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Natürlicher vs. beigemessener Wert

Was für ein abstruser EP!

In den meiste Regionen der Welt hatten und haben Frauen genau keinen Wert. In China wurden sie jahrzehntelang vor der Geburt abgetrieben, bis man bemerkte, dass sie zur Reproduktion fehlten. In Indien wurden sie getötet, weil sie nichts zum Familienunterhalt beitrugen, Was in Afghanistan und anderen muslimischen Ländern abgeht ist ja inzwischen hinlänglich bekannt.

Ich habe und hatte auch keinen angeborenen Wert, im Gegenteil. Ich war doppelt wertlos - als unerwünschter Ehestifter und Mädchen. Ich habe einige Jahrzehnte meines Lebens gebraucht um festzustellen, dass ich auch ohne Mann vollständig bin und mit meinem Wirken überaus wertvoll für die Gesellschaft, mehr als so mancher Mann. Noch heute kommt ja so mancher noch als Krone der Schöpfung daher, in unserer immer noch patriarchalischen Gesellschaft. Weibliche Regentinnen sind immer noch die Ausnahme, in den Niederlanden, Dänemark, Schweden und Norwegen sowohl Vergangenheit als auch Zukunft.

Wenn Frauen also einen angeborenen Wert hatten, so war der schlichtweg gleich Null! Die armen Männer mussten sich lediglich in einer Rangordnung unter Gleichen abrackern, wenn sie hervorstechen wollten. Ansonsten war aber der größte Depp noch immer Herr über seine Frau und ist es in weiten Teilen der Welt noch immer.

Der Status des Mannes bestimmt noch immer den Wert der Frau, von wenigen privilegierten Ausnahmen abgesehen.

A propos:
Für manche meiner muslimischen Patienten gelte ich als Schlampe, weil ich keine Kinder habe und alleine wohne. So viel zum "angeborenen Wert"!
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn ich heute aber z.B. Teil einer Ehe bin, weil ich auf dem Standesamt irgendeinen Zettel unterschrieben habe, wo ist dann mein Part in dieser Familie, den nicht auch irgendjemand anderes erfüllen könnte?
Der ist genau da wo ich bin.
Hätte er jemand anderes haben wollen, säße ich ja nicht da.
Und ich bin mit ihm an dieser Stelle , weil es zwischen uns passt und das tut es nicht mit jedem.
 
Wenn ich heute aber z.B. Teil einer Ehe bin, weil ich auf dem Standesamt irgendeinen Zettel unterschrieben habe, wo ist dann mein Part in dieser Familie, den nicht auch irgendjemand anderes erfüllen könnte?

Man darf sich schon auch von der Steinzeit-Prägung lösen, da wir im Jahr 2025 leben. Du WEISST ja, dass du heiratest, weil du deinem Partner etwas Besonderes bedeutest. Da muss man nicht auf unterbewusste Sippen-Erwartungen zurückgreifen.
 
Es kommt immer sehr auf den Blickwinkel an. Bzgl. der Liebe, Aufmerksamkeit ist es zumindest in unserem Kulturkreis einfach Realität.

Das Problem ist am ende auch nicht die Natur, von der wir alle abstammen, sondern die Verleugnung dieser. Ist man sich dieser bewusst, kann man sich auch entscheiden sich "widernatürlich" (was in diesem Fall etwas positives ist) zu verhalten, leugnet man Sie, bleibt man immer Sklave davon.
 
Wenn man diese Wertlosigkeit auch noch glaubt und es sich zu eigen macht, ist man für den Rest seines Lebens diesem aufgedrückten Stempel ausgeliefert, rennt von Therapeut zu Therapeut und bemitleidet sich selbst.

Ob andere einem den Stempel "Wertlosigkeit" aufdrücken wollen ist das eine, sich den Schuh anzuziehen oder nicht, das andere.
Als Kind hast du die Schuhe anzuziehen, die dir hingestellt werden und in die du buchstäblich hineingeprügelt wirst. Die musst du dir erstmal von den Füßen reissen, eine Weile barfuß gehen, bis du die passenden gefunden hast. Kein Grund für Überheblichkeit. Freu dich, wenn du woanders hineingeboren wurdest...
 
Wenn man diese Wertlosigkeit auch noch glaubt und es sich zu eigen macht, ist man für den Rest seines Lebens diesem aufgedrückten Stempel ausgeliefert, rennt von Therapeut zu Therapeut und bemitleidet sich selbst.

Ob andere einem den Stempel "Wertlosigkeit" aufdrücken wollen ist das eine, sich den Schuh anzuziehen oder nicht, das andere.

Das ist genau das Problem. Als Kind glaubt man das. Man denkt, so ist die Welt, weil man es so erlebt. Und dass es Gründe gibt, den Eltern nicht zu glauben, muss man erst lange und mühsam lernen.
 
Man darf sich schon auch von der Steinzeit-Prägung lösen, da wir im Jahr 2025 leben.
Viele Verhaltensweisen sind unbewusst, weil das Gehirn des Menschen über einen sehr langen Zeitraum der Evolution einfach geprägt wurde.

Das Bedürfnis nach Gruppenzugehörigkeit ist demnach angeboren und "normal", das kann man nicht wegrationalisieren.

Ähnlich ist es mit anderen Dingen.
 
Als Kind hast du die Schuhe anzuziehen, die dir hingestellt werden und in die du buchstäblich hineingeprügelt wirst. Die musst du dir erstmal von den Füßen reissen, eine Weile barfuß gehen, bis du die passenden gefunden hast. Kein Grund für Überheblichkeit. Freu dich, wenn du woanders hineingeboren wurdest...
Trotzdem ist es der Wert, der dir *beigemessen* wurde und nicht der, den du *hast* aufgrund deiner Existenz als menschliches Wesen.

Und darum geht's mir im Kern dieses ganzen Gedankenganges:
Ich möchte als Mensch nicht erst "performen" oder "liefern" müssen, nicht gefragt werden, ob ich jemanden ernähren oder unterhalten oder sonstwie nützlich sein kann bevor sich jemand mit mir abgibt.
Ich bin vielleicht nicht Mr. Universum oder Mr. Gosling oder, Gott bewahre, Musk oder Tate. Aber ich bin nicht der häßlichste, dümmste, habe verschiedene Meinungen und Interessen und kann mit Messer und Gabel essen. Und ich kann Humor und Selbstironie. Und aufgrunddessen hätte ich bitteschön schon gern das Anliegen, wahrgenommen zu werden.
Leider sieht's mit meinem Selbstwertgefühl nicht so gut aus und deswegen gehen mir manchmal etwas krumme Gedanken durchs Hirn.

So, Rant over. Ich danke allen, die sich bisher beteiligt haben. Ich nehme für mich viele gute Gedanken mit, auch wenn ich nicht immer gleich reagieren kann.

Einen würde ich gerne noch aufgreifen wollen, leide find ich den Post nicht mehr. Und zwar sinngemäß, daß sich Frauen in Führungspositionen ihren Wert doppelt hart erkämpfen müssen. Ja, da bin ich dabei. Ich bin jetzt zwar zu bequem um Zahlen zu suchen aber in anderen Ländern mag's besser sein mit dem Frauenanteil in Führungspositionen aber ausgeglichen ist es wohl nirgendwo. Da liegt noch viel Potential begraben, was man wohl erst beginnt zu bergen, wenn die wirtschaftliche Situation noch schlechter wird. Aber das wäre einen eigenen Faden wert.
 

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