Tja wie stehe ich zu Suizid, puh... ich sag mal so, ich dachte auch mal „warum nimmt sich ein Mensch das Leben“, ich konnte es nicht verstehen.
Dann sah ich schwer kranke Menschen in Kliniken und Pflegeheimen die sterben wollten, weil die Kraft zum Leben fehlte. Ich habe in die Augen der Menschen blicken dürfen und sah keine Hoffnung und auch keine Angst vorm sterben, eher Befreiung.
Ich sah meine Oma, meinen Vater, die sterben wollten, auch ihnen fehlte die Kraft. Und da begriff ich das es manchmal besser wäre, wenn der Mensch schon vor seiner Zeit gehen darf.
Bei dem Thema Sterbehilfe ist das so eine Sache, da fällt mir die Schweiz, wo es praktiziert wird, ein und ein Video „Tod nach Plan“. Als ich das Video sah, fragte ich mich, wann darf man Sterbehilfe befürworten.
Wann ist es ok und wer übernimmt die Verantwortung für „wann ist das Leben nicht mehr Lebenswert".
Ich habe mich auch gefragt was ich machen würde, wenn ich die Schmerzen nicht mehr aushalten würde, ich habe bis jetzt noch nicht die passende Antwort gefunden, ich muss erst in dieser Situation sein und dann kann ich entscheiden.
Und noch ein Gedanke von mir, wenn sich ein Mensch das Leben nehmen möchte und keinen Ausweg für sich sieht, sollte er es so machen, dass er keine anderen Menschen mit ins Unglück zieht, ich denke da beispielsweise an Lockführer.
Es ist immer traurig wenn ein Mensch durch Suizid aus dem Leben geht!
LG. HiT
Wer die Verantwortung übernimmt? Das muss jeder für sich selbst. Genauso wie ich sie für alles andere was ich tue selbst tragen muss. Und bis man (ganz) entmündigt wird dauert das schon recht lang, auch wenn man suizidal ist. Entmündigung kann auch (ich habe schon Suizidanten relativ direkt vor ihrem Tod erlebt) total falsch sein. Das aber auch den wenigsten in den Kopf will das Suizidalität nicht zwangsläufig einen Verlust von Ich-Bewusstsein und Verstand mit sich bringt.
Aktive Sterbehilfe schützt auch Lokführer, ja.
Übigends: Klar kann mein Leben immer noch schöner werden. Aber das ist eine Vermutung. Niemand kann das garantieren. Genauso gut kann ich einen Menschen zu vielen Jahren mehr Leid und Elend verdammen. Wer kann oder will das verantworten? Ich nicht. Wenn der Mensch auf natürlichem Weg unglücklich zu ende lebt ist es zu spät. Eine Frage die niemand beantworten kann, und somit eigentlich unrelevant. Wahrscheinlichkeit die der eigenen Meinung entspringt rechtfertigt nicht das ich über jemand bestimmen kann. Für den Suizidant bzw. aus seiner Sicht ist es genauso unwahrscheinlich das Besserung eintritt.
Ach ja, Definition Suizidant: Ein Mensch der sich über seine Lebensituation, seine Chancen und seine Gefühle klar bewusst ist und aus einem für ihn entsprechend gewichtigen Grund/Gründen abwägt und entscheidet das er sein Leben beenden möchte weil er sich so nichts vom Leben verspricht.
Wenn ich ihm verbiete sich das Leben zu nehmen weil aus meiner Sicht seine Chancen besser sind - so urteile ich meist unwissender (da ich nicht ihn ihn hineinsehen kann) und bestimme über ihn.
Niemand der es nicht will bringt sich um, ausser er hat Pech und tut es versehentlich beim antäuschen. Jemand der Lebensgefährlich ritzt aber nicht streben will wird sich gegen Hilfe nicht wehren, letzlich.
Der Tod gehört zum Leben, und man sollte akzeptieren das manche früher gehen wollen. Ob man Zurechnungsfähig ist usw. lässt sich sehr gut feststellen. Nur die Antwort gefällt bis heute nicht.
Ich denke auch das eine lockerung in dieser Sache mehr soziale Verantwortung mit sich bringt bzw. einfordert. Von Politik und Gesellschaft. Das gefällt einer Menge Leute nicht, weil man seine Mitmenschen nicht mehr so Bedenkenlos mit Füßen treten kann. Denn Sterbehilfe gibt dem Leben nicht weniger Wert sonder mehr.
Es velangt eine höhere Wertschätzung.
Wenn ich zum Beispiel von mir selbst sage das ich ein Monster bin und vllt schon aus diesen Gründen nicht leben sollte, egal wie sich mein Leben sonst gestaltet - so wird man mir zunächst wiedersprechen. Aber - was weiß ich über mich was ausser mir vielleicht niemals jemand wissen wird das ich zu so einer Aussage komme?
Das willst du nicht wissen.
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Ich habe auch schon ab und an schwer behinderte Menschen aus der Nähe erleben dürfen. Glücklich schien mir keiner von ihnen jemals wirklich zu sein, teilweise eher das Gegenteil. Je bewusster ein Mensch innerlich ist, unabhängig davon ob er sich wegen seiner Behinderung artikulieren kann, bzw. je stärker diese ggenläufig behindert, desto trauriger ist er.
Die wenigsten schwer Behinderten haben ein Umfeld das ihnen etwas Würde lässt und ihnen Freunde oder Glück bereitet. Sie werden wohl oder übel mitgeschleppt von wenig motiviertem Personal und vllt noch einer distanzierten Familie, weil ein Gesetz besagt das es so getan werden muss. Wo aber bleibt: "Die Würde des Menschen ist unantastbar?" Und anderes? Wer mit dem Herzen sieht, spürt oft mehr Leid als Gutes.
Wenn ich mir vorstelle das ich da drin stecke und ich bekomme mit was mit mir passiert - so wollte ich nicht leben. (Vor allem wenn man es nicht von Geburt an war und es vllt anders kennt.) Bin ich auch innerlich nicht mehr zur angemessen Wahrnehmung fähig so störe ich mich auch nicht am Tod.
Gehe ich davon aus das eine Freundereaktion rein Reizbedingt gesteuert ist - z.B. in anwesenheit bestimmter Menschen - so dürfte ich auch keinen Hund einschläfern. der mindesten genauso bewusst Freude empfindet wenn Herrchen oder Frauchen ihn wiedersieht.
An dieser Stelle stellt sich die Frage für mich nach Euthanasie. Auch wenn das Wort schwer belastet ist und ich jetzt vermutlich auch entsprechend angegriffen werde.
Interessant wäre auch ob mal untersucht wurde ob ein Behinderter Mensch (nicht körperlich, geistig meine ich, bzw. neurologisch) eigentlich in irgend einer Form die Frage beantworten kann ob er leben oder sterben will wenn man ihn danach fragt. Hm...
Grenzwertige Themen...