sehr lang werden. Auch muss man sich mit dem Thema Sterilität auseinandersetzen.
Durch die ganzen psychischen Folgen habe ich auch eine Phase gehabt in der ich stark an meiner Entscheidung für eine OP gezweifelt habe.

Bei Transpersonen sind im Vorfeld ja noch so viel andere Punkte zu erledigen, Hormonumstellung, Gutachten, viel mehr Eingriffe.
Ich kann mir nur sehr schwer vorstellen dass man derlei über sich ergehen lässt um einer "Modeerscheinung" hinterherzulaufen.
 
Ich denke nicht, dass das eine Modeerscheinung ist. Eher, dass das Thema mehr in den Medien ist und sich dabei auch mehr Betroffene wagen, die entsprechenden Schritte zu gehen.

Dass es dabei Fehltherapien gibt, will ich nicht ausschließen. Das kommt bei anderen Krankheiten auch vor, also dass es Fehldiagnosen gibt und man bei der "Heilung" erst mal mehr kaputtmacht, als repariert wird, bis man endlich eine richtige Diagnose hat. Dabei finde ich es gut und wichtig, dass auch Betroffene erklären, warum sie diesen Schritt im Nachhinein bereuen. Als Warnung für andere, aber auch als Anregung für uns als Gesellschaft, weil manch OP mit etwas mehr Toleranz von unserer Seite vielleicht gar nicht nötig wäre.

Das Ganze ist doch ohnehin ein Dilemma: entweder ich ziehe Behandlungen lange hinaus. Dann muss die betroffene Person womöglich jahrelang unter ihrem falschen Körper leiden. Oder man macht sie früh, dann aber mit dem Risiko, dass die Person es umso mehr bereut.

In meinen Augen wird es höchste Zeit, dass wir da toleranter werden. Ich denke da manchmal an Gesellschaften, in denen zwitterartige Personen, welche körperlich im einen und geistig im anderen Geschlecht leb(t)en, völlig normal sind/waren. Vielleicht sollten wir einfach akzeptieren, dass manche Menschen "in-between" sind und sie einfach so akzeptieren, wie sie sind. Dass man geschlechtsangleichende Operationen zwar amachen kann, man ohne eine solche OP aber auch als Person des Wunschgeschlechts anerkannt werde (das können wir "Normalos" ja schon etwas an der Kleidung erkennen und die Leute dann entsprechend behandeln).
 
Wenn man diese traurigen Geschichten in den Videos sieht könnte man sich doch denken wie man in seinem Umfeld helfen kann, dass so etwas nicht passiert? Daher finde ich es gut, wenn Menschen auf Ihr Umfeld achten. Das sollte kein Faible sein, ich nenne das Mitmenschlichkeit anderen vor (vermeintlichen) Fehlern zu bewahren.
Vermeintlich. Genau.
Das ist das Schlüsselwort.
Glaubt ihr eigentlich im Ernst, Eltern wägen nicht ganz genau ab, informieren sich wo sie nur können, sprechen mit ihrem Kind, mit Lehrern, Psychologen, Psychiatern, Gutachtern, Endokrinologen, Chirurgen, vernetzen sich mit anderen Eltern und überlegen mit dem Kind zusammen ganz genau, wie sie ihm helfen können, wenn es sich als Trans* zu erkennen gibt?
Was das Kind wirklich braucht, um stimmig und vielleicht (hoffentlich) sogar glücklich zu werden?
Warum meint dann jeder Hans und Franz, der mal irgendwo irgendwas (negatives) zum Thema aufgeschnappt hat, es besser zu wissen?
Woher kommt diese Überheblichkeit?
 
Während sich also Frauen früher still und heimlich eine Wurst drannähen ließen, tun sie es nun voller Stolz und mit einer anderen Selbstverständlichkeit. Leider ist die Enttäuschung hinterher oft groß, wenn Männlein oder Weiblein feststellen muss, dass das neue Geschlechtsteil bloß ein fauler Kompromiss ist und mehr einer Attrappe gleicht. Die angenähte Pimmelwurst ist ein nettes Gimmick, Tragekomfort, Funktion und Optik kommen jedoch dem Original nicht sehr nahe.

Wurst drannähen
angenähte Pimmelwurst?

Geht's noch abwertender?
 
Ich habe es selbst erlebt, wie ein Mensch aufblüht wenn er sich mitgeteilt hat und verstanden wird, wenn er sich auf seinen Weg macht und begleitet wird, wenn endlich etwas geschieht, damit er der sein darf, als der er sich fühlt.
Natürlich bleiben Zweifel und Ängste.
Aber was sind meine Zweifel und Ängste gegen sein Leben und sein Glück?

Und Threads wie dieser hier und manche Antworten darauf machen mir Angst.
Angst um mein Kind.
Weil es immer noch viel zu viele intolerante Menschen gibt die ihre Intoleranz und Ablehnung als Sorge tarnen.
Ich habe wirklich Angst, dass mein Kind einem solchen Menschen begegnet.
 
Es gibt statistische Auffälligkeiten die den Schluss nahelegen, dass es einen nicht geringen Anteil an Personen gibt, die sich irrtümlich trans identifizieren, jedoch nicht trans sind und denen deshalb mit einer Transition nicht geholfen werden kann. Und die im Gegenteil stattdessen massiven dauerhaften Schaden davontragen, wenn sie dennoch eine Transition vornehmen.

Ich denke der Anteil wäre nicht so hoch, wenn das Thema nicht quasi omnipräsent wäre, obwohl es nur eine sehr kleine Minderheit betrifft.



Sie sagen, trans ist Mode?

Ich würde eher von einem Zeitgeistphänomen sprechen. Trans ist offensichtlich eine neuartige Identifikationsschablone, für die es einen gesellschaftlichen Empfangsraum gibt. Und das spricht in erster Linie eine vulnerable Gruppe von weiblichen Jugendlichen an. 85 Prozent der trans Identifizierten sind ja biologische Mädchen. Das ist ein internationales Phänomen. In Schweden stieg die Diagnosehäufigkeit bei 13- bis 17-jährigen Mädchen von 2008 bis 2018 um 1.500 Prozent.

 
Operationen machen sowie weniger als die Hälfte. Und im Verhältnis zu den durchgeführten Maßnahmen ist die Reue und die Detransition extremst gering, so um die 1-2 %.


Ich wette, Schönheitsoperationen, die den Körper ebenfalls dauerhaft verändern, werden öfter bereut.
 
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