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Hallo Talax,
schau mal hier: Suizid- Was denkt ihr darüber?. Hier findest du vielleicht was du suchst.
Äh - reden wir hier gerade über die "wunderbaren Vorteile" einer Querschnittslähmung?! O_O Ich hoffe nur, dass das kein Betroffener mitkriegt, denn ich werd ja schon wütend, wenn ich lesen "naja, aber du kannst aus dem Fenster gucken..." O_O Ja, als Äquivalent für Bewegungsfreiheit, normale Einbindung in den Straßenverkehr, schnell-mal-eben-zu-Penny-Brot-holen usw usf ist das natürlich ein echter Vorteil!!
Auch ich kann nur für mich sprechen und ich wäre erst mal sehr verzweifelt und würde mit dem Schicksal hadern. Und ich bin jemand, der eine positive Grundstimmung hat.
Es ist was anderes, zu sagen, dass man durch das Leid bestimmte Sachen schätzen gelernt hat und dass es daher auch zu einer positiven Entwicklung gereichte, aber "aus dem Fenster gucken..."?!
Wieso wird hier grad ein uU schweres Schicksal allgemein bagatellisiert, verharmlost und glorifiziert? Oder hab ich schon wieder zu früh die Krallen ausgefahren? 😀
Wo du das grad sagst und dieser "Es gibt immer eine Lösung"-Ton aufgekommen ist: In der obigen Radiosendung gabs einen Sterbehelfer (Spittler, wenn ich mich recht entsinne), der schilderte, was für Menschen zu ihm - er ist Gutachter für Sterbehilfevereine - kommen.
Die sind nicht einfach nur verzweifelt, die haben sich jahrelang Gedanken gemacht, das Für und Wider abgewogen - die sind abgeklärt. Und sie haben eine Entscheidung getroffen, die von dir, sunn, schon wieder nicht akzeptiert, sondern abgewertet wird: Du nennst es dumm.
Da gab es eine Frau, die hatte zum Zeitpunkt, wo der Mann sie traf, 50 Jahre Therapie hinter sich. 50 Jahre!! Ein halbes Jahrhundert! Fast doppelt so lang, wie ich lebe, hat diese Frau Therapie gemacht und ihr Schicksal nie verwinden können. Sie war vom Klavierlehrer missbraucht worden und der Vater hatte, nachdem das Kind sich der Familie anvertraut hatte, gesagt, dass sie weiter bei dem Mann Klavierunterricht machen muss. Natürlich wurde sie weiter missbraucht.
nee, man kann sich nur selbst helfen. die frau hätte da allein rauskommen müssen. aber bei der therapie hätte ich das vermutlich auch nicht geschafft.Und der Gutachter sagte einen ganz klugen Satz, nämlich, dass wir solchen Menschen nichts mehr anzubieten haben. Wir verstummen vor ihrem Schicksal, wir können ihnen nichts an Hilfe anbieten.
Ich vermisse in dieser Debatte Respekt vor einer selbstbestimmten Entscheidung eines anderen.
Klar zählen deine Argumente für dich, es sind ja deine Gedanken die für dich Geltung haben. Aber...
Was nützt einem die Macht des Geistes wenn man komplett bettlägerig und auf Pflege angewiesen ist? Das meinte ich übrigens mit "handlungsunfähig".
dann müssen sies lernen. dispositionen? kann man das essen? wers glaubt... der wird bestätigt. glaub ma!Dann vergiss nicht dass andere Menschen u. U. nicht so zu denken gelernt haben und andere Dispositionen haben.
Nach dem was du uns anvertraut hast ist es ganz sicher Scheiße, aber es gibt immer noch einen noch größeren Haufen.
in meinem weltbild liegen verzweiflung und dummheit gar nicht so weit voneinander entfernt. zumindest wenn man voraussetzt, dass kluges handeln lösungsorientiert denkt und verzweiflung somit im keim erstickt, bevor sie aufkommt. ich kenne verzweiflung, sollte sie mich erfassen, erwürg ich lieber sie als mich😀[/QUOTE]Es ist nicht zwangsläufig dumm, es ist Verzweiflung.
Ich bin so weit von dir gar nicht entfernt wie du denkst, aber ich wiederhole mich gerne noch mal: Man kann nicht von sich ausgehen und behaupten; ich finde so oder so immer einen Ausweg bzw. einen Halt (was man ja auch gar nicht wissen kann, man kann es nur glauben, denn wie gesagt, es geht leider oftmals noch tiefer in die Scheiße...) und andere müssten das auch können bzw. beherrschen. Menschen lassen sich nicht vergleichen.allem handeln geht das denken voraus. glaub es mir: eine zukunft existiert nie in der gegenwart, also ist es klüger, dass beste anzunehmen, weil man das passierende dementsprechend interpretiert. ich respektiere (ein gruß an joey-silver an dieser stelle) deine sichtweise, jedoch halte ich es für dumm, überhaupt etwas schlechtes anzunehmen. was soll das bringen? bauchschmerzen? aber kannst du ja so machen. is mir egal. für mich nicht, danke.
Es wird wohl nicht unbedingt jemand "just for Fun" sein Leben in den Müll werfen weil er gerade ein kleines Problemchen hat, dazu gehört wesentlich mehr und genau davon gehe ich auch aus.
ja, eine existentielle krise, ein problem, für das man keinen ausweg sieht, etwas, in das man sich verrannt hat.
wohlbemerkt sind diese dinge trotzdem zumeist psychischer natur, denn das wohlbekannte "dach über dem kopf" und "essen" ist in deutschland ja sicher.
wenn nicht psychischer natur:
beizeiten empfehle ich auch, dinge im voraus zu bedenken anstatt in dinge zu laufen, die einen später in den suizid treiben. vielleicht liegt er mir auch deshalb so fern, weil ich eventualitäten oder mögliche konsequenzen von handlungen mitbedenken kann. ein kind zu retten, nachdem es in den brunnen gefallen ist, ist natürlich schwerer.
aber das müssen leute selbser wissen. ist meines erachtens auch nicht so klug, nichmal im vorfeld zwei zentimeter nach vorn zu gucken, um zu schauen, ob man auch mit den negativsten konsequenzen der handlung leben könnte (schulden, beziehung etc). soll ich respekt vor allen leuten haben, die ihr gehirn nicht anschalten? das finde ich von anderen sehr egoistisch (ebenso wie ich depressive (ja, steinigt mich😀) sehr egoistisch finde). schließlich bemühe ich mich, anderen nicht immer emotional "auf der tasche zu liegen" und verantwortung für mein handeln zu übernehmen. sonst kann ich auch wieder in den kindergarten gehen.
hier werd ich jetzt wahrscheinlich viele kommentare des stils, ich sei "arrogant" etc hören. naja, mal schauen. bin gespannt.
Hm, guter Hinweis. Ich war gedanklich mehr bei denen, die gerade in diesen Zustand gekommen sind - und denen sowas zu sagen, empfinde ich als Hohn. Ich würde versuchen, dich mit dem Rollstuhl zu überfahren... xD damit hätte ich dann ein neues Lebensziel... 😀 Nach einer Querschnittslähmung haben die Leute massiv erhöhte Suizidraten - wenn sie die ersten kritischen sechs Monate überstanden haben, haben sie eine Chance. Ich befand mich gedanklich in den ersten sechs Monaten. Und ich guck sie nicht mitleidig an. Ich stell mir eher vor, wie es mir ginge.nee, is voll schlimm und besser sollten diese leute jammern, sich umbringen oder leiden. mein gott, fänd ich das anstrengend wenn mich andere leute aus zivilcourage so mitleidig angucken würden, wie du es hier verbal mit ihnen machst. "mitleid" kann auch eine unverschämtheit sein.
*einfahr*du hast zu früh die krallen ausgefahren😀
Wieso, wer ist hier schwermütig? Hat ja keiner ausgeschlossen, dass man auch mit so nem Schicksal klarkommt, aber das so zu glorifizieren kommt mir schräg vor... ich brauche diesen Umweg - nicht über Verzweiflung, sondern über emotionale Einstellung, also quasi ne gefühlsmäßige Feinjustierung. Warum soll man nicht mal traurig sein über den Verlust von Lebensplänen, Körperteilen oder Menschen?jetzt mal im ernst. immer dieser schwermut hier. lacht mal ne runde, leute. am ende krepiern wir alle😀 egal, ob als schwarzer, weißer, doktor oder sonstwas. mir ist zumindest scheißegal, was mir passiert. ich finde einen weg. kannst du ja anders machen, joey-silver und erst verzweifeln und dann einen weg finden. ich spare den umweg.
Du hast übrigens nicht auf meinen letzten Post geantwortet, wo ich die These aufwarf, dass du charakterlich von vornherein was hast, was andere nicht haben und dass das dein Glück ist.ich schreib ja nur, was ich finde. wo ist das problem? die leute, die suizid begehen oder du oder der liebe gott können das ja anders sehen. ich find es dumm. man hat nur ein leben, bevor ichs beende geh ich lieber auf weltreise oder sowas.
Hm, ok, ich muss vielleicht den Hintergrund erklären, was ich zur Zeit im Kopf habe. Ich hab jetzt gerade die Leute im Kopf, die sterbenskrank sind, die ne Lebenserwartung von wenigen Wochen haben und die vor Schmerzen wahnsinnig werden. Ich kann dabei nicht verstehen, warum die Gesellschaft sie zum Leben zwingen will und ihnen dann noch was vorsülzt von wegen "Schmerzen bilden den Charakter", "man muss auch Schmerzen aushalten können" und "es findet sich immer noch was Schönes" (??) - alles schon gelesen, meist von Glaubensvertretern.hä? andere entscheiden sich selbst für das, was sie denken und tun. natürlich lass ich ihnen das. das kann ich finden wie ich will, so wie ich auch kein problem damit hab, wenn du es banane findest, was ich denke oder mache. jeder ist seines glückes schmied, auch unter schwierigen umständen (was auch immer das sein mag, in meinem denken gibt es nur mangelnde lösungen oder falsche bewertungen). wenn andere sich das leben nehmen wollen ist mir das scheißegal. das meine ich neutral. ich fühl mich da nicht verantwortlich. ist ja deren entscheidung. blos kann ich das nicht verstehen...
Nein. Vor gar nicht allzulanger Zeit hätte ich das auch - wahrscheinlich mit der gleichen Vehemenz - behauptet (Mann, gleich bring ich noch den Satz: Jaja, komm du mal in mein Alter, dann wirst du sehen... xD).wohlbemerkt sind diese dinge trotzdem zumeist psychischer natur, denn das wohlbekannte "dach über dem kopf" und "essen" ist in deutschland ja sicher.
Du bist wieder bei "Weil ich das kann (was dein absolutes Glück ist), müssen andere das auch tun".schließlich bemühe ich mich, anderen nicht immer emotional "auf der tasche zu liegen" und verantwortung für mein handeln zu übernehmen. sonst kann ich auch wieder in den kindergarten gehen.
Nee, als arrogant erlebe ich dich nicht. Eher als - nicht böse gemeint - vom Schicksal hart sich selbst und anderen gegenüber geworden, mit wenig Verständnis für Leute, die etwas nicht können.hier werd ich jetzt wahrscheinlich viele kommentare des stils, ich sei "arrogant" etc hören. naja, mal schauen. bin gespannt.
Nee, als arrogant erlebe ich dich nicht. Eher als - nicht böse gemeint - vom Schicksal hart sich selbst und anderen gegenüber geworden, mit wenig Verständnis für Leute, die etwas nicht können.
Du schmeißt - bildlich gesprochen - Leute, die ohne Arme geboren worden sind, ins Schwimmerbecken und schreist ihnen zu: "Weil ich das kann, musst du das auch können! Los, schwimm!! Mach schon!"
grade wenn man nicht mehr möchte.
ich verstehe nicht, wie man nicht mehr möchten will. that's the jumping point. aufgeben ist feige.
Ja, das kann ich sehr gut nachvollziehen. Verstehe ich das richtig, dass du befürchtest, dass diese Gefühle von früher dich übermannen würden, wenn du sie noch einmal fühlst?joey-silver, das, was du hier schreibst, stimmt. alles, was ich auf deine postings antworten würde, würde in die richtung gehen. ich sehe es so: ich kann das nicht, weil ich anders bin oder meine persönlichkeit so ist, sondern weil ich gelernt habe, dass die momente, in denen man unten ist, einem dabei helfen, aufzustehen, weil man keine andere wahl mehr hat. ich gebe dir recht, ich habe an der stelle mit anderen kein verständnis, weil es mich depressiv machen würde, mich mit dem gedanken zu identifizieren, dass es punkte im leben gibt, an denen es nicht weitergeht. in meinem leben existiert das -gewählt- nicht.
Das würde ich weiter bestreiten. Es gibt Menschen, die haben dieses Vermögen nicht. So, wie einige ohne bestimmte Organe zur Welt kommen. Das fehlt denen einfach. (Ich hab auch Jahre gebraucht, um den Gedanken begreifen zu können...) Will dich auch nicht überzeugen, will das bloß als Gedanken anregen.es hat auch nichts mit "charakterstruktur" zu tun, sondern das entscheidet ein jeder selbst, wie er/sie zu seinem/ihren leben stehen möchte. das hat was mit den gedanken tu tun, die man zulassen möchte.
Meine Hochachtung 🙂 Ehrlich gemeint.ich bin jetzt nicht auf die details eingegangen deines posts- wie gesagt- aber ich verbleibe so, da ich meine sichtweise -zugunsten meiner lebensfreude- nicht ändern will. existentielle krisen sind psychisch anstrengend, ich kenne auch panikattacken, angst, finanzielle not, obdachlosigkeit. ich hab die ganze palette durch. ich hab immer einen weg gefunden, nicht, weil ich so toll bin, sondern einfach aus dem grunde, weil ich daran geglaubt hab.
Aaaach Sunn, jetzt holst du den nächsten Bewertungsbegriff raus xD Mann! "Dumm", "feige",... wie war das mit Respekt?! 😉ich verstehe nicht, wie man nicht mehr möchten will. that's the jumping point. aufgeben ist feige.
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