Das ist eine gute Frage. Hab' aber selbst keine Antwort darauf erhalten.
Ich mutmaße aus seinen damaligen Erzählungen und seinem Verhalten in unserer Beziehung ein innerer Kampf geführt wurde/wird.
Sprich, er macht oder sagt etwas, dass erschütternd wirkt auf sein Gegenüber. (Ich glaube, dass ihm viele Dinge im Grunde seines Herzens eben doch leid tun.) Und dann passiert es aber wieder und wieder, weil er schlichtweg nicht anders kann, bis Schulgefühle entstehen und er sich selbst nicht für liebenswert erachtet.. Er sagte nämlich öfter im Streit, dass er ja wisse, was ich von ihm halte. Da konnte ich sagen, was ich wollte, es drang wohl nicht zu ihm durch.
Jedenfalls muss er dann an diesem Punkt den Spieß umdrehen.
Ich kann mir vorstellen, dass auch seine Frau es nicht unbedingt leicht hatte mit seinem Wesen. Sie habe ihn bzw. seine Eltern unterstützt, allerdings finanziell. Ansonsten fühlte er sich einsam in der Ehe. Die Kinder hätte sie großartig erzogen, was ich absolut bestätigen kann nach meinem einmaligen Eindruck.
Traurig ist, dass er sich in der Ehe nicht ernst genommen fühlte, so wie ich in unserer Beziehung.
Einerseits war er tief verletzt. Andererseits war da auch Wertschätzung für ihre Hingabe an die Kinder.
Ich kann für mich also nur den Rückschluss ziehen, dass er den Zeitpunkt aus Respekt ihr überlassen wollte. Er selbst hätte nie die Scheidung eingereicht, das sagte er mir so.
Auch mit unserer Partnerschaft wollte er ihr, glaube ich, nicht vor den Kopf stoßen.
Der Umstand des verheimlicht-werdens war sehr schmerzhaft. Deshalb dann ja die Pistole auf seine Brust.
Das war alles so falsch. Auch von mir.