wenn man im Thema „Evolutionstheorien“ mitreden will, empfiehlt es sich, vorab Information zu besorgen, lesen, Fachleute fragen. ...
🙂 würdest du dich nur mal dran halten.
...
Nein, auch Nicht-Biologen sollten sich durchaus mit den Evolutionstheorien beschäftigen und herausfinden, was interessante Erkenntnisse sind und was Theorien.
Ach, ich finde auch, dass jeder Operationen ausführen müssen darf und auch JumoJets fliegen – Ausbildung – ach was, wer braucht das denn. Basiswissen? Ach Blödsinn! Da liest man doch eben das Handbuch, das reicht schon.
Dich zu widerlegen ist nicht schwer. Sachargument 1: Schon alleine die Wahrscheinlichkeitsrechnung …
Auch hier leider wieder ein Beleg für deine Unkenntnis.
🙁 Diesmal von der Wahrscheinlichkeitsrechnung.
Ich nehme an, dir sind die Grundlagen der Wahrscheinlichkeitsrechnung nicht bekannt sind. Daher zur Einstimmung: die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses errechnet sich aus dem Produkt der Einzelwahrscheinlichkeiten. Zum Beispiel: die Wahrscheinlichkeit, mit einem Würfel eine 'Sechs' zu würfeln, ist 1/6 (in Worten: ein Sechstel). Das heißt man muss im Durchschnitt 6 Mal würfeln, bis eine 'Sechs' gewürfelt wird. Würfelt man mit zwei Würfeln und will einen Sechser Pasch werfen muss man im Schnitt 36 Mal würfeln (1/6 * 1/6 = 1/36)
Je mehr Variablen teilnehmen, desto kleiner wird die Wahrscheinlichkeit. Hätte man z.B. 20 Würfel und wollte bei einem Wurf nur Sechser werfen, wäre die Wahrscheinlichkeit sehr klein.
Daraus schließt du, beziehungsweise die Kreationisten wovon du abschreibst, dass Evolution nicht sein kann.
Dabei versäumen es diese Leute allerdings die richtigen Werte für ihre Berechnungen zu verwenden.
Dazu ein Beispiel:
Auf einem Eichenblatt sitzt eine Ameise – ganz oben rechts. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Ameise, wenn sie unten am Stamm los läuft nach genau 35Minuten und 31 Sekunden auf genau auf DIESEM Blatt sitzen wird?
Angenommen, es gibt 1000 Möglichkeiten, wie die Ameise gelaufen sein könnte, und Tausend Blätter auf der sie sitzen könnte, 1000 unterschiedliche Möglichkeiten wie lange das Tier gebraucht hat, usw.
Die Wahrscheinlichkeit wäre dann (1/1000) * (1/1000) * (1/1000)* (1/1000)* … = ? Je nachdem wie viele Variablen man annimmt. Genau das ist die Rechnung die dir vorgekaut wurde.
Dabei kommt heraus: ‚völlig unwahrscheinlich!‘
Der Denkfehler ist, dass berechnet werden sollte welche
bestimmte Ameise auf
genau welchem Blatt sitzt, welche
genauen Weg sie gegangen und
genau welche Zeit sie gebraucht hat, usw.
Wie sieht aber die Wahrscheinlichkeit aus, wenn es um irgendeine Ameise ginge? Irgendein Blatt? … usw.
Die Berechnungen werden dann schon ganz andere.
Auch die Wahrscheinlichkeiten im Lotto zu gewinnen sind sehr, sehr klein... trotzdem gewinnen so gut wie jede Woche Leute. Komisch.
Deine Vorkauer haben ‚berechnen‘ wollen wie wahrscheinlich z.B. die Entstehung eines
bestimmten Moleküls ist das wir heute in Zellen finden. Ihr Schluss: das ist so unwahrscheinlich, also kann keine Evolution stattgefunden haben.
Es musste aber gar nicht genau
DAS Molekül entstehen. Irgendeines war genug. Und, dass genau
das passiert ist hat man viele Male in Experimenten nachgewiesen.
Die anderen ‚Unwahrscheinlichkeiten‘ werden von deinen Vorkauern gerne in Bezug auf Strukturen heran gezogen. Das Auge ist ein beliebtes Objekt oder die Geißel von Bakterien. Solche Strukturen sind aber nicht ‚auf einen Schlag entstanden.
Als Beispiel nehme man einen Topf mit vielen Buchstaben, unter anderem auch K, R, E, A, T, I, O, N, I, S, und T. Jetzt sollst du das Wort Kreationist bilden indem du
- Entweder 9 Buchstaben blind aus dem Topf ziehst die sofort ‚Kreationist‘ bilden willst oder
- jeweils ein Buchstabe gezogen wird, passt er, behältst du ihn, passt er nicht ziehst du einen neuen.
Das ist eine sehr vereinfachte Darstellung von dem was in der Natur passiert.
Eine Mutation kann 'keine' Auswirkungen haben, 'positive' Auswirkungen haben oder ‚negativ‘ Auswirkungen haben. Ob etwas ‚positiv‘ oder ‚negativ‘ ist hängt zum Teil von der Umwelt ab. Die ‚Mutation‘ also die
Veränderung ist nur ein Schritt. Die Selektion ist der zweite Schritt. Hat etwas Vorteile – kann z.B. besser Nahrung gesucht werden oder kann eine neue Nahrungsquelle benutzt werden, wird die Mutation erhalten bleiben und sich in der Population ‚anreichern‘. Ist sie negativ wird das Individuum Nachteile haben und evt. weniger Nachkommen.
Die Evolution findet also immer auf Populationsniveau statt - die einzelnen Individuen sind nur winzig kleine Bausteine.
Das ist keine einfache Kost und mit Wahrscheinlichkeiten und Statistik gut umgehen zu können - das erfordert jahrelange Erfahrung.
*lach* ist zwar kein ‚Sachargument‘, aber gut…
…, wenn es in der Materie eine Möglichkeit gäbe, dass durch Zufallsprozesse Information entstehen kann. …
Es entsteht jeden Tag ‚zufällig Information in der Materie‘. Die Materie sind die DNA Fäden mit den vier Buchstaben Adenin, Thymin, Guanin und Cytosin. Wenn z.B. ein Kind mit dem Down-Syndrom auf die Welt kommt ist seine ‚Materie‘ so verändert, dass die Information nicht mehr stimmt. Bei jeder ‚Erbkrankheit‘ entsteht neue Information. Aber auch bei jeder Eizelle die befruchtet wird. Das Erbgut von Vater und Mutter wird neu gemengt und es entsteht etwas NEUES. Das Kind ist eben nicht genau wie die Eltern, es ist ähnlich.
… weil alle Baupläne der …
Du stellst dir anscheinend vor, dass diese ‚Baupläne‘ ähnlich den ‚Bauplänen‘ von Architekten sind. Diese Vorstellung ist falsch. Ein Bauplan in der Biologie ist eine Beschreibung eines ‚Taxons‘, also einer systematische Einheit von Lebewesen, z.B. einer Ordnung. Dabei gibt es vielleicht kein einziges Individuum das genau diesem ‚Bauplan‘ entspricht. Ich verstehe, dass es für Laien sehr schwierig zu begreifen ist. Ein Problem sind sicher die gleichen Begriffe für unterschiedliche Bedeutungen. Das ist wie der ‚Atlas‘ der kann auch ein Kartennachschlagewerk sein, aber auch ein Stoff oder der oberste Halswirbel oder ein Gebirge.
… Die Naturgesetze über nicht-materielle Größen, insbesondere die der Information, besagen, dass Materie niemals eine nicht-materielle Größe erzeugen kann.
Welches ‚Naturgesetz‘ sollte das sein? Was soll eine 'nicht-materielle Größe' sein? Hier musst du noch mal nachlesen und besser abschreiben.
Weiterhin gilt; Information kann nur durch einen mit Intelligenz und Willen ausgestatteten Urheber entstehen.
Wer sagt das? Das ist nämlich falsch. Dazu gibt es sehr, sehr viele Belege. Z.B. lebt auf jeder der Galapagos-Insel eine eigene Finkenart die sich alle aus einer Art heraus entwickelt haben. Das gleiche gilt für die dortigen Schildkröten.
Oder das Experiment von Lenski: er hält seit vielen Generationen Bakterien-Stämme in einem Medium aus Zucker und Citrat. Zucker dient ihnen als Nahrung, mit Citrat können sie nichts anfangen. Inzwischen hat sich ein Stamm verändert – man konnte zwei Mutationen in der DNA finden die dafür verantwortlich sind die sehr wohl Citrat als Nahrung verwenden können.
Es gibt noch hunderte von weiteren Belegen die genau den Zusammenhang zwischen DNA und der Ausprägung im Organismus zeigen und die erst vor kurzem entstanden sind.
Damit ist doch klar: Wer Evolution auch nur für denkbar hält, glaubt an ein Perpetuum mobile der Information. Jetzt kannst Du gerne versuchen, dieses Argument zu widerlegen. Kannst Du?
Nein, da ist nichts zu 'widerlegen'. Zumindest bei dir nicht. Wer sieht wie die Evolution auf der Erde wirkt kann staunen und wer sich mit der Evolutionstheorie befasst kann lernen wie sich Lebewesen, inklusive wir, uns entwickelt haben und wie sie sich noch stets entwickeln.
Deine ‚Argumente‘ sind nicht zu ‚widerlegen‘ weil du keine Argumente hast.
Etwas noch nicht erklären zu können ist kein Argument für einen ‚Designer‘. Außerdem musst du dich fragen:
Wer hat denn deinen Gott gemacht?
Deine Antwort wird sein: "
Niemand. Gott ist ewig, Gott ist größer als wer weiß was…usw."
Wenn du behauptest, dass dein Gott ‚ewig’ sein kann – warum dann nicht das Universum? Oder das Vergehen und Entstehen davon? Es gibt Religionen, die genau so etwas behaupten.
Das führt uns zur Frage: Wenn es noch keine Regeln gibt – also wenn es noch keine nicht-materielle Größen (Information) gibt, wie konnten sich dann Regeln bilden? Stichwort: Perpetuum mobile.
Das ist falsch. Siehe oben. Deine ‚Gotteshypothese‘ ist keine Erklärung für deinen immer wieder in den Raum gestellten Begriff ‚Perpetuum mobile‘. Du hast anscheinend gar nicht verstanden was das ist. Mir fehlt von dir hier nur noch der Verweis auf den ‚2. Hauptsatz der Thermodynamik‘
🙂
Arroganz kann ich nicht bestätigen. Du beureilst andere, obwohl Du die grundsätzlichen Argumente, die gegen die Evolutionstheorie sprechen (siehe Sachargument 1+2) nicht widerlegen kannst. Oder irre ich mich?
Ich entschuldige mich für den Begriff 'Arroganz'. Das war falsch. Es ist keine Arroganz, das ist Ignoranz. Und nein, ich ‚beurteile‘ niemand. Und doch, wenn du Argumente hättest könnte ich die auch widerlegen. Daher Ja: du irrst dich.
Genau, Ignoranz eben
🙂
Und all diese Ignoranz ist prima. Es ist in Ordnung, wenn jemand mit dem nichts zu tun haben will und, wenn du glauben möchtest ein Gott hat dich gemacht und du dich damit besser fühlst - tu das.
Lustig finde ich, dass euch Kreationisten und IDern aber anscheinend die Naturwissenschaften doch so wichtig seid, dass ihr dauernd versucht irgendwas zu widerlegen wovon ihr keine Ahnung habt. *lol*
Ach ja - zum Schluss noch. Diese Ausführungen sind nicht für dich, sondern für Leute die offen für
wirkliche Erklärungen sind und denen 'Gott hats gemacht' zu wenig ist. Alle die Interesse haben können mich jederzeit zur Biologie etwas fragen.