Hallo an alle..
Also ich bin ganz baff über die wirklich rege Teilnahme an meinem Thema und bedanke mich für all die Vorschläge, Verständnis für meine Situation und auch für die durchaus kritischen Beiträge, die ich nachvollziehen kann.
Ich versuche mal grob auf alles einzugehen.
Ich warte nicht darauf, dass er sich meldet. Gestern nicht, obwohl es mich natürlich betrübt, dass ich ihm scheinbar oder offensichtlich ganz lapidar nicht mehr in den Kram passe.
Ob er nun sauer oder so wie ich verwirrt ist, ob er traurig oder erleichtert ist, ist erstmal wirklich nebensächlich für mich. Er hätte ja Gelegenheit gehabt, mir ein Zeichen zu geben und sei es nur, yen persönlichen Abschied zu wählen.
Mein Traum letzte Nacht, hat mir gezeigt, dass mein Unterbewusstes schon viel weiter ist. Ich deute, dass ich zu neuen Ufern (nicht Männern) aufbrechen kann, mich aber wehrte. Und die Stimme fragte, ob ich sicher bin (mich wehren zu wollen).
Klar ist, dass ich zwar sehr gefasst bin, er mir aber doch auch fehlt. Wir haben schöne Urlaube verbracht und wenn es um gemeinsame Projekte ging, waren wir ein echtes Team. Ich denke aber auch viel daran, wie unbequem ich für ihn war, wenn es um meine Wünsche ging, während die Seine durchgezogen wurden. Und ich rede nicht von der Frage, Rühr- oder Spiegelei.
Irgendwann hatte ich hier schon geschrieben, dass es mir schon vor alledem Sorge bereitet hat, mit ihm zusammen zu ziehen. Zu Intimitäten war ich nicht bereit (er allerdings auch nicht mehr).
Heute bei der Arbeit brummte mein Handy fast unentwegt. E-Mails, Nachrichten - sogar von der Ex-Schwiegermutter habe ich ein dutzend Bilder aus ihrem Urlaub geschickt bekommen.
Ich hab' mich erst gar nicht getraut zu gucken und hatte sogar Bammel, er würde sich gemeldet haben. Wenn ja, was? Wie würde ich reagieren? Würde ich überhaupt reagieren? Würde ich mich schlecht fühlen?
Er hat sich nicht gemeldet. Und so gut meine ich ihn auch zu kennen, dass er das mindestens nicht vor seinem Geburtstag macht, falls überhaupt.
Er würde, sofern es zu Kontakt käme sogar behaupten, "aber DU hast doch Schluss gemacht", "DIR war mein Geburtstag egal", "DU hast mich "monatelang" nicht mehr angefasst etc.
Mittlerweile gehe ich auch davon aus, dass er mir etwas verheimlichen wollte und deshalb zurück gerudert ist mit den Tickets. Vielleicht war das ungute Gefühl dazu doch nicht ganz unberechtigt. Daher auch seine schweren Worte an mich, wie schrecklich ich ihn behandelt habe. Ich rechne überhaupt nicht mehr mit einem Kontaktversuch bis nach seinem Ausflug.
Das hilft mir und da bin ich im Moment sehr klar.
Paartherapie hatte ich schonmal dran gedacht. Vorgeschlagen habe ich es aber nicht. Er schweigt, ich rede.
Ich glaube nicht - kann mich aber auch irren -, dass da Bereitschaft gewesen wäre. Er misstraut ja auch jedem. Am Ende hätte die Therapeutin/ der Therapeut und ich ein Komplott gegen ihn geführt.
Danke auch für die Erklärung zur Konditionierung. Ich hab' das heute Mittag gelesen und ja, irgendwie ähnelt die Beziehung zu ihm, der meiner Mutter und mir.
Ich möchte nicht über meine Mutter herziehen (auch nicht über ihn), aber es gibt Parallelen. Ich hab' mich als Kind und Jugendliche auch auf eine gewisse Art hinten anstellen müssen. Auch sie stand immer im Vordergrund. SIE hat gelitten, Sie brauchte dies und jenes, SIE hat mir auch gedroht (mich rauszuschmeißen als ich jünger war oder den Kontakt abzubrechen als ich älter war).
Ich glaube allerdings, dass keiner von beiden davon absichtlich gehandelt hat. Da war auch Verzweiflung.
Ich habe mich jahrelang rausgearbeit aus diesem Muster. Und meine Schwester hat den Kontakt komplett eingestellt.
Er hat ungefähr dieselben Voraussetzungen erfüllt, auf die ich unter anderem angesprungen bin, zumindest die ersten Jahre.
Seine Sachen wandern in den Keller. Vielleicht hat er das auch gar nicht auf dem Zettel.
Heute Nachmittag hätte ich fast geweint. Jetzt geht's wieder.
Mal sehen, wie's morgen wird.