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Gast

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Hallo,

warum ich hier schreibe? Weil ich völlig verzweifelt bin. Weiß nicht was ich damit erreichen will. Letztendlich kann ich mir nur selbst helfen, aber ich bekomme es einfach nicht hin. Über all die Jahre. Durchhalten, nicht aufgeben, weitermachen, kämpfen, keine Besserung, immer schlimmer, obwohl ich dachte es geht nicht mehr schlimmer. Irgendwann ist ein Maß erreicht, da schaltet man nur noch ab. Ich will nicht mehr leben, aber lebe trotzdem, ein Widerspruch in sich, den es auch schon länger gibt. Natürlich gibt es auch immer mal Zeiten wo es mir besser geht, aber die nehmen immer mehr ab. Ich bin 22, männlich, habe seit langem Depressionen, seit den Depressionen verstärkte soziale Phobie. Ängste haben einen sehr großen Platz eingenommen. Es ist unerträglich. Mein Selbstwertgefühl ist sehr miserabel, mein Selbstvertrauen so gut wie nicht mehr vorhanden. Das schwankt aber extrem am Tag. Kann auch sein, dass ich plötzlich wieder ein moderates Selbstwertgefühl habe aber das kommt nicht so oft vor. Die Schwankungen alleine machen mich schon verrückt mittlerweile. Habe zum Teil das was man eine selbstunsichere Persönlichkeitsstörung nennt. Ich arbeite jetzt schon vier Jahre daran, aber mir geht es einfach nicht besser. Im Gegenteil. Die Resignation wird immer größer. Mache seit 3,5 Jahren Psychotherapie. Habe einige Medikamente durch, keines hat ausreichend geholfen. War acht Wochen in einer Klinik. Hab alles mögliche schon ausprobiert, mache auch regelmäßig Sport. Habs so satt den ganzen Scheiß! Kann mich so gut wie nicht mehr freuen. Entweder es sind die Ängste oder Depressionsgefühle die alles andere überschatten. Oder einfach nur Leere. Ich habe jeglichen Mut verloren, den Glauben an mich selbst. Ich weiß einfach nicht mehr was ich noch machen soll außer so vor mich dahinsiechen. Was noch hinzukommt, ist dass ich immer mehr dicht mache und immer schwerer überhaupt noch darüber reden kann, auch mit Therapeuten. Ich bin VÖLLIG allein damit. Gefangen. Drohe daran zu ersticken an der ganzen S****, sorry, aber ist so. Und jetzt? Ich weiß es auch nicht...

LG

R.
 
Hallo R.,

was du beschreibst, hätte genauso gut aus meiner Feder stammen können. Ich weiß, wie es ist, wenn einem die Freude an allem vergeht und die Angst kommt und nicht mehr fortgeht. Ich habe auch versucht, dagegen anzukämpfen und auch ich bin immer wieder gescheitert. Mittlerweile habe ich Phasen, in denen ich fast einen Herzinfarkt bekomme, wenn ich nur irgendwo an der Kasse stehe.

Trotzdem glaube ich nicht an Suizid. Ich denke, dass du oder ich nicht wirklich sterben wollen. Im Gegenteil, ich würde gerne ein normales Leben führen können. Die Selbstmordgedanken stammen ja letztlich nur aus dem frustrierenden Widerspruch zwischen unserem Wunsch und unserem Unvermögen zu leben. Der Tod bietet da meiner Meinung nach nicht wirklich eine befriedigende Lösung.

Es bleibt nur, dieses Leben als großen, grausamen Spaß zu begreifen, sich selbst den Ernst auszutreiben und über jede Traurigkeit noch ein Lächeln zu setzen. Wir haben eh nichts zu verlieren, wenn unser Leben uns nichts mehr wert ist.

Ich wünsche dir alles Gute.

Liebe Grüße
A.
 
Hi ,

R - Du machst seit Jahren Psychotherapie ?
Welche denn (Analyse, Tiefenpsychologische..etc..)

Du warst 8 Wochen in einer Klinik ( da gibts auch Unterschiede)
Was wurde dort diagnostiziert ?

Mit Medis muß man Geduld haben, normalerweise wirst du in einer Klinik "eingestellt - auf Medis"
Wieso bist du völli alleine ?
Du hast doch einen Thera ..
 
Hallo R.,
denke mal, dass ich einige Punkte von Dir nachvollziehen kann. Du hast mit 18 eine Psychotherapie begonnen, die neben den Medikamenten nichts gebracht hat. Ich will jetzt nicht unverantwortlich sein, die Entscheidung mußt Du treffen oder mit jemanden anderem Kompetenten - der deine genauen Umstände kennt - absprechen. Hat es Sinn etwas zu verfolgen, was keinen Erfolg bringt? Was vielleicht das Gegenteil bewirkt? Du hast deinen Glauben verloren?
Vielleicht auch deshalb, weil Du gar nicht selber handelst? Verstehe mich nicht falsch. Ich kann deine Therapie und das Absetzen derselben nicht beurteilen.

Aber es kommt mir so vor, als wärst Du auf einem falschen Weg. Ein anderer Weg könnte ja auch eine andere Form von Therapie sein?

Finde es gut, dass Du regelmäßig Sport machst. Setze das bloß nicht ab. Du brauchst so viele Faktoren, wie nur möglich, die Dich positiv stimmen. Ängste und Niedergeschlagenheit kannst Du zumindest damit eindämmen, indem Du anfängst zu meditieren, Atemübungen etc.. Lies dir mal die Beitrage von der Userin Tyra durch. Einfach oben bei suchen eingeben. Das sind sehr viele nützliche Tips enthalten, die Dir weiterhelfen können. Du mußt eine Haltung finden, die Dich nicht zu sehr viel leiden läßt. Denk doch mal an Dich selber und versuche mehr Eigenliebe zu entwickeln. Du bist für Dich selber da und hast auch für Dich Verantwortung.

Durch die andere Sichtweise stehen Dir auch andere Energien zur Verfügung. Und dann ist es auch möglich, dass Du dich nach außen öffnest.
Könnte jetzt auch sagen, dass Du Dich selber stabilisieren mußt. Und dafür sind auch diese Techniken gedacht. Du bist 22. Ich bin sicher, Du hast sehr viel gelitten. Aber, ich bin sicher, dass Du das schaffen kannst aus dieser Situation herauszukommen. Unser Leben besteht aus Phasen. Sieh diesen Lebensabschnitt als Phase, wo Du deine Kraft und Energie gibst Dich weiterzuentwickeln. Ja, es ist grausam, ganz alleine zu sein und dass keiner da ist, der einen versteht. Aber ich bin überzeugt, dass Du die Möglichkeit hast die Kraft zu finden, Dir selber auch Trost zuzusprechen, damit Du dies überwinden kannst.
Positives Denken kann Dir genauso helfen, wie auch, dass Du die kleinen Momente des Lebens zu schätzen lernst. Deine Wahrnehmung ist auch darauf trainiert negativ wahrzunehmen. Wie Du aber selber sagst - Du kennst auch die andere Seite. Und das ist von großem Vorteil. Kämpfe darum Erfolgserlebnisse zu bekommen und nimm die Rückschläge nicht zu ernst. Setze Dich mit deinen Ängsten auseinander und überprüfe auch, ob da vielleicht Zwänge vorliegen. Du kannst Dich entwickeln - Du musst nur richtig wollen. Bitte verstehe diese Worte nicht falsch. Sie sollen dich nicht kritisieren, sondern sie sollen Dir helfen, damit Du dich mehr selbstbestimmen kannst.

Liebe Grüße
Klaas
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Gast,
mir geht es ähnlich, ich bin auch phasenweise sehr depressiv, habe allerdings noch keine Therapie gemacht. Ich werde vielleicht nächsten Herbst eine beginnen, verspreche mir aber nicht all zuviel davon. In meinen "Hochphasen" halte ich mich meist an bestimmten Dingen und Vorstellungen fest, die mich in eine angeregte, emotionale Stimmung versetzen. Leider klingen diese Hochphasen nach einiger Zeit wieder ab. Das fühlt sich so an als wäre eine Art Abgrund in mir, den ich versuche abzudecken, der aber trotzdem immer durchschimmert. Was vermutest du denn, woher es bei dir kommt? Wie hat es angefangen? Vielleicht hast du ja Lust mal mit mir darüber zu reden.
 
hi,

"Ich habe jeglichen Mut verloren, den Glauben an mich selbst."

eine ursache deiner depression IST deine meinung über dich selbst.
du beurteilst dich und das was du tust !
damit stellst du dich in frage !!! was ausser konflikt kann daraus entstehen ??
du hast keinen grund dich selber zu unterdrücken, du bist vollkommen frei.

"mache ich das richtig oder falsch ?" "bin ich falsch bzw. mangelhaft ?"
"wenn ich etwas falsch mache, muss ich selbst fehlerhaft sein..."

daraus muß angst resultieren und das du dich zurückziehst.


"ich bin fehlerhaft - die gesellschaft ist es nicht"

das ist es, was du dir selbst einredest.

sei einfach du selbst und hinterfrage nicht dauernd ob das so richtig und sozialkonform ist...

und jetzt frag bloß nicht, "ja wie bin ich denn ich selbst... ?"🙂
um du selbst zu sein, brauchst du nicht denken !

"ich bin zu dick, zu dünn, zu gross, zu klein, zu hässlich, ich bin wertlos, nicht liebenswert! usw. usw."
denkst du nicht so ?
achte auf deine gedanken, die bestimmen nähmlich wie du dich fühlst.

wenn du dich dauernd selber beurteilst, setzt du dich einem ernormen druck und zwang aus.

du bist, so wie du bist, vollkommen in ordnung. IN-ORDNUNG !
alles ist richtig an dir !!!
nichts falsch !!!
und eines hast du wohl vergessen, wir, die genauso sind wie DU, sind mit dir zusammen auf dieser welt.

meld dich wieder
gruss chengato
 
Hab meinen Account hier wieder gefunden...

danke für eure Ratschläge.

@Klaas:
rein objektiv gesehen (sehr sehr sehr objektiv) hat die Therapie schon was gebracht. Subjektiv nur nicht. Mir geht es nicht besser, was mich immer wieder mal zermürbt. Über einen Therapeutenwechsel habe ich auch schon des öfteren nachgedacht, hab mich aber bis jetzt dagegen entschieden. Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich befinde mich noch in Therapie. Ob ich selber handle? Ich denke schon.
Das mit der Eigenliebe versuche ich auch schon länger. Das Problem ist, je schlechter es mir geht desto schwerer fällt es mir, mich zu akzeptieren, eine Negativspirale.
Die Rückschläge zu akzeptieren versuche ich auch, aber wenn sie zu zahlreich werden verliere ich irgendwann den Mut.




@chengato:
je schlechter es mir geht desto weniger sind mir die ablaufenden Gedanken noch bewusst...
ich weiß auch wie meine Einstellung zu mir ist, aber daran lässt sich nicht so leicht was ändern.
Mit dem "völlig damit allein sein" meinte ich folgendes: Es hilft mir nichts wenn ich irgendjemandem körperlich nahe bin. Das Problem ist, dass ich mich seelisch nicht mehr nahe fühlen, geschweige denn noch über meine Probleme reden kann, wenn ich es versuche. Aber nichts hätte ich mehr nötig. Es kann so kein Austausch mehr stattfinden, weil ich mich in dem Moment nicht mehr spüre. Mein Selbstbewusstsein geht dann völlig verloren und ich weiß nicht mehr was mich ausmacht und wer(wie) ich eigentlich bin...


LG


R.
 
hi,

zieh dich nicht zurück.
rede mit leuten und selbst wenn du nur hier über deine sorgen sprechen kannst. aber rede drüber. jeder weiß wie du empfindest, JEDER !!!

- zuerst einmal solltest du aufhören deinen krankmachenden gedanken noch mehr gewicht zu verleihen. jeder gedanke erzeugt etwas. negativ oder positiv.... und ich wette in deinem verstand geht sozusagen die post ab...

- TIP: schau dir innerlich deine angst, deine wut, deine trauer usw. genau an. konzentriere dich ganz auf deinen schmerz und nimm es so an wie es ist. fühle es so intensiv wie du kannst

- Angst lebt davon, das man sie verdrängt und sich vor etwas fürchtet. Das macht sie real für dich. Angst wird nicht überwunden indem man sie bekämpft, sondern sie als BEDEUTUNGSLOS (!!!) erkennt !

- du kannst nur 2 gefühle fühlen, liebe oder angst. entsprechend deiner gedanken über dich, andere menschen, deinen schöpfer und die welt...

- ich versichere dir, das du geliebt wirst so wie du bist. und keiner deiner gedanken wird daran etwas ändern.

- das gefühl schuldig zu sein ist ein zentraler punkt jeder depression. du, ich und alle anderen sind unschuldig, weil wir uns nicht selbst erschaffen haben.
- daher wird unser "wert" nicht von uns selbst bestimmt sondern von unserem schöpfer.

das ist indiskutabel und fakt !!!

grüsse
chengato
 
Hallo,

Es fehlt dir eindeutig die Fülle Gottes in deinem Herzen. Es gibt im Menschen eine Leere, die kann nur Gott ausfüllen, nichts und niemand anderes. Man weiß es stimmt etwas mit einem nicht, sucht aber immer wieder an den falschen Stellen. Manche verfallen Süchten, andere Depressionen, andere Zwängen. Manch einer merkt es schon in jungen Jahren, andere erst wenn sie alt sind. Doch dass ein Mensch Gott braucht merkt jeder mindestens einmal im Leben. Doch kommt es darauf an,.was für eine Entscheidung ich treffe.
Viele sind zu stolz oder wissen es besser, meinen schlauer zu sein als Gott, meinen sich im Recht. Sie lehnen Gott ab. Gott selbst hat kein Problem damit, denn jeder hat die freie Wahl sich zu entscheiden, aber das Leben wird sich nicht auf Dauer zum Guten verändern.

Aber dann gibt es auch Menschen, die begreifen, dass sie Gott brauchen, die erkennen, dass es ihn gibt, er lebt und ihr Schöpfer ist und dass ein Leben ohne ihn irgendwann verloren ist.

Ich weiß nicht,.zu welcher Sorte Mensch du gehörst, aber der beste Weg für dich, der wirklich radikale Erneuerung verspricht, ist, wenn du Gott in dein leben holst. Glaube an den Sohn Gottes, Jesus Christus und an das, was er für dich tat. Fange an die Bibel zu lesen, beginne im neuen Testament und lerne Gott kennen und erkenne all das Gute, das er für dich bereit hält. Mache Jesus zum Herrn in deinem Leben, schenke ihm dein Herz und vertraue ihm. Glaube, dass er lebt und rede mit ihm. Sei wie du bist, wie zu deinem besten Freund und erfahre Gottes Gegenwart und Güte. Er liebt dich und will, dass es dir in allen bereichen gut geht. Das kann ich dir versichern. Es ist deine freiwillige Entscheidung. Gott zwingt sich keinem auf. Doch wenn du ihn aus freien Stücken suchst, lässt er sich von dir finden.

LG

Christine
 
@chengato
Also das finde ich nicht dass jeder weiß wie es mir geht. Habe es schon so oft versucht zu erklären. Viele können es sich eben nicht vorstellen wenn sie keine Depressionen kennen, und die Gefühle die man da hat, oder dass es einem einfach grundlos (für den Moment) schlecht geht. Aber das kann ich verstehen. Ist einfach sehr schwierig sich etwas vorzustellen was man nicht kennt. Noch dazu kommt, dass ich so gut wie nicht mehr darüber reden kann (Tatsache) und wenn keiner davon Bescheid weiß, wie es mir geht... Ich bins einfach Leid dass ich immer sagen muss dass es mir schlecht geht, das zieht mich dann noch mehr runter.

Die negativen Gedanken, ja, die sind da, zweifellos, aber es ist eines der schwierigsten Dinge (für mich zumindest) zu versuchen NICHT zu denken. Krass, wenn es mir wieder bewusst wird was da eigentlich abläuft. Ich sage nur Tunnelblick auf alles Negative. Wenn es mir allgemein sehr schlecht geht wie aktuell renne völlig angespannt voller Angst (Minderwertigkeitsgefühle, fehlendes Selbstvertrauen) durch die Gegend bis ich nicht mehr kann. Entweder mir reichts dann und hab eine riesen Wut, sodass mir alles wurscht ist wie mich andere sehen, oder mir fällt auf wie unnötig diese Angst eigentlich ist und kann mich wieder so geben wie ich bin, oder mir reichts so sehr und bin so verbittert dass die Selbstmordgedanken kommen. Sollte es wirklich zu letzteren kommen, kommen wenigstens wieder tiefe Gefühle hoch. Dann löst sich was und ich finde wieder mehr zu mir selbst. Danach fängt der Kreislauf wieder von vorne an. Usw.
Frage: Warum soll ich nur Angst und Liebe fühlen können?
Also ich fühle mich jetzt nicht schuldig, zumindest nicht dass ich wüsste, aber ich hab übertrieben schnell ein schlechtes Gewissen (natürlich schwankt das auch so extrem wie alles andere), falls du das damit meinst.

LG
R.
 

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