Ich finde es unsinnig wie unkonkret Du mit Deinem Problem umgehst und wie viele Baustellen Du in nur einem Thread aufmachst:
- Das Problem mit den Freunden (was eigentlich egal ist, weil so nun mal das Leben ist)
- Das Problem mit Deiner Ehe (bei der Ihr Euch zu abhängig voneinander gemacht habt)
- Dein Wunsch fremdzugehen, weil Dir irgendein jugendlich wirkender Kollege Unsinn einredet
- Die Probleme auf der Arbeit
Konzentrier Dich mal auf das was wichtig ist und sortiere es nach Schwierigkeitsgrad:
- Man kann seinen Job wechseln, wenn man nicht 100% zufrieden ist und es Nervfaktoren im Job gibt (wie die omniösen Afterworkparties und der Fakt, dass alle im Prinzip zu jung für Dich sind, um Freundschaften zu schließen; man kann sich schon aussuchen in welches Umfeld man sich selbst setzt)
- Deine Eheprobleme, wo Du mal eine Kommunikationsebene mit Deiner Frau finden solltest. Familie mit Kindern ist nun mal anstrengend. Setzt Euch zusammen und guckt, was Ihr tun könnt.
- Streich Deine alten Freunde raus. Die spielen keine Rolle mehr.
Ich sag es noch mal: Umfeld ist echt alles. Wenn das Arbeitsumfeld toxisch und destruktiv ist... such Dir was anderes. Fang dort an zu verändern, wo es zuerst greift.
Ich bin ehrlich wenn ich sage, dass die "Probleme" wenn man sie angesichts mancher Kommentare so überhaupt noch nennen sollte, sich über die Jahre diffusiert haben. Alles verschwimmt im Brei aus was mal war und was es sein sollte oder was ich erwarte. Ich sage nicht, dass es berechtigt ist, mag sein dass ich vieles zu sehr verstreue aber ich versuche grundsätzlich auch all das zu nennen, was dem ultimativen Thema, weshalb ich mich überhaupt äußere, beisteuert: Traurigkeit.
Sie kommt ja irgendwoher und ich versuche nur all das zu beschreiben oder zu erläutern, was in mir diese Traurigkeit auslösen könnte.
Ich will meinen Job nicht wechseln! Klar habe ich gewisse Punkte genannt, aber ich sage nicht dass dies mein komplettes Arbeitsumfeld auch so einnimmt. Ich habe wahnsinnige Freiheiten bei diesem Unternehmen, eine Teamleiterin die sich unglaublich für ihre Mitarbeiter einsetzt. Ich liebe die Arbeit und das, was ich da tue und es erfüllt mich beruflich zum ersten Mal in meinem Leben! Die Aspekte, die ich genannt habe, sind halt so Triggermomente, aber nicht das alltägliche.
Ich kenne das, er hat sich vergrübelt 😉 ... Und wahrscheinlich zu wenig über alles mal mit Menschen gesprochen.
Ich glaube schon, dass das Problem mit den alten Freunden hier auch relevant ist. Es steht stellvertretend dafür, was Phlics fehlt. Es ist nicht insofern wichtig, als dass er die Freundschaften wiederbeleben könnte oder sollte, aber es kann Hinweise darauf geben, wo seine Leerstelle ist, die er füllen sollte.
Ich denke es ist einfach dieses Austauschen. Ich will niemanden zum X oder sowas, auch wenn man das vielleicht so rauslesen konnte. Aber jemanden, mit dem ich über X einfach reden kann, ohne verurteilt zu werden, ohne Gefühle zu verletzen, ohne Haken. Aber auch nicht NUR, das sollte garnicht so klingen. Meine ehemaligen Freunde waren für solche Themen immer offen, und wenn ich Bedenken hatte, Kummer, Frust, Sehnsüchte, oder neue Fantasien besprechen wollte, dann konnte ich meinen geistigen Müll da abladen, auch wenn es jetzt merkwürdig klingt. Aber ich konnte es loswerden und neue Perspektiven und Idee aufnehmen. So wie sie sich bei mir entladen konnten. Das hat nichts mit X zutun, das geht darüber hinaus... so empfand ich es zumindest.
Kann schon sehr gut sein, dass mir das genau fehlt, nur eben noch die Lebensistuation ontop dazukommt. Dass ich mit meiner Frau das Gespräch suchen werde, ist mir mehr als klar und ich werde es auch nicht länger aufschieben können. Morgen ist ja mal Feiertag, da dürfen wir auch mal garnichts am Haus machen.
Ich bringe es mal auf den Punkt, super Job, tolle Frau, aber kein X, eigenes Haus, Frau ist auch glücklich im Beruf, wunderbares, gesundes Kind.
Finde Dich damit ab, dass man nicht alles im Leben haben kann. Wenn das X Problem so groß ist, dann mußt Du Dir das woanders holen. Entweder guckst Du Dir Filme an und wedelst Dir einen von der Palme. Affäre oder in der Firma, absolutes NOGO. Du würdest überall dastehen wie der letzte Heuler. Deswegen, fahr zu Profis, am besten mindestens 50km weit weg. Du mußt mit niemanden darüber reden, das ist Dein Geheimnis. Ansonsten hilft nur chemische Kastration.
Alternative, Haus verkaufen, Frau ausbezahlen, jeder kauft sich ne Wohnung und fängt ein neues Leben an. Das Kind bleibt bei der Frau und Du konzentrierst Dich auf das was kommt.
Freund von mir, dessen Frau ist Topmanager. Seit die mit der Firma verheiratet ist, liegt das X Leben auf Eis. Die kippt sich jeden Tag eine Flasche Rotwein runter, raucht wie ein Schlot, isst fast nichts, obwohl er jeden Tag Menüs zaubert wie im Fernsehen. Was macht er? Er kompensiert das durch Luxuskarossen, 2x im Jahr den neusten Sportwagen, 1x im jahr Luxusreise, Einkauf nur im Feinkostladen, das Beste vom Besten, Essen nur im 5 Sterne Tempel, wo Himalayawasser für 150 die Flasche serviert wird. Der hat sich damit abgefunden. Wäre die Ehe im A., würde er im Dönertempel essen und Leitungswasser runterkippen.
Alles im Leben hat seinen Preis. Du kannst Dir auch ein paar Kumpels im Ort suchen, machst das wie so viele, nach Thailand 2 Wochen fliegen und es dort krachen lassen. Deiner Frau erzählst Du was von einer Geschäftsreise, Kulturreise, was weiß ich.
Ich kenne einen Bauern, der keine, wirklich keine Frau im Leben abbekommen hat. Der ist nach Thailand, hat eine Frau importiert, hat zwei Kinder, die Frau kann nun gut Deutsch und ist glückliche Bäuerin. Mit den Kids war ich auch schon im Kino, die sind groß geworden, voll integriert. Alle total happy. Sowas wie Liebe oder X, das kannte der 50 Jahre nur aus dem Fernsehen.
Zu sagen, "Es ist halt so, komm damit klar" klingt wie agehakt, erledigt, next... und ich finde es zwar ok, die knallharte Ehrlichkeit, aber ich denke dass da mehr sein muss. Vielleicht hast du es auch nicht ganz so verstanden oder ich habe mich falsch ausgedrückt. Ich will meine Kollegen nicht fiX, ich will keine ProstX, ich will keinen Thailandurlaub. Wenn ich diesen Druck ablassen will, mache ich es eben manuell. Aber es geht hier nicht nur darum. Es fehlt mir, ganz klar, aber ich bin nicht bereit so weit zu gehen, sry. Das hilft mir auch nicht... ich will meine Frau aber die emotionale Ebene muss ich erstmal richten. Und dafür wollte ich meinen Kram aufschreiben und von euch eine außenstehende Perspektive auf die Sache zu erhalten, vielleicht öffnet mir das die Augen...