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Gelöscht 126584
Gast
Vielleicht sollte man sich nicht den ganzen Tag von früh bis spät damit befassen, dass man eine narzisstische Mutter hatte. Zu ändern ist es eh nicht mehr. Es einmal in einer Therapie aufzuarbeiten, wäre wichtig. Danach sollte man aber auch damit abschließen.
Wer meint, das nicht zu können, sollte sich bewusst sein, dass die Zukunft dann genauso beschissen wird wie die Vergangenheit. Wir haben auch selbst Einfluss darauf, wie unser Leben in der Zukunft sein wird - egal, wie traurig unsere Vergangenheit war. Und wir tragen als Erwachsene auch die Verantwortung dafür, wie wir Kindheits- und Jugendtraumata bewältigen.
Macht eine geeignete Therapie und konzentriert euch ansonsten auf sinnvolle Lebensziele, die euch ablenken. Ich weiß, dass es schwierig ist, persönlichen Schmerz nicht immer wiederzukäuen. Mir fällt es auch schwer. Man sollte es aber im Interesse der eigenen psychischen Gesundheit zumindest ernsthaft anstreben. Zu fiesen, charakterlich defizitären Leuten im persönlichen Umfeld, die sowieso bei Problemen und Leiderfahrungen nicht für einen da sind, muss man konsequent auf Distanz gehen. Wenn man schon räumlich keine Distanz halten kann, dann zumindest emotional, das ist sowieso das Wichtigste. Dann ist man wenigstens nach ein paar Jahren psychisch damit durch, und die betreffenden Personen sind einem wirklich gleichgültig. Und manchmal bekommen diese Typen Jahre später doch noch die verdiente Strafe für ihr Verhalten. Gottes Mühlen mahlen langsam....
Es gibt auch noch Schlimmeres. Leute, die z.B. Krebs im Endstadium oder eine andere unheilbare tödliche Krankheit haben, wären froh, eine narzisstische Mutter gehabt zu haben, wenn sie dafür noch ein paar Jahre oder Jahrzehnte länger leben dürften.
Ich hab jahrelang Therapie gemacht und würde sagen, das, war sehr erfolgreich. Ich bin auf jedem Fall soweit gekommen, mein Leben genießen zu können und nicht der besch... Konditionierung meiner Eltern zu folgen.
Dennoch beschäftigt es mich nach wie vor. Erfolgreich therapiert sein heißt nicht "Schwamm drüber. Alles vorbei". Es heißt auch, verstehen zu können, was einem passiert ist. Nicht nur rational, sondern ganzheitlich. Dass es das psychische Problem der Eltern war, nicht die eigene Unzulänglichkeit, liebensunwertigkeit, das eigene Verhalten etc. Auch verstehen zu können: nicht alle Männer sind wie mein Vater.
Es wird immer Teil von einem bleiben. Der gesunde Umgang damit ist es, was man in einer erfolgreichen Therapie lernt.
Obendrein braucht so eine Therapie durchaus lange. Und in dieser Zeit, das ist teil der Therapie, befasst man sich noch einmal intensiver damit, was man erlebt hat.
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