GrayBear
Aktives Mitglied
Mit manchen Menschen ist es recht einfach zu kommunizieren, mit anderen nicht. Die Gründe und Lösungsvorschläge füllen viele Bücher. Jede(r) hat sein eigenes Regelwerk und sein eigenes Verständnis. Funktioniert Kommunikation, stimmt man in vielen Punkten dieses Regelwerks überein und doch besteht die Chance sowohl für Heilung, als auch für Verletzungen und auch was nicht gesagt wird, kann zu einem Problem werden.
Wieviel Wahrheit bin gerade bereit anzuerkennen? Was triggert mich und warum? Was erwarte oder brauche ich gerade? Wie stark oder schwach bin ich jetzt in diesem Moment? Worüber bin ich traurig, ängstlich, wütend und was freut mich? In welche meiner "Schubladen" wandert die erhaltene Information bei mir? Wie unvoreingenommen bin ich? Wie wird eine Information bei mir "gefiltert" und "verändert"? Habe ich wirklich verstanden, worum es meinem Gegenüber geht? Wie mutig bin ich? Was ist mir diese Kommunikation wert?
Um mich wirklich mit jemandem austauschen zu können, muss ich stark und stabil genug sein, auch Dinge zu erfahren, die mich womöglich umhauen können. (Du hörst nicht zu. Du hast es nicht drauf. Du siehst mich nicht. Du denkst nur an Dich. Du bist nicht offen. Du raffst nicht, worum es wirklich geht. Etc.) Das kann unter die Haut gehen und alte Wunden aufreißen und dann geht der Zug womöglich in eine Richtung, die niemandem hilft.
Die Wut wird zum Selbstschutz hochgefahren, die Angst versteckt sich und die Trauer lastet bleiern auf allen neuen Versuchen, das Ruder wieder herumzureißen. "Kommunikation" ist ein hartes Stück Arbeit und braucht nicht selten mehr Fähigkeiten, als man sie gerade hat. Aber das alles lässt sich lernen, wenn man nicht schon so wütend ist, dass man das Schweigen als Waffe einsetzt und die Verweigerung zur Rache verkommt. Einige Beispiele dafür gibt es ja auch in diesem Thread.
Wenn ich von "Tricks" und "Spielen" lese, bin ich nahe am Schreikrampf, aber was bleibt einem übrig, wenn "reden" und "schweigen" alles nur schlimmer zu machen scheint? Mein Ansatz ist: ich muss "einstecken" können, damit ich nicht immer wie eine Auster "einschnappe", sobald ich etwas höre, das mir nicht gefällt. Ich muss meine Gefühle im Griff haben, weil so manche Entschuldigung zu spät kommen kann. Ich muss zuhören und verstehen WOLLEN. Ich muss zuhören und verstehen KÖNNEN. Kann ich das nicht, muss ich es lernen. Und ich muss mich und meine Kommunikationsfähigkeiten immer wieder reflektieren und ausbauen, weil sie sonst einrosten. Und zu guter Letzt: ich muss mit dem Herzen zuhören und akzeptieren, dass ich dabei immer wieder verletzt werden kann. Wenn mir Kommunikation nicht mehr wert ist, als mich selbst zu schützen, dann bleibt sie auf einem Mindestmaß. Und dabei kann Kommunikation so erotisch, liebevoll und heilsam sein.
PS: Manche Männer sind auch deshalb so schweigsam, weil sie ihre Erfahrungen haben stumm werden lassen. Manchmal war der Preis zu hoch und die Hoffnung zu gering.
Wieviel Wahrheit bin gerade bereit anzuerkennen? Was triggert mich und warum? Was erwarte oder brauche ich gerade? Wie stark oder schwach bin ich jetzt in diesem Moment? Worüber bin ich traurig, ängstlich, wütend und was freut mich? In welche meiner "Schubladen" wandert die erhaltene Information bei mir? Wie unvoreingenommen bin ich? Wie wird eine Information bei mir "gefiltert" und "verändert"? Habe ich wirklich verstanden, worum es meinem Gegenüber geht? Wie mutig bin ich? Was ist mir diese Kommunikation wert?
Um mich wirklich mit jemandem austauschen zu können, muss ich stark und stabil genug sein, auch Dinge zu erfahren, die mich womöglich umhauen können. (Du hörst nicht zu. Du hast es nicht drauf. Du siehst mich nicht. Du denkst nur an Dich. Du bist nicht offen. Du raffst nicht, worum es wirklich geht. Etc.) Das kann unter die Haut gehen und alte Wunden aufreißen und dann geht der Zug womöglich in eine Richtung, die niemandem hilft.
Die Wut wird zum Selbstschutz hochgefahren, die Angst versteckt sich und die Trauer lastet bleiern auf allen neuen Versuchen, das Ruder wieder herumzureißen. "Kommunikation" ist ein hartes Stück Arbeit und braucht nicht selten mehr Fähigkeiten, als man sie gerade hat. Aber das alles lässt sich lernen, wenn man nicht schon so wütend ist, dass man das Schweigen als Waffe einsetzt und die Verweigerung zur Rache verkommt. Einige Beispiele dafür gibt es ja auch in diesem Thread.
Wenn ich von "Tricks" und "Spielen" lese, bin ich nahe am Schreikrampf, aber was bleibt einem übrig, wenn "reden" und "schweigen" alles nur schlimmer zu machen scheint? Mein Ansatz ist: ich muss "einstecken" können, damit ich nicht immer wie eine Auster "einschnappe", sobald ich etwas höre, das mir nicht gefällt. Ich muss meine Gefühle im Griff haben, weil so manche Entschuldigung zu spät kommen kann. Ich muss zuhören und verstehen WOLLEN. Ich muss zuhören und verstehen KÖNNEN. Kann ich das nicht, muss ich es lernen. Und ich muss mich und meine Kommunikationsfähigkeiten immer wieder reflektieren und ausbauen, weil sie sonst einrosten. Und zu guter Letzt: ich muss mit dem Herzen zuhören und akzeptieren, dass ich dabei immer wieder verletzt werden kann. Wenn mir Kommunikation nicht mehr wert ist, als mich selbst zu schützen, dann bleibt sie auf einem Mindestmaß. Und dabei kann Kommunikation so erotisch, liebevoll und heilsam sein.
PS: Manche Männer sind auch deshalb so schweigsam, weil sie ihre Erfahrungen haben stumm werden lassen. Manchmal war der Preis zu hoch und die Hoffnung zu gering.