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Monologisieren vermeiden - Brainstorming

Was macht für dich eine angenehme Gesprächsathmosphäre aus?
Für mich ist ein Gespräch dann angenehm, wenn ich das Gefühl habe, dass man gegenseitig aufeinander eingeht und Argumente austauscht. Wenn also der Dialog mehr oder weniger im Ping Pong hin und her geht. Dabei kann natürlich auch mal jemand mehr reden als der andere, aber ich habe gern das Gefühl, dass ich jederzeit auch etwas sagen könnte (z.B. signalisiert durch kurze Gesprächspausen).

Wenn ich selber rede, spüre ich übrigens nach einer gewissen Zeit ein Unbehagen, wenn der Gesprächspartner verstummt oder nur noch ein "Hm, hm" von sich gibt. Spätestens dann höre ich auf zu reden oder animiere den anderen dazu, selbst etwas zu sagen.

Noch eine Ergänzung zum Thema "zu sehr ins Detail gehen":
ich persönlich finde, dass zu detailreiche Schilderungen für den Zuhörer oft ermüdend sind und häufig keinen Mehrwert an Erkenntnissen bringen.

Beispielsweise redet der Bruder meines Partners gern über E-Autos (sein Steckenpferd). Wenn er sich in Fahrt geredet hat, erzählt er gern minutiös, wo er in letzter Zeit überall sein Auto geladen hat, wie lang es gedauert hat, was er in der Zwischenzeit dort gemacht hat, und so weiter. Das ist für mich als Zuhörer ermüdend, und nach einer Weile verliere ich die Aufmerksamkeit.

Ich finde, es würde völlig ausreichen, wenn er erzählen würde, wie viele Ladestationen es inzwischen gibt, und dass man nun beispielsweise auch am Ort XY laden könnte. Das reicht völlig aus. Den Rest kann man bei Bedarf gezielt nachfragen oder selber recherchieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Yuna, ich frage mich gerade ob es nicht besser wäre wenn du Menschen um dich hast, die mit dieser Art von dir klar kommen, anstatt dich verbiegen zu wollen. 🤔

Klar mit einem gezielten Training wird sich etwas verbessern lassen, nur diese grundlegende Fähigkeit sein Gegenüber wahr zu nehmen, hm, also wenn es nicht psychische Ursachen hat, ist es vielleicht doch eher eine neurologische Sache.

So wie du es beschreibst erinnert es mich an ein Kind mit Autismus. Man merkt das eigentlich nicht gleich, wenn man es nicht weiß. Nur textet er einen ohne Gnade zu und nur von seinem Zeug im Kopf. Schaut einen dabei auch an, reagiert auf Fragen. Nur ist er halt nur in seinem Kopf, in seiner Gedankenwelt.

Bei meiner Mutter war es ähnlich, nur bei ihr merkte man sie interessiert sich nur für sich selbst.
Wenn ich mitten in einem Satz zu reden aufgehört hatte, merkte sie das gar nicht, sondern meinte einfach ich bin fertig und sie ist jetzt wieder dran und erzählte ihr Zeug.
Manchmal dachte ich mir ich könnte brennend vor ihr stehen und sie würde mir freudig erzählen das sie heute beim Friseur war.

Für mich gibt es bei diesem Kind und meiner Mutter, meine Tochter verhält sich übrigens sehr ähnlich wie meine Mutter, dann aber doch einen Unterschied.
Das Kind mit Autismus erzählt aus seiner Gedankenwelt, zu sachlichen Dingen, voller Begeisterung.
Bei meiner Mutter und Tochter ist es eher so, das sie nur an sich denken. Es sind ihnen Themen wichtig, bei denen sie drin vor kommen.

Meine Mutter hatte es gewusst und meine Tochter weiß es auch, das sie oft zu sehr den anderen Menschen und das ganze Drumherum übersehen. Nur sind sie bei der Kontrolle und Korrektur ihres Verhaltens ja dennoch nur wieder bei sich selbst. Ich merkte das bei meiner Mutter immer. Die Frage wie geht's dir und wie lief es bei dir, waren nur aufgesetzt. Interessiert hatte sie es in dem Moment gar nicht wirklich, sie wusste nur, sie hatte wieder zu viel von sich geredet, den anderen gar nicht richtig wahr genommen und jetzt sei das wieder gut zu machen, in dem sie dem anderen ihr Interesse an ihm bekundet. Damit war das ganze für sie wieder in Ordnung gebracht. Für mich war es das gleiche Desinteresse.

Meine Meinung dazu ist, schau das du genügend Leute um dich hast, die damit klar kommen. Meine Mutter hatte Freunde. Die führten übrigens ebenso ihre Monologe. War lustig dabei zu sein, wenn zwei Leute keinen Dialog sondern abwechselnd Monologe führen 😉 Die konnten sein, wie sie halt sind und fühlten sich danach nicht schlecht. Es ärgerte meine Mutter höchstens, das sie nicht genug reden konnte^^

Mal abgesehen von neurologischen Ursachen, liegt der Hang dazu Monologe zu führen für mich darin, das die Leute sich selbst zu wichtig nehmen. Das ist eine ungünstige oder unsoziale? Prioritätensetzung. "Das was mich interessiert ist das Wichtigste."
Diese Menschen leben doch irgendwo ein Leben nur mit sich selbst.
Das ist dann vielmehr eine Charakter-Sache. Das lässt sich eher verändern, als neurologische Ursachen.
Ich vermute das du jene Menschen meinst, wenn du davon schreibst, andere ohne Diagnose monologisieren ebenso.

Die Selbstverliebten werden auch nur von sich reden, oder über das was sie betrifft. Da kommt dann aber keine einzige Frage an den Gesprächspartner und wenn nur sehr widerwillig um den anderen bei Laune zu halten indem er auch mal einen Satz sagen darf, dann ist aber wieder genug.

Ich habe oft den Eindruck, viele Leute sind in Gesprächen verunsichert. Wahrscheinlich aus der Frage heraus, ob sie alles richtig machen und ob sie beim anderen gut ankommen. Und mit dieser Frage sind sie halt wieder nur bei sich selbst.

Kannst du anderen längere Zeit zuhören ohne das Interesse an der Person zu verlieren? Oder ist das eher schwer für dich, wenn dich das Thema nicht interessiert?
 
Mir würde es nur manchmal helfen wenn erklärt wird was genau nervig ist und wie man es sich wünscht.
Die meisten Menschen wünschen sich das sie gesehen werden. Das ihnen jemand echtes Interesse gegenüber hat.

Wenn mich jemand immer nur zu textet, komme ich mir irgendwann nur noch wie ein Mülleimer vor. Es wird einfach reingestopft, auch wenn er schon längst voll ist.

Leider haben andere auch ihre Schwierigkeiten damit ehrlich zu sein, viele wollen die Gefühle des anderen nicht verletzen indem sie sagen, du redest zu viel.

Das hilfreichste wird wirklich sein, wenn du anderen vorab sagst, sie sollen Stop sagen, wenn du gerade im Redeflow ohne Ende versunken bist. 😉
 
Ich frage mich gerade, ob Monologisierer überhaupt Interesse an einem mündlichen Dialog haben, oder ob sie das Gegenüber einfach nur als Stichwort-Geber betrachten. Das hört sich jetzt brutal an, aber so ist doch ein normaler Dialog gar nicht möglich. Du bekommst ja die Hälfte des Gesprächs gar nicht mit.
Also, das finde ich etwas übertrieben.
Bei meinen Spezialthemen neige ich auch etwas zu Monologen, oder wie es in meinem Umfeld genannt wird, "Vorträge halten".😏

Aber selbstverständlich kann und will ich mich sonst auch ganz normal unterhalten, und auch anderen zuhören!
Das eine schließt das andere doch nicht aus...

Auch Leute, die sich so in ihre Spezialinteressen reinsteigern können, daß sie für eine gewisse Zeit alles andere ausblenden, haben trotzdem auch Smalltalk, und normale Gespräche über Dinge, die auch andere interessieren.

Bei meinen Freunden, Kollegen und Familie fangen die meisten höchstens ein bisschen an zu grinsen, wenn ich wieder in Vortragslaune komme, und meine beste Freundin sagt dann schlicht und einfach, ich soll mal meinen Oberlehrer- Modus abschalten.
Und solange man auf solche mehr oder weniger deutliche Reaktionen anspricht, ist diese Eigenschaft m.E. nicht soo schlimm.
Ich kenne auch noch mehr solche Leute, die dann natürlich oft Monologe über Dinge halten, die mich weniger bis gar nicht interessieren.
In meiner Verwandtschaft gibt's außer mir noch zwei solche Leute...
Aber wie gesagt, man hat ja selbst auch einen Mund und kann sagen, wenn es nervig wird.

Wirklich ätzend finde ich das mit den Monologen nur dann, wenn jemand überhaupt nicht aufhören kann, auch wenn andere Leute deutlich sagen, daß sie das Thema null interessiert.
Und wenn dieser Jemand auch sonst nicht zuhören kann...
 
Ich frag mal meine Therapeutin. Danke dir und @FLoki979 für die Info. 🙂
Ja, ist ungefähr so. Kann mich jetzt nicht mehr erinnern, ob es jedes Mal mit Videoaufzeichnungen war. Glaube, in meiner letzten Klinik nicht. Das gute daran, es gibt verschiedene Module, Auftreten im öffentlichen Leben bwz. für das eigene Recht einstehen, Beziehungen, Arbeit glaub ich auch, es waren 5 oder 6.
Mir hat das sehr geholfen, für ein paar Dinge ein Verständnis zu entwickeln.
Z. Bsp. ,,Das Recht in Beziehungen ist Verhandlungssache" habe ich daraus mitgenommen und ist für meine Partnerschaft basisch.
 
Meinst du das jetzt ganz allgemein oder direkt während eines spezifischen Gesprächs? In zweiterem Fall kannst du nur dein Gegenüber fragen.
Allgemein kann ich verstehen was ein gutes Gespräch ausmacht, aber mir fehlen konkrete Handlungsweisen die mich nicht ins starke Masking bringen und gleichzeitig dem anderen weniger Monologe aufzwingt. Momentan ist es eher ein "entweder - oder", ich fände es aber schön wenn es sich zu einem "sowohl-als-auch" entwickeln würde. Ich weiß aber nicht ob das realistisch und möglich ist.
Irgendwann habe ich alles gesagt und anstatt dass du sagst: "Toll, das probiere ich gkeich mal aus" fängst du an über Fondue zu reden. Ich denke "Hä?" und verstehe nicht wovon du redest. Gehst du dann davon aus, dass ich deinen Gedanken problemlos folgen kann und verstehst wiederum nicht warum ich so deppert gucke?
Das ist für mich aber eine andere Situation, weil du mir in dem Moment etwas erklärst. Du hast eine Information, die ich nicht habe aber in Erfahrung bringen will.

In dem Moment bist du in einem Monolog und ich höre zu. Zusätzlich tritt die Interaktion auf Gefühlsebene in den Hintergrund .... es sei denn du würdest mir deine Gefühle gegenüber Käse offenbaren und mich fragen wie ich zu Käse stehe. Aber das macht ja keiner.

Erklärungen sind einfacher, da kanns mir höchstens passieren dass mir die Konzentration flöten geht (und dann sag ich aber trotzdem Danke danach). Ich monologisiere wie gesagt nicht immer und das wäre eine Situation in der es eher unwahrscheinlich ist.
Hallo Yuna, ich frage mich gerade ob es nicht besser wäre wenn du Menschen um dich hast, die mit dieser Art von dir klar kommen, anstatt dich verbiegen zu wollen. 🤔
Die Welt besteht nicht nur aus Menschen die damit klar kommen, wär schön wenns so wäre. 🙂 Anpassung und gegenseitige Rücksichtnahme ist (glaube ich) für jeden Menschen, der Teil einer Gemeinschaft sein will, Thema. Aber kaputt machen sollte es halt niemanden, genausowenig wie Dauergenervtheit ausgehalten werden muss.
hm, also wenn es nicht psychische Ursachen hat, ist es vielleicht doch eher eine neurologische Sache.
Ich bin neurodivers also eine neurologische Ursache 🙂

Das was du über deine Mutter schreibst klingt so, als ob sie kein Interesse an dir hatte und du ihr egal warst. Es wirkt sogar so, als ob sie sich für garnichts interessiert hat. Stelle ich mir ganz schön langweilig und leer vor, wenn man sich für nichts begeistern kann und einem alles egal ist - weil dann hat man ja nur sich selber (und das ist ja eigentlich nicht viel). Und wenn man als Kind bei so jemandem aufwächst, dann stelle ich mir das ganz schön schwer vor, weil dann wird man ja zwangsweise zur (Mit-)Einsamkeit verdonnert - mit dem Unterschied, dass man als begeisterter, fühlender Mensch ganz schön drunter leidet (im Gegensatz zur Mutter). Anders kann ich es mir zumindest nicht erklären, aber wissen tu ichs auch nicht.

Kind sein ist schwierig, weil man in dem Alter so abhängig ist. Also entweder schnell unabhängig werden, sich anpassen oder nichts mehr von den Eltern erwarten. Ist aber, wie gesagt, schwierig weil man bis zu einem gewissen Alter darauf angewiesen ist.

Mein Vater war auch jemand der sich für nichts begeistern konnte. Eine der ersten bewussten Erinnerungen, die ich an meine Kindheit habe ist, dass ich vor einem Ameisenhaufen stand, dabei laut lachte und mit den Armen wedelte. Ich freute mich so über das Muster der Ameisenstraßen. Das erkennt man wenn man leicht schielend von oben auf einen Ameisenhaufen schaut. Durch das Schielen wird das chaotische Durcheinander zu einem pulsierenden Muster und sieht unglaublich schön aus. Mein Vater kam währenddessen auf mich zu und danach hab ich mir für lange Zeit keine Ameisenhaufen mehr angesehen.

Es ist schwierig bei so jemandem aufzuwachsen ... ich kann mir denken, dass es für dich auch nicht einfach gewesen ist.
Kannst du anderen längere Zeit zuhören ohne das Interesse an der Person zu verlieren? Oder ist das eher schwer für dich, wenn dich das Thema nicht interessiert?
Ich weiß gerade nicht genau wie du das meinst. Das Interesse an einer Person und das Interesse an einem Thema sind für mich zwei unterschiedliche Dinge. Kannst du deine Frage bitte nochmal anders formulieren, ich würde es gerne verstehen.
 
Hallöchen 🙂

Kurz zur Erklärung: "Monologisieren" heißt, dass man verhältnismäßig lange in einem Gespräch alleine spricht.

Das passiert mir leider relativ oft, besonders wenn mich etwas interessiert oder ein Thema aufkommt, dass ich spannend finde aber mir bisher noch nie Gedanken dazu gemacht habe (kann man sich dann so ähnlich wie "lautes denken" vorstellen).

Und es nervt mich selber wohl genauso stark wie tlw. meine Gesprächspartner - besonders weil ich ja eigentlich gerne in den Austausch gehe und weil mich die Meinungen und Ansichten des Anderen interessieren. Das funktioniert aber eben leider nicht, wenn ich mich in meinem Monolog verliere. Noch dazu stelle ich es mir absolut nicht schön vor, wenn man sich mit jemandem unterhält der eigentlich gerade ein Selbstgespräch führt (weder sehr wertschätzend, zugewandt oder empathisch der anderen Person gegenüber).

Ich komm schnell aus diesem Monolog raus wenn mir Rückmeldung gegeben wird oder ich bemerke dass mein Gesprächspartner genervt ist. Wenn ich allerdings ne zugewandte Person habe die aus Höflichkeit weder verbal noch mimisch zeigt, dass jetzt mal gut is ... dann läuft der Modus weiter (und ich ärgere mich dann danach oft, dass ich wieder soviel Raum eingenommen habe).

Was sind eure Gedanken zu dem Thema?
Kennt ihr solche Leute oder passiert es euch selber vielleicht auch manchmal? Habt ihr vielleicht den ein oder anderen Tipp wie man aus diesem "Modus" wieder rauskommen kann oder was euch hilft?

Bin für jeden Input dankbar 🙂

Viele Grüße,
Yuna
Um einen Monolog im Diskurs mit deinem Gesprächspartner zu vermeiden, gebe ich dir den guten Rat in deinem Gespräch auf die Inhalte zu achten, dich nicht in belanglose Einzelheiten zu verzetteln (auf dem Punkt kommen), dabei immer darauf bedacht sein, ob der Inhalt deiner Worte dem anderen interessieren könnte, womit du seine Aufmerksamkeit erhälst. Dadurch gibst du ihm die Möglichkeit an deinen Worten teilzuhaben.
 

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