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Müssen wir unseren Sohn ewig unterstützen?

G

GastIngrid

Gast
Mein Mann und ich sind 61 bzw. 67 Jahre alt. Mein Mann ist Rentner und ich bin selbständig in Vollzeit. Finanziell geht es uns noch gut. Gehe ich auch in Rente müssen wir uns sehr einschränken. Das kann bei mir schnell gehen. Ich hatte vor 1 1/2 Jahren Krebs und wurde bisher vor weiteren Metastasen verschont. Ich hoffe für immer, aber man weiß ja nie. So viel zum Vorwort.
Wir haben zwei Söhne. Unser jüngerer Sohn wird 38 Jahre alt und ist unser Sorgenkind. Er kann einfach nicht mit Geld umgehen. Bisher haben wir oft finanzielle Engpässe von ihm überbrückt. Mal haben wir das Geld wieder bekommen und meist nicht. Er hat auch einen ziemlich merkwürdigen Freundeskreis. Kaum einer arbeitet. Er hat mit einer Frau aus diesem Freundeskreis ein Kind. Um ihn kümmert er sich gut. Den Unterhalt zahlen wir. Unser Enkel hat leider wie unser Sohn auch ADHS. Ich glaube das unser Sohn wegen dieser Erkrankung so leichtsinnig und unsteht ist.
Gestern habe ich ihm mitgeteilt das er ab April für seine finanziellen Sachen komplett selbst verantwortlich ist und das es von uns nur noch zum Geburtstag und zu Weihnachten fin. Zuwendungen gibt. Ich kann und will nicht mehr. Er ist erwachsen und wenn ich nicht mehr arbeite, möchte ich nicht noch für ihn zahlen. Ich arbeite seitdem ich 16 bin. Obwohl ich gerne arbeite , habe ich mir dann den Ruhestand verdient. Ich kann auch den Stress nicht gut verkraften, wenn er mal wieder mit Geldforderungen kommt. Mein Sohn spricht seit gestern nicht mehr mit mir und mein Mann macht mir Vorhaltungen das er unter der Brücke landen würde, wenn wir ihm nicht helfen. Ich will aber nicht mehr.
Wie denkt ihr darüber?
 
Ich denke , dass Du vollkommen Recht hast.

Du bist nicht verpflichtet ewig für ihn zu sorgen.

Das ist vermutlich sogar kontraproduktiv (gewesen).

Warum soll er lernen mit seinem Geld auszukommen und keine Schulden zu machen, wenn sowieso immer wieder neues Geld von Mami und Papi dazukommt?

Und wenn er tatsächlich unter der Brücke landet, dann bist nicht Du Schuld oder ihr. Das ist dann ganz alleine sein verschulden.

Und das er jetzt beleidigt ist, ist ganz normal. Wer gibt schon gerne seine Weihnachtsgans her, die er immer rupfen kann?

Nur zeigt es ja auch eines - er ist nicht besonders dankbar und der persönliche Kontakt zu Euch ist ihm eher zweitrangig. Der monetäre Vorteil scheint ja das entscheidene Argument gewesen zu sein, mit Euch Kontakt zu halten.

Und schon darum würde ich ihm jetzt auch nichts mehr geben.
 
Man hat als Elternteil zwar eine ideelle Verpflichtung und es wird immer dein Kind sein. Rein rechtlich musst du aber nur die erste Ausbildung finanzieren.
Ich habe aufgrund von psychischen Problemen länger und bis knapp 30 gebraucht und bin bis heute dankbar, dass ich die Unterstützung bekam.
Mit 38 sollte man ab dem 18. Lebensjahr aber eine erste Ausbildung geschafft haben.

Natürlich muss jedes Elternteil selbst entscheiden inwieweit es danach noch finanziell den Kindern unter die Arme greift. Rein rechtlich seit ihr aber raus aus der Sache.
Müssen müsst ihr nicht. Ihr könnt.

Klar, ich würde meinen Sohn auch nicht unter der Brücke schlafen lassen. Aber Bemühungen sollte man schon sehen können.
 
Man hat als Elternteil zwar eine ideelle Verpflichtung und es wird immer dein Kind sein. Rein rechtlich musst du aber nur die erste Ausbildung finanzieren.
Ich habe aufgrund von psychischen Problemen länger und bis knapp 30 gebraucht und bin bis heute dankbar, dass ich die Unterstützung bekam.
Mit 38 sollte man ab dem 18. Lebensjahr aber eine erste Ausbildung geschafft haben.

Natürlich muss jedes Elternteil selbst entscheiden inwieweit es danach noch finanziell den Kindern unter die Arme greift. Rein rechtlich seit ihr aber raus aus der Sache.
Müssen müsst ihr nicht. Ihr könnt.

Klar, ich würde meinen Sohn auch nicht unter der Brücke schlafen lassen. Aber Bemühungen sollte man schon sehen können.

Unser Sohn hat eine Ausbildung und arbeitet. Das klappt schon. Er ist eher der Typ 2000€ verdienen und 3000€ ausgeben.
 
Als ich in einer akuten Notlage als "Studentin" war, die nie von den Eltern unterstützt wurde (obwohl sie konnten doch nie wollten) hatte ich Probleme in der Zeit, das bisschen Geld, wozu ich meine Eltern dann aufgezwungen habe mit viel Streit, anzunehmen. Das Geld war die Mindesrate meines Studienkredites, das ich wegen Krankheit, die eine Verzögerung des Studiums mit sich brachte, abzahlen musste und mangels Unterstützung trotz Nebenjob, aber wegen Krankheit aufnehmen musste. Es war nicht möglich alles selbst zu finanzieren ganz ohne Unterstützung.

Ich musste aber auch wenn vorübergehend und es war auch mein gutes Recht. Doch selbst das machten sie ungern und mir war das trotzdem unangenehm, obwohl es nie hätte sein müssen.

Mit 38 ohne Notlage und sicher abgeschlossener Ausbildung plus Kind, würde ich sowas nie annehmen können. Ich nehme an, dein Sohn ist nicht lebensgefährlich krank und hatte nie wirklich ein großes Hindernis. Für seinen selbst gezeugten Sohn sollte er auch selbst aufkommen können.

Hier finde ich es angemessen, dass man ihm den Geldhahn zudreht. Dafür seit ihr ja schon in Verzug.

Anders wäre es wirklich, wie oben geschildert, aber mit 38 ist man da doch auch längst durch und kein Student mehr.
 
Hallo Ingrid...

Diese Konstellation habe ich schon oft gelesen und auch Live hier vor Ort erlebt..

Es ist das, was Eltern meißt falsch machen. Von klein auf wird immer nur "reingeschoben" oft ohne je eine Gegenleistung zu verlangen. Wen wundert denn das, wenn die Kids dann erwachsen sind und denken, das es für immer so weiter geht? Sie haben ja bisher nie was "anderes" erlebt.
Solange in seinem "Hinterstübchen" das Programm ist, das da immer Wer kommt und alles gerade biegt, wird sich nie was ändern. Ich habe mir schon oft gesagt: "mal für mehrere Wochen unter einer Brücke schlafen und es macht vielleicht mal "klick". Ich bin mir sicher, das auch DAS bei so Manchen sinnlos ist, nur von meiner Warte aus, wäre das dann sein "Bier".

Also in eurem Alter gäbe es bei mir schon seit mindestens 10 Jahre keinen Penny mehr.
Es ist sein Leben, er wollte es so und damit muß er klar kommen und nicht ihr.

LG
 
Lieber Gast Ingrid,

in ADHS sehe ich jetzt keinen Grund, als erwachsener Mensch ohne Selbstverantwortung zu leben.
Oder kannst Du aus Eurem Erleben einen direkten Zusammenhang zwischen ADHS und "Mangel an Selbstverantwortung" erkennen?

Ich vermute, dass Euer Sohn sich sein Leben so eingerichtet hat, dass er mit Eurer Hilfe auch langfristig in Eurer finanziellen Obhut bleibt. Von jetzt auf gleich wird es sich nicht umstellen können. Insofern würde ich das Gespräch mit ihm suchen und ihm mitteilen, dass es seine Pflicht ist, sich eine Arbeit zu suchen, von der er leben kann.
Aber möglicherweise habt ihr so ein Gespräch schon mehrfach - aber vergeblich - geführt?

Was ist denn, wenn ihr beide verstorben seid? Dann wird doch seine Umstellung noch viel schwerer sein und sein Unglück größer, oder?

Insofern halte ich es für geboten, ihm die regelmässigen finanziellen Zuwendungen zu versagen, damit er einen Druck erlebt. Nur wenn er Lebensdruck verspürt, wird er motiviert um Maßnahmen zu ergreifen, selbstverantwortlich sein Leben in die Hand zu nehmen. So - ohne Lebensdruck - lässt er alles schleifen ...

Euer Sohn hat es sich anscheinend im Leben bequem gemacht. Leider beruht das Leben nicht auf Bequemlichkeit. Die muß man sich ggf. erarbeiten, hart erarbeiten, wie Du es gemacht hast.

Ich denke, dass ich an Eurer Stelle schon lange den Druck auf meinen Sohn erhöht hätte, auch durch Verringerung der finanziellen Zuwendungen. Als Vater oder als Mutter sind solche Maßnahmen immer hart. Aber was wird sein, wenn ihr mal nicht mehr sein werdet? Bis dahin sollte er es doch geschafft haben, selbst für sich aufkommen zu können, oder?

LG; Nordrheiner
 
Allein der Gedanke wäre für mich unerträglich....:wein:
Für alle Eltern wahrscheinlich.

Aber wenn keine Gegenleistung kommt, dann muss man das Kind vielleicht auch einfach mal absacken lassen und ihm klar machen, dass man es immer unterstützen wird, solange es sich selber bemüht.

Keine Bemühungen - keine Unterstützung.

Was lernt das Kind sonst? Das seine Eltern ein Selbstbedienungsladen sind, den man bedingungslos ausnehmen kann, wenn es bliebt und man keine eigene Leistung erbringen muss.

Wozu führt das dann langfristig? Zu einem völlig unselbstständigen, lebensuntüchigen Kind, das zwar nicht sofort untergeht (wenn man es ständig füttert) aber spätestens , wenn die Eltern gestorben und endgültig nicht mehr da sind.

Das kann auch nicht Sinn der Sache sein.
 
Das wäre schlimm kann aber passieren.

Vielleicht hätte man dem "Kind" schon früher in den Allerwertesten treten und die Unterstützung einstellen müssen.

Jetzt muss das Kind eben einen Crash-Kurs in Selbstständigkeit machen.

Es heißt nicht umsonst "Zu viel Gutmütigkeit unterstützt ein großes Stück Liderlichkeit."
 
Ihr solltet euren Sohn schon unterstützen aber ihm sagen, dass es nicht mehr so weiter gehen kann. Er wird ja sicher auch eure Firma erben wollen oder nicht? Dann muss er auch anderes Verhalten an den Tag legen. Was ist eigentlich mit eurem anderen Sohn sprich seinem Bruder? Ist der auch so?

Denkt an euer Enkelkind. Leidet euer Sohn, leidet auch euer Enkelkind was überhaupt nichts dafür kann.
 

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