@Pfefferminzdrops
Ich habe wirklich Angst vor einer beruflichen Veränderung. Ich könnte zwar in einem Vorstellungsgespräch sagen, dass ich etwas langsam, dafür aber sehr sorgfältig arbeite, aber ob ein potentieller Arbeitgeber dafür Verständnis hätte?
Kollegen, die selbst sehr flink arbeiten, hätten mit Sicherheit kein Verständnis dafür. Ich habe eine Kollegin, die nicht verlangsamt in ihren Bewegungen ist, dafür aber oft trödelt und sich viel und gern mit den Bewohnern unterhält. Ich habe schon oft mitbekommen, dass darüber abgelästert wurde.
Bei der Kollegin, über die ich mich einige Male beschwert habe, handelt es sich auf gar keinen Fall um Ärger, weil sie mutiger ist als ich. Ich finde sie nicht mutig, sondern einfach nur unverschämt. Manchmal habe ich sie gefragt, ob sie die Dokumentation schon erledigt hat, was sie bejahte. Dann sah ich, dass noch alles offen war und sie gar nichts gemacht hatte! Wir haben bestimmte Rituale, wenn ein Bewohner verstorben ist wie eine Gedenkminute halten, einen Spruch ins Kondolenzbuch schreiben, etc. Das verweigert sie dreist und das hat mit Sicherheit nichts mit ihrem Migrationshintergrund zu tun. Mit den anderen Kolleginnen habe ich kein Problem. Wir sind im Großen und Ganzen ein gutes Team.
Ich empfinde es auch so, dass meine Vorgesetzte unterschwellig Druck aufgebaut hat, als sie sagte, dass der Ausflug bei weiterer Arbeitsunfähigkeit von mir abgeblasen werden müsse. Wie ich schon geschrieben habe, hätte ich auch tatsächlich ein schlechtes Gewissen gehabt und war froh, dass der Ausflug wegen der extremen Hitze eh ausfallen würde.
Am Montag habe ich am Telefon gesagt, dass ich bis Freitag krankgeschrieben bin und am Wochenende wieder zum Dienst komme. Dabei bin ich noch übers Wochenende krankgeschrieben! Ich mache das aber weniger für meine Vorgesetzte, sondern für die Bewohnerin, die ich lieb habe. Sie ist sterbenskrank und ich möchte sie noch mal wiedersehen. Gerade bei dieser Hitze kann jeder Tag der letzte sein. Eine Kollegin hat mir geschrieben, dass sie nach mir gefragt hat und sie auf mich wartet.
Ich tue ich mich auch schwer damit, über eine berufliche Veränderung nachzudenken, weil ich unter Druck stehe, mir eine andere Wohnung suchen zu müssen. Damit kommt ja auch noch viel Stress auf mich zu und gleichzeitig hält der Ärger mit den Nachbarn auf meiner Etage an. Jetzt haben sie sich schon wieder eine neue Schikane überlegt.
Irgendwie wächst mir im Moment alles über den Kopf.