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Streit mit dem Sohn - so machtlos

Die Frage ist schlicht und ergreifend: Er droht mir den Kontakt abzubrechen, und ich wollte wissen, wie ich verhindern kann, dass die Tür völlig zugeht. Und da kamen hier in diesem Thread gute Tipps, die ich beherzigen werden.
Schön, dass du hier schon hilfreiche Tpps bekommen hast. Ich hoffe, sie bringen dich ein Stück weiter.
Hast Du ihm mal wirklich und ehrlich mitgeteilt wie es dir mit der Situation geht? Pupertirende Jugendliche leben in ihrer eigenen Welt und können nicht nachvollziehen, dass die Eltern sich Sorgen und Gedanken machen.
Rede wirlich mal ganz offen und ehrlich mit ihm. Teile ihm mit was in DIR vorgeht. Bitte ihn darum dir zu sagen was in IHM vorgeht.
 
Kinder und Jugendliche sind Egoisten, die in ihrer eigenen Welt leben.

Dass der Junge das gute Verhältnis zu seiner Mutter und auch die Mutter als selbstverständlich, normal und gottgegeben ansieht ist einfach so. Ohne, viel dazu tun zu müssen. Die Mutter ist da, liebt einen, hält zu einem und das wird sich nicht ändern - das ist glaube ich, die Sicht der Kinder/Jugendlichen. Die Mutter als unverwundbare, fixe Konstante.

Der Vater ist ein Wackelkanditat. Für den muss man etwas tun, der geht sonst wieder.

Auf der einen Seite ist dieses blinde Vertrauen und Selbstverständnis ja gut so. Auf der anderen Seite ist dein Sohn kein Kind mehr.

Wenn der Junge Kontakt haben möchte, dann sollte er den bekommen. Wenn er keinen Kontakt möchte, dann eben (zur Zeit) nicht. Auf Drängen und zu viel Nachfragen reagieren Teenager allergisch. Auf Desinteresse aber ebenso - Herrgott, ein schwieriges Thema ...
 
@Mond-Wind Danke für Deinen Input.

Tatsächlich habe ich jetzt seit vier Wochen keinen Kontakt mehr zu meinem Sohn. Er hat mit seinem Vater seine letzten Möbel hier abgeholt und demonstrativ seinen Haustürschlüssel auf dem Tisch liegen lassen - das hier ist jetzt nicht mehr sein zuhause. Garniert wurde das mit einer sehr, sehr bösen Nachricht an mich. Er musste verbrannte Erde hinterlassen - vermutlich, damit er für sich selbst den Rückweg verbaut ( so hat es die Dame vom Jugendamt ausgedrückt - siehe unten ).

Ich glaube, es geht ihm nicht gut damit.

Ich hatte vor drei Monaten in seinem Zimmer eine Notiz von ihm gefunden ( so drapiert, dass ich ihn beim putzen finden musste ) in der er schreibt, dass es ihn zerreißt, sich entscheiden zu müssen, ob er seine "geliebte Mutter" oder seinen "geliebten Vater" verlieren muss. Sein Vater hatte damals wohl Druck gemacht, dass er sich entscheiden muss, wo er wohnen möchte.

Geschrieben hat er das wohl noch vor seinem Auszug, weil er schreibt "soll ein 15jähriger so eine Entscheidung treffen müssen?" und er ist ein paar Tage nach seinem 16. Geburtstag zu seinem Vater gezogen.

Ich hatte ihn damals darauf angesprochen und ihm gesagt, dass er mich niemals verlieren wird - egal, wo er wohnt. Egal, was er sagt oder tut. IEr hat mich einfach nur wortlos umarmt, als ich ihm das gesagt habe.

Ich gehe davon aus, er musste sich jetzt aber entscheiden - und die Entscheidung ist für seinen Vater gefallen, weil er den einfach in seinem Leben viel zu selten hatte.

Ich hatte vor zwei Wochen ein Gespräch mit dem zuständigen Jugendamt und dort hat man vorgeschlagen, meinen Sohn zumindest mal zu einem Gespräch einzuladen um zu sehen, ob es ihm wirklich gut geht. Ich weiß nicht, ob er die Einladung bekommt wenn sie an die Adresse seines Vaters geschickt wird, und er muss diese Einladung auch nicht annehmen - es ist nur ein Gesprächsangebot. Und selbst wenn er es annimmt wird und darf das Jugendamt mir keine Details aus dem Gespräch mitteilen. Aber für mich ist es wichtig, hier nochmal ein Signal an ihn zu senden: "Du bist mir nicht egal. Auch, wenn Du mich gerade mit aller Macht von Dir wegstößt."

Vier Wochen habe ich beinahe täglich geweint weil ich es so schlimm finde, so völlig aus dem Leben meines Sohnes ausgeschlossen zu sein. Seit drei Tagen wird es langsam besser. Ich weiß, dass ich nichts getan habe, was meinem Sohn erlaubt, mich so zu behandeln wie er es gerade tut. Und ich weiß, dass er das nicht aus sich heraus tut.

Was mich verletzt ist, dass er im Moment lieber den Wahrheiten seines Vaters glaubt als seinen eigenen Erinnerungen zu vertrauen. So hat er zum Beispiel zu seiner Oma gesagt: "Ihr habt mir immer erzählt, der Papa wollte mich nicht - das war eine Lüge". Dabei habe ich ihn oft genug getröstet, wenn sein Vater wieder mal nicht auf seine Nachrichten oder Einladungen zu seinem Geburtstag reagiert hat - ihm immer wieder versichert, dass sein Papa ihn lieb hat, auch wenn er das nicht immer so zeigen kann.
Aber er will das gerade glauben. Er will seinen Papa lieb haben können - und das geht im Moment nur, wenn er mich hasst.

Auch wenn es mir sehr, sehr schwer fällt: Ich lerne gerade, das zu akzeptieren und hoffe, dass er irgendwann wieder den Weg zu mir findet.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Mond-Wind Danke für Deinen Input.

Tatsächlich habe ich jetzt seit vier Wochen keinen Kontakt mehr zu meinem Sohn. Er hat mit seinem Vater seine letzten Möbel hier abgeholt und demonstrativ seinen Haustürschlüssel auf dem Tisch liegen lassen - das hier ist jetzt nicht mehr sein zuhause. Garniert wurde das mit einer sehr, sehr bösen Nachricht an mich. Er musste verbrannte Erde hinterlassen - vermutlich, damit er für sich selbst den Rückweg verbaut ( so hat es die Dame vom Jugendamt ausgedrückt - siehe unten ).

Ich glaube, es geht ihm nicht gut damit.

Ich hatte vor drei Monaten in seinem Zimmer eine Notiz von ihm gefunden ( so drapiert, dass ich ihn beim putzen finden musste ) in der er schreibt, dass es ihn zerreißt, sich entscheiden zu müssen, ob er seine "geliebte Mutter" oder seinen "geliebten Vater" verlieren muss. Sein Vater hatte damals wohl Druck gemacht, dass er sich entscheiden muss, wo er wohnen möchte.

Geschrieben hat er das wohl noch vor seinem Auszug, weil er schreibt "soll ein 15jähriger so eine Entscheidung treffen müssen?" und er ist ein paar Tage nach seinem 16. Geburtstag zu seinem Vater gezogen.

Ich hatte ihn damals darauf angesprochen und ihm gesagt, dass er mich niemals verlieren wird - egal, wo er wohnt. Egal, was er sagt oder tut. IEr hat mich einfach nur wortlos umarmt, als ich ihm das gesagt habe.

Ich gehe davon aus, er musste sich jetzt aber entscheiden - und die Entscheidung ist für seinen Vater gefallen, weil er den einfach in seinem Leben viel zu selten hatte.

Ich hatte vor zwei Wochen ein Gespräch mit dem zuständigen Jugendamt und dort hat man vorgeschlagen, meinen Sohn zumindest mal zu einem Gespräch einzuladen um zu sehen, ob es ihm wirklich gut geht. Ich weiß nicht, ob er die Einladung bekommt wenn sie an die Adresse seines Vaters geschickt wird, und er muss diese Einladung auch nicht annehmen - es ist nur ein Gesprächsangebot. Und selbst wenn er es annimmt wird und darf das Jugendamt mir keine Details aus dem Gespräch mitteilen. Aber für mich ist es wichtig, hier nochmal ein Signal an ihn zu senden: "Du bist mir nicht egal. Auch, wenn Du mich gerade mit aller Macht von Dir wegstößt."

Vier Wochen habe ich beinahe täglich geweint weil ich es so schlimm finde, so völlig aus dem Leben meines Sohnes ausgeschlossen zu sein. Seit drei Tagen wird es langsam besser. Ich weiß, dass ich nichts getan habe, was meinem Sohn erlaubt, mich so zu behandeln wie er es gerade tut. Und ich weiß, dass er das nicht aus sich heraus tut.

Was mich verletzt ist, dass er im Moment lieber den Wahrheiten seines Vaters glaubt als seinen eigenen Erinnerungen zu vertrauen. So hat er zum Beispiel zu seiner Oma gesagt: "Ihr habt mir immer erzählt, der Papa wollte mich nicht - das war eine Lüge". Dabei habe ich ihn oft genug getröstet, wenn sein Vater wieder mal nicht auf seine Nachrichten oder Einladungen zu seinem Geburtstag reagiert hat - ihm immer wieder versichert, dass sein Papa ihn lieb hat, auch wenn er das nicht immer so zeigen kann.
Aber er will das gerade glauben. Er will seinen Papa lieb haben können - und das geht im Moment nur, wenn er mich hasst.

Auch wenn es mir sehr, sehr schwer fällt: Ich lerne gerade, das zu akzeptieren und hoffe, dass er irgendwann wieder den Weg zu mir findet.
Tut mir leid das so zu sagen aber du solltest froh sein ihn los zu sein. Dein Sohn ist richtig undankbar.
Ich an deiner Stelle würde ihm auch kein Geld oder Unterhal mehr schicken. Du warst all die Jahre für ihn da sein Vater nicht. Also muss er auch die Konsequenzen tragen.
 
....
Ich an deiner Stelle würde ihm auch kein Geld oder Unterhal mehr schicken. Du warst all die Jahre für ihn da sein Vater nicht. Also muss er auch die Konsequenzen tragen.

Das würde ich auch nicht mehr tun.

Aber nicht, weil der Sohn "undankbar" ist, sondern weil sein Vater jetzt die volle Verantwortung hat. Dh. er hat auch die Verantwortung für die Finanzen, die den Jungen betreffen.

Wenn dem Vater allerdings Alimente/Kindergeld oder so zustehen, dann muss das von einer offiziellen Stelle berechnet werden.
 
Das würde ich auch nicht mehr tun.

Aber nicht, weil der Sohn "undankbar" ist, sondern weil sein Vater jetzt die volle Verantwortung hat. Dh. er hat auch die Verantwortung für die Finanzen, die den Jungen betreffen.

Wenn dem Vater allerdings Alimente/Kindergeld oder so zustehen, dann muss das von einer offiziellen Stelle berechnet werden.
Mir wäre die offiziellen Stellen so egal. Wer sowas macht verdient es nicht unterstützt zu werden.
 
Ja, da verstehe ich dich schon. Allerdings ist das wiederum dem Amt egal.

Ich würde meine verletzten Gefühle auch nicht ganz so auf den Sohn projizieren. Der steckt wahrscheinlich in einer gewaltigen Zwickmühle. Er hat ja sogar selber gesagt, er sitzt zwischen Mutter und Vater.

Ich möchte nicht in der Haut des Jungen stecken. Der bekommt schon mit, was er seiner Mutter zumutet und "antut". Aber die Sehnsucht nach einem Vater wird so groß sein, dass er mitmacht. Und sich mitmachen traut, weil er im Inneren weiß, er wird seine Mutter nicht verlieren.

Teenager können mitunter eine extrem harte Schale mit butterweichen Kern haben. Dieser Kern kommt aber erst später wieder zum Vorschein.

Das gute Verhältnis, das zwischen Sohn und Mutter besteht, ist zur Zeit auf Eis gelegt. Aber nicht verschwunden. Das wird irgendwann wieder aufgetaut.
 
Liebe Ana,
halte die Ohren steif. Vielleicht ist nicht immer alles bei euch gut gelaufen während seiner Teenie-Zeit, aber für mich klingt das so, als hättest du als Mutter dein Bestes gegeben und das ist das A und O. Spätestens wenn dein Sohn reifer wird, sollte er das auch so sehen. Er sollte sehen, dass kein Elternteil perfekt sein kann und dass man sich nicht nur für ein Elternteil entscheiden muss.
Beim Lesen deiner Posts leide ich regelrecht mit.
In einem Forum wie diesem hier gehört es dazu, nicht immer nur Zuspruch zu bekommen. Auch wenn andere hier vielleicht anders handeln würden als du oder glauben, die Situation besser hätten meistern können, solltest du bleiben wie du bist.
Ich wünsche dir, dass sich die Situation für dich schnell wieder zum Guten ändert und deinem Sohn wünsche ich, dass er heile aus seinem (scheinbar vorhandenen) inneren Konflikt herauskommt und daraus viel für's Leben lernt.
 

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