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Sinn des Lebens


Glückswürdigkeit ohne Glück ist aber auf die Dauer schwer auszuhalten.
was ist Glückswürdigkeit ?

Wer mit Glück "beschenkt" wird in seinem Leben, hat oft Glück.
eine unglaublich scharfsinnige Schlußfolgerung 😉
ich gehöre übrigens zu denen, die - meiner eigenen Meinung zufolge - weit überdurchschnittlich viel Glück im Leben hatten.
aber wie meist üblich verblassen die Nachwirkungen nach und nach. also nix worauf man sich auf Dauer stützen kann, um glücklich zu sein.

Ein moralisches Leben ohne die Hoffnung auf einen Gott, der dies belohnt, hat nämlich etwas heroisches an sich, das kaum einer ein ganzes Leben durchziehen kann.
warum sollte man nur dafür ein moralisches Leben führen?
mir persönlich genügt es dadurch nicht ständig mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten oder sich bei jeder Gelegenheit bei anderen unbeliebt zu machen.


Skynd
 
Hallo Skynd!

was ist Glückswürdigkeit ?
Stelle Dir vor, Du wärst an Gottes Stelle und könntest an Menschen Glück austeilen! Nicht jedem würdest Du gerne geben, zB dem Sadisten oder Folterer. Anderen, die sich ein Leben lang maximal bemüht haben, ein gutes Leben zu führen, denen würdest Du vermutlich gerne Glück geben.

warum sollte man nur dafür ein moralisches Leben führen?
mir persönlich genügt es dadurch nicht ständig mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten oder sich bei jeder Gelegenheit bei anderen unbeliebt zu machen.

Die Frage verstehe ich nicht so ganz im Zusammenhang. Jedenfalls kann ein gesetzmäßiges "legitimes" Leben nicht Moral ersetzen. Wer sich im Rahmen der Gesetze unseres Landes bewegt, kann dies auch aus unlauteren Motiven tun (zB um nicht aufzufallen). Er folgt dann nur äusserlich bestimmten Regeln. Seine innere Haltung (aus der moralischen Perspektive betrachtet) ist davon ganz unabhängig und was ganz anderes.

Es gibt vier Typen:
A) Moralisch und juristisch OK
B) Moralisch OK, aber nicht juristisch (ganz selten, weil im Grunde doch aus der Moral auch eine Achtung für das Rechtssystem folgt)
C) Moralisch nicht OK, aber juristisch OK (den Fall hatte ich ihm Text beschrieben)
D) Moralisch nicht OK und juristisch nicht OK (wer nichts von Moral hält, überschreitet leichter auch ein Gesetz als ein moralisch orientierter)

 

B) Moralisch OK, aber nicht juristisch (ganz selten, weil im Grunde doch aus der Moral auch eine Achtung für das Rechtssystem folgt)
Das ist aber oft der Fall, wenn man in einem Unrechtsstaat lebt. Viele Gesetze in der Nazizeit z.B. verstießen gegen das Recht im Sinne eines Rechtsstaates. Wer sich nicht an die Nazi-Gesetze hielt, desssen Verhalten war wahrscheinlich moralisch einwandfrei, verstieß aber dennoch gegen die damalige (Un)"Rechts"ordnung.
 
Glück, Glaube und Moral

Das zieht hier ja Bahnen 🙂 Sehr interessant! Moral ist, meiner Meinung nach, ein Grundbedürfnis. Allerdings ist das kaum jemandem bewusst. Die Folgen kennt aber fast jeder. Handelt man gegen sein Gewissen, handelt man unmoralisch. Dies belastet einen. Möglicherweise nur unbewusst. Weiters führt dies zu Mentalem, weitergehend sogar zu Physischem, Leiden. Kurz; nicht der Sinn des Lebens.
Natürlich sollte der Sinn des Lebens positiv besetzt sein. Eben weil nicht immer alles positiv sein kann ;-)
Nur nebenbei erwähnt, was würde man denn davon haben, einen negativen Sinn des Lebens zu suchen?

Die Evolution ist langsam und kann uns daher kaum den Sinn unseres Lebens geben. Der Sinn des Lebens ist für jeden ein Anderer.
Glück ist besonders stark, wenn man es _nicht_ ständig hat. Das ist wie mit der Freiheit. Nebenbei, Probleme sind gut. Denn daran können wir wachsen. Glück, sollte es ein Dauerzustand sein, wird auch zur Gewohnheit und verliert damit an Wirkung. Glück muss man nicht suchen! Das ist der falsche Weg! Glück muss man zulassen und erkennen. Vor allem das kleine Glück, das uns in vielfältiger Weise täglich mehrmals begegnet. Wer erkennt die vielen kleinen Glückspender? Ein schöner Sonnenaufgang, ein erfrischender Witz im Radio, das nette Lächeln einer unbekannten Person … Nur wer sich für Glück öffnet, kann es finden. Wer es verbissen sucht, steht sich selbst im Weg und wird es übersehen oder nicht erkennen. Öffnet eure Augen und eure Herzen. Das ist der einfachste und kürzeste Weg zum Glück. Gerne bringe ich auch das Beispiel mit einer Staubschicht im Gegenlicht betrachtet. Das kann sehr interessant aussehen, wie Samt. Der offene Geist kann so etwas erkennen, sich daran erfreuen und dann wegwischen :daumen:.
Glaube ist eine wichtige Sache. Wer behauptet denn, dass Glaube _immer_ an eine Religion geknüpft sein muss. Oder gleich ins Esoterische „abgleiten“ muss? Glaube bedeutet ja nichts anderes, als an eine Sache, eine Bewegung oder an sich selbst zu glauben. Glaube und Kirche sind, meiner Meinung nach, ohnehin zwei verschiedene Dinge.
Glück durch Glückswürdigkeit geht nur mit Religion.
Warum das? 😕 Was bedeutet Glückwürdigkeit? Ist nicht jeder würdig Glück zu haben? Religion und Glück haben nur insofern etwas miteinander zu tun, als dass jemand durch eine Religion Halt findet (auch ein Sinn des Lebens). Durch diesen Halt schließlich ein glücklicheres, weil unbeschwerteres, Leben führen kann. Letztendlich bleibt es immer eine Frage der eigenen Sichtweise und Offenheit, wie auch Kritik, wie man eine Religion (und alles Andere) „benutzt“.
„Schöpferische Göttlichkeit“
ist eine feine Sache. In jedem steckt ein Schöpfer. Wer diese göttliche Gabe möglichst zum Wohle Vieler nutzt, trägt eben das göttliche aus sich heraus. Heißt es nicht auch „Gott ist in uns …“? Ich meine, dass man das ruhig so deuten darf, dass die schöpferischen Fähigkeiten göttlich sind. Oder von mir aus „von Gott gegeben“. Der Kardinalfehler bei der Sache ist jedoch der, dass darunter meist eine herausragende Leistung verstanden wird. Dem ist, wieder nur meiner Meinung nach, nicht so. Viele Kleinigkeiten, die gerne als selbstverständlich betrachtet werden, bergen die göttliche Schöpfungskraft in sich.

Der Sinn des Lebens besteht aus vielen kleinen, mikroskopisch kleinen, Handlungen und Taten. Wer andere nicht schädigt oder irgendwie schlecht macht, dass Selbe gilt auch für die eigene Person, hat gute Chancen glücklicher zu leben. Man muss nicht unbedingt Glück haben, um glücklich sein zu können ;-)
Falls es jemanden interessiert, ich beschäftige mich mit diesem Themenkreis auch auf meinem Blog.
 
AW: Glück, Glaube und Moral

Man muss nicht unbedingt Glück haben, um glücklich sein zu können ;-)

Schön geschrieben und ich stimme dir in den meisten Fällen zu!

Hier noch ein Gedanke zum Nachvollziehen:

"Das häufig Gedachte, wird irgendwann ausgesprochen. Gedanken werden zu Worte, zu Schallwellen. Das, worüber man häufig spricht, wird irgendwann auch getan. Worte werden zu Taten, Schallwellen werden manifestiert/realisiert, zu etwas handfestem gemacht, usw. Und die Anzahl Taten bestimmen das Schicksal, den Verlauf eines Lebens und Auswirkungen darüber hinaus (auf andere Menschen, Umwelt, usw.)! Also reflektiert die äussere Welt, wie jemand sie wahrnimmt, seine innere. Man sollte deshalb auf seine ursprünglichsten Gedanken Acht geben. Denn jeder ist für sie vollkommen selbstverantwortlich. Deshalb sollte man nicht auf ein fremdes Wesen, Gott oder andere Menschen bauen und ihnen unser Leben widmen, sondern selbst die Liebe sein, die man im Äusseren vergebens gesucht hat."
 
AW: Glück, Glaube und Moral

Die beiden letzten Beiträge fand ich wirklich klasse, und damit kann ich auch etwas anfangen! 🙂


Also reflektiert die äussere Welt, wie jemand sie wahrnimmt, seine innere. Man sollte deshalb auf seine ursprünglichsten Gedanken Acht geben. Denn jeder ist für sie vollkommen selbstverantwortlich. Deshalb sollte man nicht auf ein fremdes Wesen, Gott oder andere Menschen bauen und ihnen unser Leben widmen, sondern selbst die Liebe sein, die man im Äusseren vergebens gesucht hat."

Super geschrieben und auf dem Punkt gebracht, dem kann ich mich nur anschließen! :daumen:

Mahatma Ghandi hat das Wesentliche ja mal in einem Satz sehr schön ausgedrückt:

"Sei du selbst die Veränderung, die du dir für diese Welt wünschst".

Man kann ohnehin immer nur sich selbst ändern und niemals andere Menschen. Jeder kann das nur für sich selbst tun. Aber gerade das, insofern ich an meine eigenen schöpferischen Kräfte glauben und auf sie vertrauen kann, hat ein erhebliches Potential. Weit über die eigene "kleine" Welt hinaus, denn gerade das Aktivieren des eigenen Potentials kann ungeheuer auf das Außen ausstrahlen.
 
@TMM genauso ist es. Viele missachten sich selbst, vor allem ihre Gedanken. Dann zu erwarten, dass alle Hilfe von außen kommt, ist schon nahe zu vermessen.
„Also reflektiert die äussere Welt, wie jemand sie wahrnimmt, seine innere.“
Auch ein springender Punkt. Denn, was ist Wirklichkeit? Wirklichkeit sieht für jede👎 anders aus. Es gibt keine universelle Wirklichkeit.
Man wird, wie die Menschen sind, mit denen man sich umgibt. Denn auch hier werden die Gedanken mitgeformt und man nimmt sie unbewusst auf und an. Gott oder ein anderes „Leitbild“ kann in schwachen Momenten ein Leitsymbol sein. Dann, wenn das Leitsymbol entsprechend gut ist, kann es eine Hilfe sein. Aber die Taten kommen immer nur aus einem Selbst.

@Traumatisierter genau dieses Zitat von Ghandi hatte ich auch im Hinterkopf! Das muss man sich schon mal auf der Zunge zergehen lassen und die Tragweite erfassen – wo wir wieder beim Beitrag von TMM wären.
Leider, oder „erfreulicherweise“, ist das Ganze sehr komplex. Man sollte soweit Egoist sein, soweit es dem Selbstschutz dient. Z. B. sich nicht für andere aufopfern. Auch wenn man wohltätig unterwegs ist, ist man sich selbst immer am nächsten. Darüber hinaus ist es aber sehr wohl der Umgang mit anderen Menschen, der uns die größten Glücksgefühle beschert. Auch diese Sache hat einen Haken. Und damit sind wir wieder am Ausgangspunkt angelangt. Im Umgang mit anderen Menschen immer man selbst sein. Sich nicht verstellen, seine Standpunkte, auf Kritik hin, ruhig mal hinterfragen, aber nicht ungefragt umschmeißen. Sich nicht anzubiedern oder verstellen.

Erkenne dich und sei immer du selbst!
[FONT=&quot]Die moderne Ellbogengesellschaft ruiniert sich selbst. Nicht durch Schubsen und Rempeln wird ein Volk groß. Durch Nachsicht, durch Ehrgeiz um Dinge zu verbessern, durch Rücksicht und sozialem Umgang miteinander. Ehrlichkeit, Transparenz, Bescheidenheit und Moral (ein leider schon sehr verzerrter Begriff) schließen Erfolg, auch finanziellen, nicht aus.[/FONT]
 
Und wiederum sehr schöne Gedanken! 🙂


Man wird, wie die Menschen sind, mit denen man sich umgibt. Denn auch hier werden die Gedanken mitgeformt und man nimmt sie unbewusst auf und an.

Ja, das ist ein sehr wichtiger Punkt! Gerade wenn man sich in einer schweren Sinn- und Lebenskrise befindet und auch diverse Verletzungen erlitten hat, dann kann dieser wichtige Zusammenhang sehr helfen, um eine destruktive Umgebung verlassen zu können. Wenn es eine Umgebung ist, die einen letztendlich erst krank und zweifelnd gemacht hat.

@Traumatisierter genau dieses Zitat von Ghandi hatte ich auch im Hinterkopf! Das muss man sich schon mal auf der Zunge zergehen lassen und die Tragweite erfassen – wo wir wieder beim Beitrag von TMM wären.

Ja, trotz der wenigen Worte hat dieses Zitat eine ganz enorme Tragweite. Es entspricht ja vor allem auch nicht gerade unseren kulturellen Vorgaben, die Lehren einer Ellenbogengesellschaft, die ja in erster Linie auf Konkurrenz aufgebaut ist. Also beruhend auf dem genauen Gegenteil dessen, was Ghandi mit seinem Zitat wohl auch aussagen wollte.


Leider, oder „erfreulicherweise“, ist das Ganze sehr komplex. Man sollte soweit Egoist sein, soweit es dem Selbstschutz dient.

Ja. Ich würde aber sagen, wenn der Selbstschutz wirklich von Nöten ist, dann handelt es sich letztendlich ja gar nicht um Egoismus... Sondern wohl eher um die Abwehr von Egoismus und mangelden Einfühlungsvermögen.

Z. B. sich nicht für andere aufopfern. Auch wenn man wohltätig unterwegs ist, ist man sich selbst immer am nächsten. Darüber hinaus ist es aber sehr wohl der Umgang mit anderen Menschen, der uns die größten Glücksgefühle beschert. Auch diese Sache hat einen Haken. Und damit sind wir wieder am Ausgangspunkt angelangt. Im Umgang mit anderen Menschen immer man selbst sein. Sich nicht verstellen, seine Standpunkte, auf Kritik hin, ruhig mal hinterfragen, aber nicht ungefragt umschmeißen. Sich nicht anzubiedern oder verstellen.
Erkenne dich und sei immer du selbst!

Oh ja, auch das ist eine enorm wichtige Erkenntnis, finde ich! Gerade für das doch recht häufig vorkommende Helfersyndrom, bei dem das Helfen zum Selbstzweck wird, um darüber einen Lebenssinn für sich selbst zu suchen. Das kann nicht funktionieren, genauso wenig wie das genaue Gegenteil, dem Beharren auf die größtmögliche Bedürfnisbefriedigung mit einem ausgewachsenen Egoismus. Gerade diese beiden Extreme geraten oft aneinander nach meiner Erfahrung. Die Erfüllung liegt aber eher zwischen den Extremen, wenn das Leben auch aus Geben und Nehmen besteht, wenn hierüber ein gesunder Ausgleich geschaffen werden kann.

[FONT=&quot]Die moderne Ellbogengesellschaft ruiniert sich selbst. Nicht durch Schubsen und Rempeln wird ein Volk groß. Durch Nachsicht, durch Ehrgeiz um Dinge zu verbessern, durch Rücksicht und sozialem Umgang miteinander. Ehrlichkeit, Transparenz, Bescheidenheit und Moral (ein leider schon sehr verzerrter Begriff) schließen Erfolg, auch finanziellen, nicht aus.[/FONT]

:daumen:
 
Hallo Traumatisierter!

Vielen Dank für das Lob und ich schließe mich auch deinen Ausführungen an. Es stimmt natürlich, wie du schreibst, dass Egoismus und Helfersyndrom eng beisammen liegen. Die Auswüchse sind halt unterschiedlich.
Das Helfersyndrom ist heimtückisch, da es ja suggeriert, dass man alles für andere macht. Man opfert sich für die Gemeinschaft etc. auf. Das muss doch gut sein. Sehr oft leiden aber Angehörige darunter, womit es nicht mehr gut sein kann. Und irgendwann leidet auch der Betroffene selbst darunter.

Ja. Ich würde aber sagen, wenn der Selbstschutz wirklich von Nöten ist, dann handelt es sich letztendlich ja gar nicht um Egoismus... Sondern wohl eher um die Abwehr von Egoismus und mangelden Einfühlungsvermögen.
Über „gesunden“ Egoismus zu schreiben ist ein wenig gefährlich. Den es wird gerne uminterpretiert und Egoismus grundsätzlich als gut betrachtet. Wie man in der Gesellschaft ja nur allzu oft sehen kann. Hier wird überhaupt eine Menge in einen Topf geworfen. Durchsetzungsvermögen, Stärke und Macht, nur als Beispiele. Dabei hat jeder dieser Begriffe nichts mit Egoismus an sich zu tun. Stellenweise ja, grundsätzlich aber nicht zwingend. Das ist ein großes und weitverbreitetes Missverständnis.
Vielmehr gilt es das eigene Ego zu überwinden, um wirklich stark zu werden. Zum Beispiel hat ein charismatischer Mensch Macht über andere. Nutzt er diese Macht aber nur zu seinem Vorteil aus, verliert er dabei sein Charisma. Wird zum Egoisten und schließlich als arrogant gewertet. Ich gebe zu, dass dies Relativ lange dauern kann, bis ein ehemaliger Charismatiker als Egomane erkannt wird. Natürlich wird nicht jeder Charismatiker wird zum Egomanen.
Charisma könnte meiner Meinung nach durchaus als ein Sinn des Lebens durchgehen. Denn um Charisma aufbauen zu können, muss man sich selbst erkennen und akzeptieren können. Man darf sich nicht nach vorne drängen, sondern kommt automatisch, kraft der eigenen Persönlichkeit, ins „Rampenlicht“ (wie immer das aussieht). Ist man sich seiner selbst bewusst, bemerkt dass das Umfeld. Denn man strahlt etwas aus, dass Egomanen nie können. Innere Ruhe und Frieden, Gelassenheit und Beherrschung.


Danke sehr! 🙂
 
Das Helfersyndrom ist heimtückisch, da es ja suggeriert, dass man alles für andere macht. Man opfert sich für die Gemeinschaft etc. auf. Das muss doch gut sein. Sehr oft leiden aber Angehörige darunter, womit es nicht mehr gut sein kann. Und irgendwann leidet auch der Betroffene selbst darunter.

Ja, es gibt keinen wirklich gesunden Ausgleich zwischen Nehmen und Geben. Weder auf der einen noch auf der anderen Seite, beide Extreme machen krank. Letztendlich ist das ja alles nur der verzweifelte Versuch, Anerkennung zu bekommen. Indem ich mich entweder erhöhe über andere (Egoismus) oder indem ich mich für andere aufopfere (Helfersyndrom, Altruismus). Beides macht zuverlässig irgendwann sehr krank, auf beide Seiten wartet ein böses Erwachen, allerdings. Aber es hat sicherlich auch seine tieferen Ursachen, weshalb es für viele Menschen so schwierig geworden ist, einen gesunden Mittelweg zu finden.

Über „gesunden“ Egoismus zu schreiben ist ein wenig gefährlich. Den es wird gerne uminterpretiert und Egoismus grundsätzlich als gut betrachtet. Wie man in der Gesellschaft ja nur allzu oft sehen kann. Hier wird überhaupt eine Menge in einen Topf geworfen.

Oh ja, das ist wohl wahr. Dieses Wort allein ist wohl auch kaum noch brauchbar. "Genug" davon zu besitzen in der Ellenbogengesellschaft gilt als "stark". Zu wenig als "schwach". Der Erfolg steht über allem und ist der Maßstab dafür, welchen Wert man besitzt. Hier ist schon das Grundübel zu sehen, meiner Meinung nach. Es wird stets gewertet, man muss sich wohl stets bewertet fühlen. Also tut ein jeder innerhalb seiner jeweils gewählten Strategie alles, um den möglichst besten Eindruck zu erlangen. Um letztendlich Liebe und Anerkennung darüber zu finden. Was aber so bestimmt nicht funktionieren kann, weil man so ja letztenlich nur eine aufgesetzte Rolle spielt, in der sich ein jeder verfängt. Es ist halt irgendwie sehr schwer, einfach nur authentisch zu sein. Sowohl Anteil zu nehmen bei anderen und zu geben, als auch seine eigenen Bedürfnisse im Blick zu behalten, was dann die Gefahr mit sich bringt, für egoistisch gehalten zu werden. Diejenigen, die den Egoismus und die Grandiosität als Mittel zur Anerkennung bevorzugen, die setzen Anteilnahme und Geben wiederum mit Schwäche gleich. So wie man es halt in der Sozialisation gelernt hat.

Durchsetzungsvermögen, Stärke und Macht, nur als Beispiele. Dabei hat jeder dieser Begriffe nichts mit Egoismus an sich zu tun. Stellenweise ja, grundsätzlich aber nicht zwingend. Das ist ein großes und weitverbreitetes Missverständnis.

Hm, bei solchen Begriffen wird es sicherlich sehr schwierig. Es wäre schön, diese Begriffe wertneutral sehen zu können. Aber ist das wirklich möglich? Das hängt doch auch sehr stark von den Prämissen ab, die in einer Gesellschaft gelten. Mit welchen Inhalten die Begriffe jeweils gefüllt werden. Wenn diese Begriffe mit einer Verantwortung verbunden werden, dann sind sie sicherlich nicht automatisch zu verurteilen. Dann kann auch ein Sinn dahinter stehen, von dem alle profitieren können. Ich denke, die gesellschaftlichen Prämissen stehen dem aber leider völlig entgegen. In einer Konkurrenzgesellschaft müssen die gefühlten Inhalte dieser Begriffe wohl ein verantwortungsvolles Handeln im Sinne aller Mitglieder einer Gesellschaft wohl eher ausschließen. Dass es auch anders geht, das beweisen ja durchaus verantwortungsvolle Führer, die diesen Begriffen durchaus entsprachen, die ihre Stärke aber gemeinnützig begriffen haben. Solche Führer hat es ja durchaus auch schon gegeben, Friedrich II. von Preußen, der alte Fritz zum Beispiel. Ich glaube aber, dass unsere Zeit und unsere heutige Kultur solche Führer, bei denen diese Begriffe nicht nur negativ besetzt wären, leider gar nicht mehr kennt.

Vielmehr gilt es das eigene Ego zu überwinden, um wirklich stark zu werden. Zum Beispiel hat ein charismatischer Mensch Macht über andere. Nutzt er diese Macht aber nur zu seinem Vorteil aus, verliert er dabei sein Charisma. Wird zum Egoisten und schließlich als arrogant gewertet.

Ja, das könnte man auch als ein Resonanzprinzip bezeichnen. Was man ausstrahlt, das kommt stets auch auf einen selbst zurück. Alles steht miteinander in Verbindung, jegliches Wirken findet im Außen die entsprechende Resonanz.

Ich gebe zu, dass dies Relativ lange dauern kann, bis ein ehemaliger Charismatiker als Egomane erkannt wird.

Ja. Hier ist ja vor allem die Vortäuschung falscher Tatsachen, die gelungene Manipulation sehr entscheidend. Wer es schafft, destruktiv zu wirken und sich dennoch als Gutmensch zu prästentieren, der kann eine ganze Weile bei seinem destruktiven Wirken unerkannt bleiben. Meines Erachtens leben wir auch gerade in einer Zeit, in der gerade die geschickte Manipulation ein sehr erhebliches Ausmaß angenommen hat. Vor allem die Entwicklung der Psychologie und der Medien hat dazu wohl auch erheblich beigetragen.

Natürlich wird nicht jeder Charismatiker wird zum Egomanen.
Charisma könnte meiner Meinung nach durchaus als ein Sinn des Lebens durchgehen. Denn um Charisma aufbauen zu können, muss man sich selbst erkennen und akzeptieren können. Man darf sich nicht nach vorne drängen, sondern kommt automatisch, kraft der eigenen Persönlichkeit, ins „Rampenlicht“ (wie immer das aussieht). Ist man sich seiner selbst bewusst, bemerkt dass das Umfeld. Denn man strahlt etwas aus, dass Egomanen nie können. Innere Ruhe und Frieden, Gelassenheit und Beherrschung.

Absolut da core! 🙂

Authentisch sein ohne sich zu verbiegen und sich auch selbst akzeptieren zu können, so wie man ist, mit allen Stärken und Schwächen, das strahlt mit Sicherheit auch sehr stark nach außen hin aus. Aber es wird einen ja nicht gerade leicht gemacht, dorthin zu kommen. Meines Erachtens gelingt das auch heute noch leider nur recht wenigen Menschen. Und die findet man vor allem höchst selten an den Schaltstellen der Gesellschaft, hier dominiert immer noch eher die Egomanie, hier findet man oft noch den narzisstischen Typus, was ja auch eine sehr lange Tradition hat. Ich hoffe vor allem auf das Fortschreiten der Aufklärung und auf den enormen Bildungszuwachs, der ja immerhin gerade in der jüngsten Zeit ganz enorm zugenommen hat.

Vor allem das Internet, die größte Bibliothek der Welt, macht heute vieles erst möglich, was ja zu früheren Zeiten noch völlig unmöglich gewesen ist. Eben auch mehr zu hinterfragen und sich selbst in Eigenregie zu informieren. Das ist ein Potential, das nicht zu unterschätzen ist, glaube ich. 😉

Viele Grüße
Traumatisierter
 

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