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Selbstmord mit 14

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Namino

Mitglied
diesen text schreib ich schon länger.



„Tschüss, bis morgen!“, rief Wiebke uns zu. „Schwänzt ihr schon wieder Chemie?“, fragte meine Freundin vorsichtig. „Habt ihr keine Angst vor Ärger?“ „Quatsch, die Frey traut sich nicht mal, zu sagen, dass sie Stress mit uns hat, da wird die nicht petzen!“ Mit diesen Worten verschwanden die 4 Freunde in Richtung Ausgang. Nicht, dass wir anderen Streber oder sowas sind, nur weil wir zum Unterricht gehen, nein, wir waren zu der Zeit eine Chaosklasse und bei den Lehrern gefürchtet. Zu der Zeit wusste keiner, dass es sich so bald ändern würde…

Der nächste Tag begann hamlos. Wir hatten in der ersten Englisch. Ich trottete zum Raum, als plötzlich Beni, der mit Anna vor mir ging, sagte: „Hast du gehört, dass Wiebke Selbstmord begehen will? Das ist nun die dritte Ankündigung. Die tuts doch sowieso nicht.“ Die beiden diskutierten darüber und ich machte mir auch so meine Gedanken: „ Selbstmord mit 14? Glaub ich nicht. Die ist doch immer so glücklich! Nee, sowas trau ich ihr nicht zu.“ Vor Englisch kamen mir ein paar Freundinnen entgegen. Sie meinten, dass Wiebke wohl Selbstmord begehen wolle und einige aus unserer Klasse sie zum Krankenhaus (5 Gehminuten von der Schule und das höchste Gebäude im Umkreis)folgen und zurückholen wollten. Die beiden waren aber der gleichen Meinung wie ich und meinten, dass das wieder nur so eine Masche zum schwänzen ist. Also blieben wir mit ungefähr 20 von 30 Schülern da. Ich hatte schon ein komischen Gefühl. Unsere Lehrerin kam. Wir erzählten ihr von der Sache. Sie schenkte den anderen auch keinen Glauben. Sie begann den Unterricht. Wir mussten einen Text lesen. Nach etwa 10 Minuten wurde Frau Witt, unsere Lehrerin doch unruhig. Sie schickte zwei Schüler zu unseren Klassenlehrer. Ich hatte zu der Zeit schon mächtig Angst um Wiebke und ein echt schlechtes Gefühl. Kurz darauf hörten wir die beiden über den Flur rennen. Ihnen folgte einer, der mit zum Krankenhaus gegangen ist. Der Junge, Freddi, ein total lässiger Junge, der nie richtig Emotionen zeigt, hatte Tränen in den Augen. Er sagte, dass Wiebke gesprungen und tot wäre. Die Reaktionen könnt ihr euch ja vorstellen, die möchte ich hier lieber nicht schildern. Wir gingen geschlossen auf den Schulhof. Ich lief hoch, um unsere junge Deutschlehrerin, die wir in der 2. Stunde hatten und die als einzige Lehrerin mit Wiebke gut klarkam, zu holen. Ich erzählte ihr die Geschichte, sie fing auch an zu heulen. Dann nahm sie mich auf den offenen Flur in den Arm. Wir gingen gemeinsam runter zu den anderen. Wir wurden alle in unseren Klassenraum geschickt und man setzte eine Seelsorgerin dazu. Nach etwa 15 Minuten kam unser Schulleiter rein und sagte, dass Wiebke noch lebe und grade notoperiert wurde. Die Erleichterung konnte man förmlich mit den Händen greifen. Wir wurden in die Aula gebracht, wo dann auch der Rest der Klasse, der am Krankenhaus war, zu uns stieß. Einige Lehrer passten auf, der Hausmeister versorgte uns mit Wasser. Die Polizei hat eine Truppe aus Notärzten, unzähligen Seelsorgern und Polizisten zusammengestellt, die sich um uns kümmerten. Nach 20 Minuten kam wieder unser Schulleiter rein. Er stellte sich auf die Bühne und hielt eine kurze Rede :„Das schlimmste, was ihr jetzt machen könnt, ist euch Vorwürfe zu machen. Ich muss euch leider mitteilen, dass Wiebke gerade in der Not-op verstorben ist.“ Es war echt furchtbar. Wir hatten uns alle so Hoffnungen gemacht. Wir wurden in Kleingruppen mit Seelsorgern zusammengesetzt und das Sekretariat rief alle Eltern von uns an. Unsere Eltern holten uns dann ab.


Mehr erzähle ich an dieser Stelle lieber nicht.
Hier noch einer von unzähligen Links:
YouTube - Wiebke we miss you
 
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Old-Lady

Gast
Hallo Namino,
das ist so furchtbar. In der Parallelklasse meines Enkelsohnes hat sich auch ein Schüler umgebracht - auch 14 !
Ich sage es immer wieder, in den Kindern geht seelisch soooo viel vor, die Erwachsenen müssen ihnen unbedingt zuhören !!!Die Kinder geben fast immer Anzeichen. Sie sprechen oft nicht so viel darüber. Man merkt es an ihrem Verhalten. Und die Erwachsenen tun das oft als Launen ab etc. sie nehmen sich nicht die Zeit, das Kind im Wechsel seiner Tätigkeiten zu beobachten. Oftmals stehen die Eltern selber unter Stress. Umso verwerflicher ist es, die Grosseltern, die so etwas sehen und ahnen und die gewisse Veränderungen an einem Kind besser einschätzen können, einfach beiseite zu schieben und als spinnerte Alte abzustempeln... auch von Jugendämtern werden die Grosseltern, die in Sorge um ihre Enkel sind, einfach abgetan!!
Man könnte viel Leid verhindern, wenn man nur alle Meldungen ernst nehmen würde !!! Aber in Deutschland geht man immer öfter einfach nur mit dem Rasenmäher über alles hinweg.
Hinterher wird gejammert. Aber man sollte VORHER was tun! vielen Kindern könnte geholfen werden, wenn nicht die Erwachsenen sich gegenseitig bekriegen würden.
Der Schulstress ist nämlich schon genug !
Mahlzeit
Old Lady
 

Namino

Mitglied
mich hat so gewundert, dass wir nie etwas gemerkt haben. wir haben einige in der klasse, die oft sehr genau wissen, wie man sich grad fühlt, auch wenn man nichts sagt. unser lehrer sagte sehr passend, dass sie immer eine maske getragen hat. sie tat immer sehr glücklich, aber in wirklichkeit muss sie sich furchtbar gefühlt haben, dass sie so einen schritt wagt. ich frage mich oft, warum sie sich keinen anvertraut hat. vielleicht war es ihr stolz, schließlich gehörte sie zu den ganz coolen, vielleicht war es auch angst. ich kannte sie bis dahin 3 1/2 jahre, ich weiß nicht, was vorher alles war, sie hat nie was von sich erzählt.
ich frage mich immer, was in einen menschen vorgehen muss, dass man sowas tut.
 
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Old-Lady

Gast
mich hat so gewundert, dass wir nie etwas gemerkt haben. wir haben einige in der klasse, die oft sehr genau wissen, wie man sich grad fühlt, auch wenn man nichts sagt. unser lehrer sagte sehr passend, dass sie immer eine maske getragen hat. sie tat immer sehr glücklich, aber in wirklichkeit muss sie sich furchtbar gefühlt haben, dass sie so einen schritt wagt. ich frage mich oft, warum sie sich keinen anvertraut hat. vielleicht war es ihr stolz, schließlich gehörte sie zu den ganz coolen, vielleicht war es auch angst. ich kannte sie bis dahin 3 1/2 jahre, ich weiß nicht, was vorher alles war, sie hat nie was von sich erzählt.
ich frage mich immer, was in einen menschen vorgehen muss, dass man sowas tut.
Hallo Namino,
vielleicht hat sie sich gedacht, wenn ich über mich erzähle, wie es mir wirklich geht, werde ich keine Freunde mehr haben, weil keiner Schwierigkeiten haben will. Und dann kommt noch hinzu, dass oft viel einfach nur zerredet wird und nicht wirklich geholfen wird. Die Meinungen gehen so drastisch auseinander über ein Thema, das siehst Du ja schon hier im Forum !!! Das wollte sie sich wohl ersparen... mit 14... wie verzweifelt und hilflos muss sie gewesen sein :( Keine Omi da, zu der man rennen könnte, wenn man´s von einer durchgeknallten Mutter nicht gerade verboten bekommt. Das ist sowas von traurig! Was soll man noch dazu sagen. Und Du kannst ja selber lesen, wie im Nachhinein noch mit dem Thema umgegangen wird.... Wie meisterhaft die Schule das geschultert hat, wie toll die Gemeinde das Thema behandelt... Keiner denkt an die furchtbare Verzweiflung des Kindes :( Ich habe von dieser hohlen Gesellschaft aber sowas von die Nase voll!!!! Nur das hilft den Kindern auch nicht weiter. In diesem Dschungel muss man als ältere Person schauen, wie man irgendwie den Kindern noch helfen kann.
Herzliche Grüsse
Old Lady
 

Namino

Mitglied
sowas in der richtung denk ich auch. jeder brauch eine schulter, an die er sich lehnen kann.

bei mir in der klasse machen sich einige gedanken, ob sie nicht selbstmord begehen sollten. in unseren alter denkt man wenn doch eher an weglaufen oder sowas, aber selbstmord?
 
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Old-Lady

Gast
sowas in der richtung denk ich auch. jeder brauch eine schulter, an die er sich lehnen kann.

bei mir in der klasse machen sich einige gedanken, ob sie nicht selbstmord begehen sollten. in unseren alter denkt man wenn doch eher an weglaufen oder sowas, aber selbstmord?

Daran erkennt man doch, wie verloren sich die Kinder fühlen ! :( Unsere Erwachsenen schlafen !!!!! Die zerstreiten sich doch bloss darüber, wie sie am besten die Kinder als Druckmittel einsetzen könnten :(. Ich bin fassungslos !

Du scheinst mir sehr vernünftig zu sein. Vielleicht kannst Du Schulkameraden für irgendeinen Sport interessieren...(sollten eigentlich die Eltern machen) Ich meine, dass Ihr gemeinsam was Sinnvolles unternehmen könntet, worauf Ihr Euch freuen würdet.

Kinder werden mit grausamen Sachen konfrontiert (Filme, die für sie noch nicht geeignet sind, nicht altersentsprechende PC-Spiele..etc.) Und dann das Sitzen vor dem PC und vor dem TV!!!!
Wenn der Körper nicht öfter in Bewegung gehalten wird, ist das schädlich für das Allgemeinbefinden. Das merkt man daran, dass man träge und missmutig wird, schlechte Laune hat, oft nicht ausreichend geschlafen hat, sich selber nicht mehr gut ist und vieles mehr.

Vielleicht versuchst du es mal mit der Idee "Sport".... oder Musik machen....evtl. hat der eine oder andere ein Instrument?
Ihr müsst irgendetwas unternehmen!!! Nicht vor sich hindösen und diesen selbstzerstörerischen Gedanken nachhängen.

LG Old Lady
 

Tyra

Sehr aktives Mitglied
Hallo Namino,

ich finde es sehr gut dass du dich mit dieser Sache auseiandersetzt würde dir jedoch dazu raten mal vor Ort mit einem Seelsorger oder Therapeuten drüber zu reden. Denn offensichtlich nimmt dich der Selbstmord deiner Klassenkameradin ja immer noch sehr mit.

Diese Schülerin schien psychisch krank gewesen zu sein, depressiv...Kennzeichen sind Isolation, Rückzug...Depressive können oft sehr gut ihr Inneres verbergen und spielen der Umwelt eine heile Welt vor...nach außen wirken sie ganz normal, aber innen brodelt es....diese Haltung ist ganz typisch für Depressionskranke.
Niemand ist Schuld am Tod des Mädchens..sie scheint ihr Leid hervorragend verborgen zu haben...da konnte dann niemand was ahnen....leider. Mag sein dass ihr Umfeld da die leisen Anzeichen übersehen hat...darüber kann man nur spekulieren und übers Internet jedoch keinerlei Rückschlüsse führen...dazu müsste man die Betroffenen schon persönlich kennen. In solchen Fällen bringen jedoch Schuldzuweisungen sehr wenig...Menschen machen Fehler...das Mädel hat den Fehler begangen sich extrem zu isolieren und sich ab zu schotten...die Umwelt hat ggf den Fehler gemacht dies nicht rechtzeitig zu erkennen und zu merken: "da stimmt was nicht mit der" etc.
Wer sich partout nicht helfen lassen will, dem ist leider nicht zu helfen. Das Mädchen schien sehr verwirrt und entschlossen gewesen zu sein..diese Kombination ist oft tödlich. Leider hatte sie wenig Achtung vor sich selbst und vor dem wertvollen Geschenk des Lebens...interessant wäre es zu erfahren wie es soweit kam...aber ggf. wird man das niemals erfahren....?
Sie hat sich leider zu ihren Ungunsten verhalten...daraus solltest du für dich und dein Leben eine Lehre ziehen...wenn es dir mal schlecht geht solltest du das offen aussprechen...man nennt das Seelenhygiene und die ist total wichtig.
Wir Menschen sind soziale Wesen und darauf angewiesen unsere Gedanken und Gefühle stets mit anderen Menschen zu teilen. Tun wir das nicht, isolieren wir uns ab werden wir krank...und gehen zugrunde....Wie jedes Tier brauchen wir bestimmte Dinge um gesund zu bleiben..sozusagen artgerechte Lebensbedingungen.


Es ist übrigens normal in deinem Alter über alles mögliche, den Sinn oder Unsinn des Lebens, Selbstmord nach zu denken..grad die Pubertät und der Übergang ins Erwachsenenalter ist eine sehr anstrengende und kritische Lebensphase...das war schon immer so...vgl. Goethes Werther. Es ist jedoch ein Riesenunterschied ob man als normal gesunder Jugendlicher über Selbstmord nachdenkt (nicht grübelt!! grübeln ist schädlich!) oder als depressionskranker Jugendlicher (Depressive grüblen...d.h. zirkeln immer wieder rundherum in der eigenen oft verdrehten Logik rum)...Bei einer Depression ist die Hirnchemie aus dem Lot und man kann nicht mehr normal denken...kann sich ggü seinem eigenen Denken nicht mehr kritisch abgrenzen..ist sozusagen Sklave seiner gestörten Hirnchemie und nicht mehr Herr seiner Gedanken.
Themen wie Selbstmord sind menschlich...ich persönlich urteile über Selbstmord dass dieser an sich niemals gerechtfertigt ist...außer ggf. in extremen Ausnahmesituationen wie sterbenskrank zu sein mit null Aussicht auf Heilung und daher den Selbstmord zu wählen um sich weitere Qualen zu ersparen. Eine Depression zählt natürlich nicht zu diesen Krankheiten...sie ist relativ leicht behandelbar. Allerdings fühlt der Depressionskranke ständige Qualen und leidet wie Hulle unter seinem Leben...aufgrund der gestörten Hirnchemie wird einem Depressiven alles zu viel....die gestörte Hirnchemie (die an sich mit den richtigen Medis sehr schnell wieder normalisiert werden kann) färbt alles Denken extrem negativ und hoffnungslos ein...wer diesem Denken blind folgt der ist natürlich verloren.

Wichtig ist generell sein Denken ständig kritisch zu hinterfragen..man nennt das Selbstreflexion...nicht grübeln und in negativen Gedanken abwärts trudeln, sondern sublimieren...d.h. sich selbst hier ne Grenze ziehen...anstatt zu grübeln (was nix bringt außer in SElbstmitleid zu versinken..eine sehr unwürdige Haltung!) sollte man lernen konstruktiv zu denken und konstruktiv mit Problemen um zu gehen. Sich nicht einfach passiv irgendwelchen Stimmungen hingeben sondern aktiv werden und gegen miese Stimmungen ankämpfen!

Jeder Mensch ist Architekt seines Lebens und auch zu weiten Teilen Architekt seines Denkens....und somit voll verantwortlich für das was er erlebt und erleidet. Mach also das Beste draus..sonst ist wertvolle Lebenszeit damit vertan unsinnig zu leiden.
Den Sinn seines Lebens muss man sich selbst erschaffen und aufbauen...da bleibt an sich ohnehin zu wenig Zeit dazu an kontraproduktiven Grübeleien an zu haften.

Für eine gesunde Lebensweise ist ständige regelmäßige Seelenhygiene, also aktiver Austausch mit deinen Mitmenschen erforderlich, genügend Bewegung = Sport und zwar mindestens 2-3 STunden am Tag...es heißt nicht umsonst: mens sana in corpore sanum..also ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper...die Jugendlichen heute sind total bewegungsarm...klar dass sie krank und depressiv werden...beweg also deinen Hintern dann bewegt sich auch dein Geist und dein Denken bleibt flexibel und realistisch.
In dem kritischen Alter, in dem du gerade bist habe ich täglich ca. 6-8 Stunden Sport gemacht, nach der Schule war ich nur kurz zum Essen und Schulaufgaben machen zu Haus, ansonsten immer mit Freunden etc. unterwegs und in Bewegung......Leistungssport..laufen, radfahren, reiten...nen kleinen Reitstall geführt, gemalt, gelesen, mit Freunden Gespräche geführt, fun und Action und zwar life im realen Leben...man musste sich dort auch mal in gefährlichen Situationen bewähren und konnte so feststellen wer man ist und wie man sein wollte, sich austesten, selbst kennenlernen etc...sowas braucht man als Mensch...man braucht die ständige Herausforderung. Unterforderung macht krank und natürlich auch Überforderung,..da muss man für sich das richtige Maß finden......Sinnvolle Beschäftigungen die Selbst-bestätigung geben sind sehr wichtig und v.a. der Sport...der das Denken erdet und den Kopp stabil und gesund erhält.
Couchpotatoes werden krank und sterben aus..diese Spezies ist nicht überlebensfähig, denn biologisch gesehen sind wir Bewegungstiere.... die den ganzen Tach an sich in Bewegung bleiben müssen...körperlich wie geistig.
Damals zu meiner Jugendzheit gab es sowas wie Internet (gottseidank..der Suchtfaktor ist unverkennbar hoch) nicht und TV war zum Glück uninteressant....heute sieht das natürlich anders aus und ich bedaure deine Generation daher sehr...ihr verpasst sehr vieles und lebt oft mehr in diesen medialen Scheinwelten als der realen Welt...Du hast es jedoch in der Hand das anders zu machen und ich rate dir dazu dein Leben menschengerecht zu gestalten.

Viel Erfolg dabei!

Tyra

Ich würde dir also nochmals raten ggf. mit einem Therapeuten zu reden...und mit dieser Sache mit deiner Mitschülerin für dich zu einem Abschluss zu kommen. Es war ein tragischer Vorfall der da passiert ist und den man als Anlass dazu nehmen sollte das Leben umso mehr zu schätzen und zu schützen. In Andenken an sie solltet ihr zugucken die Fehler die sie gemacht hatte zu vermeiden.
 
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Old-Lady

Gast
Hallo Namino,

ich finde es sehr gut dass du dich mit dieser Sache auseiandersetzt würde dir jedoch dazu raten mal vor Ort mit einem Seelsorger oder Therapeuten drüber zu reden. Denn offensichtlich nimmt dich der Selbstmord deiner Klassenkameradin ja immer noch sehr mit.

Diese Schülerin schien psychisch krank gewesen zu sein, depressiv...Kennzeichen sind Isolation, Rückzug...Depressive können oft sehr gut ihr Inneres verbergen und spielen der Umwelt eine heile Welt vor...nach außen wirken sie ganz normal, aber innen brodelt es....diese Haltung ist ganz typisch für Depressionskranke.
Niemand ist Schuld am Tod des Mädchens..sie scheint ihr Leid hervorragend verborgen zu haben...da konnte dann niemand was ahnen....leider. Mag sein dass ihr Umfeld da die leisen Anzeichen übersehen hat...darüber kann man nur spekulieren und übers Internet jedoch keinerlei Rückschlüsse führen...dazu müsste man die Betroffenen schon persönlich kennen. In solchen Fällen bringen jedoch Schuldzuweisungen sehr wenig...Menschen machen Fehler...das Mädel hat den Fehler begangen sich extrem zu isolieren und sich ab zu schotten...die Umwelt hat ggf den Fehler gemacht dies nicht rechtzeitig zu erkennen und zu merken: "da stimmt was nicht mit der" etc.
Wer sich partout nicht helfen lassen will, dem ist leider nicht zu helfen. Das Mädchen schien sehr verwirrt und entschlossen gewesen zu sein..diese Kombination ist oft tödlich. Leider hatte sie wenig Achtung vor sich selbst und vor dem wertvollen Geschenk des Lebens...interessant wäre es zu erfahren wie es soweit kam...aber ggf. wird man das niemals erfahren....?
Sie hat sich leider zu ihren Ungunsten verhalten...daraus solltest du für dich und dein Leben eine Lehre ziehen...wenn es dir mal schlecht geht solltest du das offen aussprechen...man nennt das Seelenhygiene und die ist total wichtig.
Wir Menschen sind soziale Wesen und darauf angewiesen unsere Gedanken und Gefühle stets mit anderen Menschen zu teilen. Tun wir das nicht, isolieren wir uns ab werden wir krank...und gehen zugrunde....Wie jedes Tier brauchen wir bestimmte Dinge um gesund zu bleiben..sozusagen artgerechte Lebensbedingungen.


Es ist übrigens normal in deinem Alter über alles mögliche, den Sinn oder Unsinn des Lebens, Selbstmord nach zu denken..grad die Pubertät und der Übergang ins Erwachsenenalter ist eine sehr anstrengende und kritische Lebensphase...das war schon immer so...vgl. Goethes Werther. Es ist jedoch ein Riesenunterschied ob man als normal gesunder Jugendlicher über Selbstmord nachdenkt (nicht grübelt!! grübeln ist schädlich!) oder als depressionskranker Jugendlicher (Depressive grüblen...d.h. zirkeln immer wieder rundherum in der eigenen oft verdrehten Logik rum)...Bei einer Depression ist die Hirnchemie aus dem Lot und man kann nicht mehr normal denken...kann sich ggü seinem eigenen Denken nicht mehr kritisch abgrenzen..ist sozusagen Sklave seiner gestörten Hirnchemie und nicht mehr Herr seiner Gedanken.
Themen wie Selbstmord sind menschlich...ich persönlich urteile über Selbstmord dass dieser an sich niemals gerechtfertigt ist...außer ggf. in extremen Ausnahmesituationen wie sterbenskrank zu sein mit null Aussicht auf Heilung und daher den Selbstmord zu wählen um sich weitere Qualen zu ersparen. Eine Depression zählt natürlich nicht zu diesen Krankheiten...sie ist relativ leicht behandelbar. Allerdings fühlt der Depressionskranke ständige Qualen und leidet wie Hulle unter seinem Leben...aufgrund der gestörten Hirnchemie wird einem Depressiven alles zu viel....die gestörte Hirnchemie (die an sich mit den richtigen Medis sehr schnell wieder normalisiert werden kann) färbt alles Denken extrem negativ und hoffnungslos ein...wer diesem Denken blind folgt der ist natürlich verloren.

Wichtig ist generell sein Denken ständig kritisch zu hinterfragen..man nennt das Selbstreflexion...nicht grübeln und in negativen Gedanken abwärts trudeln, sondern sublimieren...d.h. sich selbst hier ne Grenze ziehen...anstatt zu grübeln (was nix bringt außer in SElbstmitleid zu versinken..eine sehr unwürdige Haltung!) sollte man lernen konstruktiv zu denken und konstruktiv mit Problemen um zu gehen. Sich nicht einfach passiv irgendwelchen Stimmungen hingeben sondern aktiv werden und gegen miese Stimmungen ankämpfen!

Jeder Mensch ist Architekt seines Lebens und auch zu weiten Teilen Architekt seines Denkens....und somit voll verantwortlich für das was er erlebt und erleidet. Mach also das Beste draus..sonst ist wertvolle Lebenszeit damit vertan unsinnig zu leiden.
Den Sinn seines Lebens muss man sich selbst erschaffen und aufbauen...da bleibt an sich ohnehin zu wenig Zeit dazu an kontraproduktiven Grübeleien an zu haften.

Für eine gesunde Lebensweise ist ständige regelmäßige Seelenhygiene, also aktiver Austausch mit deinen Mitmenschen erforderlich, genügend Bewegung = Sport und zwar mindestens 2-3 STunden am Tag...es heißt nicht umsonst: mens sana in corpore sanum..also ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper...die Jugendlichen heute sind total bewegungsarm...klar dass sie krank und depressiv werden...beweg also deinen Hintern dann bewegt sich auch dein Geist und dein Denken bleibt flexibel und realistisch.
In dem kritischen Alter, in dem du gerade bist habe ich täglich ca. 6-8 Stunden Sport gemacht, nach der Schule war ich nur kurz zum Essen und Schulaufgaben machen zu Haus, ansonsten immer mit Freunden etc. unterwegs und in Bewegung......Leistungssport..laufen, radfahren, reiten...nen kleinen Reitstall geführt, gemalt, gelesen, mit Freunden Gespräche geführt, fun und Action und zwar life im realen Leben...man musste sich dort auch mal in gefährlichen Situationen bewähren und konnte so feststellen wer man ist und wie man sein wollte, sich austesten, selbst kennenlernen etc...sowas braucht man als Mensch...man braucht die ständige Herausforderung. Unterforderung macht krank und natürlich auch Überforderung,..da muss man für sich das richtige Maß finden......Sinnvolle Beschäftigungen die Selbst-bestätigung geben sind sehr wichtig und v.a. der Sport...der das Denken erdet und den Kopp stabil und gesund erhält.
Couchpotatoes werden krank und sterben aus..diese Spezies ist nicht überlebensfähig, denn biologisch gesehen sind wir Bewegungstiere.... die den ganzen Tach an sich in Bewegung bleiben müssen...körperlich wie geistig.
Damals zu meiner Jugendzheit gab es sowas wie Internet (gottseidank..der Suchtfaktor ist unverkennbar hoch) nicht und TV war zum Glück uninteressant....heute sieht das natürlich anders aus und ich bedaure deine Generation daher sehr...ihr verpasst sehr vieles und lebt oft mehr in diesen medialen Scheinwelten als der realen Welt...Du hast es jedoch in der Hand das anders zu machen und ich rate dir dazu dein Leben menschengerecht zu gestalten.

Viel Erfolg dabei!

Tyra

Ich würde dir also nochmals raten ggf. mit einem Therapeuten zu reden...und mit dieser Sache mit deiner Mitschülerin für dich zu einem Abschluss zu kommen. Es war ein tragischer Vorfall der da passiert ist und den man als Anlass dazu nehmen sollte das Leben umso mehr zu schätzen und zu schützen. In Andenken an sie solltet ihr zugucken die Fehler die sie gemacht hatte zu vermeiden.

Hallo Tyra,
soll das alles, was Du hier aufgeführt hast, ein 14-jähriges zutiefst unglückliches und verzweifeltes Mädchen verstehen??????:confused:
So ein Kind hat doch noch gar keine Ahnung, wieviele Facetten von Denkweisen es gibt !!!
Ein Heranwachsender kennt sich doch überhaupt noch nicht aus mit solch hochsensiblen Dingen.
Wenn die Erwachsenen schon versagen, was soll man dann erst von einem 14-jährigen Kind erwarten....

Hier hätten wachsame Erwachsene im nächsten Umfeld sehen und spüren müssen, was vor sich geht. Ein bischen Einfühlungsvermögen, Gefühl, tja ....und Liebe zu den Kindern. Wenn man Kinder wirklich liebt, spürt man gewisse Veränderungen!
Allein verschiedene Verhaltensweisen sind wie ein offenes Buch!
Aber.....in unserer schnelllebigen Zeit...hat niemand mehr Zeit... und dann übersieht man halt auch Wichtiges....
und auf die Älteren, die viel Erfahrungen gesammelt haben in ihrem Leben, wird nicht mehr gehorcht. Wenn man als Oma oder/und Opa Hinweise gibt, wird das als unnötige und ungebührliche Einmischung dargestellt.
Und wer zahlt die ganze Zeche??????
DIE KINDER !!!!

Gruss Old-Lady
 

Tyra

Sehr aktives Mitglied
@ Old-Lady: 14- jährige sind keine Kinder mehr, haben oft bereits Sex, begehen Verbrechen (ab dieser Altersgruppe steigt die Kriminalitätsrate), ziehen sich Drogen rein, ... und sind normalerweise intellektuell auch bereits gut drauf (es sei denn sie nehmen zu viele Drogen oder leben in einem intellektuell unterbelichteten Milieu)...Also ich hätte sowas mit 14 verstanden..zumindest ansatzweise..ich finde heutzutage unterfordert man die Jugendlichen intellektuell total...In anderen Ethnien/gesellschaften sind Jugendliche in dem Alter bereits verheiratet und sorgen für ihre Familien..das ist nicht genetisch oder so bedingt...sondern eher in Anpassung an ein Gesellschaftssystem. Nicht dass ich es gut finden würde Jugendliche so früh zu verheiraten..um gottes Willen...allerdings mag ich es nicht wenn man Jugendliche wie Kleinkinder behandelt...was sie definitiv nicht mehr sind. Da geht ggf. dein Mutterschutzinstinkt ein wenig bei dir durch.

Also ich in dem Alter habe den familiären Haushalt teilweise mit geschmissen, hatte neben der Schule (Gymnasium mit recht hohen Anforderungen) bereits nen festen Job und Verantwortung, und mich gut um mich selbst und auch Menschen meines Umfelds gekümmert...Möglich ist also vieles...14-jährige sind keine Kinder mehr..sondern machen ziemliche Entwicklungssprünge durch...
Kann es sein dass die heutige Generation zu sehr verweichlicht ist?...an zu wenig Anforderung oder ungesunde "Haltung" und Lebensweise durch die Erwachsenen erkrankt und geschwächt wird? Einerseits werden an Jugendliche sicherlich große Ansprüche gestellt..andererseits oft aber wie Kleinkinder behandelt..grad diese Spannungsfeld verwirrt mache ggf mehr als dass es ihnen hilft. Was irgendwo überall fehlt ist sowas wie Bodenständigkeit....die Lebensweise vieler Familien verkommt irgendwie zu einem ziemlich unartgerechten Konstrukt, dass viele Menschen krank macht...es wird zu wenig mit einander geredet...die Augen eher auf diese Suchtmaschinen TV und PC als aufeinander gerichtet...Die Soziologen reden und schreiben seit ca. 20 Jahren von der Individualisierung der Gesellschaft, also Vereinzelung der Menschen...wo gibt es denn noch Raum für Gemeinschaft? Wenn man diesen Raum nicht bewusst schafft keinen!

Ich würde nicht zu einseitig sein und sagen, dass hier allein das Umfeld reagieren muss...nein...beide Seiten (und auch ggf. noch weitere Seiten) müssen reagieren!
Man kann nicht wenn man kein Mitleid mit sich selbst hat, selbst unachtsam mit sich umgeht, erwarten dass das Umfeld Mitleid oder Mitgefühl und Aufmerksamkeit reagiert. Sowas kapiert man an sich bereits mit 14 Jahren...ist ja an sich ne total simple Erkenntnis.

Und aus biologischer Sicht ist ein Mensch, der sich verschließt, also mehr oder weniger bewusst aus der sozialen Gemeinschaft ausklinkt, auf einen Irrweg geraten, was das Umfeld nicht direkt erkennen kann...manchmal geraten Menschen eben auf tödliche Irrwege und krankhafte Abwege...das ist der Lauf der Dinge.
Ich denke kaum dass man gerade in dieser schnelllebigen Zeit in der auch die Menschen im Umfeld oft selbst mit eigenen Sorgen und Dingen belastet sind erwarten kann dass dieses sensibler und achtsamer auf Menschen reagiert, die sich abkapseln...GGf bräuchte es für diesen Idealzustand ne Revolution, neue Politik und volkommen neue Gesellschaftsordnung...einen vollkommen neuen Menschen...ohne den natürlichen Raubtiercharakter?? Keine Ahnung...

ich stelle die These auf, dass nur ein sehr geschulter Beobachter oder ggf. auch Fachmann..also Psychologe oder Psychiater erkannt hätte was mit dem Mädel los ist..alle anderen haben ggf. allenfalls was geahnt...aber instinktiv weichen Menschen vor Dingen die sie sich nicht direkt erklären können zurück....Instinkte sind mächtig..dagegen kommt man manchmal nicht ohne weiteres mit dem Intellekt an...und wer weiss wie geschult der Intellekt und die Beobachtungsgabe der menschen im Umfeld um das Mädel gewesen sind? Offensichtlich nicht geschult genug...was man dem Umfeld jedoch nicht unbedingt zur Last legen kann, oder? Ich denke auch kaum dass gerade ältere Leute ohne Menschenkenntnis oder Fachkenntnis da direkt was gemerkt hätten...aufs Alter kommt es nicht an...jedoch kann es natürlich sein, dass Menschen die mehr Zeit für genauere Beobachtung haben da wirklich eher was feststellen...dann kommt es aber immer auch drauf an was sie mit ihren Beobachtungsergebnissen so anfangen...

Ich würde auch nicht einseitig auf eine "Die armen Kinder" und die blinden und bösen Erwachsenen-Schiene laufen...

Ich persönlich war als 14-jährige teilweise auch sehr unglücklich gewesen.....aber hatte gemerkt, dass ich letztlich wie jeder andere Mensch auf mich allein gestellt bin in dieser Welt....und auch zusehen muss die Verantwortung für mein Leben selber in die Hand zu nehmen, aktiv sein muss um was gegen das Unglücklichsein zu TUN...sowas weiss man an sich rein intuitiv...auch im frühen Kindesalter bereits.....das habe ich damals getan...ich bin da meinem Bauchgefühl gefolgt...leider haben Depressionskranke dieses gesunde Bauchgefühl oft nicht mehr....was sehr schade ist. Ich kann mir vorstellen, dass viele Menschen die zu ungesund und unnatürlich leben dieses Bauchgefühl auch verlieren...diese Leute sterben dann irgendwo aus..das ist der Lauf der Dinge.

Ich denke ein Hemmnis wird ggf. gewesen sein, dass das Umfeld ggf sogar gemerkt hat, das was nicht stimmt...aber psychische Erkrankungen nicht gerne gesehen und eher verdrängt werden..das wurde dem Mädel ggf. zum Verhängnis.....ich denke da ist sie kein Einzelfall. Und wer weiss was die Ursachen der Depression waren? Oft liegen die Ursachen im Umfeld selbst...Gewalt oder Missbrauch durch die Eltern/Familie?? Und da zu erwarten, dass das Mädel auf Sensibilität oder Verständnis im näheren Umfeld trifft ist dann sehr unrealistisch.
Und auch wenn es andere Gründe gab finde ich geht es zu weit da einfach pauschal von Versagen seitens des Umfelds zu sprechen..auch das Mädel hat teilweise versagt....

Was Opa und Omahinweise angeht...manchmal reichen Hinweise nicht und sind TATEN erforderlich...mal außergewöhnliche Wege gehen...dranbleiben und hartnäckig sein etc. Grad bei Depressionserkrankung ist oft schnelles Eingreifen erforderlich.

Ich denke dass der Tod dieses Mädchens jedoch generell allen...also jungen Menschen und Jugendlichen und auch den älteren Leuten...Erwachsenen sone Art Mahnmal dazu sein sollte die Beobachtungsgabe mal etwas mehr zu schulen um aufeinander etwas mehr auf zu passen. Das gegenseitig ein wenig auf sich aufpassen sollte nicht nur den Kids ggü laufen sondern generell.
 
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