danke für deine Auskünfte.
Ich hätte aber gleich mal eine Frage ...
Warum schieben Tätern den Opfern die Schuld zu ?
Ich denke mir , sie haben ja " mist " gemacht , wieso weisen sie dann noch die schuld von sich ?!?
Ist für mich irgendwie nicht begreiflich ...
die Antwort ist an sich recht einfach: die Täter schieben die Schuld auf die Opfer weil es praktischer ist, nutzvoll, dem Selbstschutz dient. Damit ist man ne Last los. Es ist saubequem alles tun und lassen zu können was man will, die Verantwortung für seine Taten jedoch auf andere ab zu laden, also ohne mit einem schlechten Gewissen belastet zu sein vor sich hin zu leben....so verhalten sich Tyrannen.
Du gehst bei deinem Vater von einem Menschen mit Gewissen oder der Fähigkeit für Mitgefühl aus, der per se erkennen müsste, dass er schuldig ist? Diese Erwartungshaltung ist unrealistisch.
Menschen sind hochsexualisierte Raubtiere, die Natur kennt Begriffe wie gut oder schlecht nicht, auch die menschliche Natur nicht und Menschen die von Natur aus nur gut (oder im Umkehrschluss nur schlecht) sind existieren somit nicht. Zwar sind Menschen generell moralfähig, können sich also durchaus auch gerecht oder anständig benehmen, aber es gibt niemals Garantien dafür. Damit sie sich anständig benehmen ist ein ständiger erziehungsprozess und manchmal Bestrafung unrichtigen (unmoralischen oder gesetzlich strafbaren) Verhaltens wichtig...das auch in Bezug auf die Bestrafung des Täters...!!
Es gibt Soziopathen, die eine allgemeine Moral ablehnen und sich Sonderstatus verleihen, allein nach dem was sie wollen und für richtig erachten leben wollen. So einer ist offenbar dein Vater (war meiner übrigens auch der zwar "nur" geschlagen hat, aber auch das war halt illegitim) An meinem vordem gewalttätigen Vater konnte ich damals auch exakt dieses Schema beobachten mir oder meiner Mutter oder Geschwistern als den Opfern die Schuld zu zu schieben...damit konnte er sich sein Gewissen erleichtern...aber auch nur solange bis ich ein klares NEIN dazu in den Ring geworfen habe und mir habe nix mehr vorwerfen (bzw die Schuld zuschieben) lassen, sondern klar gesagt hatte wie ich die Sache sehe und zwar überzeugend. Ich hatte damals mit Anzeige gedroht und meinem Vater der mit letzter Verzweiflung (und Schiss vor Strafe) versuchte seine These dass ich oder meine Geschwister Schuld seien (weil wir nicht gehorchten, weil wir ihn provozierten etc.) auf recht zu erhalten setzte ich entgegen:..o.k. wenn du so sicher bist dass wir als Opfer die Schuldigen sind und alles in Ordnung ist was du tust, also die Schläge und Einschüchterungen, der ganze Terror, dann lassen wir die Polizei und das Gericht das klären. Er lenkte daraufhin schnell ein und versprach keinerlei Gewalt mehr an zu wenden...damit ließ ich es beruhen....zumal er dieses Versprechen auch einhielt.
Dieser Täter war eher vom Modell Hund der laut bellt und beißt solange er Gelegenheit dazu hat, aber den Schwanz einkneift wenn sich jemand mit genügend Machtgestus vor ihm aufbaut und "Aus" und "Sitz" befiehlt..ein eher feiger Möchtegerndespot...das war mein Glück denn sonst hätte er mich ggf umgebracht, als ich mich auflehnte. Herrscher (oder solche die sich einbilden welche zu sein wie dein Vater) die ihre Macht/Herrschaft bedroht fühlen sind manchmal nämlich zu ALLEM fähig, das solltest du niemals außer Acht lassen.
Missbrauch ist natürlich noch ein ganz anderes Kaliber...es geht hier (ebenso wie Gewalt, Schläge) um Demütigung (zu dem Zweck bequeme Sklaven zu haben die gut für die Befriedigung auf allen Gebieten sind...egal ob zur allgemeinen Hausarbeit, Triebbefriedigung oder Befriedigung von Machtgelüsten etc.) und indem man die Schuld die man auf die Opfer schiebt demütigt man sie ein weiteres Mal....somit entsteht sone Art Herr-Sklave-System. Funktioniert leider oft ausnehmend gut...aber nicht mehr sobald einem Opfer die Erleuchtung kommt es diese Dinge durchschaut und anfängt sich konsequent, glaubwürdig und effektiv zur Wehr zu setzen, also seine Opferhaltung ab zu legen und somit rausschält aus einer unterwürfigen Sklavenhaltung ggü dem Täter. Es geht um Macht und Herrschaft..."dein VAtertäter" hat sich so richtig soziopathisch und eigenmächtig gehen lassen....die ganze Welt und dich als Selbstbedienungsladen gesehen...damit ggf Frust und innere Defizite versucht zu kompensieren..aber egal was er für Gründe oder Ausreden er haben mag..keine dürfte Bestand haben, denn es gibt keine Ausreden für Gewalt und Missbrauch!
Diese Formel musst du dir einprägen, denn diese Formel ist eine Grenze die sowohl unser Rechtssystem als auch die allgemeine Ethik (Moralsysteme) gesetzt haben, nur leider wenden sie viele Gewaltopfer viel zu wenig an.
Ausreden und Schuldzuweisungen funktionieren nur, wenn du sie annimmst und glaubst. Du solltest also ggü dem Täter genügend Härte zeigen und dich auch nicht durch mitleidsheischende i.d.R vorgetäuschte Entschuldigungen blenden lassen. Dem Typen geht der A**** aus Schiss vor der Anzeige und Strafe (die er verdient hat und auf jeden Fall ableisten sollte!) und er wird ggf. so ziemlich alles tun und versuchen um dich weich zu klopfen..er kennt deine Schwachstellen....entweder droht er oder schmeichelt und tut so als wäre das was er getan hat eine Art Liebesbeweis gewesen (allerdings recht pervers) Täter dieses Kalibers können da schon einige Fantasien entwickeln, bei denen ihnen wenn ihre Manipulationsversuche fruchten/funktionieren gleich erneut einer abgeht...Ihr Sexualverhalten ist oft eng gekoppelt an Machtgelüste...sie spielen mit den Menschen...denn ihre Mitmenschen und insbesondere ihre Opfer sind nur minderwertige Geschöpfe die grad mal dazu ausreichen ihnen als demütige Untertanen/innen oder Triebbefriedigungsobjekte zu dienen.
Verantwortung für ihr Tun lehnen sie ab..klar, denn würden sie es nicht tun könnten sie selbst nicht mehr mit sich leben. Sie erfinden 1001 Ausrede (-märchen) die du nicht glauben solltest.
Schuld MÜSSEN sie also zwangsläufig von sich weisen um ihr Selbstbild zu retten und v.a. um sich vor Strafe zu bewahren, vor der Verachtung und Bestrafung durch ihre Mitmenschen....reiner Selbstschutz, allerdings einer den DU als Opfer nicht mitmachen solltest.
Mitleid solltest du mit dem Täter nicht zeigen, denn er hatte kein Mitleid mit dir! Spar dir also dein Mitleid für Menschen auf die es verdienen, denn fängst du damit an Mitleid für schlechte Menschen die dir weh getan haben zu haben versaust du dir deinen Charakter.
D.H. nicht dass du deinem Vater, wenn er wirkliche und echte Reue und Einsicht zeigen würde (was sich jedoch IMMER erst nach mehreren Jahren zeigt und indem er selbstverständlich jede Strafe für seine Tat auf sich nimmt...bereit dazu ist die Verantwortung für sein Tun voll und ganz auf sich zu nehmen etc.) nicht irgendwann einmal in ferner Zukunft verzeihen könntest...aber das solltest du halt nicht vorschnell tun.
Mein Vater z.B zeigte Einsicht..er hat für seine Untaten bezahlt, in Form von überschriebenen Immobilien und Geld in nicht unbeträchtlichem Umfang was ich als Wiedergutmachung akzeptiert habe. Und er hat sich auch nach einer grundsätzlichen Klärung durch mich (damals war ich so 13.14 Jahre...intellektuell recht frühreif und auch hart und konsequent genug..zum Glück)wesentlich besser verhalten...ich denke jedoch dass er da eher ein Ausnahmefall war und ich (meine Geschwister) damit einfach Glück hatte.
Ein Glück auf das du nicht zählen solltest, denn Missbrauchstäter sind ja nochmal ne Nummer für sich.
Denke immer daran, dass du Herrin deines Lebens bist und selbst bestimmst wo es langgeht. Die Herrschaft deines Vaters ist vorbei...sofern du hier konsequent in deiner Haltung bleibst...wozu aus meiner Sicht gehört die Anzeige aufrecht zu erhalten, Schmerzensgeld zu fordern, Unterhalt für das Kind zu beanspruchen etc.
Tyra
sry lange Antwort, falls du weitere Fragen hast, auch hierzu gerne stellen.
Diese Frage oben solltest du an sich auch mit deinen Betreuern und Psychologen nochmals klären und besprechen,..diese Fragen sind sehr wichtig und ein Teil des Ablösungsprozessen...finde ich sehr gut, dass du anfängst diese Fragen zu stellen! Weiter Fragen! Denn Wissen ist Macht! Und je mehr du darüber weisst und verstehst wie Täter ticken desto bessere Möglichkeiten hast du Verhaltensweisen zu deinem Schutz zu entwickeln., Abgrenzungsvermögen etc.
Wie ich damals damit umging: es gab ne Phase der geplatzten Illusionen..so nenne ich sie mal..in der ich erkannte dass die Welt kein Kuschelort ist, ich auf mich allein gestellt war...das hat geschmerzt und ich habe viel darüber geweint und gewütet...dann aber in Phase 2 erkannt dass das nix bringt und ich gewisse Realitäten einfach akzeptieren muss und versuchen sollte das Beste draus zu machen. Ich bin innerlich auf Abstand zum Täter gegangen..als Vater war er für mich gestorben, sondern nur noch ein Fremder...das ist bis heute so...tut mir manchmal zwar etwas leid, aber ist halt nicht zu ändern. eine zweite wichtige Sache war mich selbst gut zu behandeln...die Liebe, Achtung und Anerkennung, die ich nie von meinen Eltern bekam mir woanders zu suchen und zu holen.
Meiner Erfahrung nach sollte man die Fragen nach dem Warum (warum ich? warum ist das geschehen etc.,) nicht so über bewerten sondern sich in erster Hinsicht darauf konzentrieren einen Weg zu finden wie man seine Zukunft besser gestalten kann.
Meine Antwort habe ich gefunden..ich habe menschen die mir nicht gut Taten gemieden und Menschen die mir gut tun gesucht und gefunden.
Gewaltopfer die sich nicht genug auseinandersetzen geraten oft in gefahr täterähnliche Ehemänner oder Partner zu wählen...die Macht der Gewohnheit, einer lebensgefährlichen Gewohnheit, daher ist es gut, dass du dich derzeit aus einander setzt. Weiter so? Bei mir läuft die Auseinandersetzung mit dem Leben und der Menschheit bis heute und von Tag zu Tag lernt man mehr und wird klüger..oder denkt das zumindest
😉