Styx.85
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Wir alle sind hier gefangen. In einer Welt ohne Hoffnung. Wie Menschen einfach raus gehen können, unbekümmert Spass haben, arbeiten gehen, Tag für Tag, ohne diese Gedanken, ohne an ihnen zu zerbrechen. Das werde ich nie verstehen. Hoffnungsvoll und motiviert am Leben Teil nehmen, das habe ich schon vor vielen Jahren aufgegeben. Vielleicht können die meisten Menschen die Wahrheit einfach ausblenden. Ich kann es nicht, denn sie ist wie eine gigantische Wolke die alles in tiefste Hoffnungslosigkeit versetzt. Auch ich liebe die schöne Seite der Welt und des Lebens. Aber die andere Seite ist so schrecklich, das kein normales Leben mehr möglich ist. Ausblenden ist unmöglich. Nur ein wenig Ablenkung bis zum Ende. Mit dem Wunsch auf Frieden danach.
Ich finde, deine Gedankengänge sind zumindest an der Grenze zum pathologischen.
Die Fixierung auf Leid, Tod, Verderben und Hoffnungslosikeit nimmt dir jegliche Energie, am Leben normal teilzunehmen.
Wenn das alles so stimmt, wie du es beschreibst, ist es gut möglich, dass du es mit Hypersensibilität oder ähnlichem zu tun hast, was deine Depression und deine Lähmungen auslösen.
Ich würde dir zu einem guten Psychiater und / oder Psychologen raten. Solche Auffälligkeiten bekommt man mit Psychopharmaka in der Regel gut in den Griff. Da geht dann schnell wieder die Sonne auf.
Wichtig wäre, aus der Drama-Spirale rund um Tod und Leid rauszukommen.
Alles was du beschreibst, gibt es nämlich in etwa gleicher Menge auf der anderen Seite, sprich im positiven Sinne und zwar nicht selten im direkten Zusammenhang.
Das leidende Tier einerseits ist der Jagderfolg und der Festschmaus des Predators andererseits. Der Impuls, sich selbst moralisch zu erhöhen, indem man mit der Gazelle leidet, statt sich mit dem Löwen zu freuen, ist eine Frage von Erziehung und Prägung.
Das Vergessen bei einer möglichen Wiedergeburt ist Fluch und Segen zugleich, denn es werden auch Schmerz und Leid getilgt. Das Leid würde sich in der Ewigkeit des Wiedergeburtszyklus erschöpfen, genauso wie die Freuden. Am Ende ist eben doch alles nichts. Wobei sich all dies philosophischen Überlegungen ohnehin in Sphären abspielen, deren Zusammenhang wir niemals in unserer Existenz als Mensch ergründen werden.
Auch das Anführen von Nahtoderfahrungen sollte uns hier nicht beeinflussen, denn wie der Name schon sagt... die Leute waren eben nicht Tod... nur beiNAHE. Das eine (letzte Zuckungen des Nervensystems) hat mit dem anderen (Tatsächlicher Tod) wenig zu tun.
Tatsächlich ähneln Nahtoderfahrungen eher Drogentrips basierend auf ihrem Biochemismus. Daher Vorsicht, wenn solche Erfahrungen bei der Erklärung des Jenseits ins Spiel gebracht werden.
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