Hallo liebe User,
nach langer Zeit und sehr viel trauer, in uns kehrend, Wut und Verzweiflug die in einem aufkommt möchte ich hier mal wieder schreiben.
Es ist für mich eine Art nähe, die mir meine Tochter hier hinterlassen hat.
So schwer und schmerzhaft das auch ist, hier immer wieder zu lesen, so gut tut es auch zu gleich.
Und immer wieder neue Menschen die hier schreiben, die mit uns trauern und uns Kraft schenken.
Ich danke euch dafür.
Ostern,
Ostern war sehr schlimm für uns, zu viele Erinnerungen, zu schmerzhaft.
Wir sind geflüchtet, Hals über Kopf, in den Flieger hauptsache nicht zu Hause sein.
In London konnten wir dann durchatmen, zwar auch nur für kurze Zeit aber es ging.
Kaum ist man wieder zu Hause, erdrückt einen alles, die Trauer die man beiseite geschoben hat, ist wieder da, und sie tut so unendlich weh.
Diese Hilflosigkeit, dieses nichts tun zu können, um etwas an der Situation zu ändern, nicht die Zeit zurück drehen zu können, sie frisst einen auf.
So oft, schon beinahe zu oft sagen wir das lieber wir als unsere geliebte Lisa hätten gehen sollen.
Immer wieder bekommen wir Briefe von Klassenkameraden/in , Freundin und Mitfühlenden Menschen die Lisa näher kannten, denen Lisa auch sehr fehlt.
Wir sammeln diese Briefe , und Samstags versammeln wir uns dann in Lisa´s Zimmer, und lesen uns die Briefe, Gedichte vor.
Manchmal sind Gutscheine oder Geld drin die wir dann aufheben und regelmäßig Blumen auf Lisa´s Grab nieder legen.
Wir haben es aufgegeben darum zu bitten keine Geldbeträge mehr bei zu legen. ( es war uns unangenehm)
Meine Frau, hat mal gute und mal schlechte Tage, in den guten Tagen, steht sie auf, isst regelmäßig, duscht sich, gestern war sie sogar bereit einen Termin beim Friseur zu machen.
und heute,
heute liegt sie wieder im Bett, aufstehen will sie nicht.
Frühstück ist noch unangerührt und reden tut sie auch nicht.
Aber weinen.
Manchmal weine ich mit ihr, manchmal nehme ich sie in den Arm, drücke sie an mich, und sage ihr das Lisa immer bei uns sein wird, ich versuche sie zu beruhigen, das trösten habe ich aufgegeben, das kann und will ich nicht.
Ich möchte ihr ihre Trauer lassen, doch befürchte ich das sie immer weiter in eine tiefe Depression, trauer und Lustlosigkeit abrutscht.
Ich habe Angst das durch den tiefen verlust unsere Familie zerbricht.
Ich denke das Lisa das nicht gewollt hat, aber ich weiß auch nicht wie ich das wieder richten soll.
Ich danke euch fürs zuhören bzw lesen
gruß Helmut