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SVV, ein Problem?

Jester

Mitglied
Ich möchte hiermit erstmal jeden, der an SVV leidet darum bitten diesen Text nicht zu lesen. Will hiermit niemanden wieder in etwas reinreiten.

Ich hab 'ne selberzerstörerische Ader, hab mich ab und an selbstverletzt, des Häufigeren den Drang dazu, aber ich pers. sehe darin "kein Problem".
Mir ist bewusst, dass es eigentlich jeder Vernunft oder Logik widerspricht, aber es tut gut, auch wenn es das doch eigentlich nicht dürfte. Diese Handlungen sind vom Prinzip her doch wie Drogen, - die Kippe beruhigt, der Schnitt auch.

Jede Person mit der ich über die Thematik im Allgemeinen spreche reagiert ähnlich. Es sei doch verrückt so etwas zu tun, psychisch gestört, ein Hilfeschrei, krank, eine Sucht, nah am Suizid oder ein betteln um Aufmerksamkeit.
Klar, tut das kein Mensch der psychisch Gesund ist, aber mir fällt ist schwer nachzuvollziehen warum alle halbwegs in Panik ausbrechen, wenn es nur allgemein um dieses Thema geht. Ist es so unglaublich soetwas nur wegen dieses lebendigen und trotzdem beruhigenden Gefühls zu machen? Muss es denn immer gleich eine Sucht oder ein Schrei nach Aufmerksamkeit sein?

Ich frage mich einfach nur, ob ich in meinem Weltbild, vllt auch Selbstbild so daneben liege.

Beste Grüße Jester
 

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M

Monarose

Gast
Ich finde es einfach unglaublich bescheuert, sich mit irgendwelchen Gegenständen aufzuschlitzen und mit den späteren Narben rumzufuchteln. Mir ist es schnuppe, wenn es jemand macht, aber ich will es nicht unter die Nase gehalten bekommen.
Im nächsten Jahrzehnt wird eine andere Sau durchs Dorf getrieben - dann hauen sich die teens serienweise Vorschlaghämmer an den Kopf und fühlen sich schick.

Ich sehe kein Problem darin, solange mir niemand die Bude volltropft.
 
A

Aloha

Gast
Hallo Jester,

ich persönlich halte es schon für ein großes psych. Problem, sich die intakte Haut
auf zu ritzen, um große Anspannung loszuwerden.

Und ja, es ist für mich definitiv ein Schrei nach Aufmerksamkeit.

Greetz, Aloha
 

niewieder

Mitglied
ja, was soll man dazu sagen??? ich neige dazu dir follgendes zu sagen....es hinterlässt den eindruck als wenn es für dich, "die normalste sache der welt" ist. so wie andere frühstücken oder aufs klo gehen....und es macht dir ja sogar spässken. und du wunders dich, dass andere so ein krankes verhalten erschreckt????!!! weisst du, schnippel solange es dir so eine freude bereitet, aber verlange nicht von deinen mitmenschen absolution für dein handeln..... blute anderen nicht die hütten voll, und verlange nicht von ärzten und schwestern das sie dir die scheisse dann wieder zunähen. aber vieleicht kommt dir ja mal der gedanke, ey moment, ist doch scheisse was ich da mache.....begebe dich mal ganz fix in therapie, und das nur als rat so am rande........:confused::nerv:
 

Jester

Mitglied
Die Reaktionen hier, sind in jeder Hinsicht interessant, mir geht's hier um die klare Diskussion über eine solche Thematik und ich muss zugeben, dass ich den Anfangspost etwas provokativ verfasst habe. Verzeiht mir diese Entgleisung.

Um das einmal klarzustellen, ich bin mir jeglicher "Gestörtheit" bewusst und war längst nicht so fertig damit irgendwelche Krankehäuser zu "belästigen". Ich verlange weder "Absolution", noch Verständnis. Im Übrigen habe ich seit Kurzem einen guten Therapeuten und beschränke mich auf Ersatzhandlungen.

Selbstverletzung ist nicht nur das eine, Selbstverletzung ist gegen Wände schlagen, ist jegliches exessive, der Gesundheit schadenen Verhalten. Für viele Außenstehende scheint es nur das klischeehafte Ritzen zu sein.

Ist es zu verachten, wenn man auf diese Weise wieder zu etwas Ruhe und Ausgeglichenheit kommt? Ich würde nur zu gern wissen, wie man ohne SVV, ohne jegliche Ersatzhandlung zu diesem inneren Gleichgewicht kommt. Es ist möglich ohne, es ist normal, nur wie und was macht jemand der "normal" ist bzw. macht man dafür überhaupt irgendetwas?

Jester
 

aolieah

Mitglied
Ist es zu verachten, wenn man auf diese Weise wieder zu etwas Ruhe und Ausgeglichenheit kommt? Ich würde nur zu gern wissen, wie man ohne SVV, ohne jegliche Ersatzhandlung zu diesem inneren Gleichgewicht kommt. Es ist möglich ohne, es ist normal, nur wie und was macht jemand der "normal" ist bzw. macht man dafür überhaupt irgendetwas?

Jester
da gibt es viele Möglichkeiten, Sport, Meditation, Autogenes Training, Theraphie, Muskelentspannung nach Jaccobsen, Gespräche mit Freunden, Hobby......die Liste ist lang
 

WolfsSong

Aktives Mitglied
Ich finde auch, dass SVV ein Problem ist. (Was du bestimmt erwartet hast...)

Ich habe mich 2 Jahre lang regelmässig selbst verletzt. Und wie du auch schon schriebst: Mein Ziel war es mich zu zerstören, mich zu schädigen und mich zu bestrafen.

Das ganze ist zum Glück nun 4 Jahre her.

Achtung folgender Text könnte Triggern!!

Das Problem ist, dass sich SVV sehr oft steigert. Ich spreche aus Erfahrung...Zuerst möchtest du nur einen kleinen Schmerz spühren...aber dann möchtest du mehr...weil du dich an den Schmerz gewöhnst...möchte man den "besonderen" Schmerz haben...eben den, an dem man sich so nicht gewöhnt...der einem wach rüttelt...etc.

Und wenn man gleich dabei ist...könnte man ja noch tiefer schneiden...sich gleich das Licht ausknipsen...-> Ich finde das ist eine enorme Gradwanderung, die man als psychisch labiler Mensch so einfach nicht schafft.

Es ist einfach so, man ist Lebensmüde wenn man dies aktiv betreibt...Irgendetwas läuft schief, wenn man seinem Körper derart schädigen will...

Und nun...du weisst das du mit den Konsequenzen leben musst? Ich habe von dieser Zeit 46 Narben (zusammen an beiden Unterarmen) erhalten, die nie wieder weg gehen werden.
Ich trage es nun gelassen.
Aber das kann nicht jeder!

Eine Frage an den TE: Magst du dich so wie du bist? Bist du zufrieden mit dir?
Das glaube ich nicht.
Mit ausreichender Selbstwahrnehmung...und der Fähigkeit sich selbst anzunehmen wie man ist...hat man einfach weniger das Bedürfnis derartige Dinge zu vollführen...
 

Jester

Mitglied
Erstmal vielen Dank für eure Beiträge, sie helfen mir ein Stück weit in Richtung gesunderer Selbstreflexion.

Hey Wolfssong,
ich denke, dass ich einfach das verdammte Glück hatte meine Autoaggressionen, wie der Thera sagt, in 'exessivem Sport' abgebaut habe und nur im "Notfall" auf die klischeehafte Weise, so hat es sich nie dermaßen gesteigert.
Das gesundheitliche Risiko, wollte ich über Jahre nicht sehen.
Aber du hast schon recht, da ist der Wunsch nach mehr, wie bei jeder beschissenen Droge.

Das es wirklich die Konsequenzen meiner Selbstzerstörung sind, die ich tragen muss, ist mir erst seit Kurzem bewusst. Das Schneiden, hat für mich nie wirklich erhebliche Konsequenzen gehabt, die Narben sind unschön, doch okay. Allerdings haben mir die Überlastungsschäden zugesetzt, die Folgen daraus. Zu erkennen, dass ich daran selber Schuld bin - hat ewig gedauert.

Mag ich mich so, wie ich bin? Bin ich zufrieden?
Das ist schwer, gespalten und verdreht. Das was in meinem Kopf vorgeht, kann ich nicht leiden. Meine Abhängikeiten, in jeglicher Hinsicht, hasse ich. Das was ich gegenüber anderen darstelle, gegenüber Menschen die kein Ahnung von meinem Leben haben, kann ich wirklich gut leiden.

Beste Grüße, Jester.
 

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