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Sohn fühlt sich als Frau

Genau dass werden wir tun. Als ich es das erste mal hörte bin ich in Tränen ausgebrochen wegen dem Leid was für mein Kind kommen wird (Gesellschaft, Schule, ...). Das wäre als erste Reaktion vermutlich nicht gut gewesen. So konnte ich mich vorher sammeln.
Da wird aus dieser Richtung eher kein Leid kommen. Transidentität it mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Auch Lehrkräfte kennen sich zunehmend mit der Thematik aus.
Versuche, locker zu bleiben und lass dein Kind erstmal gedanklich und emotional richtig ankommen.
 
Da wird aus dieser Richtung eher kein Leid kommen. Transidentität it mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Auch Lehrkräfte kennen sich zunehmend mit der Thematik aus.
Kann man nicht pauschalisieren, in keine Richtung. Ja, es gibt hierzulande zum Glück mittlerweile viele Menschen mit einem hohen Wissens- und Informationsstand und dementsprechend auch viel Empathie, Toleranz und Verständnis.
Aber leider ist unsere Gesellschaft nicht Glücksbärchi-Land. Probleme wie Ausgrenzung, Diskriminierung und Stigmatisierung verschwinden nicht automatisch, weil trans*-Menschen immer mehr Raum bekommen, sich frei zu entfalten und zu zeigen. Transfeindlichkeit ist kein Märchen und vor allem kein längst vergangenes, abgeschlossenes Kapitel in einem Geschichtsbuch, sondern leider für viele betroffene Menschen Teil ihrer Lebensrealität. Wie und in welchem Ausmaß ist sicher sehr individuell, manche haben mehr Glück und wenige Berühungspunkte mit Arschlöchern, während andere leider mehr kämpfen müssen.

Ich möchte euch, @KaiPeter , keine Angst machen, aber verstehe, dass ihr euch erstmal Sorgen macht. Meiner Meinung nach ist es auch sinnvoll, sich mit diesem Aspekt des Themas zu befassen und ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass es Transfeindlichkeit gibt und der Alltag für jemanden, der trans* ist vielfach mehr Hürden und Schwierigkeiten bereithält, als für CIS-Personen. Das bedeutet aber nicht, dass euer Kind das alles auf jeden Fall erleben wird. Das wird erst die Zeit zeigen und ihr werdet da sein, egal was kommt. Das ist entscheidend.
 
@KaiPeter
Ja. Lasst das Kind den Weg und die Geschwindigkeit vorgeben.
Wie hatten ein Kind in ähnlicher Situation. In umgekehrter Richtung.
Er hat damals mit 15 all seine Ärzte und Anlaufstellen selber ausfindig gemacht und all seine Termine selber gemacht.
Beim Psychologen/Psychiater, Endokrinologen, neuen transfreundlichen Hausarzt, Gutachter und Arzt/Klinik für erste OP.
Er ist heute ein selbständiger junger Mann, ist in die Grossstadt gezogen und könnte dort ein glückliches Leben führen wenn es diesbezüglich keine politischen und gesellschaftlichen Rückschritte zu beobachten und zu befürchten gäbe.
Mittlerweile muss ich mich aktiv daran erinnern, dass er lange Jahre meine 3. Tochter war. Er ist schon lange ganz selbverstäbdlich unser Sohn, Bruder, Onkel.
 
Leider nein, es fällt ihm sehr schwer weil er denkt ich wäre sehr enttäuscht. Meine Frau wirkt weiterhin drauf hin dass er es sagt - und wir wollen keinen Vertrauensbruch begehen und mit der Tür ins Haus fallen. Er sagte meiner Frau von sich aus Frauenkleidung tragen fänd er doof. Aber will Hormone und lange Haare.

Wir haben die Vermutung er will gerne das androgyn angehauchte leicht weibliche asiatische Männerbild erreichen (-> K-Pop, Manga und co).
I denk, lass ihm Zeit.
Dass Du Dich mit dem Thema beschäftigst, ist bestimmt die beste Vorraussetzung. Vielleicht gibt es dann irgendwann mal einen Anlass, wo man darauf hin ganz normal, alltäglich das Thema einbringen kann, eine Demo für queere Rechte oder anderes, einfach so, im Tischgespräch z. Bsp., wo Du durchblicken lässt, dass Du Dich für solche Themen interessierst, und etwas davon mitbekommst. Das könnte vielleicht ein Türöffner sein.
 
Hallo @KaiPeter
ich finde, ihr geht beide gut damit um - vorsichtig, sensibel...
das sind gute Voraussetzungen.
Ich kenn mich da nicht so aus bzw. habe keine Erfahrung, weder selbst noch mit anderen, fand das Thema aber immer sehr interessant, und möchte dir zwei Filme empfehlen, die ich mal sah.
Sie sind beide noch in der ARD-Mediathek zu sehen:
"Einfach Nina" - da geht es um einen 8-jährigen Jungen, der ein Mädchen IST (wie er sagt),
es wird sehr schön gezeigt, wie schwierig es für alle ist, aber der Film ist auch sehr humorvoll und lustig...
Dann noch " Mein Sohn Helen"...

Alles Gute und viel Optimismus Euch!
 
Dann noch " Mein Sohn Helen"...
Dem möchte ich eine dringende Unempfehlung hinterherschieben:

Ja, der Film thematisiert die Transition eines jungen Menschen. Mehr Gutes kann man darüber aber auch nicht sagen.

Vom Großteil der queeren Community wird er sehr, sehr kritisch gesehen, weil keine einzige trans* Personen in die Produktion eingebunden wurden, um ihre Erfahrungen und Perspektiven einfließen zu lassen und die Geschichte weitestgehend aus heteronormativer CIS-Position heraus erzählt wird. Im Gegenteil: der Regisseur äußerte sich mehrfach transphob, der Fokus im Film liegt weniger auf den Gefühlen des jungen Menschen, der sich als trans* outet, sondern auf dessen CIS-Umfeld bzw. dem Elternteil, der nicht mit der Entwicklung seines Kindes klarkommt. Transidentität wird überwiegend klischeehaft dargestellt und als psychische Krankheit pathologisiert, während die transphoben Reaktionen des Umfelds verharmlost und normalisiert werden, anstatt sie zu problematisieren.

Außerdem noch eine deutliche Triggerwarnung: der Film schert sich zwar nicht darum, Gefühle und Perspektiven von trans* Menschen komplex und über oberflächliche Klischees hinaus zu transportieren, spart aber nicht an Dramatik und der Andeutung von sehr expliziten Formen von Selbstverletzung, was für Betroffene und ihre Eltern sehr triggernd sein könnte.

Nur, weil ein Film trans* sein thematisiert, muss es noch lange kein guter oder gar hilfreicher Film sein.
 
Also der Film ist von 2015, inzwischen hat sich sicher einiges geändert, mir gefiel er jedenfalls.
Kann sich ja jeder sein eigenes Urteil bilden.
Klar. Ich will auch kein "Pain in the Ass" sein und nervig-unsympathisch darauf rumreiten, aber glaube einfach, es ist ein großer Unterschied, ob man einen Spielfilm (!) aus Neugier, Interesse oder auch zur Unterhaltung ansieht oder aber als betroffene Person bzw. Angehörige*r. Da ist es dann keine Frage des persönlichen Filmgeschmacks und auch nicht ob er "gefällt", sondern das geht oft deutlich tiefer.

Und nachdem er im Kreise vieler trans* Personen als Film bekannt ist, der ihre Lebensrealität sehr verzerrt, teils auch abwertend darstellt und viele mögliche Trigger enthält, finde ich wichtig, das zu erwähnen.

___

@KaiPeter Wie ist die Lage bei euch, wie geht es dir und wie geht es deinem Kind?
 
aber glaube einfach, es ist ein großer Unterschied, ob man einen Spielfilm (!) aus Neugier, Interesse oder auch zur Unterhaltung ansieht oder aber als betroffene Person bzw. Angehörige*r. Da ist es dann keine Frage des persönlichen Filmgeschmacks und auch nicht ob er "gefällt", sondern das geht oft deutlich tiefer.
Das glaube ich auch. Daher kann sich nur KaiPeter ein Urteil erlauben, falls er den Film ansieht, denn er ist Angehöriger.
 
Ich denke, es wäre wichtig sich mit verschiedenen Betroffenen zu unterhalten. Sowohl mit solchen, die erfolgreich eine Transition geschafft haben, also auch mit solchen, die eine Transition bereuen oder sich dagegen entschieden haben. Oft holt man sich die Infos, die bereits das bestätigen, was man denkt (egal in welche Richtung).
 

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