Erstmal vielen Dank für Eure Antworten!
Also, ich bin 46 und er 55 Jahre alt.
Nun versuche ich ein wenig zu schildern, wie sich der letzte Konflikt und die daraus resultierende Funkstille ergeben hat.
Als wir zusammen kamen, war er getrennt von seiner (immer noch) Frau und Kindern - bereits vor Jahren ausgezogen.
Leider war er stets recht verschlossen. Nach gefühlt unzähligen Bohren meinerseits hatte er nach etwa zwei Jahren Beziehung angefangen, mir mitzuteilen, wann er dort zu Besuch ist. All die anderen Male davor, hat er entweder gar nichts gesagt oder mich angelogen. Er meinte damals mal, dass er überhaupt nicht verstehe, warum mich das interessiere.
Ein weiterer Punkt ist, dass ich durch Zufall erfahren habe damals (nach zwei Jahren Beziehung), dass er sich am Wohnort seiner Kinder und Frau um eine Stelle beworben hatte. Er sagte auf Nachfrage, es sei für die Kinder, damit er in der Nähe sei. Das verstand ich nicht, da er ja schon jahrelang so lebte, wie jetzt und seine Kinder bereits fast volljährig waren. Abgesehen davon war es für mich unbegreiflich, warum er mir davon nicht von sich aus erzählt hat.
Am Ende blieb er zwar, aber das schale Gefühl, dass er vielleicht lieber dort wäre haftete an mir.
Er hat zwei sehr lange Sommerurlaube mir Frau und Kindern verbracht. Beim ersten Mal hatte ich noch Verständnis, obwohl es nicht vier Wochen hätten sein müssen. Beim zweiten Mal habe ich wenigstens um einen Kompromiss gebeten. Hat er bejaht und dann.. Nichts mehr. Ich wusste weder wo er war noch wann er zurück sein würde.
Damals wollte ich ihn verlassen. Irgendwann bin ich aber wieder eingeknickt. Ich weiß, dass das meine Schuld ist.
Wir haben in den fünf Jahren bisher nicht einen Heiligabend zusammen verbracht. Auch hier hatte ich drei Mal Verständnis. Doch man hätte auch abwechselnd die Tage planen können. Wenn ich was sage, mich irgendwann ärgere, dann kann er sehr deutlich werden (laut und bestimmend) und ich muss damit klar kommen.
Manchmal versucht er mich zu bevormunden, wie ich etwas sagen soll.
Auch hat er mir regelmäßig unterstellt, ich hätte ihn betrogen, z.B. weil ich bei einer Freundin war oder ein zwei Mal länger arbeiten musste. Das war wie Psychoterror. Ich stand im Grunde ständig unter Generalverdacht. Sogar beim Autofahren, wenn ich auf den Tacho geschaut habe, interpretierte er, ich würde auf die Uhr sehen, weil ich es eilig habe oder nervös sei.
Selbst hat er drei Handys, die er nie rausholt, aber wehe mein Handy brummt, weil ich eine E-Mail erhalte.
Das war nicht schön, sondern sehr belastend.
Nach viereinhalb Jahren habe ich ihm die Pistole auf die Brust gesetzt, weil ich - wenn er schon nicht geschieden ist - er mir doch immerhin zeigen kann, dass er hinter uns steht, und mir seine Kinder vorstellen kann. Ich habe praktisch nicht existiert.
Leider war ich viel damit beschäftigt ihn zu verstehen und habe habe erst sehr spät gemerkt, wieviel Selbstvertrauen mich das gekostet hat.
An meinem Geburtstag letztes Jahr hat er morgens getrunken und dann den ganzen Tag geschlafen.
Vor etwa zwei Jahren hat es angefangen, dass sich viel verändert hat im positiven Sinn. Wir hatten gemeinsame Urlaube und konnten auch besser reden im Großen und Ganzen. Trotzdem haben diese Ereignisse Spuren hinterlassen.
Im April sagte er mir, dass er eine Radtour mit seinen Kindern machen möchte. Das ist völlig ok für mich. Nach einer Woche etwa bemerkte ich, wie sich alles in mir zuschnürtewegrn der Reise. Ich bin also auf ihn zugegangen und habe ihm erklärt, dass ich mich nicht ganz wohl fühle in Bezug auf die Tour, dass ich es gut finde, dass er das machen möchte und ich das auch unterstütze, er mir aber nicht trotzdem irgendwas zeigen kann, das bestätigt, dass nur die drei unterwegs sind. Da es sich um eine Radtour + Zelten handelt, gibt es ja nur die Zugtickets bis zum Punkt, an dem es losgeht. Ich stimmte zu. Kein Problem.
Nach mehreren Wochen stellte sich heraus, dass er nun doch ein Problem hat damit und dass er sich frage, wie das in Zukunft werden soll mit mir.
Auch ist er der Meinung immer zu allem ja und amen gesagt zu haben, was nicht stimmt.
Was mich am meisten verletzt ist jedoch, dass er alles leugnet. Wäre nie so gewesen. Deshalb mache es keinen Sinn darüber zu sprechen. Ich würde ihn seelisch missbrauchen, da ich ihm versuche meine Gefühle zu erklären und diese Dinge beispielhaft darlege, wenn er meine Wünsche übergeht.
Das ist nun letztendlich auch der Grund, weshalb ich selbst Zweifel habe an uns.
Ich kann mit nichts zu ihm kommen, wenn es uns beide betrifft, habe ihn aber beispielsweise um Entschuldigung zu bitten, weil ich ihn kurz unterbrochen hatte in einem Gespräch. Dann muss ich mir anhören, ich hätte keine Manieren.
Er hat nun in Kürze Geburtstag.
Ich weiß einfach nicht, wie ich mich nun verhalten soll. Gratulieren? Soll ich ihn fragen, wie er zu uns steht? Oder sollte ich es als Trennung deuten, dass er sich nicht mehr meldet?
Könnte er Ruhe brauchen?
Ich hatte mal die Vermutung, dass er Depressionen hat. Und ich verstehe auch zum Teil, dass er sich von mir distanziert hat, wenn die immer selben Sachen hoch kommen meinerseits. Allerdings nicht, so wie er behauptet, kontextlos. Es haben immer alle anderen Schuld aus seinem Umfeld. Fast psychotisch redet er vor sich hin und meint, alle würden es schlecht mit ihm meinen - einschließlich mir -, alle wären strategisch und er würde über nichts mehr einfach so hinwegsehen.
Jetzt habe ich soviel geschrieben.. Ich bin völlig überfordert.