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Psychische Gewalt

Ich habe das letzte Mal geschrieben, dass ich alles, was ich erlebt habe, genau so gebraucht habe. Das ist richtig. Ich habe es gebraucht, um zu lernen und der zu werden, der ich jetzt bin. 🙂

Ich bin noch nicht fertig, habe immer noch eine Menge zu lernen. 😉

Ich habe gelernt...

- kochen (da meine Frau nicht kochen kann), ich kann fast alles kochen, von Gans bis Kaninchen, Rouladen, Steaks, Schnitzel, Frikadellen... ich kann Sushi selbst machen, sämtliche Gemüsegerichte, Salate, ich kann Austern aufmachen und essen, lecker... Fischgerichte sind kein Problem, ich kann Sülze und Marmelade selbst machen, ich kann räuchern, heiß nicht ganz so gut, wie kalt, roher Schinken ist super leicht, ich kann marinieren und grillen, Fleisch über offenem Feuer am Spieß grillen... ich mache badische Maultaschen und Spätzle selbst, obwohl ich im Norden wohne... und Serviettenknödel, kann Laugenbrötchen und mittelalterliche Salbeifladen backen... und Brot... Suppen mache ich gern selbst, Hühner-, Rinderbrühe, ich kann Muscheln kochen, Pfannengerichte und einfache Beilagen, wie Kartoffeln und Gerichte daraus, Reis und Nudeln verstehen sich von selbst... ich kann Eierlikör machen und ich kann Fleisch richtig zerteilen, 2,5 kg Rinderhüfte sind ebenso kein Problem, wie sämtliches Wildfleisch...

- für mich selbst zu sorgen und mich gut und gesund zu ernähren, ganz wichtig, wenn ich demnächst wieder alleine wohne

- meinen Körper zu verstehen, jedenfalls meistens, was er mir mit den Krankheiten sagen will und es ändern

- zu mir zurück zu kommen und mich selbst zu akzeptieren und zu lieben

- meinen spirituellen Weg zu gehen

- für mich einzustehen und Verantwortung zu übernehmen

- ein Kind groß zu ziehen

- Hunde zu erziehen

- Katzen zu halten

- Wände zu streichen

- Gärten anzulegen und zu pflegen

- Sandkästen und Teiche zu bauen

- Vögel richtig zu füttern

- mir und meiner Wahrnehmung wieder zu vertrauen

- anderen Menschen zu vertrauen

- zu lieben und geliebt zu werden

- Komplimente an zu nehmen und zu verteilen

- mich zu öffnen

- etwas auszuhalten

- nicht mehr weg zu laufen, schon gar nicht vor dem Leben

- bei mir zu bleiben

- meine Depressionen zu besiegen

- nicht mehr gegen mich zu kämpfen

- mich zu behaupten

- auf mich stolz zu sein

- meine Rechte zu sehen und dafür ein zu stehen

- mein Trauma selbst zu heilen

- mein inneres Kind zu befreien

- im Jetzt zu leben

und an eine positive Zukunft zu glauben. 🙂

Das ist schon ganz schön viel, was ich gelernt habe und was ich vor dieser Ehe nicht konnte. Das meiste davon habe ich mir selbst oder mit Hilfe von Büchern bei gebracht. 🙂

LG
 
Wer ebenfalls in so einer Beziehung steckt, dem möchte ich raten, diese möglichst zeitnah zu verlassen und wenn es geht, mit Beistand. Es reicht ein Mensch, der muss das alles nicht verstehen, aber der sollte auf eurer Seite sein, dann ist das Wegkommen einfacher.

Wer keinen Beistand hat, so wie ich, der kann sich nur auf sich selbst verlassen und ja, das ist schwer, dorthin wieder zurück zu kommen, denn der Täter versucht einem ja genau das zu nehmen, dieses Vertrauen in sich selbst.

Mir hat dabei vor allem mein spiritueller Weg geholfen und hilft mir noch. Ich habe dadurch zu den Runen gefunden, Buch mit Runen gibt es von Ralph Blum zu kaufen. Er hat ganz gute Bedeutungen gefunden. Ich ziehe mir die Runen blind aus einem Beutel, aber ich weiß, dass eigentlich Gott sie aussucht.

Die wieder gewonnene Nähe zu Gott, dem ich auf Augenhöhe begegne, hilft mir sehr, bei mir zu bleiben und gibt mir meistens das Vertrauen, dass alles so kommt, wie es kommen soll und gibt mir den nötigen Blickwinkel, um dieser ganzen Zeit der Angst und des Grauens etwas Gutes ab zu gewinnen.

Das geht oft schleppend und ich brauche viel Geduld. Andererseits geht die innere Entwicklung manchmal so schnell, dass ich absichtlich langsam mache. 😉

Das Schlimmste an meiner Ehe war und ist für mich, dass meine privaten Dinge beschädigt werden oder verschwinden. Da gegen bin ich so machtlos, denn bei uns im Haus passt leider jeder Schlüssel in jedes Schlüsselloch. Nur, wenn ich nachts meinen Schlüssel von Innen stecken lasse, kann niemand mein Zimmer betreten. Aber ist das ein Zustand, den ich noch weiter haben möchte? - Nein, sicher nicht.

Die Angst vor dem eigenen Partner war für mich ebenso schrecklich. Diese Angst hat mich so gelähmt, so fertig gemacht, so runter gezogen und mich unfähig gemacht früher zu handeln, aber ich wollte auch keinen Sorgerechtsstreit, weil ich Angst hatte, diesen zu verlieren. Also habe ich gewartet, bis unser Sohn 18 war und das war letztes Jahr dann so weit.

Natürlich schmerzt es mich, wenn ich daran denke, dass ich nicht nur meine Frau verlasse und weg ziehe, was für mich ja nur gut ist, aber ich muss mich auch von meinem Sohn trennen, für den ich die fast sein ganzes Leben lang da war. Auch ihm fällt das schwer, aber es muss sein und ich muss auch mal an mich denken.

Ich habe mich natürlich immer wieder gefragt, warum ich? Das passierte ganz automatisch, da meine Frau nicht die Erste war, die mich gequält und psychisch missbraucht hat. Ich hatte oft das Gefühl, es läge vielleicht doch an mir, denn ja, ich bin kein einfacher Mensch, auch wenn ich mich sehr verändert habe, aber mit mir kann man eigentlich immer reden, aber genau das haben meine Frau und auch andere mir wieder und wieder verweigert, die Kommunikation.

Lange Zeit dachte ich, dass es auch Neid sein könnte, warum ich diese Gewalt so oft erlebt hatte, aber in den letzten Wochen kristallisierte sich etwas anderes heraus...

Menschen, über die ich mich ärgere oder die mich negativ mehr beschäftigen, als andere, dienen mir sozusagen als Spiegel. Sie spiegeln Eigenschaften oder Verhaltensweisen von mir, die ich an mir nicht gern sehe und lieber verstecken würde und genau das macht mich ärgerlich und ich denke, wenn ich nichts von der Spiegelung weiß, was ist der andere doch z.B. arrogant, dabei bin ich es, der von Zeit zu Zeit arrogant ist.
Dies funktioniert auch anders herum... so dass sich wohl viele oder ein ganz bestimmter Menschenschlag in mir spiegelt, dies aber nicht weiß und mich somit für etwas bestraft, was eigentlich eine Eigenart dieser Menschen ist.

Wenn man das sich Spiegeln nicht erkennen kann, macht das ärgerlich und wütend und diese Wut entlädt sich dann oft in der psychischen, sexuellen oder physischen Gewalt.

Dabei muss man bedenken, dass die Täter sich absolut im RECHT fühlen. Sie kämen nie auf die Idee zu glauben, dass es anders wäre. In meinem Fall habe ich es, aus Sicht meiner Frau, verdient, bestraft oder auch erzogen zu werden, so bitter uns so traurig das auch ist. 🙁

Jedoch behandelt nicht jeder Mensch mit einer Narzisstischen Persönlichkeitsstörung (NPS) oder ein Psychopath (ja, ich weiß, Laiendiagnose, ich bin kein Arzt) sein Opfer gleich. Also habe ich mich auf die Suche danach gemacht, wie NPS oder Psychopathie entsteht, bzw. was dieser Störung zu Grunde liegt, um mein Gegenüber besser verstehen zu können, warum sie so reagiert und nicht anders.

Herausgefunden habe ich, dass Menschen mit NPS und Psychopathen zu irgendeiner Zeit (meistens in der Kindheit) einen für sie schweren Verlust erlitten, den sie als Kinder nicht verarbeiten konnten. Ich kenne so einige Psychopaten und Menschen mit NPS und habe diese miteinander verglichen. Es mag Zufall sein, obwohl ich nicht an Zufälle glaube, aber vielleicht fällt es anderen hier dann leichter, das zu glauben, aber diese Idee traf bei jedem von ihnen zu. Jeder von ihnen hatte einen schweren Verlust erlitten und nicht verarbeitet. Und genau zu diesem Ereignis blieben diese Menschen emotional stehen und entwickelten sich emotional nicht weiter.

Ich kenne Menschen, die sind emotional 11 Jahre alt oder im Teenageralter oder im Kleinkindalter und sogar im Babyalter. Sie alle verhalten sich gemäß ihres emotionalen Alters. Es ist verblüffend und erschreckend zugleich. Diese Menschen können genauso wenig etwas für ihre Persönlichkeitsstörung, wie ich nichts dafür kann, dass ich Autist bin (außer auf der spirituellen Ebene, aber das ist ein anderes Thema).

Ich habe auch noch überlegt, ob nicht sogar alle Menschen mit der Anlage zur NPS und Psychopathie geboren werden und es dann nur darauf ankommt, ob dieser besonders große Verlust geschieht, um aus ganz "normalen" Menschen, gefährliche Menschen zu machen... das weiß ich aber nicht, dazu müsste man mindestens eine groß angelegte Studie in Auftrag geben... aber dafür fehlen mir die Qualifikation und die Mittel.

Nun wusste ich also, warum die Menschen, die mir so viel Gewalt angetan hatten, es getan hatten.

Trotzdem kann ich mit ihnen nicht in Frieden leben, weswegen ich mich als Autist von ihnen fern halten muss.

LG
 
Abschließend möchte ich noch ein paar Worte an alle richten, die in ihrer Beziehung gerade das Gefühl haben, dass irgendetwas nicht stimmt, nicht in Ordnung oder sonst wie seltsam ist.

Traut euren Gefühlen! Unbedingt!

Lieber ein Mal daneben liegen, als 20 oder mehr Jahre unterjocht und missbraucht zu werden.

Nicht jeder kann das lernen, was ich gelernt habe. Die meisten, das habe ich mitgekriegt, zerbrechen unter solchen Menschen oder werden von diesen zerstört und ich war oft genug knapp davor.

Das größte "Vergnügen" bereitet es einem Täter, wenn sich das Opfer selbst umbringt. Es klingt hart und pervers, aber das Leben mit einem Täter ist hart und pervers, im Sinne von verkehrt.

Glaubt an eure innere Stimme! Sie sieht und hört Dinge, die einem oft im Bewusstsein verborgen bleiben, aber das Unterbewusstsein schläft nicht und spürt auch das, was man offensichtlich übersieht.

Wenn ihr das nicht macht und euch nicht von demjenigen trennt, der euch nicht gut tut, dann müsst ihr das oder etwas Ähnliches durchmachen, was ich 20 Jahre und länger, durchgemacht habe, denn meine Kindheit war ja auch schon so ähnlich.

Das ist kein Pappenstiel, das ist nichts für schwache Nerven... Es gibt für mich nichts zerstörerisches als Psychische Gewalt, denn sie ist nach Außen unsichtbar und doch für das Opfer und nur für das Opfer sichtbar.

Psychische Gewalt ist nachhaltig und sie treibt einen zu Sachen, die man normalerweise niemals tun würde... ich kann mich heute noch an eine Situation erinnern, die ist schon gut 30 Jahre her... ich durfte das Brot schneiden und mein Vater stand hinter mir und redete mal wieder davon, wie unnütz, wie dumm, wie faul und so weiter ich doch sei... für einen kurzen Moment habe ich mich umgedreht und hatte das Brotmesser noch in der Hand und ich dachte, wenn er jetzt nicht seine Klappe hält, dann schneide ich ihm die Kehle durch... als er sich zu mir umdrehte, schnitt ich das Brot weiter ab...

Ich bin kein Mensch, der zu Gewalttaten gegen andere neigt, aber in diesem Moment hatte mein Vater mich so weit getrieben, dass ich ihn beinahe umgebracht hätte. 😱

Ich kann heute nicht ein Mal sagen, dass ich froh bin, es nicht getan zu haben. Nur vielleicht so etwas wie Vernunft, das es besser für mich war, es nicht getan zu haben. 🙄

Ich heiße es nicht gut, wenn Menschen in ihre Schulen gehen und ihre Mitschüler töten und ich heiße es nicht gut, wenn Kinder ihre Eltern umbringen... aber verstehen kann ich sie, nur zu gut. Es gibt einen Punkt, den darf man nicht überschreiten, sonst geschehen schreckliche Dinge. Ich war an diesem Punkt und hätte beinahe etwas Schreckliches getan und ich war damals erst 16 Jahre alt...

Lasst euch nicht zu Dingen hinreißen, zu denen euch die Täter bringen wollen, brecht ab, geht weg und macht etwas, was diese Täter nicht können, auch wenn es manchmal so aussieht, aber sie sind perfekte Schauspieler, nichts davon ist echt... führt ein erfülltes und glückliches Leben, denn das ist die beste Rache.


LG
 
So viel zur Theorie... 🙄

Neulich habe ich hier im Forum gelesen, da fragte jemand jemanden anderen, ob er sich selbst nichts wert wäre und ich erinnere mich daran, dass ich das auch oft gefragt worden bin, wenn ich denn mal jemandem von dem erzählt habe, was hier passiert ist. Ich konnte diese Frage lange nicht beantworten, weil ich mir über meinen eigenen Wert gar nicht bewusst war. - Heute kann ich diese Frage beantworten: Ja, ich hatte keinen eigenen Wert und habe mich wertlos, unwichtig und irgendwie nach nichts gefühlt.

Heute fühle ich, dass ich mehr wert habe, ungefähr so viel, wie andere auch und bin mir darüber auch bewusst. Doch leider ändert es nichts an meiner Situation und die ist nachwievor oft unerträglich, aber mir wird diese Unerträglichkeit auch bewusster.

An diesem WE hat meine Frau teilweise mit mir gesprochen und dann wieder stundenlang nicht und mir fiel auf, dass sie das in den letzten 20 Jahren andauernd so gemacht hat. Sie konnte sogar mitten im Spiel oder im Gespräch aufstehen und redete plötzlich nicht mehr mit mir und es entstand so eine fiese Stimmung... so als wäre ich und nur ich daran schuld, obwohl ich nichts gemacht oder gesagt hatte, was so eine Handlung irgendwie hätte rechtfertigen können... - Das hat mich total verunsichert und ins zweifeln gebracht und irgendwie habe ich mich immer schuldig gefühlt. Heute fühle ich mich zwar nicht mehr schuldig, weil ich mir sicher bin, nichts dazu beigetragen zu haben, aber da ist immer noch so ein kleines fieses Gefühl in der Magengegend... 🙁

Mir ist auch aufgefallen, dass meine Frau, wenn sie mit anderen verabredet ist, wo sie nett sein muss, zu mir vorher besonders fies ist. So, als müsse sie sich zunächst an mir abreagieren, um danach zu anderen freundlich und nett sein zu können... Ist natürlich in sofern blöd, weil andere Leute meine Frau nur als liebe, freundliche und nette Person kennen und nicht, wie sie wirklich ist... 🙁

Ich hatte an anderer Stelle im Forum gefragt, was denn Männer tun können, wenn sie aus einer Gewaltbeziehung raus wollen und bevor meine Frage gelöscht wurde, weil sie wohl falsch verstanden worden war, gab es die Antwort, dass es auch ein Männerhaus gäbe... das wusste ich noch nicht. Danke dafür.

Wenngleich es mir auch nicht hilft, da ich nichts von dem beweisen kann, was mir passiert ist und das so fies an der psychischen Gewalt ist. Das ging mir andauernd durch den Kopf und hätte sogar fast meine Transition verhindert, denn als Frau hat man sehr viele Möglichkeiten Hilfe zu erhalten und ich denke, dass Frauen auch eher Hilfe bekommen, als Männer, da wir in einer männerdominierten Gesellschaft leben, wo Männer eben stark sein müssen und Frauen von vielen als das eh schwächere Geschlecht angesehen werden, denen man helfen muss. Als ich mich für mein Mann-sein entschied, hatte ich das Gefühl, meine Aussichten auf Hilfe gleich mit zu begraben. Und irgendwie ist es so ja auch gekommen... 🙁

Von mir wird erwartet, dass ich mir selbst helfe und ich mache das auch so gut ich kann... Wie sollte ich einem Polizisten erzählen, was hier passiert ist und noch passiert... unmöglich, der würde sich doch kaputt lachen...

Das Schlimmste für mich an der Psychischen Gewalt ist, dass ich so MACHTLOS bin. 🙁

Und so allein. 🙁

Und manchmal fällt eben auch mir die Decke auf den Kopf... vor allem sonntagsabends, wenn sie hier alle so dicht um mich herum gesprungen sind und ich vielleicht 4-6 Stunden in der Nacht habe, um mich irgendwie zu regenerieren, was für mich viel zu wenig ist. 🙁

Eigentlich bräuchte ich einen Betreuer oder einen Freund, aber ich weiß noch nicht ein Mal, wie daran komme... jemand, der mir hilft, der mir sagt, was ich als nächstes tun muss... ok, eine Wohnung finden, weiß ich schon, aber ich kann sie mir nicht aus den Rippen schneiden...

Also arbeite ich weiter an mir und hoffe, dass alles so kommt, wie es kommen soll und dass in der Zwischenzeit nicht noch mehr von meinen Sachen verschwinden (meine Kompressionsstrümpfe sind weg) oder zerstört werden. 🙁

Morgen geht's mir bestimmt wieder besser, so, wie jetzt, fühle ich nur sonntags... 🙄

LG
 
Scheinbar ist das Gefühl machtlos sein, mein derzeitiges Lernthema. 🙄

Ich habe mir mal vor etlichen Jahren ein Buch mit Runen gekauft, zu Hause ausgepackt, Runen und ein kleiner Beutel waren dabei und konnte damit nichts anfangen. Also landete es wieder im Regal. Da stand es ein paar Jahre, bis ich mich vor 1,5 Jahren wieder an sie erinnerte und da war ich für sie bereit. 🙂

Seitdem ziehe ich jeden Tag 3 Runen aus dem Beutel, blind, aber eigentlich weiß ich, dass Gott sie für mich aussucht, um mir die Richtung zu zeigen, wohin ich mich wenden soll.

Das mache ich, jeden Tag und die Runen helfen mir in der Tat sehr. Sie sind Teil meines spirituellen Weges, zu dem ich mich vor ein paar Jahren entschieden habe.

Ich bin in keiner Kirche mehr, wurde aber evangelisch durch meine Eltern geprägt. Mir hat schon als Kind nur das Singen in der Kirche gefallen, der ganze Rest, naja, den konnten sie auch behalten. 😉

Inzwischen habe ich ein eigenes Glaubensbuch, worin ich meine spirituellen Erfahrungen, Gebete und Ähnliches aufschreibe. Auch das hilft mir sehr. 🙂

Deswegen glaube ich, dass ich mich jetzt um dieses Gefühl von machtlos sein kümmern muss. Es ist kein schönes Gefühl, aber machtlos zu sein, bedeutet ja auch, man hat alles getan, was man tun konnte. Und das habe ich, ich habe alles getan, was ich tun konnte. Jetzt kann mir nur noch Glück weiter helfen. Oder anders ausgedrückt, ich muss warten, bis das Universum oder wer auch immer den ersten Schritt macht.

Warten... phhhh... ist schwer, für einen Autisten noch schwerer... warten macht mich machtlos, hilflos und drückt mich ziemlich runter.

Aber... irgendwie habe ich auch das Gefühl, dass es jetzt so sein soll. 🙄

Nicht mehr kämpfen, weil es nichts mehr zu kämpfen gibt und wenn ich gegen etwas oder jemanden kämpfe, kämpfe ich in dem Moment auch gegen mich selbst.

Nicht mehr zu kämpfen, bedeutet für mich, sich zu unterwerfen, aber nicht im Sinne von aufgeben, sondern mehr im Sinne von loslassen...

Ich werde das mal in mir arbeiten lassen, mal sehen, was dabei raus kommt. 😉

LG
 
Ich möchte hier nur mal kurz was einwerfen, Kurti (wenn Du es nicht magst, lass es löschen bitte)

Du bist nicht machtlos. Du siehst nur Deine Macht nicht und nutzt sie deshalb nicht. Eine gute Idee ist Dein neuer Gedanke über den Kampf.

Ja, bisher richtetest Du alle Energien gegen jemanden. Da hat sich der Andere immer nur gefreut drüber, Du hast Energie und Aufmerksamkeit verschenkt und das für die falsche Seite. An jemanden, der es missbraucht.

Ja, hör auf, auf diese Weise zu kämpfen. Entscheide Dich FÜR DICH, nicht gegen sie. Du kannst NICHTS bei ihr ändern, DU kannst Dich nur ausliefern, wenn Du so handelst wie bisher.

Nicht mehr zu kämpfen bedeutet aber nicht Ausliefern, auch nicht Unterwerfen. Auf keinen Fall. Es bedeutet aber, Du kannst bei DIR bleiben. Deine Energie nur noch dafür aufbringen und nutzen, um für Dich selbst zu sorgen. Lass sie toben, gehe einfach nicht mehr drauf ein, baue Dich selbst auf, mach Dich unverletzbar, dann kannst Du all ihre Aktionen an Dir abrutschen und ins Leere laufen lassen. Loslassen ist Deine Macht. Mach es zu Deiner Stärke. Lass sie sein, wie sie ist und kümmere Dich nur noch darum, was Dir gut tut. Nutze jeden Augenblick, den Du dort noch sein musst dafür, zu lernen, bei Dir zu bleiben. Beobachten, aber nicht bewerten. Lass sie los, versuch nicht mehr, irgendwas richtig zu machen, das geht nicht, weil sie es nicht will. Schau nach Deinen Wertvorstellungen, lebe sie, nicht mehr, nicht weniger. Setze klare Grenzen auf eine Weise, die nichts offen lässt. Keine Wünsche, keine Bitten. Klare Ansagen und dann halte Dich selbst auch dran. Es wird sicher nicht gleich funktionieren. Aber Du lernst. Alles, was Du tust, ist Lernen und damit bekommt auch die schlimmste Erfahrung einen Sinn. Hör auf zu bewerten, was sie da tut. Du hast es begriffen, nun geht es nur noch darum, besser damit umzugehen. Der Weg, den Du bisher gegangen bist, war nicht der Richtige, das siehst Du an Deinem Gefühl der Hilflosigkeit. Steige mal aus, schau Dir das Ganze jetzt mal von außen an, nimm ihr ihre Macht in Gedanken, löse Dich von der Anspannung aus Angst, was wird nun wieder kommen. Nimm es als Spiel, das nimmt den Druck. Bitte ändere jetzt Deinen Blickwinkel und ändere DEIN Verhalten. Und zwar so, dass es Dir mit dem Ergebnis gut geht. An ihr kannst Du nichts ändern. Also lass sie.

Jedes Mal, wenn ich Deine Beiträge hier lese, dann denke ich voller Ungeduld, wann zieht er endlich aus, das ist doch nur zerstörerisch, warum lässt er das zu? Ich drücke Dir ganz sehr die Daumen, dass sich Deine Situation ganz schnell löst und Du endlich anfangen kannst, Dich um Dich zu kümmern und wieder zu leben.

Lieben Gruß, kiablue
 
Erst ein Mal, Danke für eure Beiträge. 🙂 Ich habe sie auch lieber hier, als per PN, weil mich das durcheinander bringt und ich nun mal öffentlich schreibe und bin und somit auch lieber öffentlich bleibe.

Aber, kriegt nicht gleich die Panik, wenn ich mal durchhänge, das ist nur eine Momentaufnahme, so wie jeder Beitrag von mir eine Jetzt-Momentaufnahme ist und Morgen alles schon wieder ganz anders aussehen kann und oft anders aussieht.

Und ich bin schon stolz auf mich, dass es jetzt nur noch 1 Tag in der Woche ist, nämlich meistens der Sonntag, ok und hier und da noch mal ein Abend, wo ich mich nicht so gut fühle und erschöpft und traurig bin. Noch vor einem Jahr sah das genau anders herum aus, da hatte ich vielleicht mal einen Tag in der Woche, der ganz passabel war. Da habe ich in einem Jahr viel geschafft. 🙂

Das könnt ihr natürlich nicht wissen und das seht ihr auch nicht.

@kiablue
Fast alles, was du geschrieben hast, stimmt, habe ich theoretisch auch verstanden und lebe ich zum Großteil auch schon. 🙂 Trotzdem danke ich dir für die Erinnerung... manchmal brauchts nen Tritt in den... 😉

Nun zu dem, was nicht so passt oder nicht funktioniert... glaub bloß nicht, dass ich nicht versucht hätte, Grenzen zu setzen, aber die interessieren meine Frau nicht, im Gegenteil, setze ich eine Grenze, tritt sie nur erst Recht dagegen. Sie ist emotional 4 Jahre alt und sie verhält sich wie ein 4jähriges Kind (wer Kinder in dem Alter hat oder hatte, der weiß, was das bedeutet! 😀 ). - Deswegen bin ich mit der Zeit dazu übergegangen, mich nicht mehr darüber aufzuregen und zu ärgern. Wenn, dann bin ich ab und zu mal traurig über das, was sie tut, aber das ist ok, denn zu meinen Gefühlen stehe ich und lebe sie aus. Das bekommt mir besser.

Ich weiß, wie schwer es sich vorzustellen ist, dass man mit einem erwachsenen Menschen zusammen lebt, der sich wie ein Kind verhält und zwar immer... Verkehrsregeln, da hat sie ihre Eigenen... Entscheidungen musste ich alle fällen, weil sie keine Verantwortung übernehmen kann (und mit diesem KANN ist gemeint, dass sie nicht dazu in der Lage ist, so, wie ein blinder Mensch nicht sehen kann) und später habe ich dann von ihr zu hören bekommen, dass ich immer alles bestimmen will... das hat mich zuerst fassungslos, dann traurig gemacht und inzwischen kann ich darüber nur noch belustigt den Kopf schütteln.

Ich glaube nicht, dass es im Leben falsche und richtige Wege gibt, für mich sind alle Wege "richtig", denn sie führen mich alle in die selbe Richtung, zu mir, zu Gott, in die Freiheit. 🙂
Manche Wege dauern länger, manchmal habe ich das Gefühl einen Umweg zu machen, aber das ist alles ok, das muss, das soll so sein, das ist mein Weg und der ist gut so. Andere Menschen haben andere Wege, aber kein Weg ist falsch, kein Einziger. 🙂

Jetzt zum ändern... das habe ich freudig aufgegeben, denn ich muss mich gar nicht ändern... oder anders ausgedrückt, das, was ich erreichen wollte, war das, was ich von Natur aus schon bin... ich gehe nach Innen, zu dem, wer und was ich bin und was ich als Kind schon mal ganz natürlich war, aber mit der Zeit vergessen habe. Ich weiß nicht, wie ich das besser umschreiben soll... Bis zu meinem 3./4. Lebensjahr bin ich der gewesen, der ich von Natur aus war, aber ich habe gelebt und war mir meiner Selbst nicht bewusst. Durch all die Jahre voller Schmerz und Lernaufgaben kam ich zunächst von mir weg, um dann mit der Zeit wieder zu mir hin zu kommen und da bin ich noch dabei, aber es fehlt nicht mehr viel, ein bis zwei kleine Ecken noch, dann bin ich ganz, dann bin ich wieder eins und der, der ich von Natur aus zu sein gedacht bin... so, wie Vater (Gott) mich haben wollte (und vielleicht auch meine Seele, da ich das schon mal erwähnt habe, es sich ausgesucht hat, aber das ist Ansichtssache).

Fast mein ganzes bisheriges Leben habe ich versucht mich zu verändern, zu ändern, weil man mir von klein auf sagte und immer wieder sagte, dass ich so, wie ich bin, nicht richtig sei. Ich habe versucht, jemand zu sein, der ich nicht bin und nicht war. Das hat mich fast umgebracht.

Deswegen lasse ich es jetzt laufen... so komme ich zurück nach Hause, im Außen nach Berlin und im Innen zu mir und Vater. 🙂

Meine Thrombosestrümpfe sind übrigens wieder da... nur gut, dass ich noch wusste, dass ich genau diese Schublade neulich auf der Suche nach den Strümpfen ganz ausgeräumt hatte und da waren sie noch nicht da.

Und, meine Situation wird sich dann lösen, wenn ich so weit bin. Mit einem Autisten braucht es vor allem... Geduld. 😀

Ich kümmere mich schon sehr lange um mich, nicht regelmäßig, aber immer öfter, so, wie Zeit ist.

@grisou
Danke. 🙂

Wenn ich ab und zu mal eine Rückmeldung bekomme, reicht mir das schon, du musst nicht gleich einen Roman schreiben, das erwarte ich nicht, da ich mir Erwartungen überwiegend abgewöhnt habe, denn eine Therapeutin sagte mal zu mir:
Erwartungen vermindern die Freude.

Wenn du mal ab und zu schreibst, dass du noch da bist, ist das ok, denn dann schreibe ich nicht so ins Leere, obwohl ich das auch mache.

LG
 
manchmal brauchts nen Tritt in den...

Vielleicht. Aber nicht von mir. Ich möchte nicht treten.

Meine Zeilen haben auch keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit, sie sind nur meine Gedanken und Du nimmst Dir raus, was Du brauchst, wenn Du es brauchst und wenn nicht, dann nicht.

Ob wir den richtigen Weg gehen erkennen wir immer daran, ob wir glücklich sind. Soweit ich das sehe, gehst auch Du den Weg der Erkenntnis ganz bewusst und nach meiner Erfahrung machen Erkenntnisse glücklich.

Ich wünsche Dir weiterhin viel Gelassenheit und ein Lächeln an den für Dich richtigen Stellen und vor allem, dass Du bald frei bist und DEIN Leben leben kannst.

Lieben Gruß, kia
 
Ob wir den richtigen Weg gehen erkennen wir immer daran, ob wir glücklich sind.

Bitte benutze kein "wir", denn für mich gilt dies nicht. Ich lebe alle meine Gefühle, denn all meine Gefühle sind für mich richtig. 🙂

Das Leben besteht nun mal nicht nur aus Sonnenschein, es gibt auch Regentage und stürmisches Wetter. Wenn ich mich dem einen verschließe und nur noch auf einen Gefühlszustand gepolt bin und nur diesen für richtig halten würde, dann vergäße ich die anderen, die für das Leben ebenso wichtig sind.

Ich gehe den Weg der Wiedervereinigung, der Einheit, des Eins-Sein, aber dies ist nur zu erreichen, wenn ich mich in meiner Ganzheit mit allem, positiv, wie negativ, akzeptiere, begreife und liebe.

Wenn du mit diesem Satz glücklich bist, dann ist das ok, ich möchte mich da nicht einmischen, aber für mich ist das nichts. 😱

Und alles andere, kiablue, kein Problem, alles ok. 🙂

LG
 
Bitte benutze kein "wir", denn für mich gilt dies nicht. Ich lebe alle meine Gefühle, denn all meine Gefühle sind für mich richtig. 🙂

Das Leben besteht nun mal nicht nur aus Sonnenschein, es gibt auch Regentage und stürmisches Wetter. Wenn ich mich dem einen verschließe und nur noch auf einen Gefühlszustand gepolt bin und nur diesen für richtig halten würde, dann vergäße ich die anderen, die für das Leben ebenso wichtig sind.

Ich gehe den Weg der Wiedervereinigung, der Einheit, des Eins-Sein, aber dies ist nur zu erreichen, wenn ich mich in meiner Ganzheit mit allem, positiv, wie negativ, akzeptiere, begreife und liebe.

Wenn du mit diesem Satz glücklich bist, dann ist das ok, ich möchte mich da nicht einmischen, aber für mich ist das nichts. 😱

Ja, das mit dem „Wir“ passiert mir manchmal, tut mir leid.

Ich bin nicht mit diesem einen Satz glücklich, sondern mit dem WEG, den ich gehe und da gehören natürlich auch alle Gefühle dazu. Alles zusammen und wie ich damit umgehe, Gefühle zulasse, verarbeite, regulieren lerne, mein Umgang mit Menschen und Situationen, mein Lernen, DAS ist mein Weg, der mich glücklich macht. Ich suche nicht nach Glück, es ist einfach da. Und momentan geht es mir nicht gut, weil ich schwere Dinge zu tragen habe und noch keine Lösung weiß, doch meinem Grundgefühl von Glück tut das keinen Abbruch. Glück ist ja nicht Freude oder Euphorie. Natürlich gehört Positives, wie Negatives in mein Leben. Ich weiß nicht, wie Du mich verstanden hast, aber scheinbar habe ich es ganz anders gemeint, im Grunde tue ich ja nichts anderes als Du. Und im Moment sind bei mir Trauer und Verzweiflung und Ratlosigkeit dran. Dennoch spüre ich die Kraft und das Vertrauen, auch hier meinen Weg zu finden und das macht mich dann durchaus auch wieder glücklich.

Ich wünsche Dir, dass Du immer die für Dich richtigen Schritte gehst und den für Dich richtigen Menschen begegnest.
LG kiablue
 

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