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Neige ich zur Selbstzerstörung?

KirschblüteX

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

vorweg: Jedem, der das hier liest ein großes Danke.
Ich versuche alles schon so kompakt wie möglich zu halten, denn alles in allem wäre es sonst soooo viel. :rolleyes:

Zu mir: Ich bin 27 Jahre alt und schwanger.
Ich befinde mich derzeit in einer Situation, in der ich nicht abschätzen kann, was jetzt das Richtige ist.Und eigtl konnte ich das immer recht gut.

Ich habe mich Anfang 2015 mit einem Arbeitskollegen eingelassen, obwohl er total das Gegenteil von dem ist, was ich für mich wollte. Optisch gar nicht mein Fall. Unsere Lebensstile soooo unterschiedlich. Wenn ich es salopp sagen darf, ich war immer die Rockerbraut, ranzige Schuppen, Festivals, Metalkonzerte, bis 8 Uhr morgens durchfeiern, Musik als die große Liebe. Er, sehr klein und introvertiert, sehr ruhig, eher die "normale" Schiene. Trotzdem ein superlieber sehr aufmerksamer Mensch der wirklich um mich gekämpft hat und mich schließlich zu seiner Freundin gemacht hat.
Auf der Arbeit die Beziehung geheim gehalten so gut es ging. Das lief ein paar Monate so. An sich lief die Beziehung sehr gut, rosarote Brille, kennen wir alle. Aber er war der erste, bei dem ich mir vorstellen konnte ein Kind mit ihm zu haben, was ich vorher nicht kannte.

Iwann sind wir beiden beruflich umgezogen, gleiche Firma, neuer Wohnort.
Und ab da ging der Alptraum los. Ich wurde befördert, seine Vorgesetzte. Er sagte immer, es macht ihm nichts aus. Ich hatte immer ein anderes Gefühl. Und ich hatte Recht.
Die ersten Streits eskalierten. Ich gestehe ein, dass ich manchmal wirklich ein blödes, provozierendes Miststück sein kann. Der erste Streit eskalierte, als er mich in unserer Übergangswohnung soweit angriff, nachdem ich ihn weggeschubst hatte weil er mir so nah kam dass ich Angst habe, dass er mich gewürgt hat, auf den Boden gedrückt hat und mich aufs übelste beleidigt hat.
Er schrie mich an wie ich noch nie angeschrien wurde.
Es beruhigt sich, ich tat es als Eskalation ab. Ich weiß ja, wie er sein kann, dass er grundsätzlich so eine liebevolle und tolle Art an sich hat.
Die Zeit verging, wir wollten langsam das Thema Kind angehen, ich setzte die Pille ab und wir versuchten es über viele Monate. Doch es klappte nicht.
In den letzten Monaten wurden die Streits wieder schlimmer. Wieder sehr viel Aggressionen, Lügen, Anschuldigungen, Vorwürfe. Jedesmal endete es mit schlimmen Tränen, Krankmeldungen auf der Arbeit, Angst, Geschubse, Beleidigungen. Ich habe bei ihm so langsam das Gefühl entwickelt - der tickt iwann aus.
Dann eskalierte es auf der Arbeit. Egal wie sehr ich mich bemüht habe als seine Cheffin normal mit ihm umzugehen, habe ich seiner Meinung nach "immer den verfickten Boss raushängen lassen", würde ihn "wie das letzte Stück Scheiße behandeln", wäre ja nie für ihn da, er müsste alles eine machen etc.
Komischerweise, immer wenn wir Stress hatten und ich angedeutet habe die Beziehung zu beenden gab es auf einmal iwelche "Schickssalsschläge" in seinem Leben. Ich will mich trennen, auf einmal hat seine Mutter genau zu dem Zeitpunkt einen Suizid Versuch hinter sich. Ich will mich trennen, auf einmal leidet er so extrem unter dem Tod seines Bruders dass er auch sterben will. Ich will mich trennen, auf einmal wird er von jmd bedroht der ihn umlegen will... Lächerlich. Und iwann hab ich gesagt: Nein, jetzt nicht mehr, komm alleine damit klar.
Ich hab es ihm einfach nicht geglaubt. Und deswegen bin ich "ja nie für ihn da."
Auf der Arbeit eskalierte es dann einen Tag soweit, dass er mich vor meinen Mitarbeitern anschrie, beleidigte, mir meine Sachen aus der Hand schlug, unser Sexleben in den Dreck gezogen hat (er kriegt wegen mir keinen mehr hoch, weil ich ihn ja so unter Druck setze; hierzu muss ich sagen: Sex geht nur, wenn ICH anfange. Nach über einem Jahr ist er sich "ja so unsicher damit anzufangen weil er Angst vor Ablehnung hat". Also fange ich nicht an: Kein Sex. Den haben wir auch schon lange eingestellt)
Er flog aus der Firma, erhielt Hausverbot, verlor seinen Job, verwüstete die gemeinsame Wohnung und verließ die Stadt.
Die Beziehung war also ENDLICH vorbei. Ich hab mich so frei gefühlt, angstbefreit, einfach frei, eine riesen Last fiel ab.

Ein paar Tage später lauerte er mir abends auf, mit Rosen, weinte und entschuldigte sich.
Ich habe ihn in meiner Dummheit (ich kann ihn nicht weinen sehen, habe an die ganzen guten Dinge gedacht die er ja immernoch getan hat, seine Aufmerksamkeiten etc) wieder aufgenommen.
Es blieb dabei, dass er erstmal bei seiner Mutter wohnt und mich am WE besuchen kommt.
An Silvester hatten wir telefonisch einen so schlimmen Streit, dass ich wirklich einen Nervenzusammenbruch hatte. Ich sei eh die größte verlogene F****, würde nur rumficken, ihn belügen, betrügen, würde in meiner "Chef-Welt" Leben und nichts mehr wahrnehmen. Das alles ist für mich unverständlich, ich liebte meinen Job und meine Mitarbeiter meine Arbeit.
Ich sagte: "Mach so weiter, und du kannst mich begraben lassen, dieser Psychoterror ist einfach nur krank!"
10 Minuten später stand ein RTW vor der Tür, die hatten Meldung erhalten dass ich mich umbringen will. Absoluter Bullshit. Konnte sie abwimmeln und musste nicht mit.
Einen Tag später stand er vor meiner Tür. Wir redeten sehr viel, ich hab ihm klipp und klar gesagt dass es einfach nicht mehr weiter geht, dass er der Grund ist warum es mir schlecht geht, dass ich ihn nicht liebe. Natürlich drohte er mit Suizid. Er hat unendlich Ausdauer was weinen und diskutieren und flehen angeht und um dieser Situation zu entkommen gab ich nach, schlief mit ihm, "wir versuchen es nochmal." Im Hinterkopf hatte ich: Ich werde flüchten. Ich werde einfach abhauen, alles vorbereiten und einfach verschwinden. Anders werde ich ihn nicht los! Er verfolgt mich, taucht immer wieder hier auf.
Komischerweise akzeptierte er kurz darauf nach einem Streit (Streit - täglich) die Trennung. Fing sofort in dem Gespräch an alles regeln zu wollen, er will ja 5000 Euro von mir, sofort und blabla. Anstatt es erstmal sacken zu lassen und das finanzielle zu klären, wenn die Gemüter sich etwas beruhigt haben.
Drei Tage später macht ich einen SS-Test, positiv. Ich fiel vom Glauben ab. Wir versuchten es über MONATE und genau bei dem einen mal, ungeschützt, hatte es geklappt. Grundsätzlich freue ich mich sehr darüber. Der erste Schritt war: Ihn anrufen. Ich rief ihn an, hörte, dass er im Auto war. Sagte ihm, dass ich schwanger bin. Seine Antwort: Bin in 5 Min da. Kaum zu glauben, er muss eigtl 2h Auto fahren zu mir. Also hat er die Trennung doch nicht akzeptiert und war wieder gegen meinen Willen hergefahren. Stand also 5 Min später vor meiner Tür.
Wieder elend lange Gespräche, hab gesagt wir versuchen es (Ich könnte mich für meine Dummheit ohrfeigen). Für/wegen dem Kind. Liebe, keine mehr da. Kommt vielleicht wieder, wenn er sich ändert. Viele Tränen, viele Worte.

Fazit des Ganzen: Ich finanzier die Wohnung etc seit Monaten alleine (ca 700 Euro), was ich nicht kann, bin schwanger,wir streiten JEDEN Tag, er ekelt mich an, ich will ihn nicht, ich will dass er aus meinem Leben verschwindet. Ich hasse ihn, er nervt mich. Er soll einfach weg. Er will nicht herziehen, bis das mit der Beziehung besser läuft, soll aber die Wohnung weiter behalten, mir wurde die Arbeit gekündigt (betriebsbedingt).
Ich habe keine Rücklagen mehr, eine Wohnung die ich nicht halten kann, die Möbel sind eigtl alle seine, ich habe alles aufgegeben, bin schwanger, kann nirgends hin.

Habe ich mir das selber eingebrockt? Neige ich dazu, bewusst alles zu zerstören? Warum kann ich ihm nicht verzeihen? Ich kann mir ihm gegenüber dumme, verletzende Sprüche nicht verkneifen, er widert mich an.

Ist der richtige Weg, die Wohnung zu behalten, die Beziehung zu erdulden wegen dem Kind?
Neue Wohnung suchen? Wie soll ich dem Umzug finanzieren, was ist mit seinen Möbeln?

Ich habe keine Freunde (darf ich nicht), keine Familie, ich stehe mit nichts da. Einfach nichts.

Ich weiß, dass ich viele Fehler gemacht habe in den letzten Monaten, aber oft war der Grund einfach, dass es der einzige Weg war in zu beruhigen.
Aus Angst, aus "Ich hab echt keine Lust mehr", aus "Ich ertrag es einfach nicht mehr."

Zerstöre ich mir bewusst alles gute in meinem Leben oder warum ticke ich so? Warum kann ich ihm nicht verzeihen und mir meine Gehässigkeit nicht verkneifen?

Zusatz:
Mir geht es nicht unfassbar schlecht, ich falle gerade nicht in ein tiefes Loch. Und die Schwangerschaft ist auch keine Belastung für mich, ich weiß dass ich eine verdammt tolle Mutter sein werde. Ich weiß einfach nur nicht, was jetzt richtig ist. Er lässt nicht mit sich reden, soll ich die Wohnung kündigen? Aber was mache ich mit seinen Möbeln? Wie könnte ich mir das finanzieren wenn ich die Wohnung nichtmal halten kann?
 
Zuletzt bearbeitet:

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Harle

Aktives Mitglied
Hey Kirschblüte,

du wurdest da aber fies in eine Abhängigkeit reingezwungen. Push / Pull, Zuckerbrot und Peitsche ... und dann hält dein Gehirn diese Abhängigkeit für Liebe.

Du musst dich unbedingt trennen. Der Typ ist extrem gewalttätig. Zeig ihn an für das Würgen usw.

Was wenn er dich mit Kind angreift?

Raus aus der teuren Wohnung, direkt in ein Frauenhaus und von da aus planen.

Ich würde dir so sehr ein Kind mit einem tollen Partner wünschen!

Ihr habt absolut keine Zukunft. Statt eine Therapie zu machen lügt er dich an und nimmt dich aus. Alle deine Worte sind schlimm, er lauert dir auf, beleidigt dich, hat dich vielleicht doch indirekt deinen Job gekostet und selbst euer Anfang :''um mich gekämpft hat und mich schließlich zu seiner Freundin gemacht hat'' ist nicht normal. Man macht eine Frau nicht zu seiner Freundin....

Wenn du das Kind willst , ab ins Frauenhaus, Kontaktverbot etc.
Dein Leben beginnt erst neu wenn du ihn endgültig los wirst. Sonnst hast du ihn Jahre an der Backe, bis er ein bessers Opfer gefunden hat.
 
G

Gast

Gast
Hallo,
ich bin zufällig hier gelandet, da mir diese Seite nach meiner Google Suche bzgl. beruflicher Umorientierung angezeigt wurde....
Als interessierter Mensch schnell einen Blick ins Forum geworfen und zufällig deine Geschichte als erstes gelesen. Ich bin zwar ein Mann und zehn Jahre älter als du, habe die Ereignisse, die du schilderst so nicht erlebt, aber auch ich hatte Beziehungen in meinem Leben die voll Leidenschaft waren und schmerzhaft auseinander gingen.
Meinen Rat, den ich dir geben kann bezieht sich eher auf grundsätzliche Denk- und Verhaltensmuster, als auf eine Auflösung deiner gegenwärtigen Situation. Ich möchte hier möglichst wenig be- und schon gar nicht verurteilen, aber vielleicht hilft es ja trotzdem.... :)
Sich in einen Menschen zu verlieben und sich auf ihn einzulassen birgt immer ein latentes Risiko: Emotional von einem Menschen verletzt zu werden, den man liebt. Auch das ist Teil einer Beziehung, über den man in guten Zeiten natürlich nicht nachdenkt. Das ist nicht der Punkt deines Anliegens, aber ich wünschte mehr Menschen wären sich dieser Tatsache bewußt.
Die Griechen haben vor über 2000 Jahren über den Eingang des Apollo Tempels "Erkenne Dich selbst" in den Stein gemeißelt. In meinen Augen der Höhepunkt menschlicher Zivilisation. Denn wer sich selbst (er)kennt, der kann durch Selbsterkenntnis unter anderem auch vermeiden andere unter sich leiden zu lassen!
Auf die Liebe bezogen könnte man sich beispielsweise fragen: Suche ich einen Partner bzw. eine Beziehung, weil ich bereit bin mit ihm eine eigene, kleine Welt voll Hoffnung zu erschaffen? Oder doch eher weil ich schlecht allein sein kann? Oder weil es in einigen gesellschaftlichen Milieus immer noch als "christliche Verpflichtung" gesehen wird? Oder weil es mir grad nicht gut geht und Trost brauche?
Du siehst, es gibt viele Möglichkeiten warum Menschen sich auf Beziehungen einlassen, aber sind sie sich immer über den wirklichen Grund bewußt? Hier würde ein "Erkenne dich selbst" sehr weiterhelfen.
Was glaubst du waren die eigentlichen Gründe, warum dein Partner mit dir zusammen sein wollte?
Zitat: "Er, sehr klein und introvertiert, sehr ruhig..."
Wie sagt der Heilpädagoge? Um die lauten Kinder, die auch mal über die Stränge schlagen, muss man sich keine Sorgen machen, aber um die stillen Kinder muss man sich sorgen, denn sie drohen latent in die Depresssion abzurutschen.
Selbstzerstörerische Tendenzen sehe ich in deiner Beschreibung ganz ehrlich überhaupt keine: Keine Selbstverletzung, kein Substanzmittelmißbrauch. Das Gegenteil ist wohl eher der Fall! Du beantwortest dir die Frage in deinen eigenen Beschreibungen doch selber:
Zitat:"... ich war immer die Rockerbraut, ranzige Schuppen, Festivals, Metalkonzerte, bis 8 Uhr morgens durchfeiern, Musik als die große Liebe."
Das ist doch ein Ausdruck großer Leidenschaft und Lebensfreude die in dir wohnt!
Zitat:"Und die Schwangerschaft ist auch keine Belastung für mich, ich weiß dass ich eine verdammt tolle Mutter sein werde."
Wieviel gesundes Selbstbewußtsein und Mut gehört dazu, dies so über sich selbst sagen zu können? Ich habe davor höchsten Respekt!
Beziehung wegen des Kindes aufrecht erhalten? Was ist besser: Ein (halbwegs) ruhiges Leben alleine, oder eine Beziehung, die viel Energie kosten kann. Kinder spüren übrigens auch vor ihrer Geburt schon stark die Stimmungslage ihrer Mutter (Stress, Trauer etc.)
Bezüglich deiner praktischen Anliegen: Gibt es eine Möglichkeit, dass du deinen Haushalt verkleinerst und auf seine Möbel nicht angewiesen bist? Es gibt sogenannte Mietboxen in vielen Städten, trockene, sichere Lagerräume die man flexibel anmieten kann, wo du die Sachen unterstellen könntest. Dann in eine kleinere, günstigere Wohnung.Im Notfall wird sicher das Sozialamt Kosten übernehmen (machen sie auch einmalig für Umzüge...), du wirst also auf keinen Fall auf der Straße landen.
Übrigens: Auch bezüglich deiner Partnerschaft beantwortest du dir die Frage selber, ob du sie weiter führen sollst wenn du schreibst:"Wir redeten sehr viel, ich hab ihm klipp und klar gesagt dass es einfach nicht mehr weiter geht, dass er der Grund ist warum es mir schlecht geht, dass ich ihn nicht liebe. Natürlich drohte er mit Suizid."

"Unreife Liebe sagt: „Ich liebe dich, weil ich dich brauche.“ Reife Liebe sagt: „Ich brauche dich, weil ich dich liebe.“ (Erich Fromm)

Alles Gute!
 
G

Gast

Gast
Diese Menschen sind auf den ersten Blick mitunter charmant, sie verstehen es, oberflächliche Beziehungen herzustellen.
Dabei sind sie mitunter sehr manipulativ, um ihre Ziele zu erreichen.
Oft mangelt es diesen an langfristigen Zielen, sie sind impulsiv und verantwortungslose Psychopathie geht häufig mit antisozialen Verhaltensweisen einher, so daß begleitend oft die Diagnose der dissozialen/antisozialen Persönlichkeitsstörung gestellt werden kann.
Du findest sie überall dort, wo parasitäteres Partizipieren möglich ist: In Familien, in Behörden oder staatlichen Institutionen, ja selbst in sozialen Gemeinschaften, Vereinen und Kommunen.
Es sind Geister, deren Geist zu schwach für das große Beutemachen ist – an der Spitze sind Rollen ja auch nur sehr begrenzt vorhanden.
Und nachdem sie einmal eine Quelle bestmöglich ausgepresst haben, wenden sie sich jemand anderem zu, den sie ausnutzen, ausbluten und danach wegwerfen können; ihr Vergnügen am Unglück Anderer ist unstillbar.
Leute werden als Mittel zum Zweck verwendet; diese haben sich unterzuordnen und müssen erniedrigt werden, damit der Antisoziale sich bestätigen kann...
 

KirschblüteX

Neues Mitglied
Wow, erst einmal vielen lieben Dank für diese sehr ausführlichen und inhaltlich sehr vielsagende und vor allem toll geschriebenen Beiträge.


@Harpe:
Danke dir!
Frauenhaus möchte ich eigtl überhaupt nicht. Natürlich könnte man es auslegen und sagen: "Dann geht es dir nicht schlecht genug.", was ich dir nicht unterstellen will. Aber ich liebe eigtl meine Freiheit, ich liebe meine Unabhängigkeit, mein Eigen, mein Heim. Ich will einfach keinen Part in meinem Leben der sich "Die Zeit im Frauenhaus" nennt, auch wenn das sehr abwertend klingt, was es definitiv nicht sein soll. Vielleicht wäre es eine Option, wenn auch die allerletzte.
Danke für deine lieben und netten Worte und was du dir für mich wünschst.

@Gast:
Vielen Dank, du hast dir enorm Mühe gemacht und ich habe etwas neues dazu gelernt. Sehr interessant zu lesen, danke dafür.
Und danke, dass du meine Art eher als etwas positives ansiehst. Der Gedanke des "Bin ich selbstzerstörerisch?" kommt er daher, dass ich einfach nicht davon ablassen kann ihn teilweise zu provozieren, ihm aus dem Nichts Dinge vorhalte die gewesen sind. Er sagt mal: "Man kann mit dir einfach nicht reden." Daraufhin sagte ich patzig: "Dann red doch mit der kleinen Hure dir die auf Facebook Bilder schickt, die, die du so toll findest ;)" Ich kann mir ihm gegenüber einfach solche Dinge nicht verkneifen, der Impuls ihn auf die Palme zu bringen, ihn zu verletzen, ihn wütend zu machen ist einfach enorm, immer wieder da. Ich kann mich an eine Situation erinnern, da lag er wirklich auf dem Boden, zusammengesackt, heulte, schreite, krallte sich in meiner Jacke fest, ich nahm ihn in den Arm und musste Grinsen! Ich mein, was zum...? Da liegt ein Mensch am Boden, mit der Welt am Ende weil er so verletzt ist weil ich mich trennen will und ich muss mir das Lachen verkneifen! Das kann doch einfach nicht richtig sein, aber in dem Moment empfinde ich als Genugtuung, dass dieser Mensch, der mich so viele schlaflöse Nächte, Tränen und auch blaue Flecken gekostet hat, einfach so zerstört ist. Damit ging es mir richtig gut. Das kann doch einfach kein normales Verhalten sein..

Bezüglich deiner praktischen Anliegen: Gibt es eine Möglichkeit, dass du deinen Haushalt verkleinerst und auf seine Möbel nicht angewiesen bist? Es gibt sogenannte Mietboxen in vielen Städten, trockene, sichere Lagerräume die man flexibel anmieten kann, wo du die Sachen unterstellen könntest. Dann in eine kleinere, günstigere Wohnung.Im Notfall wird sicher das Sozialamt Kosten übernehmen (machen sie auch einmalig für Umzüge...), du wirst also auf keinen Fall auf der Straße landen.
Die Möbel samt Küche sind alles komplett seins. Von diesen Boxen gibt es welche, ja. Habe hier sogar in der Nähe eins. Habe auch schon überlegt, die Sachen dort zu lagern, mir selbst was Neues zu besorgen und ihm zu sagen, dass er die Sachen dort holen kann wenn er die nötigen Mittel hat. Oder aber, ob ich einfach die Wohnung kündige und ihm sage, dass er die Sachen in 3 Monaten raushaben muss. Allerdings würd ich die Wohnung gerne vorher loswerden, durch einen Nachmieter.. nur dann weiß ich nicht, wie ich die Sachen rausbekommen soll, geschweige denn die Kaution für eine neue Miete etc herbekommen soll.
Um nochmal auf das Jobthema zurückzukommen: Mir wurde zwar gekündigt, aber die Kündigung ist aufgrund des Mutterschutz nicht rechtens, weshalb ich zeitnah weiter mein altes Gehalt erhalten werde sobald es eingeklagt ist, das sieht mein Arbeitgeber imho nicht ein, ist aber eher "Mobbing" als alles andere gerade. Daher ich keinen Anspruch auf Sozialleistungen, da ich mich imho im Beschäftigungsverbot befinde (ist nochmal ein ganz anderes, extrem langes Thema, welches ich auch ihm zu verdanken habe.)
 
G

Gast

Gast
Hallo nochmal,
also ich habe mir keine Mühe gemacht, auch wenn es auf dich so wirken mag, sondern eher zügig (stream of consciousness) runtergeschrieben, da vieles (von außen betrachtet lässt sich das immer leicht sagen :)) mir recht offensichtlich erschien. Habe mich in meinem Leben viel mit Philosophie auseinandergesetzt, mit der Soziologie und bin studierter Pädagoge... Ich will hier nicht dick auftragen, sondern nur verständlich machen, dass ich recht viel Erfahrung darin sammeln musste/ durfte wie Menschen "ticken". Natürlich lassen sich solche Erfahrungen nur bedingt pauschalisieren, aber ja....
Habe mir auch andere Forenbeiträge durchgelesen. Schon erstaunlich mit welcher Vehemenz und unterdrückter Aggression hier Menschen ziemlich gewagte Ansichten und Diagnosen raushauen über Personen und Sachverhalte die sie kaum kennen....
Wenn ich dir aus meiner Perspektive schreibe musst du wissen, dass ich viel Zeit mit psychisch kranken Menschen zusammengearbeitet habe. Dagegen ist das was du schilderst eher harmlos, aber natürlich trotzdem ernst zu nehmen, da es dich belastet.
Die Probleme, die du hier beschrieben hast entstanden ja lediglich aus der Dynamik zweier Menschen die eine Beziehung miteinander führten. Würdest du zu einem fremden Menschen auf die Strasse gehen und ihm das sagen was du deinem damaligen Lebenspartner gesagt hast? Wohl kaum. Und umgekehrt auch nicht.
Ihr wart mal verliebt ineinander und tatsächlich ist Liebe sicherlich keine Krankheit, aber sie zeigt natürlich oft Symptome einer Krankheit, wie zum Beispiel bewußtes Provozieren wie du es beschrieben hast und vieles andere. Ich kenne das nur zu gut.
Ich hatte mal eine Beziehung mit einer jüngeren Frau: Als ein Mensch, der mich lange kannte davon erfuhr sagte er zu mir: "Wie soll das klappen, ihr passt doch gar nicht zusammen." Das war zwar nicht nett mir so etwas mitzuteilen, aber am Ende sollte er recht behalten und wir haben uns getrennt. Worauf ich hinaus will: Nachdem ich Abstand von der Beziehung hatte, war das "nicht zueinander passen" so offensichtlich, dass es mir fast schon etwas peinlich war. Aber zu Beginn ist mir das nicht im Ansatz aufgefallen. Warum? Weil ich verliebt war über beide Ohren :D
Dum spiro, spero

Alles Gute
 

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