hmm ja ich versteh, wie du das meinst.. aber ist es auch oft so, dass suizidgefährdete nicht mehr "normal" denken können... manche wissen garnicht, welche Möglichkeiten es gibt, um ihnen zu helfen und bevor nicht wirklich jede kleinste, allerletzte Möglichkeit ausgeschöpft ist, würde ich nicht den Suizid wählen... umso wichtiger ist es, dass die Menschen die Augen offen halten und bemerken, wenn eine Person stark depressiv oder suizidgefährdet ist. Viele Selbstmorde passieren aus dem Affekt, dass eine depressive Person in eine Situation gerät, die sie vollkommen überfordert und dann wie ein gehetztes Tier nicht mehr nachdenken kann und sich ins Auto setzt und blind Gas gibt etc...
Na ja, die Frage was "normal" ist wird komischer Weise immer von denen beantwortet, die sich selbst für normal halten. Und schwups sind alle die einfach nur anders sind, gleich nicht mehr normal.
Sicher, da gebe ich dir Recht, denkt so mancher ( aber so viele sind es nun auch wieder nicht ) Suizidant ( heißt das so ? ) dass er keine Möglichkeit mehr hat, obwohl Hilfe einfach und effizient darstellbar wäre ( wir hatten es ja erst an anderer Stelle z.B. von alten Menschen die sterben möchten, nur weil sie sich nicht vorstellen können und es auch nicht wissen, wie es in einem Hospiz zugeht ). Würde man den Suizid "legalisieren" hätte man das Problem nicht, weil ja dann jeder, der einen "genehmigten" Suizid beantragen würde, zwangsläufig in die Beratungsstelle kommen müsste, die dann die Hilfe bieten kann.
Vorraussetzung hierfür bleibt aber, dass man/wir dann auch zwei Dinge beherzigen :
1. Ist Hilfe möglich, muss das Motto "geht nicht gibt's nicht" gelten. Dann kann Hilfe nicht an finanziellen, personellen oder sonstigen Mitteln scheitern.
2. Wir müssen lernen, dass schon alleine aus der Tatsache, das niemand jemals irgendetwas ungeschehen machen kann, in vielen ( ich sage überwiegende Mehrheit ) Fällen keine Hilfe möglich ist.
Zweitens würde ich deiner Auffassung widersprechen wollen, Suizide seien normaler Weise das Ergebnis einer Affekthandlung. Ich denke es ist eher umgekehrt. Ein paar wenige geschehen im Affekt ( das sind die einzigsten Fälle wo selbst ich meine, dass man vielleicht besser tut, den Suizid zu verhindern ) , den allermeisten Fällen geht aber meiner Meinung nach eine lange Phase des Leidens voraus, die durch einen, am bisher erlebten Leid oftmals vergleichsweise geringen Auslöser ( der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt ), im Suizid gipfelt.