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Psychische Probleme und keine Diagnose

Jascha

Mitglied
Guten Morgen,

es ist schon schlimm genug, wenn man mehr oder weniger aus heiterem Himmel heraus psychische Probleme entwickelt. Noch schlimmer ist es, wenn es für dieses Problem scheinbar nicht einmal einen Namen, sprich eine Diagnose gibt.
Mein Behandlungs"team" ist der Ansicht, dass ich definitiv ein Problem habe, aber sie wissen selbst nicht, wie sie es benennen sollen. Daher zweifle ich an der Effektivität der Therapie, denn kann man überhaupt mehr machen als symptomatisch zu behandeln, wenn man das eigentliche Problem nicht kennt?

Meine Probleme äußern sich folgendermaßen:

- sehr instabile Selbsteinschätzung -> ich schwanke immer zwischen extremer Selbstkritik und arroganter Selbstüberschätzung
- extrem übertriebener Perfektionismus -> etwas richtig und fehlerfrei zu machen ist für mich das absolute Minimum; wenn ich etwas richtig mache, ist das selbstverständlich, jeder Fehler ist ein Anlass für Selbstbestrafung
- ich kann mich niemandem anvertrauen, weil ich denke, dass ich nicht das Recht habe, mich schlecht zu fühlen -> deshalb behalte ich alles für mich und nutze fragwürdige/selbstschädigende Verhaltensweisen als Ventil
- ich versuche zwanghaft, nach außen hin alles unter Kontrolle zu haben und komme nicht damit klar, wenn ich doch mal die Nerven verliere und andere die Risse in der Fassade sehen
- wenn ich emotional überfordert bin, fährt mein Gehirn komplett runter und ich kann nicht mehr klar denken und mich meistens auch nicht daran erinnern, was mich aus der Fassung gebracht hat, bis ich zufällig wieder über das Thema stolpere und mich dann erinnere, dass das der Auslöser war
- ich kann keine richtige Nähe zulassen, weil ich Angst habe, dass andere sehen, wie ich wirklich bin

Bisher heißt es lediglich, ich hätte eine Störung der Impulskontrolle oder etwas, das eventuell richtig Zwangsstörung geht.

Hat vielleicht noch jemand eine Idee, was das sein könnte? Einfach, damit ich selbst recherchieren und das in der Therapie besprechen könnte.

LG J
 

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Martin55841

Aktives Mitglied
Diagnosen sind vor allem dazu da, um mit der Krankenkasse abzurechnen.
Das sind Kategorien und Schubladen, die notwendigerweise gebildet werden mussten, um Krankheitsbilder irgendwie greifbar zu machen und voneinander abzugrenzen. Das bedeutet aber nicht, dass absolut jeder Patient zu 100% irgendwo hineinpasst. Oft sind es Mischungen und Überlappungen, ein bisschen hiervon, ein bisschen davon usw. Nicht für alle dieser Mischungen gibt es jedoch einen eigenen Diagnosecode. Es ist verständlich, dass du das Bedürfnis nach einer präzisen Diagnose hast um besser zu verstehen was mit dir los ist. Es sollte dich aber nicht beunruhigen, wenn dem nicht so ist. Ein erfahrener Therapeut wird trotzdem erkennen wo die Probleme sitzen und was zu tun ist.

"Störung der Impulskontrolle oder etwas, das eventuell richtig Zwangsstörung geht" hört sich für mich für den Anfang, gemessen an deiner Beschreibung, nicht schlecht an. Häufig liegen die Ursachen in der Beziehung Eltern-Kind.

Ich weiß ja nicht wielange du schon die Therapie machst, sofern du dich nicht völlig in falschen Händen fühlst, würde ich dem erst noch eine Chance geben. Nur weil deine Problematik nicht per Diagnose eindeutig und klar zu benennen ist, bedeutet das nicht, dass sie a) nicht wissen um was es geht und b) nicht wissen, was zu tun ist (kann natürlich trotzdem beides sein, alleine daran äußert sich das aber nicht).
 

Weltkind

Aktives Mitglied
Es gibt ja auch Kombinationen und fließende Übergänge, evtl. werden es mehrere Diagnosen sein müssen?
Ich würde mich nicht so sehr auf Diagnosen fixieren, auch wenn sie wichtig sind.
Wichtiger ist, ob die Therapie Dich weiterbringt. Ziehst Du Erkenntnisse daraus, erarbeitet Ihr Wege, wie Du damit umgehen kannst?
 

cucaracha

Sehr aktives Mitglied
Diagnosen helfen meistens eher den Krankenkassen weiter.

Viele psychische Probleme sind ein Resultat aus der Vergangenheit, Elternbeziehung und Kindheit.
 

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