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Sind Schulnoten notwendig?

Hallo polgara!

...
@EU-Frank
Hör` bitte auf so Sachen zu schreiben, sonst muss ich gleich einen Thread aufmachen:"Hilfe das Forum lenkt mich vom Lernen ab!"😀😀😀 Aber ich bin ja pflichtbewusst und tschüss...🙂
Du meinst, ich soll aufhören, von Pflichtbewußtsein zu schreiben 🙂? Ich denke, dass es auch eine Lust dazu gibt, seine Pflicht zu tun. Und einen Frust, seine Pflicht nicht zu tun. Also: Pflicht ist gar nicht so schlimm, wie es sich anhört.

Es gibt auch eine sehr schöne Stelle bei Immanuel Kant über die Pflicht:
"Pflicht! Du erhabener großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst, doch auch nichts drohest, was natürliche Abneigung im Gemüte erregte und schreckte, um den Willen zu bewegen, sondern bloß ein Gesetz aufstellst, welches von selbst im Gemüte Eingang findet und doch sich selbst wider Willen Verehrung (wenngleich nicht immer Befolgung) erwirbt, vor dem alle Neigungen verstummen..."
 
Statt eines Fachs Sport wäre es zB viel angemessener ein Fach Gesundheit einzuführen, in dem das Lernziel heißt "Optimaler Umgang mit seiner Gesundheit". Dazu würde dann neben Anatomie, Ernährungslehre etc auch ein wenig Sport gehören.


Vom Ansatz her gefällt mir das - aber es wäre wieder eine Vorgabe der "schlauen Erwachsenen" für die "dummen Kinder".

Viel spannender wäre doch, die Kinder zu fragen, was sie gerne lernen würden und ihnen das dann anzubieten.

Irgendwann kommt dann auch die Frage nach der Ernährung - aber zuerst möchten sie vielleicht wissen, wie man auf einen Baum klettert oder selbst Kaugummi macht.

Das vergessen sie dann auch ihr ganzes Leben nicht mehr 🙂
 
Mir fällt gerade noch ein Gespräch mit einer befreundeten Erzieherin ein, die sehr lange "im Geschäft" ist und von der ich viel gelernt habe: Wir waren uns irgendwann einig, dass das "Betriebsgeheimnis" des Kindergartens (des modernen) nur auf die Schule übertragen werden müssten, um diese zu renovieren.

Die Kinder bekommen nichts aufgebrummt sondern wenn sie für etwas Interesse haben werden ihnen Chancen angeboten, dieses Interesse zu vertiefen. Ansonsten können sie einfach da sein und spielen.

Leider wird ja - vor allem von manchen Politikern aus BW - das Gegenteil gefordert: Die Kindergärten sollen die Kleinen schon auf den Wahnsinn der Leistungsschule vorbereiten ... armes Deutschland :/
 
Das ist ja ein Thema das in der Pädagogik schon seit längerem diskutiert wird.

Ich finde Noten gut und sinnvoll, weil sie den Schülern zeigen wo sie stehen und v.a. weil sie durch die Notengebung und durch die Möglichkeit sitzenzubleiben auch Selbstdisziplin und Fleiss lernen - und dann eben auch den Umgang mit Frust, wenn ne Note mal schlecht ausfällt!

Klar ist es angenehmer für den Schüler wenn er ohne Druck lernen kann, aber ich glaube eben dass gerade Jugendliche diesen Druck brauchen. In der Primarschule könnte man meiner Meinung nach noch auf Noten verzichten. Aber wenn man sich mal Reformschulmodelle anschaut die keine Noten geben, sieht man dass die Leistung an diesen Schulen nicht gerade hoch ist. Wechselt ein Reformschüler auf eine staatliche Schule, muss er in den meisten Fällen mindestens ein Jahr "anhängen"... Klar geht es ohne Noten, aber dadurch sinkt die Leistung! Die Reformschulmodelle haben natürlich auch Vorteile. Es wird mehr Wert gelegt auf Sozialisation, Harmonie und Konfliktlösung. Ich habe noch nie von einem Amoklauf an einer Reformschule gehört. Das ideale Schulmodell das beides - die Ausrichtung aufs Soziale UND auf die Leistung - miteinander verbindet, gibt es meines Wissens noch nicht...
 
Klar ist es angenehmer für den Schüler wenn er ohne Druck lernen kann, aber ich glaube eben dass gerade Jugendliche diesen Druck brauchen.

Die Forschungsergebnisse von Manfred Spitzer bestätigen das erste und widerlegen das zweite.

Ich glaube eher, viele Lehrer brauchen diese Druckmöglichkeit, weil sie sonst zu wenig Machtmittel haben und ihre Unfähigkeit, sich auf Kinder und Jugendliche einzulassen und ihnen wirklich etwas zu vermitteln, zu offensichtlich würde.

Ein erster Schritt wäre wirklich (passiert ja gerade schon an einigen Schulen) dass die Lehrer auch Noten bekommen und daraus Konsequenzen folgen.

Wenn die Schüler wirklich als Kunden gesehen würden wäre einiges gewonnen. Das könnte aber wirklich noch lange dauern, bis das in den Hirnen drin ist ...
 
Hallo Werner,

was du dir gerne wünscht, gibt es schon lange. Informiere dich mal über "Montessori-Pädagogik". Da wirst du schnell fündig.

Dann gibt es noch die Waldorf-Schulen nach Rudolf Steiner. Sie sind etwas anders aufgebaut, dürften aber auch zu deinen Vorschlägen passen.

Nur verstehe ich immer noch nicht, wie die Kinder dann später im Berufsleben bestehen sollen???????

LG Dame
 
Wechselt ein Reformschüler auf eine staatliche Schule, muss er in den meisten Fällen mindestens ein Jahr "anhängen"... Klar geht es ohne Noten, aber dadurch sinkt die Leistung!

Eine spannende Untersuchung wäre die Nachhaltigkeit bzgl. der Lerninhalte der unterschiedlichen Konzepte.

Es gibt ein Langzeitprojekt in den USA, das Perry Preschool Project. Dort werden Probanden seit fast 40 Jahre beobachtet hinsichtlich der Wirkung eines vorschulischen Projektes, dessen Konzept, ganz grob, das eigenverantwortliche Lernen der Kids war.
Fazit: Die Teilnehmer dieses Projekts sind weniger straffällig, weniger arbeitslos usw. Das Ganze fand in einem Brennpunktgebiet statt. Hier der Link zur kürzlichen Radiosendung im Deutschlandradio über die betriebswirtschaftlichen Auswirkungen des Projekts:
Deutschlandradio Kultur - Forschung und Gesellschaft - Lernen zahlt sich aus

Man kann das PDF runterladen.

Für mich ein eindrückliches Beispiel, das mich umso mehr zum Verfechter einer neuen Schule macht.
 
Nur verstehe ich immer noch nicht, wie die Kinder dann später im Berufsleben bestehen sollen???????

Na, Dame, ich lebe ja nicht hinter dem Mond 🙂 und kenne auch die Beispiel der notenfreien Schulen in Finnland oder die Reformschulen in Deutschland, die immer wieder in den Medien sind.

Wir reden hier von der Masse der staatlichen Schulen, an denen der ganze Ärger hauptsächlich besteht.

Auf deine Frage: Ich glaube auch, du verstehst meine Grundgedanken nicht - oder wir sind einfach zu weit auseinander mit unseren Ansichten. Wenn ich dich recht verstanden habe, ist Leistung, Druck und Pauken (was man nicht lernen will aber muss) ein adäquater Weg, um im Leben zu bestehen - bei dir aufs "Berufsleben" begrenzt, um das mal anzumerken.

Mir geht es hingegen darum, wie ein Mensch für sich ist und wie er eine gesunde Persönlichkeit behalten kann - nicht um eine Verziehung und Abrichtung hinsichtlich seiner Tauglichkeit am Fließband oder an einem Behördenschreibtisch.

Die Schulpflicht wurde ja wenn ich mich recht erinnere in Preußen eingeführt, damit die Landeskinder richtig gut tauglich fürs Militär und die junge Industrie werden sollten.

Nur geht diese Epoche langsam aber sicher zu Ende und die Kinder spüren das vielleicht schon, verweigern sich mehr und mehr dem sinnlosen Druck der ihnen keine berufliche Zukunft garantiert sondern sie nur in einen mörderischen Konkurrenzkampf schickt, in dem viele von ihnen verlieren müssen.

Die Alternative dazu ist, dass junge Menschen Chancen geboten bekommen, sich aus sich heraus zu entwickeln - dann bekommen wir vielleicht auch wieder mehr Mozarts, van Goghs und Shakespeares und weniger Mehdorns, Zumwinkels und Bohlens 😉
 
Auf deine Frage: Ich glaube auch, du verstehst meine Grundgedanken nicht - oder wir sind einfach zu weit auseinander mit unseren Ansichten. Wenn ich dich recht verstanden habe, ist Leistung, Druck und Pauken (was man nicht lernen will aber muss) ein adäquater Weg, um im Leben zu bestehen - bei dir aufs "Berufsleben" begrenzt, um das mal anzumerken.

Hallo Werner,

irgendwie reden wir aneinander vorbei. Und nun wirst du auch noch persönlich und verdrehst alles, was ich geschrieben hatte. Von Pauken halte ich nichts, das hätte aus meinen vorangegangen posts ersichtlich sein müssen. Von Lernen halte ich viel. Pauken ist etwas anderes als Lernen. Und wenn der Schüler vorgibt, was er gelehrt haben möchte, entsteht Druck, aber nicht bei ihm, sondern bei seinen Eltern oder Lehrern.

So lange ich zurückdenken kann, gibt es solche ähnliche Diskussionen. Und weißt du, was sich seit dem verändert hat: es wurde noch schlechter als zuvor.

Eine Leistung erbringen auch deine Schüler. Nur wenn sie mit ihren Bemühungen, etwas lernen zu wollen, ins Leere laufen, dann entstehen später daraus solche Horrorszenarien, wie es sie heute gibt.

Mir scheint auch, dass du gar nicht diskutieren willst, sondern dir Anhänger für dein Gedankengut suchst.

🙁 Dame
 
Mir scheint auch, dass du gar nicht diskutieren willst, sondern dir Anhänger für dein Gedankengut suchst.

Na, das war jetzt aber ganz sachlich ... 🙂

Aber danke, dass du es GedankenGUT genannt hast. Und dass du deine Meinung hier vertrittst. Diskutieren wollte ich nicht, ich habe am Anfang gefragt - nach Meinungen. Ich hatte nicht vor, eine neue anzunehmen oder anderen ihre weg. Brauche auch keine Anhänger, da ich mir meiner Beobachtungen und meines Verstandes ziemlich sicher bin 😉
 

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