TE, wie sieht es denn genau aus: bemüht sich dein Sohn prinzipiell darum, dafür zu sorgen, dass er zukünftig und langfristig gesehen alleine ohne eure finanzielle Unterstützung klarkommt, oder lebt er quasi in den Tag hinein und verlässt sich so sehr auf euch, dass er nichts in diese Richtung tut?
Erklär doch mal genauer: Warum kann er mit Geld nicht umgehen, für was gibt er so viel aus? Und wenn er vielleicht Schulden hat, warum hat er diese?
Es ist ja auch leider so, dass ihr nicht für den ganzen Rest seines Lebens da sein werdet, bzw. das auch nicht könnt.
Gerade weil er selbst Vater ist, sollte sein Verpflichtungsgefühl und sein Kümmern auch finanzielle Dinge miteinschließen. Was soll sein Kind darüber hinaus vermittelt bekommen? Dass Papa die Großeltern ständig anpumpt und sein Leben nicht von selbst auf die Reihe bekommt? Oder dass es in Ordnung ist, sich so lange von anderen abhängig zu machen, auch wenn man dies von selbst ändern könnte?
Ich verstehe euren emotionalen Konflikt. Und es geht hier ja irgendwo um die Existenz eures Sohnes. Ich denke aber ebenfalls, dass es sehr wichtig ist, dass er jetzt lernt, dass so ein Verhalten Konsequenzen haben kann und dass es für einen Erwachsenen ein Muss sein sollte, unabhängig zu sein und mit Geld einigermaßen umgehen zu können. Gerade wenn man Kinder hat.
Wie soll er auch einen bewussten Umgang mit Geld verinnerlicht haben, wenn es für ihn eigentlich genauer betrachtet keine wirklichen Schwierigkeiten mit sich bringt? Ihr legt ja immer Geld nach und springt für ihn in die Presche.
Vielleicht hilft es ja beiden Seiten, wenn ihr nicht direkt den Geldhahn komplett zudreht. Aber z. B. nur für das Kind finanziell aufkommt (ist schwierig, ich weiß. Aber das Kind kann nichts für seinen Vater) und euren Sohn ansonsten sich mal selbst überlässt. Oder ihr ihm monatlich für einige Zeit Geld für Essen zuschießt, das aber dann auch runterschraubt.
Wenn er allerdings ein Einkommen hat, mit dem er eigentlich über die Runden kommen sollte, würde ich aber ganz harte Abstriche machen. Und ihn ggf. zur Schuldnerberatung schicken.
Er arbeitet - also MUSS das für sein Leben reichen. Tut es das nicht, muss er entweder seine Ausbildung erweitern, sich neue Kompetenzen erschließen und/oder einen besseren Job suchen. Oder er muss an seinem Lebensstandard rumschrauben: wenn ich 2000 netto verdiene und ein Kind zu versorgen habe, kann ich mir keine Wohnung für 1500 Euro mieten.
Notfalls trefft ihr ab jetzt schriftliche Vereinbarungen. Und wenn er sich Geld leiht, macht dies auch nur noch schriftlich und mit festgelegten Absprachen.
Wenn er erstmal auf die Schnauze fällt, tut das sicherlich weh. Aber manche Leute müssen es hart lernen, leider. Und brauchen so klare und harte Ansagen, damit sie umdenken.