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Persönliche Einstellung oder doch Unverständniss?

G

GastJan

Gast
Hallo,
ich wollte mal etwas allgemeineres fragen und zwar bezüglich einiger Tipps, die man hier als schüchterner Mensch immer wieder bekommt.

Wenn man darüber berichtet, dass man sich einsam fühlt oder komisch, weil man Jungfrau ist, abnormal, weil man anders ist und sich daher ungeliebt vorkommt,
so erhält man immer eine Bandbreite von Tipps, die so viel sagen wie:
-ignoriere die Meinung der anderen
-zieh dein Ding durch
-finde dich selbst
-liebe " "
-lass dich nicht unterkriegen
-such deine Interessen
-seh die sache ganz logisch/rational
-was hast du schon zu verlieren
(es gibt noch zig weitere, aber ich denke es ist klar was ich meine)

Mein Problem ist, dass ich damit sehr selten was anfangen kann. Es erscheint mir zwar logisch, aber umsetzen gelingt mir so gut wie gar nicht. Immerhin wird einem geraten ein Gefühlsproblem zu überwinden, indem man sich erstmal von den Gefühlen löst und dann mit dieser Einstellung sein Problem überwindet, aber wenn ich meine Gefühle von mir lösen könnte, hätte ich ja wohl kaum das Gefühlsproblem.
Wenn mir geraten wird jemanden zu mir einzuladen, um Freunde zu finden, ich aber von allen ignoriert/isoliert werde, wie soll ich dann jemanden einladen?
Wenn ich mich schlichtweg für nichts interessiere, wie soll ich dann meine Interessen finden? Man stelle sich eine gewöhnliche Person mit vielen Interessen vor und nehme dieser die 100 liebsten Interessen; hätte diese Person wohl noch weitere Interessen. Und wenn ja, würde diese Person nicht eher neue Interessen finden, weil sie nunmal eine Person ist, die sich leicht für etwas interessiert?
Wie soll ich mich überhaupt selbst lieben, wenn ich mich selbst hasse? Wenn ich meine positiven Aspekte in den Vordergrund stellen könnte, wenn ich mich von der Meinung fremder Menschen lösen könnte, wenn ich mich von meinen schlechten Seiten lösen könnte, würde ich mich ja nicht selbst hassen.
Anstatt liebe zu zweit zu suchen, soll ich erstmal mein Glück mit mir selbst finde, aber was wenn ich wirklich ein sehr sozialer Mensch bin, der Menschen brauch um glücklich zu werden?
Wenn ich befürchte einen Korb zu kassieren und mir jemand sagt ich solle mich nicht fürchten, weil man ja nichts verliere, kann man jemanden genau so gut sagen, dass man sich nicht selbst hassen bräuchte, weil man ja bestimmt nicht so schlimm ist.

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich häufig Tipps lese, die ich, sofern ich sie anwenden könnte, nicht bräuchte, weil ich dann auch nicht mein Problem hätte.

Liegt das ganze jetzt nur an meiner Einstellung, dass diese Tipps nichts taugen(vielleicht suche ich persönlich ja nach einer Lösung, die zu schön/bequem ist, um zu existieren).

Oder liegt es an den Tippgebern, welche nicht die Lage verstehen (emotional) in welcher sich der Hilfesuchende befindet?
Denn ich denke auch, wenn man ähnliches einst erlebt hat, so würde zwar bestimmt, die gleich Vorgehensweise einem eventuell auch helfen, aber zwei punkte denke ich stehen dem im Weg:
1. Die Situation ist nie komplett gleich, denn jeder hat allein schon andere Voraussetzung (Bsp: familiäre Bedingungen, soziale Kontakte, Aussehen, finanzielle Situation, beruflich Aussichten).
So ist das Verständnis recht Oberflächlich.
2. Ich glaube auch wenn jemand eine sehr ähnliche Situation erlebt hat, so wird diese Person das Erlebte nicht korrekt reflektieren können. Weil sie sich nur abgeschwächt an die sehr starken Emotionen erinnern können, was ein natürlicher Schutzmechanismus der Psyche ist(wir wollen ja nicht ewig wegen Großmutters Tod trauern wie am ersten Tag und jeden Tod mit noch mehr trauer verbinden, weshalb wir manches vergessen).

Mir fiel dies das erste mal sehr extrem beim lernen für die theoretische Prüfung auf:
Jeder sagt einem, er habe am letzten Tag erst angefangen zu lernen und vorher auch nie die Zettel gemacht. Ich verließ mich auf diese Aussagen und erkannte, dass ein Tag viel zu viel Stress bedeutete um alle Fragen durchzugehen (vorallem wenn man nur Fragebögen durchgeht und nicht die Fragen in den Zusammenfassungen selbst). Habe es dann zwar noch mit ach und krach geschafft, hatte mir aber geschworen nicht so einen Müll zu erzählen wie die anderen (da waren von weniger bis sehr intelligenten alle dabei).
Doch als man mich fragte, wie viel man denn lernen müsse, sagte auch ich ein Tag würde reichen und erkannte erst durch die Aussagen mehrer, dass ich doch den totalen Stress damals hatte.
(Ist jetzt kein tolles Beispiel, aber ich denke es hilft zu verstehen was ich meine)



Ich möchte hier niemanden kritisieren oder entmutigen Fragen zu stellen oder zu beantworten, aber ich denke, dass dies erstmal ein Problem vieler Fragestellender (oder Antwortgebenden? oder Beider?) ist.

Und FALLS es die Antwortgebenden sind, bitte ich darum die Tipps etwas tiefer auszuführen.
Falls es jedoch an mir liegt bitte ich um Lösungsvorschläge, um endlich mal meine Sichtweise ändern zu können.

Vielen dank schon im voraus für alle Antworten
 

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G

Gast

Gast
Hallo Jan,

ich habe deinen Beitrag gelesen, weiß aber jetzt nicht, mit welchem Problem oder Anliegen du hier schon angefragt hattest.
Meine Erfahrung mit Tipps von andern oder auch Ratschlägen - auch gleich "Schlägen", wie man sie auch empfinden kann, ist, sich auf sich allein zu besinnen und sein eigenes Selbst zu würdigen, wertzuschätzen und sich so wie man ist in Liebe anzunehmen.

LG
 

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Hallo, lieber Gast Jan,

Du hast schon Recht. Allgemeine Tipps wie „zieh‘ Dein Ding durch“ oder „finde Dich selbst“ klingen vernünftig, sind aber so allgemein, dass sie schon fast wieder nichts sagend sind.

In solchen Fällen hilft das genaue Nachfragen: Wie hast Du das gemeint? Wie genau soll ich jetzt was tun und in welcher Reihenfolge?

Die Antworten und Empfehlungen sind meist nur so gut – wie Deine Frage. Fragst Du ungenau, werden auch die Antworten ungenau sein. Bist Du also nicht mit Antworten zufrieden, dann überlege, ob Du Deine Frage verbessern kannst.

LG, Nordrheiner
 

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Es erscheint mir zwar logisch, aber umsetzen gelingt mir so gut wie gar nicht. Immerhin wird einem geraten ein Gefühlsproblem zu überwinden, indem man sich erstmal von den Gefühlen löst und dann mit dieser Einstellung sein Problem überwindet, aber wenn ich meine Gefühle von mir lösen könnte, hätte ich ja wohl kaum das Gefühlsproblem.
Hallo, lieber Gast Jan,

viele Menschen sind gefühlsgesteuert. Selbst in wichtigen Entscheidungen lassen sie sich eher von ihren Gefühlen leiten als von der Vernunft. Diesen Menschen zu raten, sie sollten sich von ihren Gefühlen lösen, scheint mir auch nicht wirklich hilfreich zu sein.

Tipps können auch falsch sein. Grundsätzlich können wir uns nicht von unseren Gefühlen lösen. Wir können nur lernen, mehr und mehr die Vernunft einzuschalten. Die Vernunft zu gebrauchen ist aber wieder nur dann möglich, wenn die Vernunft „Munition“ hat. Was nutzt das beste Gewehr, wenn man mangels Munition nicht schiessen kann?

Also – bevor man die Vernunft einschalten kann – ist erstmal das Lernen angesagt. Zum jeweiligen Thema besorgt man sich Literatur und liest sich schlau. Und kommt man in eine entsprechende Situation, kann man das Gelernte anwenden, zumindest es versuchen anzuwenden.

Hilft Dir das weiter?

LG, Nordrheiner
 

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Wenn mir geraten wird jemanden zu mir einzuladen, um Freunde zu finden, ich aber von allen ignoriert/isoliert werde, wie soll ich dann jemanden einladen?

Wenn ich mich schlichtweg für nichts interessiere, wie soll ich dann meine Interessen finden? Man stelle sich eine gewöhnliche Person mit vielen Interessen vor und nehme dieser die 100 liebsten Interessen; hätte diese Person wohl noch weitere Interessen. Und wenn ja, würde diese Person nicht eher neue Interessen finden, weil sie nunmal eine Person ist, die sich leicht für etwas interessiert?

Wie soll ich mich überhaupt selbst lieben, wenn ich mich selbst hasse? Wenn ich meine positiven Aspekte in den Vordergrund stellen könnte, wenn ich mich von der Meinung fremder Menschen lösen könnte, wenn ich mich von meinen schlechten Seiten lösen könnte, würde ich mich ja nicht selbst hassen.

Anstatt liebe zu zweit zu suchen, soll ich erstmal mein Glück mit mir selbst finde, aber was wenn ich wirklich ein sehr sozialer Mensch bin, der Menschen brauch um glücklich zu werden?

Wenn ich befürchte einen Korb zu kassieren und mir jemand sagt ich solle mich nicht fürchten, weil man ja nichts verliere, kann man jemanden genau so gut sagen, dass man sich nicht selbst hassen bräuchte, weil man ja bestimmt nicht so schlimm ist.

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich häufig Tipps lese, die ich, sofern ich sie anwenden könnte, nicht bräuchte, weil ich dann auch nicht mein Problem hätte.
Das erste Problem „Freunde finden“ hängt oft von dem ab, was uns antreibt. Manche Menschen sind selbstgesteuert. Sie werden von sich aus aktiv, wenn sie nur wissen, wie. Andere Menschen, zu denen Du vermutlich gehörst, sind fremdgesteuert. Sie benötigen (meistens, immer) einen Menschen an ihrer Seite, der ihnen sagt: „mach jetzt dies“ und danach „mach jetzt das“.
Es ist eine Frage der Selbstständigkeit. Unselbstständige Menschen haben es ohne gute Begleitung im Leben schwer.

Das Gleiche trifft auf Interessen zu. Wenn Du Dich für nichts interessierst, wäre ein Mensch hilfreich, der Dir sehr dringlich vermittelt, dass Du jetzt Dich in dem Kurs X anmeldest oder der Dir sagt, sprich jetzt mal Y an. Und am besten noch Tipps gibt, wie Du das jetzt am besten machst.

Das Thema „Liebe zu zweit“ ist schon anspruchsvoll. Deine Selbsthass-Gedanken sind störend. So stehst Du Dir selbst im Wege, eine Partnerin zu finden. Dich selbst zu lieben wird Dir schwer fallen, wenn Du keine Interessen hast. Mal so ausgedrückt: Wenn Du nicht tust, was Deine Vernunft/Dein Wissen erweitert, wenn Du nicht tust, was Deinem Körper gut tut, dann tust Du Dir nicht gut. Und auch hier stellt sich wieder die Frage, ob Du nur eine Idee benötigst und dann Dich selbst in Bewegung setzt oder ob Du fremdgesteuert bist und jemanden benötigst, der Dir möglichst genau für jeden Schritt eine hilfreiche Anweisung erteilt.

Das Glück ist das Ergebnis eines Prozesses, also eines Weges der kurz oder sehr lang sein kann. Wenn Du sagst, dass Du andere Menschen benötigst, um glücklich zu sein, dann wäre es hilfreich, wenn Du selbstgesteuert wirst. Andernfalls – als fremdgesteuerter Mensch – musst Du warten, bis Dich jemand steuert. Lebst Du isoliert, kannst Du lange darauf warten….

Ich empfinde Dich als einen ängstlichen Menschen. Du hast z.B. Angst, einen Korb zu bekommen. Was soll ich Dir anderes sagen als „ignoriere Deine Angst und sprich X einfach an“. Es wird schon kein Beinbruch sein, wenn Du einen Korb bekommst, falls Du überhaupt einen Korb bekommst, was ja nicht sicher ist. Mehr kann kein Leser tun. Andernfalls müsstest Du Deine Adresse veröffentlichen und die Leser zu Dir einladen, um gemeinsam praktische Übungen durchzuführen. Diesen jemand, der mit Dir praktische Übungen durchführt, musst Du Dir erst suchen. Das aber wird nur dann gelingen können, wenn Du selbstgesteuert agierst und nicht auf Fremdsteuerung angewiesen bist.

Aus meiner Sicht hängen viele Deiner Probleme mit den Begriffen Selbst- und Fremdsteuerung zusammen. Jedoch auch ich kann Dich nur für diese Deine Problematik sensibilisieren. Ob Dir das als Hilfe erstmal ausreicht? Ich würde mich freuen.

LG; Nordrheiner
 
G

GastJan

Gast
Danke für deine Antworten.
Nehmen wir doch deinen Rat gleich auf:)
Wie meintest du das mit der Munition und was soll es heißen, den Verstand zu aktivieren?
Ich laufe nicht wie ein Zombie herum oder denke nie nach, wenn du das meinst?

selbst- und fremdgesteuert klingt so sehr nach Zombie, ich würde eher (un)selbstständig/-bestimmt verwenden, aber bleiben wir mal bei gesteuert.
An sich ist klar, dass der selbstgesteuerte Mensch besser und glücklicher zurechtkommt und eigentlich jeder Mensch besser selbstgesteuert sein sollte. Du schlägst auch selbst vor, dass ich besser zum selbstgesteuerten Menschen werde, um zB glücklicher zu werden.
Die eigenen Interessen zu finden durch "Befehle" anderer Menschen, finde ich seltsam, da es ja nicht meine wären und ich dann nur etwas tun würde, um etwas zu tun, was ja nicht zweck eines Interesses ist.
Der selbstgesteuerte Mensch handelt ja aus sich heraus um seine Interessen zu verfolgen, weshalb er sich weniger für die Meinung anderer interessiert.
Um also zum selbstgesteuerten Menschen zu werden, muss ich wieder meine Interessen finden, welche ich schlicht weg nicht finden kann(Ich habe sehr viel ausprobiert), wenn sie denn existieren...

Ich bin mit Sicherheit ein ängstlicher und unsicherer Mensch, der gerne wüsste wie er vorzugehen hat.



Um dir mal einen Ablauf meiner Reaktionen beim ansprechen zu geben, damit du hoffentlich verstehst warum es mir extrem schwer fällt Mädchen anzusprechen:
Ich sehe ein Mädchen, das mir gefällt: Mir wird warm

Das Mädchen sieht mich auch an: Ich fange an wie wild zu schwitzen (hauptsächlich am Rücken, Achseln und Unterhose)
(Innerer Konflikt[bekannte Angst der Abweisung] sie anzusprechen: Symptome steigern sich, ich entscheide mich dagegen und bin erschöpft)

Ich gehe auf sie zu: Ich merke wie steif ich aussehe

Ich spreche sie an und bringe nicht viel mehr als "Hi" oder manchmal noch "wie gehts dir" raus: Gehirn schaltet auf Hypermodus und denkt ungefähr 1000mal so schnell, weshalb ich keinen klaren Gedanken fassen kann, aber sehr gut und sehr stark spüre (oder auch schon riecht), wie ich schwitze und vollkommen nass bin.

Sie sagt "Hi" (angenommen die Reaktion war positiv, was sie im Regelfall nicht ist, weil ich so extrem nervös bin, dass jemand 100meter weiter das erkennen könnte): Im Gehirn herrscht gerade Alarmstufe rot. "Was antworte ich? Wie gehts weiter?" (Der Wunsch etwas zu sagen und gleichzeitig das allseits bekannte phenomen des trockenen Mundes, sorgen bei mir dafür, dass sich vorne sehr viel Speichel anlagert)" Schlucke ich jetzt den Speichel nicht herunter, so werde ich sabbern oder sie anspucken, da jedoch nur vorne so viel ist sieht das runterschlucken selbst schon SEHR komisch aus. Egal du musst jetzt was sagen! "etwas nicht dummes hier einfügen""etwas nicht seltsames hier einfügen". Die ersten Sekunden sind entscheidend, also los sag schnell etwas!" Da mein Gehirn jedoch nicht wirklich 1000mal so schnell funktioniert sind mittlerweile im besten Fall nur 5 sekunden vergangen, in welchen man meinen Denkprozess mir deutlich ansehen konnte.

Sie sagt nichts und wendet sich von mir ab, weil ich nichts sage: Ich bin sichtlich erschöpft und enttäuscht und brauche erstmal kurz ne Pause von dem ganzen stress. Ein neues shirt sollte ich mir besser auch anziehen

Sie fragt mich was ich wolle (auch wenn es vorher eher freundlich war, so ist es nun meist eher weniger. Schon klar, wenn man den Typen vor einem als extrem nervös und unsicher wahrnimmt und ihn schon müffeln tut. Aber selbst wenn sie hierbei freundlich bleibt): "okay beruhige dich. Du schaffst das Jan. Jetzt nur die ruhe bewahren, mehr als Nein kann sie nicht sagen. Okay kann sie doch, aber egal. Ich werde also... was hat sie gesagt? Mein Kopf ist leer! " Ich sage: "Ich wollte dich nur ansprechen, weil ich dich echt süß finde" (währenddessen ist meine Atmung schon so flach geworden, dass ich vermutlich kurz vor einer Herzattacke stehe und auch wenn ich mein bestes gebe es zu verbergen, so wird man es dennoch sehen.
Wenn ich nur im Shirt unterwegs bin, so ist dieses jetzt Nass genug um nirgends mehr trocken zu sein (keine übertreibung))

Sie bedankt sich höchstens noch nett und bricht das Gespräch dann ab, oder wenn ich merke, dass sie einfach nur zu höflich ist mir einen Korb zu geben, breche ich das Gespräch ab. Vielleicht wechseln wir noch ein paar weitere sinnlose Floskeln wie "tolles wetter heute", aber mehr lief bis jetzt nicht: Ich bin aber nun völlig erledigt und der Tag ist allein schon, weil ich so fertig bin gelaufen. Dazu kommt aber mal wieder das bedrückende Gefühl abgewiesen worden zu sein.

Du siehst hoffentlich also, dass für mich mit einem Mädchen zu sprechen nicht einfach mal so getan ist.
Der gesamte Akt ist für mich eine Nervenaufreibende Tortur, die mich absolut erschöpft.
Und nach fast 20 Körben, weiß ich, dass ich mich erst ändern muss bis ich etwas erreichen kann, was ja nunmal mein Ziel ist.
Die Gründe weiss ich selbst nicht, aber ich bezweifel auch, dass das wissen mir wer weiß wie helfen würde, denn das wissen, dass in 5 minuten eine Atombombe einschlägt, hilft mir ja auch nicht ihr zu entkommen.
 

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Danke für deine Antworten.
Nehmen wir doch deinen Rat gleich auf:)
Wie meintest du das mit der Munition und was soll es heißen, den Verstand zu aktivieren?
Ich laufe nicht wie ein Zombie herum oder denke nie nach, wenn du das meinst?

Du fragst nach, wenn Du etwas nicht verstehst. Das ist schon mal ein guter Anfang.
Informationen sind die Munition, mit denen Dein Verstand arbeitet. Informationen findest Du in Zeitungsartikeln und besonders in Bücher. So schlage ich Dir z.B. Bücher vor, die sich mit dem Thema Mann-Frau beschäftigen. Besonders möchte ich Dir das Buch von Erich Fromm vorschlagen: Die Kunst des Liebens. Das verstehe ich unter Munition. Gibst Du Deinem Verstand nicht fragegerechte Informationen, macht es in Deinem Kopf "klick" aber es kommt nichts Vernünftiges dabei raus.


selbst- und fremdgesteuert klingt so sehr nach Zombie, ich würde eher (un)selbstständig/-bestimmt verwenden, aber bleiben wir mal bei gesteuert.
An sich ist klar, dass der selbstgesteuerte Mensch besser und glücklicher zurechtkommt und eigentlich jeder Mensch besser selbstgesteuert sein sollte. Du schlägst auch selbst vor, dass ich besser zum selbstgesteuerten Menschen werde, um zB glücklicher zu werden.
Die eigenen Interessen zu finden durch "Befehle" anderer Menschen, finde ich seltsam, da es ja nicht meine wären und ich dann nur etwas tun würde, um etwas zu tun, was ja nicht zweck eines Interesses ist.
Falsch. Wenn Du durch Anweisung oder durch Befehle anderer etwas tust, dann folgst Du diesen Anweisungen, weil Du Interesse hast, im Tun Deine eigenen Interessen herauszufinden. Dein Interesse kannst Du anschliessend beschreiben: "Das gefällt mir" - oder "das gefällt mir nicht". Wenn Du den Anweisungen nicht folgst, dann lautet Deine Meinung lediglich: "Ich weiß nicht, ob mir das gefallen könnte."

Der selbstgesteuerte Mensch handelt ja aus sich heraus um seine Interessen zu verfolgen, weshalb er sich weniger für die Meinung anderer interessiert.
Nicht ganz richtig. Keiner von uns lebt auf einer Insel. Die Interessen anderer zu kennen ist eine große Hilfe, sein eigenes Tun darauf so abzustimmen, dass möglichst eine Kollision vermieden wird.

Um also zum selbstgesteuerten Menschen zu werden, muss ich wieder meine Interessen finden, welche ich schlicht weg nicht finden kann(Ich habe sehr viel ausprobiert), wenn sie denn existieren...
Und weil Du selbst beim Finden glücklos bist, benötigst Du eben Hilfe von außen.

Ich bin mit Sicherheit ein ängstlicher und unsicherer Mensch, der gerne wüsste wie er vorzugehen hat.
Bei Deiner Beschreibung des Kontaktes mit dem Mädchen fällt auf, wie sehr Deine Gedanken um Dich kreisen. Wie ich Dir oben schon schrieb: Es ist wichtig, die Interessen anderer zu kennen, damit wir unser eigenes Tun darauf abstellen können.

Du schreibst von einer Leere im Kopf. Erinnere Dich bitte an mein Beispiel "Munition".
Munition ist etwas, was man sich besorgt, bevor man schiessen möchte. Damit ist gemeint: Die Leere in Deinem Kopf ist vorhanden, weil Du sie nicht rechtzeitig mit den Gedanken und Fragen gefüllt hast, die Dir in der jeweiligen Gesprächssituation helfen können.

So könntest Du ganz praktisch Dir selbst Fragen ausdenken, die Du vorher sogar auswendig lernen kannst, damit diese Fragen Dir im Gespräch sofort parat im Kopf sind.
Die eine Frage, die Du kennst "wie geht es Dir?" ist einfach viel zu wenig.

Du könntest etwas lesen zum Thema "Verlegenheit" bzw. zur Frage "warum sind Menschen verlegen?"
Und dann könntest Du in einem Gespräch davon erzählen, was Du zu dem Thema gelesen hast.

Beispiel: Wenn ich einen Menschen, den ich interessant finde, treffe, dann bin ich innerlich sehr angespannt und verlegen. Ich habe dazu verschiedene Meinungen gelesen. Da meinte eine Person "....." und eine andere meinte ".....".
Wie geht es Dir, wenn Du z.B. von jemandem angesprochen wirst, den Du nicht kennst. Bist Du dann auch verlegen oder weisst Du genau, wie Du Dich verhalten willst?"

Wie geschrieben, Du kannst Dir im Vorfeld viele Fragen überlegen und diese ggf. auswendig lernen. So füllst Du die Leere in Deinem Kopf. Und fehlen Dir Ideen - so frage hier im Forum nach.

Dieses Feststellen, was gerade Dein Körper macht, ist eine nebensächliche Information, die Dein Gehirn registriert. Es ist Deine Entscheidung, wie sehr Du Dich jetzt mit solchen Informationen beschäftigst. Je intensiver Du Dich vor und während eines Gespräches mit Dir selbst beschäftigst, um so geringer sind Deine Kapazitäten, Dich mit dem Menschen zu beschäftigen, mit dem Du Dich gerade unterhalten möchtest. Mit anderen Worten: Du lenkst Dich selbst von Deiner Aufgabe ab.

Häufig treffe ich auf Menschen, die fremd gesteuert sind und die um Hilfe bitten. Wenn diese Menschen dann eine Empfehlung erhalten, wird die Empfehlung aus nicht nachvollziehbaren Gründen abgelehnt. Diesen Menschen kann dann auch ein anderer Mensch nicht helfen. Man beschreibt diese Menschen als beratungsresistent.

Nachvollziehbar ist z.B. , wenn ein Mensch mit Beinbruch die Empfehlung ablehnt, sich auf einen Wettlauf vorzubereiten. Nicht nachvollziehbar ist, wenn der Mensch mit Beinbruch ablehnt, sich Krücken zu besorgen.
Er erwidert: Dafür müsste ich zum Geschäft laufen und das kann ich wegen dem Beinbruch nicht.
Hallo? Wie sieht es mit Bestellung per Brief aus oder mit der Bitte an einen Freund, für ihn einzukaufen?

Du merkst, viele Lösungen haben etwas damit zu tun, dass der Mensch sich selbst die richtigen Fragen stellt.
Falsch ist die negative Einstellung "ich kann nicht" der dann viele Überlegungen folgen, warum man nicht kann.
Richtig ist die Einstellung: "Ich kann nicht - aber ich überlege mir, wie ich es doch können könnte."

Und wenn dann eigene Überlegungen nicht ausreichen, dann suche ich mir Hilfe. Wenn ich die Empfehlungen des Helfers aus nicht nachvollziehbaren Gründen ablehne bzw. nicht konsequent umsetze, scheint der Mensch lösungswillig zu sein - im Endeffekt ist er jedoch beratungsresistent.

LG, Nordrheiner
 
G

Gast

Gast
Wie soll ich mich überhaupt selbst lieben, wenn ich mich selbst hasse? Wenn ich meine positiven Aspekte in den Vordergrund stellen könnte, wenn ich mich von der Meinung fremder Menschen lösen könnte, wenn ich mich von meinen schlechten Seiten lösen könnte, würde ich mich ja nicht selbst hassen.
Hierzu fällt mir ein, dass Du erstmal einen Schritt gehen solltest, und dann den nächsten. Es ist Arbeit, und das geht alles nicht von heute auf morgen. Aber Selbsthass kann man wirklich in den Griff bekommen, wenn man bereit ist, den Weg zu gehen, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und die Arbeit auch anzupacken.

Fang klein an. Überlege Dir, welche Eigenschaft Du an Dir gut findest. Anfangs fällt Dir bestimmt nicht viel ein, aber irgendwann bestimmt. Mach Dir da nur ganz in Ruhe Deine Gedanken, und setze Dich nicht unter Druck, wenn Dir heute nichts einfällt. Wichtig ist, DASS Du Dich in liebervoller Weise mit Dir beschäftigst.

"Schlechte" Eigenschaften hat jeder Mensch. Das ist ganz normal. Keiner ist perfekt. :)
 

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