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Nachwuchs-Frage an die kinderlosen hier

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 124920
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Viele Jahre habe ich gar nicht über Nachwuchs nachgedacht, auch wenn seitens der Verwandtschaft oftmals das Thema aufkam.
Vor vielen Jahren war ich einmal verheiratet und hatte einen Abgang. Meinen damaligen Mann hat das wenig interessiert. Im Grunde kam ihm das Ganze recht gelegen, denn er er er er er war noch nicht bereit für ein Kind.

Das sollte sich dann zwei Monate danach ändern, als viele in seinem Verein Väter wurden.

Ich trennte mich und das Thema Kinder ging quasi mit ihm.
Nun denke ich öfters darüber nach vielleicht doch ein Kind zu bekommen und auch mein Partner würde sich sehr freuen.

So allgemein würde mich nun interessieren wie das bei anderen "Kinderlosen" ist.
Wollt ihr Kinder oder eher nicht?
Wenn ja, woran hängt es und wenn nein würde mich auch der Grund interessieren.

(Falls sich das nun Jemand fragt: Ich mach meinen Kinderwunsch nicht von den Antworten hier abhängig 😉 )
Ich wünsche mir an sich schon Kinder....da ist auch manchmal diese Angst, dass ich es schrecklich bereuen werde, falls es nicht passiert. Aber man hat im Leben halt für nichts eine Garantie und es kommt wie es kommt. Außerdem spielt meine traumatische Vergangenheit dabei auch eine gewichtige Rolle....gerade deshalb weil meine Kindheit so trostlos und verstörend war, habe ich extreme Angst dieselben Fehler bei meinen Kindern zu machen. Viele sagen sich dann 'Bei meinen Kindern mache ich es besser' aber oft ist der Einfluss aus der Vergangenheit einfach zu stark. Ich merke auch schon, dass ich besonders in Stress- oder Akutsituationen oft keinen kühlen Kopf bewahren kann und wie mein Vater sehr aggressiv werde 😞 Ich könnte es nicht ertragen, dass meine eigenen Kinder wegen mir einen seelischen Schaden davontragen. Dann entscheide ich mich lieber keine Kinder zu haben.....bei sowas möchte ich kein Risiko eingehen 🙁
 
Kinder können aber auch ein Anreiz sein, selbst mehr auf seine Umwelt zu achten. Rein finanziell könnte ich es mir leisten, jedes zweite Wochenende woanders hinzufliegen. Tempo 200 auf der Autobahn? Wohnung selbst im Winter auf 30°C heizen - treibt mich nicht in die Schuldenfalle. Ich könnte mir viel unnötigen Murks im Internet bestellen, wenn ich wöllte.

Aber ich mache es nicht. Weil ich es sinnlos finde und weil ich mich durchaus in der Verantwortung sehe, nicht nur Kinder in die Welt zu setzen, sondern auch dafür zu sorgen, dass dieser Planet für sie lebenswert bleibt. Dazu gehört für mich dazu, die Umwelt so wenig wie es geht zu belasten, denn am besten fängt man immer bei sich selbst an. Heißt für mich so viel wie kein unnötiger Urlaub, möglichst wenig Fahrten mit dem Auto (dafür möglichst viel Bahn), keinen unnötigen Plunder kaufen, dafür bei Lebensmitteln auch mal mehr hinblättern, wenn sie unter besseren Bedingungen für Mensch, Tier und Umwelt hergestellt wurden.

Ohne meinen Kinderwunsch würde ich mir vermutlich nicht so viele Gedanken über die Konsequenzen meines Handels machen. Da würde ich womöglich leben wie meine kinderlose Tante, gemäß dem Motto "nach mit die Sintflut" (womit ich nicht sagen will, dass jeder, der keine Kinder hat, so denkt, viele wollen schließlich keine, gerade weil sie die Umwelt noch mehr schonen wollen). Und so doof es klingt, die Aussage "Mama, Papa, auch wenn es euch noch hinausreicht, denkt bitte an eure Enkelkinder" ist für diese durchaus ein Grund, trotz ihres fortgeschrittenen Alters ebenfalls daran zu denken, die Umwelt so wenig es geht zu schädigen und bescheidener zu leben als sie es müssten.

Es ist schließlich nicht die pure Zahl der Kinder ein Umweltproblem. Sondern dass gerade wir auf der Nordhalbkugel zu verschwenderisch leben. Und dagegen muss man etwas tun (sowie gegen die sozialen Probleme in den südlichen Ländern, dass Kinder dort nicht mehr die einzige Altersvorsorge und soziale Absicherung sind).

Aber wenn jene, die einen Kinderwunsch haben, sich diesen erfüllen (man muss ja nicht gleich 5 Kinder kriegen) und darauf achten, selbst umweltbewusst zu leben und auch seine Kinder so zu erziehen, während all jene, die keinen Kinderwunsch haben, eben keine kriegen, dann muss die Umwelt nicht zugrunde gehen.
 
Ich habe eine Weile ernsthaft überlegt, ob ich jetzt eigentlich Kinder möchte oder nicht.
Ab einem gewissen Alter setzt man sich damit doch auseinander.
Und die Antwort war nein. Sie war vorher nein und nach der Überlegung wieder nein.

Warum nicht? Ich kann es gar nicht genau sagen.
Ich kann weder meine Vergangenheit dafür verantwortlich machen noch nach krampfhaft nach Überlegungen suchen.

Ich habe nichts gegen Kinder, auch nicht wenn andere Kinder bekommen.

Der Kinderwunsch war bei mir nie ausgeprägt.

Das Einzige was mich nervt, dass die Gesellschaft immer wieder eine Antwort bekommen möchte oder eine Rechtfertigung, wenn man keine Kinder hat.
Es ist etwas Privates.
Ich bin dabei ja locker, weil ich keine Kinder will aber man sollte immer vorsichtig sein, einer Frau so eine Frage zu stellen.
Vielleicht kann sie keine Kinder bekommen und es hat nicht gepasst und es kann für diese Frau sehr verletzend sein.
 
... aber man sollte immer vorsichtig sein, einer Frau so eine Frage zu stellen.
Vielleicht kann sie keine Kinder bekommen und es hat nicht gepasst und es kann für diese Frau sehr verletzend sein.

Das gilt übrigens auch für Männer. Wobei ich
kein Problem (mehr) damit habe, dass ich un-
fruchtbar bin und deshalb keine Kinder habe.
Wobei ich auch vorher, als ich es noch nicht
wusste, keinen Kinderwunsch hatte. Offenbar
wusste mein Unbewusstes da schon Bescheid 😉

Ich habe statt eigener die Kinder anderer mit
aufgezogen (kleinere Brüder, Kinder meiner
Brüder, Kinder von Freundinnen oder Partner-
innen, Pflegekind, Kind von Freundin des Stief-
sohns, im Ehrenamt). Das waren auch wertvolle
Erfahrungen, so dass ich nichts vermisse.
 
Kinder können aber auch ein Anreiz sein, selbst mehr auf seine Umwelt zu achten. Rein finanziell könnte ich es mir leisten, jedes zweite Wochenende woanders hinzufliegen. Tempo 200 auf der Autobahn? Wohnung selbst im Winter auf 30°C heizen - treibt mich nicht in die Schuldenfalle. Ich könnte mir viel unnötigen Murks im Internet bestellen, wenn ich wöllte.

Ohne meinen Kinderwunsch würde ich mir vermutlich nicht so viele Gedanken über die Konsequenzen meines Handels machen.

Das Argument "Jetzt wo ich Kinder habe, mache ich mir Sorgen um die Umwelt/Zukunft" hab ich noch nie verstanden. Dazu braucht man doch keine Kinder?
V.a. find ichs immer super, wenn Leute, die Kinder bekommen haben, dann auf einmal rummissionieren, denn plötzlich betrifft es ja den eigenen Nachwuchs. Leider schon öfter erlebt... ("Jetzt wo ich ein Kind habe, möchte ich, dass alle weniger Fliegen" - aber vorher sind sie ständig herumgejettet)

Für diese Motivation benötigt man keine Kinder, reflektiert sein genügt halt 😉 Man sieht ja, dass hier viele durchaus auch angeben, dass sie (auch) genau aus diesen Gründen keine Kinder möchten. Ich seh auch keinen Sinn darin, wenn gerade die reflektierten sich vermehren - v.a. wenn ihr Reflektiert-Sein sie eher dazu tendieren lässt, keine Kinder zu kriegen.

Im Endeffekt profitieren ALLE davon, wenn einige Leute Kinder kriegen - aber wenn nicht ALLE Kinder kriegen. V.a. die zukünftigen Kinder profitieren davon, wenn die Geburtenraten nicht ständig rasant weitersteigen - und zwar nicht nur in den Entwicklungsländern, sondern auch bei uns (auch wenn hier die Geburtenrate vergleichsweise niedrig ist, konsumieren wir hier doch dafür umso mehr). Für die zukünftigen Generationen ist es durchaus von Vorteil, wenn nicht jeder Kinder kriegt. Dann halten die Ressourcen noch ein bisschen länger...
 
Das Einzige was mich nervt, dass die Gesellschaft immer wieder eine Antwort bekommen möchte oder eine Rechtfertigung, wenn man keine Kinder hat.
Das mit "der Gesellschaft" verstehe ich immer nicht. Mich hat "die Gesellschaft" noch nie was gefragt. Mich haben das die Eltern eines Partners mal gefragt (wann es denn dann Kinder geben wird), obwohl sie eigentlich hätten wissen müssen, dass ich eher keine Kinder will, ihr Sohn aber unbedingt, also dass das bei uns ein Konfliktthema war. Solchen Fragen oder ggf auch solchen Menschen kann man sehr gut aus dem Weg gehen. In dem Umfeld, in dem ich lebe, ist die jeweilige Lebensform überhaupt kein (Rechtfertigungs)thema.
 
Das mit "der Gesellschaft" verstehe ich immer nicht. Mich hat "die Gesellschaft" noch nie was gefragt. Mich haben das die Eltern eines Partners mal gefragt (wann es denn dann Kinder geben wird), obwohl sie eigentlich hätten wissen müssen, dass ich eher keine Kinder will, ihr Sohn aber unbedingt, also dass das bei uns ein Konfliktthema war. Solchen Fragen oder ggf auch solchen Menschen kann man sehr gut aus dem Weg gehen. In dem Umfeld, in dem ich lebe, ist die jeweilige Lebensform überhaupt kein (Rechtfertigungs)thema.

"Gesellschaft" ist oft ein Ersatz für ausschweifendere Erklärungen wie "Hinz und Kunz, die davon ausgehen, dass gewisse Dinge nach X und Y abzulaufen haben" - sprich: Irgendwelche Kollegen oder Kolleginnen, Leute im Sportverein, Verwandte oder entfernte Bekannte. Manchmal auch eigentlich enge Freunde. Irgendwer, der dir gerade übern Weg läuft und glaubt, seinen Senf abgeben zu müssen. Nicht allen kann man immer aus dem Weg gehen. Und manchen kann man erst aus dem Weg gehen, nachdem sie schon genervt haben.
 
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