Ich bin auch gläubig...nicht übertrieben...ganz normal halt. Ich hab mir oft die Bibel zur Hand genommen und gelesen wegen Singlesein usw...da steht kein bissl was über Singles drin!!! Oder das mal Gottesdienste-Andachten- Gebete oder sowas Ähnliches abgehalten werden - nur für Singles !! Nichts... Nicht mal da wird diese Menschengruppe erwähnt. Das find ich sehr schade. Die Kirche hat darauf keine Antwort!!
Auch ich finde, dass die Kirche zu sehr auf Familien ausgerichtet ist und sich zu wenig um Alleinstehende und um einsame Menschen kümmert. Manche Gläubige sind ja auch deshalb alleinstehend, weil sie sich besonders christlich verhalten wollten und ihre eigenen Bedürfnisse zugunsten anderer immer hintangestellt haben (vielleicht ist dieses selbstgewählte Märtyrertum aber auch falsch interpretiertes Christentum, wer weiß das schon...). Oder weil sie es aus moralischen Gründen ablehnen, sich in eine bestehende Beziehung zu drängen. Dass es dann "zum Dank" dafür kirchliche Veranstaltungen fast ausschließlich für Familien und Paare oder Ehepaare gibt, angefangen schon bei den Familiengottesdiensten (da kann sich ein Alleinstehender nur fehl am Platze fühlen), kommt mir manchmal auch wie der blanke Hohn vor. Nur hin und wieder bei den Fürbitten für "die Einsamen" zu beten, sie ansonsten aber links liegen zu lassen, empfinde ich jedenfalls als zutiefst unchristlich.
Dass aber die Bibel nichts zu Alleinstehenden sagt, stimmt nicht. Paulus hat sich im 1. Brief an die Korinther z.B. dafür ausgesprochen, dass man seiner Meinung nach besser unverheiratet bleiben solle. Auch zum Thema Kinderlosigkeit gibt es bereits im Alten Testament zahlreiche Bibelstellen. Und Jesus selbst dürfte wohl auch Single gewesen sein. Letztlich spielt es aber - und das ist das Wesentliche - bei Gott keine ausschlaggebende Rolle.
Ich renne auch nicht jeden Sonntag in die Kirche...aber ich kann beten. Da werde ich irgendwie ruhiger.
Ich renne auch nicht jeden Sonntag in die Kirche und bin aus Gründen, wie du sie aus dem Chor schilderst, auch in der Kirchengemeinde nicht aktiv. Ich habe auf Intrigen und zu erwartende Enttäuschungen im Gemeindeleben keine Lust und auch nicht darauf, mich ausnutzen zu lassen. Ich finde, dass ich im Leben schon gerade auf genug habe verzichten müssen, was eigentlich bei den meisten ein erfülltes Leben ausmacht. Ich versuche, im Rahmen meiner Möglichkeiten und mit meinen Talenten Gutes zu tun, ohne dass es im Rahmen einer Kirchengemeinde oder sonstwie publik werden muss: Mir geht es auch nicht so sehr um die Kirche, sondern hauptsächlich um eine lebendige, persönliche Beziehung zu Gott. Gläubig zu sein heißt für mich nicht, möglichst oft in die Kirche zu gehen und die Lehren der katholischen Kirche (ich bin katholisch) in keiner Weise kritisch hinterfragen zu dürfen. Beten heißt für mich, mit Gott im Gespräch zu bleiben. Das ist das Wichtigste. Das Beten halte ich auch für besonders wichtig. Es müssen keine frommen Gebete oder Verse sein - einfach ein normales, vertrauensvolles, intimes Gespräch mit Gott, wie mit einem wirklich guten Freund, vor dem man laut denken kann, dem man nichts vormachen kann und zu dem man uneingeschränktes Vertrauen hat. Das kann man immer und überall führen - auch im Stillen und nur in Gedanken.
Oder wenn ich bei uns in der Zeitung die Bilder anschaue, wenn welche heiraten...da heißt es er ist irgendein Studierter und sie auch eine Studierte...und sie werden jetzt dann in das neu gebaute Haus ziehen... da denke ich mir dann schon... da läuft alles!!! alles nach Plan! Und dann klappt es auch noch mit Kindern und dann Mädchen und Junge usw...da steht dann auch noch ein großer Schlitten vor der Haustür usw.... ja natürlich gibt es auch welche, wo es nicht so richtig funktioniert.... man schaut halt nur auf diese wie oben...
Natürlich gibt es Menschen, bei denn es so läuft wie von dir beschrieben. Bei manchen bleibt es nicht immer so, manche haben aber auch ein relativ leichtes Leben und ziemlich viel Glück. Und andere, wie du und ich z.B. , haben eben mehr Pech. Das Leben ist nun mal nicht gerecht. Aber oft sieht man bei denen, die es (tatsächlich oder vermeintlich) besser haben, auch nur die äußere Fassade und weiß gar nicht, wie trist es in einigen Fällen dahinter aussieht.
Dennoch finde ich das es oft sehr ungerecht im Leben, da gibt es Menschen die bekommen was sie wollen ! Und andere...die werden immer zurückgepfiffen... warum?
Einen Grund kann ich dir auch nicht nennen. Diese Frage werden wir auf Erden wohl auch nicht mehr befriedigend beantwortet bekommen. Gerecht finde ich das auch nicht. Wahrscheinlich muss man lernen, es hinzunehmen, sonst zerbricht man erst recht daran. Mit "selber schuld" hat das jedenfalls nichts zu tun, es ist einfach Schicksal. Nicht jeder bekommt auf Erden das, was er verdient hat oder hätte, weder zum Guten noch zum Bösen hin. Ob es später nach dem Tode eine ausgleichende Gerechtigkeit geben wird, bleibt abzuwarten.