AW: Studieren ist S****!!
Hallo,
bin mir nicht ganz sicher, ob Du provozieren oder diskutieren möchtest, aber zu einigen Punkten schreibe ich doch noch kurz meine Meinung.
(1)- Dann könnte man auch sagen, dass zur Schulbildung und Zur-Schule-gehen das auch bedeuten würde.
Abitur ist eine "Reifeprüfung", aber etwas, wovon man "innerlich" reifen könnte haben "wir" nicht von den Lehreren vermittelt bekommen
Kann es sein, dass Du so auf Konfrontationskurs bist, dass Du das nicht erkennen kannst oder willst? Über das Schulsystem lässt sich streiten. Zu große Klassen, zweifelhaftes Benotungssystem, keine Betreuung des Einzelnen ...
Aber eine schwarz-weiß-Malerei mit der Aussage "alles ist schlecht" ist meiner Auffassung nach unangebracht.
Ich stell mir auch vor, dass sich so mancher bei der Kritik auf den Schlips getreten fühlen würde, der selber an einer Uni doziert... ;-)
Nun, ich bin nicht betroffen von Deiner Kritik, denke aber nicht, dass sich jemand auf den Schlips getreten fühlt. Dazu ist Deine Kritik meiner Ansicht nach einfach zu unsachlich vorgetragen. Willst Du jemandem auf den Schlips treten? Warum? Um Dich zu profilieren? Oder willst Du etwas ändern? Wer hindert Dich daran, Dich für Deine Kritik einzusetzen? Vielleicht sind alle anderen Studenten auch Deiner Meinung?
(2) Ich frage mich ernsthaft, wie der Charakter an der Uni, wo man nur Bücher abliest, Vorträge anhört und Inhalte zusammenfasst und referiert von sowas bitte "reifen" soll. Das ist doch wirklich sehr weit hergeholt.
Ich hoffe sehr für Dich selbst, dass Du diese Auffassung während Deines Studiums noch selbst widerlegst, weil Du sonst vieles im Studium verpasst, was Du nicht wirst nachholen können. Natürlich sieht das System am Ende eine Leistungsüberprüfung vor, für das Du Wissen benötigst, welches Du dir auf der von Dir beschriebenen Art und Weise aneignen kannst. Das ist dann das Minimum, die untere Messlatte. Wenn Dir das reicht, ok.
Eigene Gedankengänge sind nur sehr begrenzt erlaubt. Du kriegst Wissen vorgeknallt und dann heißt es meist, "so ist das!". Wirklich lebendige Diskussionen, die eine Vielzahl von Perspektiven aufgreifen, gibt es wirklich selten. Interdiziplinarität schon gar nicht, da wird dann immer auf die anderen Fächer verwissen und dass man zu deren Argumenten zu einem Thema ja voll nix sagen kann, weil das eben andere Fächer sind.
Es mag Professoren geben, die keine Diskussion aufkommen lassen. Was hindert Dich, mit anderen Studenten zu diskutieren? Wenn Unklarheiten bestehen kann man einem Professor auch eine E-Mail schreiben, einfach verschiedene Medien und Plattformen nutzen ...
Interdiziplinarität wird von Hochschule zu Hochschule bestimmt mehr oder weniger intensiv betrieben. Vielleicht machst Du in einem zweiten Schritt nach all Deinen bestimmt z.T. berechtigten Anklagen Verbesserungsvorschläge, lässt Dich in den AStA wählen und setzt Dich für Deine Ideen ein?
Meistens tun sich einige Leute durch Beteiligung hervor, um ihr Streberego zu profilieren.
Denkst Du ernsthaft so? Das würde dann doch Zweifel in mir wecken ... bin mir nur noch nicht sicher, woran ich dann zu zweifeln beginne... Aus Deinem eigenen Desinteresse zu folgern, das andere genauso desinteressiert sind und sich nur beteiligen, um sich zu profilieren ...
Wie soll man was erlernen, was man gar nich unebdingt braucht um sein Studium gebacken zu kriegen.
Dazu wurde in den Beiträgen zuvor schon viel geschrieben...
Gerangel um Forschungsgelder, Profs die um Veröffentlichungen in etablierten Zeitschriften ringen. Alles Ego-Getue.
Stimmt, das gibt es auch und über die Vermischung von Lehre und Wirtschaft und über die Motiviation von Professoren lässt sich sicher streiten. Aber daraus in eine solche Ablehnungshaltung zu gehen und jeden anderen Blickwinkel zu ignorieren oder zu verweigern ist meiner Auffassung nach schade. Für Dich.
Übrigens: Meiner Erfahrung nach reicht es im Beruf nicht aus, ein Buch gelesen zu haben. Schon daher würde ich Dir empfehlen, Deine Einstellung gegenüber dem Studium zu überprüfen. Mir geht es nicht darum, alles schön zu reden. Ganz bestimmt kann man vieles verbessern. Aber es ist meiner Ansicht nach eben auch nicht so schlecht, wie Du es beschreibst und jeder kann etwas daraus machen, wenn er will. Und verändern kann man auch etwas...
Falls die Uni, an der Du bist nicht Deine Erwartungen erfüllt, kannst Du ja auch über einen Wechsel nachdenken....
Alles Gute!