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Selbstmord als Option

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Re: Selbstmord als Option
Und trotzdem, ist das Leben in meinen Augen voll zum kotzen. Ich finds einfach beschissen. Nennt mich egoistisch oder undankbar und evtl trifft das sogar gut zu, aber so, wie ich das Leben in meinen 20 Jahren erlebt habe und so, wie es höchstwahrscheinlich wie bei den meisten Menschen die nächsten 60 Jahre weitergehen wird, hab ich da echt keine Lust drauf. Mir ist vollstes bewusst, dass man immer die schönen Momente im Leben wertschätzen sollte! Sich darauf zu fokussieren und den Rest als Herausforderung zu betrachten hilft vielleicht auch den meisten… aber ich komme wieder und wieder zu einem Punkt, wo ich am Ende denke, selbst die schönsten Momente in meinem Leben heben nicht den shit auf, den ich tagtäglich erlebe oder mitbekomme. Ich für Mich betrachte Suizid nicht unbedingt als die Lösung, aber einfach als bessere Alternative. Warum, zur Hölle soll ich mich in dieser Welt beweisen müssen (ob in der Schule oder im Arbeitsleben), warum soll ich mir diese ganzen Sorgen bezüglich der Zukunft der Erde/ der Menschheit oder meiner Zukunft machen und mich dem ganzen Stress im Alltag aussetzen.

Um mal ein kleines Fazit zu ziehen, mir geht es aktuell eigentlich ziemlich gut. Ich verhalte mich nicht depressiv, habe keinen Grund mich zu beschweren oder auch nur ansatzweise an Suizid zu denken. Und trotzdem hätte ich kein Problem damit, oder denke zumindest öfters darüber nach, mir einfach endlich mal das Leben zu nehmen, einfach dass man sich keinen Kopf mehr machen muss. Um nichts. Ich hab sogar Angst, dass ich tatsächlich egoistisch genug sein könnte, das meiner Familie anzutun, auch wenn mir der Gedanke daran unglaubliche Schmerzen bereitet. Ich bin nicht unglaublich traurig oder verzweifelt und trotzdem sehe ich den eigenen Tod eher als Option als sich Tag für Tag durch das Leben zu kämpfen. Wenn Ichs anders beschreiben müsste, würde ich sagen ich bin zu faul fürs Leben. Mir ist es einfach egal.

Ich kann deine Gedankengänge gut nachvollziehen, damit hatte ich auch lange zu tun - und in schlechten Momenten habe ich es heute (33) auch noch.
So blöd es klingt, du musst (im gesunden Maß) Ignoranz und Egoismus lernen. Den ganzen Scheiß, der um dich herum passiert, möglichst ausblenden und dich auf die Zeit, die du noch hast, bis es irgendwann knallt auf der Welt, konzentrieren. Den Fokus darauf legen, dich zu fragen, was du in dieser Zeit machen kannst, um die größtmögliche Freude zu haben - im Rahmen deiner persönlichen Freiheit natürlich. Denn darauf kommt es an, glaube ich. Größtmögliche Freude, solange es noch geht. Ansonsten gibt es ohnehin keinen tieferen Sinn, wenn man bedenkt, dass wir alle nur durch eine unglaubliche Kette unglaublicher Zufälle aus Sternenstaub entstanden sind und unweigerlich wieder zu Sternenstaub werden.
 
(...) Die Schule dagegen war für mich leider schon immer die Hölle gewesen. Viel Mobbing, ich habe schon immer dazu geneigt mich gegen den Mainstream zu stellen. In den letzten 2 Jahren des Abiturs allerdings hatte ich mein größtes Tief. Einerseits traf Corona sehr hart und zudem war ich unfassbar stark verliebt, und als meine Gefühle nicht erwidert wurden konnten, bin ich in ein emotionales Loch gefallen. Ich wurde sehr depressiv, (...)
Wie läuft es jetzt mit den Leuten, Mitstudenten/innen? Ein soziales Netz haben und integriert sein ist wichtig. Als Eigenbrötler verhärtet man emotional, verlernt den Umgang mit Menschen. So viel Selbstbewusstsein um mit dem Alleine sein klar zukommen kann man eigentlich gar nicht haben.

An der Universität / FH laufen doch haufenweise junge Frauen herum. Da ist doch bestimmt Mal eine dabei, die gefallen würde, oder?

Wie sieht's mit der Ausbildungswahl aus? Passt das? Eine vernünftige Perspektive für das Leben zu haben ist sehr wichtig. Den einen geht es um die Anerkennung, anderen ist eher der Sinn in ihrem Schaffen wichtig.

Die Erkenntnis, dass man sein Leben verschleudert, bzw. verschleudert hat, kann sehr schlimm sein.
 
Ich finde, jeder hat zu jeder Zeit die Möglichkeit, Entscheidungen zu treffen.

Solltest du dich zu einem Suizid entscheiden, dann kann ich dir jetzt schon sagen, dass deine Mutter zu deinem Todeszeitpunkt seelisch zerbricht, quasi mit dir mit stirbt. Ich habe es erlebt, was es mit einer Mutter macht, wenn das Kind vor den Eltern stirbt. Für meine Mutter war es ein schweres seelisches Trauma, was die Ursache für ihre vorzeitige schwere Demenz war. Also ja, Suizid ist immer eine Option, eine unfassbar egoistische sogar. 😕

Du bist 20 Jahre alt und harderst mit deinem Leben, was auf den ersten Blick durchaus lebenswert scheint. Vielleicht solltest du mal eine Konsumpause von allen Medien einlegen? Keine Vergleiche mehr bei Sozial Media und keine Schreckensmeldungen aus den Nachrichten konsumieren, setzt dir einen Zeitraum vom beispielsweise 4 Wochen. Und dann geh raus in die Natur, hilft ehrenamtlich bei der Tafel oder im Tierheim und guck, was diese 4 Wochen ohne medialen Konsum mit dir macht. Verändert es deinen Blick aufs Ganze oder auf die Kleinigkeiten, die man plötzlich wieder zu schätzen weiß?

Leben heißt, der Zeit zwischen Geburt und Tod einen Sinn zu geben. Das kann sein, dass man seine Interessen zu seinem Beruf macht oder seinen Körper gesund ernähren und bewegen oder anderen zu helfen oder eine eigene Familie zu gründen. Oder eben die kleinen Dinge zu schätzen, die einem tgl. passieren.

Deutschland ist so eine unzufriedene egoistische Meckergesellschaft geworden und vergisst dabei, wie gut es uns im Grunde geht. Der Blick auf die kleinen feinen Dinge werden da komplett übersehen. Es passieren z.B. 10 schöne Dinge am Tag (die werden als selbstverständlich angesehen) und nur eine blöde Sache. Der Mensch als solches hängt sich aber lieber gedanklich an der blöden Sache auf und ignoriert die 10 schönen Dinge. Dabei überwiegen die sogar deutlich in der Anzahl, aber es wird nur über die eine blöde Sache gemeckert.

Ich persönlich habe mich entschieden, ein glückliches Leben zu leben, mit dem Blick auf die kleinen Dinge. Also nicht der Ansatz, wie furchtbar es ist, dass mir diese eine blöde Sache passiert ist, sondern mich auf die 10 schönen Dinge am Tag zu fokussieren und daran zu erfreuen.

Was ist der Shit, der dich täglich belastet? Druck, den du dir selbst machst? Druck von außen kann man kanalisieren, den muss man sich nicht antun, wenn man sich entscheidet, das nicht zu wollen. Und wenn dir der Weg zu deinen eigenen Entscheidungen nicht bewusst ist, dann lass dir helfen. Das ist ja zum Glück möglich.
 
Zum Eingangstext: Komm mal aus der Beweisenmüssen-Ecke heraus. Außerdem scheinst du mir in der Tat narzisstisch veranlagt zu sein, als wüsstest du nicht mit Niederlagen umzugehen oder Situationen, wo es total anderes kommt als geplant. Ich denke verarbeitet hast du das mit der unerwiderten Liebe nicht wirklich und du machst dir was vor, willst den Starken spielen. Aber lass das und überleg lieber was du WIRKLICH im Leben brauchst und wo du eine sinnvolle Aufgabe, vor allem auch für deine Mitmenschen finden kannst und stelle dich mal etwas zurück. Es ist in der heutigen Gesellschaft mit dem ganzen scheinbaren Erfolg im Internet, Instagram-Posts immer schwieriger ich weiß, dann ist es sehr einfach Minderwertigkeitskomplexe zu bekommen.
 
Suizid als Option war für mich immer eine allerletzte Zuflucht. Wirklich ernsthaft versucht hab ich das nie. Aber Tausende Male geplant.

Inzwischen gibt es niemanden mehr, den mein Tod traurig machen würde, jedenfalls nicht länger als bis zum Totenschmaus. Und ich kenne schmerzfreie Methoden aus dem Baumarkt. Aber ich glaube nicht, dass ich das jetzt mit 51 noch ernsthaft in Erwägung ziehe.

Ich sag mal so... Wenn ich weiter lebe, erlebe ich alle paar Tage oder Wochen vielleicht noch wenigstens einen kurzen guten Moment. Wenn ich tot bin, erlebe ich nicht mal mehr das.
 
Warum soll ich mir diese ganzen Sorgen bezüglich der Zukunft der Erde/ der Menschheit oder meiner Zukunft machen

Da würde ich als erstes ansetzen.
Du musst dir keine Sorgen um die Zukunft der Erde und der Menschheit machen.
Die Erde dreht sich weiter, egal ob du dir darum Gedanken machst oder nicht.

Ich lese seit Corona nicht mal mehr die Zeitung und es geht mir besser so.

Wenn du der Erde "helfen willst", dann einfach kein Kind bekommen, damit kann man ökologisch gesehen den besten Beitrag leisten.

Und die eigene Zukunft ist auch einfacher, wenn man nur für sich selbst sorgen muss.
 
Lieber TE,
ich habe solche Gedanken auch oft, jedoch war das nicht schon immer so. Aber im Gegensatz zu dir, bin ich krank im Kopf. Ich denke, solche Gedanken kommen auf, wenn man im Leben gerade orientierungslos ist. Du bist wahrscheinlich in einem Alter, wo das nicht unüblich ist.
Was ich allerdings immer wieder sehr, sehr scheinheilig finde ist, sind Argumente wie: oh nein, Denke doch bitte an deine Familie und Freunde, was du ihnen damit antust... Lol. Sonst kommt es doch NIE darauf an, was andere denken oder fühlen. Überall wird gesagt, DU bist für dich selbst verantwortlich. Ob das im Job ist, in der Trauer, beim Verlassen und verlassen werden, beim flirten, in der Krankheit, beim gesund werden. Lies nur hier, wie oft du hier dies lesen wirst. ABER wenn man sterben möchte, dann plötzlich soll man für die Gefühle anderer verantwortlich sein und darauf Rücksicht nehmen, wo es sonst so ablsolut nicht en vogue ist. Ich finde, diese Argumente zählen nicht, sie zählen schließlich auch sonst nicht. Also lass dich davon nicht beirren.
Ich finde aber den Gedanken, dass wir nur dieses eine Leben haben und der Versuch, es so gut es geht dieses zu leben und alles zu versuchen, einen guten Gedanken. Meine Ärztin sagte mir mal in einer großen Not: etwas besseres als den Tod finden wir überall. Ich glaube es ist ein Zitat der Stadtmusikanten.

Am Ende besteht alles aus Kohlenstoff. Unsere Atome werden immer Teil dieser Erde bleiben, wenn auch in anderer Gestalt. Und wer einmal über die Regenbogenbrücke gegangen ist, dem wird es egal sein, wer traurig ist oder ob diese Entscheidung falsch war. Es wird einfach egal sein. Und so ist es auch mit dem Leben. Es ist egal, was du tust und wie du dein Leben lebst. Du kannst alles probieren oder nichts. Am Ende holt uns sowieso der große Gleichmacher.
 
Hey,

ich finde deine Gedanken auch nicht so abwegig, ich hatte in meinem Leben auch immer wieder Phasen, in denen ich so dachte. Also wie bei dir, nicht aus einem Leid heraus, sondern völlig abgeklärt und entspannt.

Jetzt bin ich Anfang 30 und denke quasi gar nicht mehr so. Jetzt sind Suizidgedanken nur noch etwas, das ich mit sehr dunklen Stunden verbinde und das mir eher Angst macht.
Ich frage mich gerade, was sich verändert hat. Ich denke, die Antwort kann ich nicht so gut in Worte fassen, weil sie weniger rational greifbar ist. Ich denke, der Unterschied ist eine Beziehung, zu mir selbst, zur Welt. Ich hab nicht mehr diese dauerhaften Gefühle von Sinnlosigkeit, sondern mein Sinnempfinden ist ein anderes als mit 20... Dabei hat mir u.a. tatsächlich geholfen meine Bachelorarbeit über Sinnempfinden zu schreiben, Therapie und vor allem auch Beziehungen zu Menschen, die mich tief berührt haben & dazu geführt haben, dass ich viel mehr in mir entdecken konnte.

Ich finde völlig okay, dass du drüber nachdenkst, keine Angst vor dem Tod zu haben, gibt ja auch Kraft, finde ich. Aber ich denke & hoffe, auch für dich kommen Zeiten, in denen du anders über die jetzige Phase denkst. 🙂
 

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