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Sohn fühlt sich als Frau

Hallo,

Mein Sohn ist auch 16, nicht tans, aber total im ,,Furry"-Fieber und seit fast 1,5 Jahren mit einem Jungen zusammen. Er ist pansexuell.

Am Anfang war ich von Furry total überfordert, wusste überhaupt nicht was das ist und hab versucht, mich ein bisschen schlau zu lesen. Letztendlich hat mein Sohn mir selbst alles genau erklärt und auch seine Gefühle für alles was mit dem Thema zu tun hat.
Wir sind alle glücklich damit wie er so ist❤, er ist überglücklich, weil er akzeptiert wird, genau SO, wie er ist und er ganz sicher weiß, dass er mit absolut allen Dingen jederzeit zu seinem Papa oder mir kommen kann und wir ihn niemals verurteilen werden.

Kannst Du, bzw. ja erstmal deine Frau, solange Du offiziell noch nichts weißt, nicht also ,,einfach" mit eurer Tochter über alles sprechen? Was Du/ihr euch für Sorgen macht, ob sie sich wirklich bereit fühlt, diesen schweren Weg zu gehen, wie lange sie schon so fühlt, ob sie Kontakte in "diese Welt" hat, etc.? ...

Mir/uns hat es echt sehr geholfen, dass mein Großer mich richtig mitgenommen hat in seine Welt, mir seine Gedanken mitgeteilt hat und ich auch welche von seinen Online-Freunden aus der Szene per Videochat kennenlernen konnte. Die Sorgen sind eindeutig wesentlich weniger geworden dadurch. Auch jetzt, wann immer ich eine Frage habe, beantwortet sie mein Großer geduldig und wir sind unseres Empfindens nach, sogar noch ein Stückchen mehr zusammengewachsen durch seine Ehrlichkeit und sein "Besonders-sein😉"

Alles Gute, ganz viel Glück für deine Tochter wünsche ich🙂
 
Es geht wenig um meine eigene Meinung (Meinungen sind nie 100% gefestigt). Es geht darum die Gefühlswelt meines Kindes zu verstehen und es vor negativen Konsequenzen zu beschützen und dort wo notwendig zu unterstützen.

Keiner ist mit 16 in seiner geistlichen Entwicklung gesichert und gefestigt. Das war auch ich nicht und hat sicher gedauert bis ich 30+ war. Hier gab es auch schon Beiträge dazu.

Wir werden erstmal auf eine vollkommene Öffnung hinarbeiten und verstehen. Alles andere macht vermutlich wenig Sinn.
Würde euch raten erst miteinander ins Gespräch zu kommen, zu verstehen was im Inneren des Kindes los ist. Die Pubertät ist ja sehr anstrengend, die Hormone drehen durch und man verändert sich stark. Wenn sich da ein eine Ablehnung des eigenen Körpers entwickelt, würde ich genauer hinschauen. Auch mit psychologischer Hilfe. Eine therapeutische Begleitung bei dem ganzen Prozess empfinde ich als wichtig, da kann schon einiges an emotionaler Belastung kommen.
Alles Gute euch!
 
Meinen Respekt und meine Glückwünsche Euch für Euren Umgang mit Eurer Tochter.
Das allerwichtigste für sie ist jetzt, dass Ihr bedingungslos zu ihr steht.
Die Hilfe eines spezialisierten Psychologen wäre aus meiner Sicht essenziell für Euch alle.
Ihr alle seit überfordert mit der Situation.
Wahrscheinlich ist Eure Tochter in der Situation schon gefestigter als Ihr, aber auch sie benötigt fachliche Hilfe auf ihrem Weg. Insbesondere erst einmal psychologische.

Alles Gute Euch.
 
@KaiPeter

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Mal ganz Naiv gefragt:
Wäre nicht Interesse vorhanden an "Mädchensachen" wenn man eine Frau sein will? z.B. Kleidung?
Oder ist das nicht bei allen so?

Ich frage mich, ob es nicht eher der wunsch nach einem androgynerem aussehen ist und dem dazugehörigen schmalerem Körperbau.

Man unterschätzt leicht die Macht elterlichen Einflusses, der übrigens nicht in Worten aber auch subtil erfolgen kann. Zum Beispiel, indem man -hier- dem Sohn eine Puppe schenkt oder ihn " sie" nennt.
Soweit ist es wohl noch nicht. Er soll das selbst entscheiden, um die Verantwortung auch selbst zu übernehmen.
Denn die trägt er für immer. Übernimmt er sie nämlich nicht sondern fügt sich bequemlichkeitshalber, so ist er später das Opfer der Entscheidungen derer, die sie für ihn übernommen haben.
Mit der Rolle kann er sich anfreunden und er hat tatsächlich Recht. Sie bringt ihn aber nicht weiter.

Mit rund 16 traue ich ihm zu, dass er sich ausgiebig im Netz informiert haben sollte.
Anhand Filmen und im realen Leben weiss er, wie Mädchen sich verhalten und bewegen. Damit er eine "sie" sein kann, wird er zumindest dies im Vorfeld einüben und nachzuahmen verstehen.

@TE: stell Dir vor, von ihm wäre ausser Augen und Nase nichts zu sehen. Verhält er sich wie ein Mädchen - wenn nein, warum nicht, und wann will er damit anfangen?
Es gibt sicher auch Momente, wo er nicht über sich nachdenkt aber spontan handelt, und diese würden einen klaren Widerspruch zu Wünschen äußern. Zum Beispiel typisch männliches Gehabe unter Gleichen.
Ist da was -und warum würde er dann diesen Stil wählen, wenn er ihm doch zuwider ist?

Gut - man kann natürlich jetzt sagen: Männer und Frauen sind gleichberechtigt, jeder kann seinen Stil haben.
Wenn es aber schon nicht am Stil liegt, liegt es dann -woran?
An Merkmalen, die man erst sieht wenn er sich auszieht?

Sowas finde ich schräg, da er recht einfach eine Beziehung zu jemanden finden könnte, der den erlernten Stil in Kombination mit dem ererbten Aussehen super fände.

Damit hätte sich so ziemlich auf einen Schlag alles erledigt.

Richtig ist allerdings, dass Blocker irgendwann angefangen werden müssen, sonst durchlebt man die Pubertät wie es sein soll.
Ob man so etwas durch zieht ist leider eine Frage der Gewissheit, dass es richtig ist.
Es gibt vermutlich dazu immer nur die falsche Entscheidung, egal wie man entscheidet.

Finden sich bei ihm plötzlich männliche handwerkliche Konkurrenten (wie bei mir), so wird er darauf angewiesen sein, Männlichkeit und Stärke zu demonstrieren um zu bestehen.
Mit bewunderswerter weiblicher Stärke kann er da nichts werden, weil er fake-weiblich ist, was Männer sicher auf Entfernung riechen werden.

Er müsste ausserdem aktuell auf Männer stehen, wenn er nach einer Änderung hetero sein will. Bezeichnet er sich nicht als schwul, so wäre er danach aber lesbisch.

Genau das kann er allerdings derzeit ohne Problem auch haben....?

Oder er steckt in der Krise , sieht sich bi - weiss also noch nicht, wohin er eher tendieren würde - wenn überhaupt.
Für ein weiss-ich-nicht braucht man aber keine Fakten zu schaffen und kann bleiben wie man ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo @KaiPeter , ich hab keine Kinder. Dachte, ich schreib Dir, dass ich nicht binär bin, mich weder als Mann noch als Frau einfach nur als Mensch fühle. Wenn Dir meine Gedanken helfen können, das Erleben deines Sohnes ein bisschen mehr verstehen zu lernen oder einfach dich mit der neuen Materie zu befassen, kann ich das gerne machen.
Als ich das raus fand, brauchte mein Lebenspartner ewig, um damit klar zu kommen, war für ihn auch ganz neu. Er hat es aber soweit geschafft.
 
Hallo @KaiPeter,

mich berührt sehr, wie offen und liebevoll du über euer Kind schreibst und wie sehr ihr es unterstützen möchtet.
Dass euer Kind sich jetzt erstmals deiner Frau anvertraut hat, war bestimmt ein sehr großer Schritt, mit dem man sich auch sehr verletzlich macht und deswegen ist eure Haltung dazu unglaublich wertvoll. Es ist auch nachvollziehbar und verständlich, dass ihr erstmal überrumpelt seid und das bei euch viele Gefühle, Ängste, Sorgen und vor allem Fragen aufwirft.

Total okay. Das alles ist ganz neu und frisch für euch, aber so wird es nicht bleiben. Ihr werdet zusammen an dieser Situation wachsen und schauen, wie sich alles weiter entwickelt.

Als Mama von einem Kind, das trans* ist (- ganz andere Situation und Umstände, die ich hier nicht unbedingt vertiefen möchte, aber du kannst mir gerne eine Privatnachricht schreiben, falls du Erfahrungen austauschen willst 🙂), kann ich dir ein paar Gedanken dalassen:

Vielleicht hilft euch dreien die Perspektive, dass die Entwicklung eures Kindes ein Prozess ist und sein erstes Gespräch mit deiner Frau mehr Anfang ist als Ende. Niemand von euch muss jetzt und bald Antworten haben und schon gar nicht (schwerwiegende) Entscheidungen treffen. Es dürfen alle Gefühle, Gedanken, Wiedersprüche und Fragen da sein (- solange ihr euer Kind ernstnehmt und es nicht in seinem Sein und seinen Perspektiven in Frage stellt!) und das alles darf viel Raum und Zeit bekommen.
Erstmal muss auch gar nichts weiter getan werden, kommt ins und bleibt im Gespräch und schaut, was von eurem Kind kommt. Welche Bedürfnisse, welche Wünsche, welche Ängste kommen von ihm, was braucht vor allem geborgenen Raum innerhalb eurer Familie, was hat Handlungsbedarf, wo könnten externe Fachpersonen helfen und unterstützen? Lasst euer Kind Richtung, Tempo, Themen vorgeben, aber nehmt euch auch Raum für alles, was euch beschäftigt und umtreibt.

Entwicklung und Selbstfindung verlaufen selten linear - ganz allgemein, aber eben auch für Menschen, die trans* sind (- warum sollte das auch anders sein?).
Bei unserem Kind hat der Weg bereits im Kleinkindalter begonnen und sich schon damals relativ klar abgezeichnet, aber das bedeutet nicht, dass es immer nur vorwärts und zielgerichtet in eine Richtung ging und gehen wird, es keine Ambivalenz, Abzweigungen, Rückschritte, Richtungswechsel, Kurven Widersprüche, Zweifel gibt. Die gab es bei uns zu Hauf, auch wenn von Außen vielleicht alles wie eine relativ "klare Kiste" scheinen mag.

Ein etwas konkreterer Hinweis: es gibt an mehreren deutschen Unikliniken Transgender-Sprechstunden, die absolut offen und unvoreingenommen zuhören und dann individuell und für euer Kind passend beraten. Ich kann das sehr, sehr empfehlen, weil dort ausschließlich Menschen arbeiten, die auf fachlicher Ebene sehr vertraut mit der Thematik sind, einen total respektvollen und sensiblen Umgang damit haben und dabei total ergebnisoffen denken. Im Mittelpunkt steht, was euer Kind und ihr gegenwärtig braucht und nicht, welche Möglichkeiten und Wege es grundsätzlich gibt.
Auch Austausch in Communitys kann toll und hilfreich und ein Safespace sein, vor allem wenn viel Sehnsucht nach Gleichgesinnten da ist, die Erfahrungen, Gedanken und Gefühle teilen.

Ich persönlich habe ambivalente Erfahrungen damit gemacht, was - meiner Einschätzung nach - einfach daran liegt, dass vulnerable Menschen und ihre Angehörige aufeinander treffen, die oft viel emotionalen Ballast mit sich tragen. Verletzungen, Diskriminierungen, Ängste, Unsicherheiten, oft auch Traumata. Das ist sicher oft sehr verbindend und vereinend, aber manchmal kann es auch kompliziert, verzettelnd und schwierig sein, wenn es bei aller Gemeinsamkeit auch unterschiedliche Erfahrungen und Haltungen gibt und sich das nicht immer gut unter einen Hut bekommen lässt. Deswegen würde ich grade, wenn alles sehr neu und frisch und sensibel ist, tendenziell eher zu Einzelberatung raten als zu dem Schritt in Gruppen.

Es gibt auch viele gute Bücher, aus Elternsicht fand ich z.B. "Die anderen Geschlechter" von Dagmar Pauli (- Ärztin und Gründerin der ersten Transgender-Ambulanz in der Schweiz) hilfreich und wohltuend.
Weil unser Kind phasenweise stark nach Menschen sucht, mit denen es sich identifizieren kann, schauen wir uns auch zusammen immer wieder Videos/Tiktoks von jungen Menschen an, die selbst trans* sind und von ihren Erfahrungen erzählen. Das berührt viel in ihm und uns und gibt uns oft auch Anstöße für unsere Gespräche.
 
Leider nein, es fällt ihm sehr schwer weil er denkt ich wäre sehr enttäuscht. Meine Frau wirkt weiterhin drauf hin dass er es sagt - und wir wollen keinen Vertrauensbruch begehen und mit der Tür ins Haus fallen. Er sagte meiner Frau von sich aus Frauenkleidung tragen fänd er doof. Aber will Hormone und lange Haare.

Wir haben die Vermutung er will gerne das androgyn angehauchte leicht weibliche asiatische Männerbild erreichen (-> K-Pop, Manga und co).
 

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