Ich frage mal: Nach wieviel Jahren zaehlt eine Transplantation als Erfolg? Wie sieht die Erfolgs- / Misserfolgsstatistik aus?
Bekommt jemand ein neues Organ, ueberlebt man eine gewisse Zeit. Die Gefahr, dass das Organ abgestossen wird, verfolgt einen den Rest seines Lebens, evtl. muss mehrmals ein neues Organ gefunden und ausgewechselt werden. Damit es nicht abgestossen wird, muss medikamentoes die Immunabwehr so stark herabgesetzt werden, dass es eine signifikant erhoehte Krebsgefahr gibt. Man steht lebenslang unter aerztlicher Kontrolle mit allen moeglichen Folgeschaeden bei schaedigenden radiologischen Untersuchungen und lebenslanger Gabe starker Medikamente, so dass es zu anderen / weiteren schwerwiegenden Erkrankungen kommen kann.
Mikenull, das Problem ist, dass die meisten Spender zu alt sind, um gesunde, ungeschaedigte Organe abzugeben. Die meisten gut verwendbaren Spenderorgane kommen von jungen Unfallopfer. Wie zynisch, da nur die Empfaenger im Blick zu haben.
Ein Kind, das gerade ueberfahren wurde, ist der ideale Organspender, nicht der alte oder kranke, gesundheitlich vorgesschaedigte Mensch. Von Interesse sind nicht nur Herz, Leber, Niere, Augen sondern auch Knorpel und Knochenteile. Kannst du dir auch nur annaehernd vorstellen, in was fuer einen Konflikt eine betroffene Familie in dieser Ausnahmesituation geraet? Was fuer ein psychischer Druck auf ihnen lastet? Da wird ihr in einem Moment, in dem sich das eigene Kind im Sterbeprozess befindet, gesagt, dass viele Menschen / ja, Kinder (!) weiterleben duerfen, wenn man dies und das und jenes ihrem eigenen Kind entnehmen darf.
Es ist nicht nur die Sache des Empfangens eines Organs, es ist auch das Geben und der Umgang mit dem gebenden Sterbenden und seiner Familie, das Familienangehoerige nicht zur Ruhe kommen laesst. Hast du schon mal gehoert, in welchem unmenschlichen Zustand diese ausgeweideten Koerper den Angehoerigen zurueckgegeben werden? Wie Restmuell. Da kann gut und gern noch OP-Material am Koerper stecken. Eine Schande.