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Kinderwunsch als Single. Zwischen Hoffnung und Zweifel.

Lunte

Mitglied
Vielleicht gibt es hier Menschen, die in einer ähnlichen Lebenssituation sind oder schon waren, vielleicht auch in Zukunft sein werden und Lust haben sich zum Thema Kinderwunsch als Single auszutauschen?

Zu mir:

Ich (Mitte 30, w) habe schon seit vielen Jahren einen großen Kinderwunsch, eigentlich schon immer. Was an meiner Situation vielleicht etwas speziell ist: in einer Beziehung bin ich nicht und habe auch nicht den Wunsch danach. Deswegen ist schon seit längerem klar, dass ich alleine Mutter werden möchte.

Die Auseinandersetzung damit, wie das klappen könnte, hat schon vor langer Zeit begonnen. Konkrete Schritte habe ich erstmals vor rund drei Jahren getroffen, nämlich die Entscheidung Mama eines Pflegekindes zu werden und den Prozess, der dafür nötig ist, zu starten.
Der Weg seither ist alles andere als einfach und von vielen Rückschlägen geprägt, aber auch Ängsten und Selbstzweifel. Im Moment bin ich (nicht zum ersten Mal) an einem sehr schwierigen Punkt. Auch wenn ich mir mit meinem Weg sehr sicher bin, kommen in solchen Situationen Gedanken an andere Möglichkeiten hoch und auch Zweifel.

Mehr über meine „Geschichte“ schreibe ich eventuell später, wenn Interesse besteht und es vielleicht sogar auch andere Menschen gibt, die sich für den Weg „Pflegekind“ entschieden haben. Wie sehr ich dabei ins Detail gehen kann, muss ich mir noch genau überlegen.

Was ich suche:

Austausch mit Menschen, die einen Kinderwunsch haben und (vielleicht) alleine verwirklichen wollen, aber gleichzeitig auch Ängste, Selbstzweifel, Sorgen oder eine besondere Lebenssituation.

Gerne auch Leute, bei denen es bald „soweit ist“, weil sie z.B. grade schwanger sind und natürlich auch welche, die das alles schon durchgemacht haben, und wissen, wie nervenaufreibend es ist, in so einer Warteposition zu sein in denen man einerseits viele Träume hat, aber auch Ängste vor der Realität.

Wahnsinnig gerne auch Eltern von Pflege- oder Adoptivkindern (- mir geht es da vor allem um die „Form von Pflegeelternschaft“, bei denen Kinder wirklich als ihre Kinder aufwachsen und ein Leben lang bleiben und nicht nur vorübergehend unterkommen können. Was ebenso wichtig ist, aber nicht das Thema hier.)

Willkommen sind also alle Themen rund um aktiven und passiven Kinderwunsch als Single, egal an welchem Punkt du grade stehst und vor allem auch, wenn nicht immer alles eitel Wonne und positiv ist.

Schön wäre, wenn du Verständnis dafür mitbringst, dass neben der Entscheidung für ein Kind auch viele Ängste und Unsicherheiten bestehen können.
 
Hallo,

da das Thema Kinderwunsch bei mir ebenfalls sehr präsent ist und ich dein Beitrag gefunden habe möchte ich dir antworten wie es bei mir ist.

Ich bin männlich, 41 Jahre alt und habe seid Anfang 30 einen Kinderwunsch. Das spezielle bei mir ist: ich will keine Partnerin haben. Wollte ich nie und ja, das ist nicht so meins. Ich bin für so was auch viel zu schüchtern. Ich hatte dann angefangen zu recherchieren und habe mich letztendlich für eine Leihmutterschaft in den USA entschieden. Meine Eltern und mein Freundeskreis waren am Anfang sehr skeptisch, war ich anfangs auch. Ich hatte im September 2023 erstmal Kontakt zu einem Fachanwalt für internationalen Familienrecht gehabt und mich beraten lassen. Gemeinsam haben wir den Kontakt zu der US-Agentur die solch ein großes und Komplexes Abenteuer koordiniert und mithilfe der dortigenIVF Kliniken umsetzt hergestellt.

Ich flog im Mai 2024 rüber und traf mich mit meinem US-Anwalt, dieser half mir den dortigen Prozess rechtlich umzusetzen während mein deutscher Fachanwalt für die rechtliche Anerkennung hier in Deutschland zuständig war. Der Austausch der beiden Anwälte lief während der ganzen Zeit völlig ohne Probleme und ich fühlte mich sehr gut unterstützt.
Durch die Pre-Birth Order konnte ich vor Gericht bereits vor dem Start des Prozesses ein Gerichtsurteil erwirken, das ich als rechtmäßiger Vater auf die Geburtsurkunde stand.
Anfang 2025 hatte ich von der Agentur das Go bekommen und der Prozess wurde rechtlich von allen Seiten gestartet.

Aktuell befinde ich mich mitten im Prozess und man sei zuversichtlich, dass ich meinen Sohn vielleicht schon vor meinen 42 Geburtstag im Oktober in meinem Arm halten kann.
 
Hallo liebe Lunte,

ein Kind alleine aufziehen wird wohl nicht gehen- selbst wenn du ledig bist, oder ohne Partner bist ( das ist doch nicht selten, das ist doch heute oft so!) brauchst du ein Netz, das da wäre, wenn du zb arbeiten gehst, oder krank werden solltest.

Ich habe drei Kinder bekommen, nebenher viele andere Buben und Mädchen dazu versorgt, mich auch um die gekümmert, die sich eingestellt haben - Nachbarkinder, Kinder von Verwandten, Freunde meiner Kids- bei uns war immer full house und mir hat das gefallen....weil ich daheim war, weil ich Zeit hatte, weil ich- genau wie du auch- unvorstellbar fand, keine Kinder zu haben.

Für mich ist das ein Trieb, ein Gen, das gehört bei mir dazu, das steckt in meinem Naturell, das kann ich mein Leben lang nicht abstellen- deshalb hat mir der liebe Herrgott wohl so viele Kinder "zugesteckt" und steckt sie mir immer noch zu.
Bei dir muss die Frage gestellt werden, wie du das managen kannst, das alles zu liefern, was ein Kind benötigt. So einem ist doch egal, wer füttert und da ist, es will schön haben, sich geborgen und sicher fühlen, frei entfalten dürfen.

Eine meiner Freundinnen ist nie eine Lebensgemeinschaft mit einem Mann eingegangen und hat ihre Tochter alleine aufgezogen- da half ein Kindergarten mit, eine Betreuung in der Nachbarschaft, immer noch jemand war zusätzlich da, nie war sie ganz ohne Mithilfe. So wird es doch auch bei dir sein. Trau dich... du lebst in Europa, du wärst nie alleine.
 
Ich hatte dann angefangen zu recherchieren und habe mich letztendlich für eine Leihmutterschaft in den USA entschieden.
Hallo @Scopper,
danke, dass du dich gemeldet hast.

Das ist bei dir ja ein sehr spezieller Weg, wobei es als Mann sicher nochmal ganz andere Hürden und Schwierigkeiten gibt, wenn man als Single einen starken Kinderwunsch hat.
Du schreibst deine bisherigen Schritte sehr nüchtern, wie ist es dir denn emotional bisher ergangen, bist du dir deiner Sache die ganze Zeit sicher oder gibt es auch Unsicherheiten und Zweifel?

Wie gehst du damit um, dass eine Leihmutterschaft wahrscheinlich auch ein Weg ist, der von vielen kritisch gesehen wird?
(Kritikpunkte gibt es sicher an allen "Möglichkeiten" und auch ganz allgemein daran, alleinstehend ein Kind zu bekommen. Aber ich denke das Leihmutterschaft da nochmal besonders speziell ist.)
Aktuell befinde ich mich mitten im Prozess und man sei zuversichtlich, dass ich meinen Sohn vielleicht schon vor meinen 42 Geburtstag im Oktober in meinem Arm halten kann.
Das heißt es besteht schon eine Schwangerschaft?
 
ein Kind alleine aufziehen wird wohl nicht gehen- selbst wenn du ledig bist, oder ohne Partner bist ( das ist doch nicht selten, das ist doch heute oft so!) brauchst du ein Netz, das da wäre, wenn du zb arbeiten gehst, oder krank werden solltest.
Ein stabiles soziales Netz habe ich zum Glück, ohne wäre es nicht denkbar oder sagen wir so: ich würde mich nicht drüber trauen.
Es ist auch alles gut überlegt und durchdacht, wie z.B. Kinderbetreuung aussehen kann, wenn ich arbeiten muss. Das muss man im Eignungsprozess auch nachweisen, wenn man alleinstehend ein Pflegekind aufnehmen möchte.
 
Hallo,

da das Thema Kinderwunsch bei mir ebenfalls sehr präsent ist und ich dein Beitrag gefunden habe möchte ich dir antworten wie es bei mir ist.

Ich bin männlich, 41 Jahre alt und habe seid Anfang 30 einen Kinderwunsch. Das spezielle bei mir ist: ich will keine Partnerin haben. Wollte ich nie und ja, das ist nicht so meins. Ich bin für so was auch viel zu schüchtern. Ich hatte dann angefangen zu recherchieren und habe mich letztendlich für eine Leihmutterschaft in den USA entschieden. Meine Eltern und mein Freundeskreis waren am Anfang sehr skeptisch, war ich anfangs auch. Ich hatte im September 2023 erstmal Kontakt zu einem Fachanwalt für internationalen Familienrecht gehabt und mich beraten lassen. Gemeinsam haben wir den Kontakt zu der US-Agentur die solch ein großes und Komplexes Abenteuer koordiniert und mithilfe der dortigenIVF Kliniken umsetzt hergestellt.

Ich flog im Mai 2024 rüber und traf mich mit meinem US-Anwalt, dieser half mir den dortigen Prozess rechtlich umzusetzen während mein deutscher Fachanwalt für die rechtliche Anerkennung hier in Deutschland zuständig war. Der Austausch der beiden Anwälte lief während der ganzen Zeit völlig ohne Probleme und ich fühlte mich sehr gut unterstützt.
Durch die Pre-Birth Order konnte ich vor Gericht bereits vor dem Start des Prozesses ein Gerichtsurteil erwirken, das ich als rechtmäßiger Vater auf die Geburtsurkunde stand.
Anfang 2025 hatte ich von der Agentur das Go bekommen und der Prozess wurde rechtlich von allen Seiten gestartet.

Aktuell befinde ich mich mitten im Prozess und man sei zuversichtlich, dass ich meinen Sohn vielleicht schon vor meinen 42 Geburtstag im Oktober in meinem Arm halten kann.

Mich freut das immer total, wenn Männer es schaffen, sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen.
Wir haben es da ja nochmal ne Schippe schwerer als ne Single-Frau mit Kinderwunsch.

Ich wollte früher immer einen Sohn, aber habe den Wunsch inzwischen aus diversen Gründen beerdigt.
Aber jedenfalls für andere freue ich mich dann sehr mit. Glückwunsch. 🙂
 
In den letzten Wochen gab es auf meiner "Kinderwunsch-Reise" viele Rückschläge und momentan ist unklar, wie mein Weg, den ich so gut geplant und vorbereitet habe, weitergeht.

Es ist sehr schwer damit emotional fertig zu werden. Ich habe mir Unterstützung durch meine frühere Therapeutin geholt und kann mit zwei, drei guten Freundinnen sprechen, was hilft, aber familiär fehlt mir die Anteilnahme und Begleitung enorm.

Auch wenn ich viel Selbstvertrauen in mich und meine innere Stärke habe, was meinen Kinderwunsch als Single betrifft, ist es manchmal sehr schlimm, wie einsam es in manchen Phasen macht und wie viele Tränen man alleine vergießen muss ohne Trost oder einfach mal in den Arm genommen zu werden.

Aufgeben werde ich (noch) nicht, aber im Moment ist es sehr hart.
Ich denke an alle, die im Moment auch zu kämpfen haben! 🫂
 
Nach einem Weinkrampf und einem Gespräch mit einer guten Freundin geht es mir jetzt etwas besser.
Solche Tage ohne Hoffnung gehören wahrscheinlich dazu. Mir fällt es im Moment sehr schwer, mich nach Rückschlägen wieder aufzubauen und positiv zu bleiben, aber ich werde es versuchen.
 
Vielleicht kennen das auch manche mit unerfülltem Kinderwunsch: im Umfeld werden "plötzlich" alle schwanger.
Heute hat jemand aus meinem Umfeld vollkommen überraschend ihre Schwangerschaft verkündet. Überraschend, weil sie bisher immer angab, Kinder nicht zu mögen und sich immer negativ und verständnislos über Menschen mit Kinderwunsch oder Kindern geäußert hat.

Ich vergönne jedem dieses Glück, aber gleichzeitig sticht es auch.
 
Überraschend, weil sie bisher immer angab, Kinder nicht zu mögen und sich immer negativ und verständnislos über Menschen mit Kinderwunsch oder Kindern geäußert hat.
Vielleicht hatte die Dame ja ebenfalls einen Kinderwunsch und hat lange auf die Erfüllung warten müssen. Das ist ein häufiges Motiv für diese Behauptungen, auf die dann plötzlich ein Kind folgt.
 

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