Ja, hier kommen ein paar Tipps und denkanstöße:Meine ursprüngliche Frage steht noch immer für die Leute, die mir wirklich helfen und Tipps geben wollen:
"Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht oder kennt ihr wen, die in einer ähnlichen Situation waren. Könnt ihr uns Tipps geben oder einen Rat, wie wir weiter vorgehen sollen? Wir wären euch wirklich sehr dankbar."
1.KEIN 5 Jähriges Kind kann und sollte 3 mal die Woche für so lange Zeit einen Sprachunterrichen haben (egal welche Sprache). KEINS! Das ist für so ein Kind viel zu viel und für logischerweise zu frust und überlastung. Erstrecht wenn der Junge jetzt dann in die Grundschule kommt: Du gefährdest durch so eine Form der Überforderung den reibungslosen Schuleintritt. Erstrecht ist bedenklich, dass Du das offenbar nicht zu merken scheinst. Also die Chance besteht, dass du das Kind auch mit anderne Dingen überforderst. Im schlimmsten fall ist das gerade der Anfang eines Teufelskreises.
Nur mal ein analoges beispiel: ich komme aus der Musikbranche. Da ist es die Regel, dass Kinder sehr früh (mit 3 oder 4 jahren) beginnen, ihr Instrument zu lernen. Das heißt dann auch, dass sie üben sollen, ABER selbst sehr begabte Kinder bekommen nicht dieses Pensum an "trockenem" Unterricht. Weil das eben alles kaputt macht.
BESSER: Hat er ein oder zwei freunde? Ein Kindergartenkind MUSS nicht in einer "Gang" der anerkannte Macker sein, um ein vernünftiges Sozialleben zu haben. Ein oder zwei Freunde, mit denen er regelmäßig spielt, reichen völlig und falls da ein Kind eine Fremdsprache spricht, wird er von allein da ein wenig reinwachsen. Auch das reicht völlig.
2. Wie schon gesagt: Gib deinem Sohn nicht den Wert mit, dass man unbedingt in jeder Peergroup anerkannt sein und mitmischen muss. Auch DAS ist nämlich eine Fähigkeit, die heutzutage unabdingbar ist (noch viel viel wichtiger als eine Fremdsprache): Nämlich die Fähigkeit, zu sich selbst zu stehen und nicht um jeden Preis gefallen zu müssen und TROTZDEM gut mit anderen auskommen zu können..
Ihr bringt eurem Sohn gerade das Gegenteil bei: Du musst Dich maximal anpassen, um "dazuzugehören". Willst Du, dass er so ein Erwachsener wird? Einer, der nicht zu sich steht, sondern immer das macht, was die Peergroup vorgibt und sich durch Anpassung anerkennung verdienen will? Sollte DAS etwas sein, das ein so kleiner Kerl lernt? Er soll seine zeit altersgemäß mit Dingen verbringen, die ihm Freude machen und seine Entwicklung fördern- er soll nicht lernen, dass man seine zeit mit Dingen verschwenden muss, in die man sich reinknechten muss, nur um anderen zu gefallen.
Du solltest eher das Selbstbewusstsein deines Kindes stärken, WENN es denn wirklich so ist, dass ihm klar kommuniziert wird, dass er nich tdazu gehört, wenn er sich nicht unterordnet. Dann wäre es Deine Aufgabe , ihm zu vermitteln, da drüber zu stehen und eben seine zeit mit ECHTEN Freunden zu verbringen, die ihn mögen, auch wenn sie ihn vielleicht nur mit Händen und Füßen verstehen.
In "meiner" Branche erleben wir leider auch sehr oft Eltern, die ihre Kinder "überfördern" und sie zum Musikunterricht zwiebeln. Letztlich vermitteln auch diese Eltern ihrem Kind dann, dass es sich Anerkennung und Freundschaft/Liebe durch Leistung und unter Druck "erkaufen" muss. Das ist selten gut für die Entwicklung der Persönlichkeit des Kindes.
3. Wechsle den Kindergarten oder bringe ihn die letzten Wochen, bis zum Schuljahresende nicht mehr hin. Wenn Erzieherinnen ihren Erziehungsauftrag derart seltsam auslegen, kann das kein guter Kindergarten sein. So ein Verhalten der Erzieher ist absolut unüblich. Auch wenn es viele Kinder mit Migrationshintergrund gibt: Das gibt es überall und genau deswegen sind die Erzieher ja angehalten, diese Kinder auch sprachlich auf die Schule vorzubereiten. Und auch soziales Lernen sollte nicht darin bestehen, "Grüppchenbildung" zu fördern sondern OFFENHEIT! DAS ist nämlich das Ziel multikultureller Erziehung: offenheit zu fördern und nicht abschottung!
Was diese Erzieherinnen da tun ist verrat an den Kindern- und zwar vor allem an den Kindern, die kein Deutsch sprechen: Es wäre ihre Aufgabe, diese Kinder darauf vorzubereiten, sich in der grundschule verständigen zu können. Diese Kinder müssen in der Grundschule schließlich Deutsch sprechen und alles was sie JETZT nicht lernen, wird ihnen später großen Nachteil bescheren, wenn sie in die Schule kommen.
Außerdem scheinen die Erzieherinnen auch im "Konfliktmanagement" total zu versagen: Sie sollen den Kindern ja auch beibringen, wie man in der Gruppe miteinander umgeht und dass man eben niemanden ausgrenzt.
Was da stattdessen abläuft ist schädlich für alle beteiligten Kinder. Ich würde den Kindergarten wechseln und den Träger informieren, was da abläuft.
Also mal ehrlich: Erzieher, die Eltern, deren Kind ausgegrenzt wird, empfehlen, eine Fremdsprache zu lernen ,um dann vielleicht mitmischen zu dürfen, haben den falschen Beruf. Das muss ich wirklich so klar sagen.
4. Rede bitte unbedingt mit jemand anderem darüber und nicht mit dieser Erzieherin: Evtl der Kinderarzt, oder du nimmst schon mal Kontakt zur Grundschule auf, in die Dein Kind ja bald gehen wird.
Also mein ultimativer Tip: Lass diese Schnapsidee sein und bereite Dein Kind lieber darauf vor, in der Grundschule einen selbstbewussten Neuanfang zu machen. Ermögliche Deinem Kind viel spielen mit Freunden in der Freizeit. Melde dein Kind lieber beim Instrumentalunterricht, einem Kinderchor oder in einem Sportunterricht an, wenn Du ihm was fürs Leben mitgeben willst. Idealerweise lernt er dort auch Kinder kennen, die anders ticken und ihn mögen, auch ohne dass er sich verbiegt.