Sozialverhalten und Umgang mit gleichalten Kindern. Sowie Regeln und die Charakteristik des Wortes "teilen". Ein verwöhntes Einzelkind zu Hause lernt nicht Spielsachen und Zeiten von Aufmerksamkeit mit anderen zu teilen.
Des weiteren sind Eltern die letzten, die Auffälligkeiten und diverse andere Entwicklungsstörungen an ihren Kindern wahrnehmen. Dazu benötigt es häufig geschultes Fachpersonal, Erfahrung und den notwendigen neutralen Blick auf Tatsachen.
Umgang mit anderen Kindern kann man problemlos zu Hause bieten, auch fast täglich, ebenso das Training von Sozialverhalten. Regeln sind m. E. ebenso eine Selbstverständlichkeit, dazu gehört auch die nötige Konsequenz.
Teilen lernen kann auch jedes Einzelkind.
Ich bin ja nun kein Alien, habe das aber hinbekommen. Bei uns tummelten sich bis zu 10 Kinder, das war meine Grenze, Gruppenausflüge mit der Hälfte.
Z. B. den Ursprung und die Produktion unserer Lebensmittel erforschen: Tiere auf Bauernhof, Getreidefelder-Wanderung. Sehen, fühlen, lernen.
Körner in Mühle mahlen, selbst Mehl herstellen.
Daraus Kuchen backen, in Wartezeit Freispiel, gemeinsam Kuchen essen. Ähnlich mit Fleisch, Fisch.
Sehen und Farnenlehre, Geruch- und Geschmack, Motorik und Feinmotorik, Fühlen, Hören und Musik, es gibt Themenkreise ohne Ende.
Und raus zum Toben, Balancieren, Klettern. Das gibt Körperbewusstsein.
Wunderbar kombinierbar mit stundenweiser Arbeit von zu Hause aus, allerdings nicht in den ersten Jahren (wäre mir zu stressig gewesen).
Die Freiheiten, diese Möglichkeiten, die ich daheim bieten konnte, kann eine Kita nicht ermöglichen, schon gar nicht täglich.
Ja, in einer kleinen Wohnung ist man begrenzter, viele Kinder sind da schwieriger unterzubekommen. Nicht jeder geht auch so engagiert an diesen Job, denn so sollte man das sehen. Als Job. Und darin sein Bestes geben.
Auffälligkeiten, Entwicklungsstörungen zu Erkennen funktioniert ebenso, wenn man Beobachtungsgabe und Verstand einsetzt sowie sich grundlegende Infos aneignet.
Bleibt man zu Hause, ist auch das der Job!
Und: ich halte unsere Gesellschaft überwiegend für nicht so verblödet, dass sie nicht befähigt wäre dies zu lernen! Man muss die Messlatte auch nicht so hoch legen wie ich das bei mir tue.
Unsicheren Persönlichkeiten würden entsprechende Kurse und notfalls begleitende Beratung das nötige Rüstzeug geben.
Dass man da nicht alle mitnehmen kann, versteht sich von selbst, das wird immer so sein. Für diese Fälle, und nur für diese, wäre verpflichtende Fremdbetreuung besser.
Allen anderen stünde es weiterhin frei, das Kita-Angebot zu nutzen oder es zu lassen.
Was die Beschneidung der Rechte von Eltern angeht möchte ich mal kurz auf die Schulpflicht in Deutschland aufmerksam machen. Oder möchtest du diese dann auch abschaffen? Andernfalls macht der Hinweis auf Rechte von Eltern wenig Sinn.
Zur Schulpflicht habe ich meine eigene Meinung, vieles ginge - je nach Eltern und Kind - per Homeschooling mindestens ebensogut, manches besser. Bei erlernter eigenständiger Arbeitsweise lassen sich Inhalte per Youtube-Tutorials tatsächlich in kürzerer Zeit erfassen und es bleibt mehr Freizeit oder - bei Interesse - Vertiefungszeit.
Kinder, die z. B. wegen sportlicher Aktivitäten länger freigestellt werden, was nur solange geschieht/geschehen sollte (da gibt es leider auch Negativbeispiele) , wie das Notenlevel nicht absinkt, schaffen das ja auch.
Genug Beschneidung und Auflagen in verschiedenen Bereichen gibt es schon, ich verspüre kein Bedürfnis nach mehr davon. Für mich macht es also durchaus Sinn, dies anzusprechen. Man könnte es Grenzen setzen sehen.
Ich bin der Ansicht, der Tagesablauf von Eltern ist bedeutend stärker fremdbestimmt wenn Kinder nicht in den Kindergarten gehen. Auch die Bedürfnisse des eigenen Kindes gilt in meinen Augen als Fremdsteuerung, da man während dieser Rundumbetreuung keine Möglichkeit hat sich frei zu entfalten, sondern Arbeit und Verantwortung hat.
Nein. Der Tagesablauf von selbst betreuenden Eltern wird - zumindest sollte er das - überwiegend von ihnen gestaltet. Und ja, das ist Arbeit! Und Verantwortung! Arbeit und Verantwortung, die die einen gerne selbst tun und tragen, während andere dies nicht leisten können oder wollen. Völlig verschiedene Voraussetzungen also, über die ein Hut (Zwanga-Fremdbetreuung) gestülpt werden soll. Dass dieser Hut nicht allen gleichermaßen gut passen kann, erschließt sich von selbst.
Was bisher völlig unbeachtet blieb, sind die verschiedenen Persönlichkeiten der Kinder. Die Partyqueen fühlt sich in der Meute wohl, die introvertierte Ruhige braucht viel Zeit für sich alleine und zieht Stille vor.
Was für 9 Kinder passt, ist für das 10. nicht gut. Egal, Pech, fällt halt hinten runter? Auch diese Kinder sind wichtig. Da kann tatsächlich eine Kita nicht die richtige Wahl sein, doch sanftes Sozialtraining sehr wichtig.
Und Übungen zur Stressbewältigung, Skills für den kommenden Schulalltag und das weitere Leben.
Sinnvoll durchaus für jedes Kind.
Ein Thema, andernorts bereits Schulfach! Bei uns schändlich vernachlässigt. Dabei sollten auch da Industrienationen da Vorreiter sein.
Die Fakten sind die Vorteile der Kita gegenüber der einseitigen Betreuung zu hause.
Für wen?
Ganz sicher nicht für alle.
Falls nicht, kann man es natürlich auch den ganzen Vormittag vor dem TV parken.
Gibt es, ja. Ist aber ein Vorurteil, dass man nicht allen Selbstbetreuenden wahllos überstülpen sollte.
Also ich sehe da auf jeden Fall Vorteile, weiss nur nicht ob ich das vollkommen verpflichtend einführen würde.
Aber genau ist ja das Thema der TE - VERPFLICHTENDER Kita-Besuch.