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Monologisieren vermeiden - Brainstorming

Hallo.

Ich denke, die allermeisten Monologisierer merken nicht, wie sehr sie damit ihrem Gegenüber mit der Zeit auf den Geist gehen.

Mich wundert, dass du das so klar beschreiben kannst, aber trotzdem nicht aufhören kannst damit, die Leute zuzuschwallen.

Bist du viel alleine und hast dann viel Redebedarf? Das wäre für mich eine Erklärung.

Oder interessieren dich deine Gesprächspartner schlicht nicht?

Wenn ich mich unterhalte, interessiert mich auch die Meinung meines Gesprächspartners. Schon von daher wollte ich nicht Monologe halten.

Wieso, denkst du, dass du so bist?

Das kommt ja ganz schlecht an bei anderen und nervt entsetzlich.
 
Hallo Arktur,
Ich hab mir zwei Sätze aus deinem Beitrag herausgepickt auf die ich kurz *fest versprochen* antworten möchte. Erst einmal aber tuts mir leid, dass du manchmal so übergangen wirst von deinem Partner wenn ihr euch "miteinander" unterhaltet. Ist bestimmt nicht schön.
(...)Wenn ich mal energischer versuche, etwas zu erwidern, sagt er häufig "Lass mich doch grad mal ausreden..." (...)
Es liest sich jetzt wahrscheinlich echt gemein, aber ich kann deinen Partner sehr gut verstehen 🫣

Aber dich auch, ok? 🙂

Ich habe gelernt mich zurückzunehmen, wenn das Feedback unmissverständlich ist, was aber immer mit einem inneren Frusterleben verbunden ist, weil ich meinen Gedanken nicht zu Ende denken konnte und als diesem "Flow/Hyperfokus was auch immer" herausgerissen werde ( ich kann mich dann aber selber regulieren, ohne es am Gesprächspartner auszulassen). Ein "energischer Versuch ins Gespräch einzusteigen" ist für mich aber leider kein unmissverständliches Feedback. Für die meisten Menschen jedoch schon, deshalb kann ich nachvollziehen dass mein Verhalten als unangenehm empfunden wird.

Hast du deinen Partner schon einmal gefragt, ob er merkt dass er monologisiert und weißt du "wie er denkt" bzw. was in ihm vorgeht wenn er das macht? Hast du ihm erzählt, wie es dir geht wenn er monologisiert und könntest du konkret sagen was du während einem Gespräch brauchst um dich wohlzufühlen?

(kurzer Zwischenstopp: Ich würde ihn das alles nicht fragen während ihr ein Thema diskutiert und er gerade am monologisieren ist, sondern in einer neutrale Situation ... aber das ist nur meinen Meinung).

Mir würden solche Gespräche sehr helfen, wenn sie nicht vorwurfsvoll gestaltet sind (ich mache es schließlich nicht mit Absicht oder egoistischen Hintergedanken)

Vielleicht ginge es deinem Partner ähnlich?
(...) Oder er geht extrem ins Detail, obwohl die Details im Gesprächskontext gar nicht relevant sind (...)
Ich kann nicht für ihn sprechen und nicht wissen warum er das macht, ich kann nur sagen warum mir das auch oft passiert: Diese "nicht zum Gesprächskontext passenden" Details gehören für mich trotzalledem im weiteren Sinne zum Thema über das gerade gesprochen wird und sind somit (für mich) relevant. Macht aber für die meisten Menschen keinen Sinn und wird als unangenehm empfunden, das habe ich schon gemerkt.

Nur wenn du magst: Was macht für dich eine angenehme Gesprächsathmosphäre aus?
 
Ich habe auch mal ein soziales Kompetenztraining in einer Gruppe gemacht. Das war sehr gut. Das kann ich auch echt nur empfehlen.
Läuft das im Rahmen einer Therapie ab oder ist das was extra? Ich kenn Gruppentherapie-Settings wo im Rollenspiel geübt wird, vermute aber dass das soziale Kompetenztraining etwas anderes ist?
 
Wieso, denkst du, dass du so bist?
Weil mein Gehirn ein bißchen anders tickt als das von neurotypischen Menschen.
Das kommt ja ganz schlecht an bei anderen und nervt entsetzlich.
Weiß ich und merke ich seitdem ich denken kann ... nicht nur in Bezug auf das Monologisieren. Deshalb will ichs ja auch ändern. Das braucht aber Zeit und ein bißchen Verständnis und vielleicht auch das Bewusstsein, dass ich nicht diejenige nervtötende Person bin die jeder für sich mit dem Monologisieren in Verbindung bringt. 🙂

Wie sieht für dich ein angenehmes Gespräch aus? Wie muss sich ein Gesprächspartner für dich verhalten damit du dich wohl fühlst? Würde mich interessieren, natürlich nur wenn du magst. 🙂
 
Da wurden auch Rollenspiele gemacht. Diese wurden auf Video aufgenommen und danach angeguckt und kommentiert bzw. besprochen.

Ich habe meine kognitive Verhaltenstherapie wegen Waschzwang und sozialer Phobie in einem Ausbildungsinstitut für Therapeuten gemacht und da wurde mir das dann angeboten. Wie das abrechnungstechnisch gemacht worden ist, weiß ich nicht mehr.
Ich frag mal meine Therapeutin. Danke dir und @FLoki979 für die Info. 🙂
 
@Houston

Ja, kommt mir sehr bekannt vor. 🙂

Zu dem was du im zweiten Absatz bzgl. "nicht mehr anknüpfen können wenn man unterbrochen wurde" schreibst: Wenn ich unterbrochen werde, bin ich aus dem Hyperfokus-Modus raus, der mir ja erst ermöglicht das Ganze so in meinem Hirn abzuspielen wie ich es tue. Darum ist es ja so frustig (wenn auch verständlich) wenn ich "rausgeschmissen" werde. Ist irgendwie wie ein Systemabsturz, während gerade ein Programm installiert wird (der Vergleich hinkt wie immer, aber besser kann ich es nicht erklären).

Zu deinem zweiten Absatz mit dem Stichwort: Das Stichwort ist für mich die "Install-Taste" die den Hyperfokus aktiviert. Das ist nicht wie ein Trigger (wo immer derselbe Reiz bzw. dasselbe Wort der Auslöser ist), sondern einfach ein Wort das den Gedankenfluss anstupst (und wenn der auf "Play" ist, ist alles andere auf "Stopp"). Ich liebe zum Beispiel Meeresschnecken. Als ich im Teenageralter war, waren Pokemon modern und Klassenkameraden sprachen über eines das Pikachu heißt. "Pikachu" war in dem Fall die Play-Taste, weil es eine 'Pikachu Hörnchenschnecke" (Thecacera pacifica) gibt. Und dann gings halt los, und das Ergebnis war nicht gut. Ich hab es deshalb irgendwann unterdrückt und durch "masking" ersetzt, was zwar akzeptierter aber nicht unbedingt gesünder war.

Ich freu mich gerade über das was du geschrieben hast, auch wenns eigentlich nicht zum freuen ist weils fürs zwischenmenschliche Miteinander alles andere als schön ist. Aber ich will trotzdem danke sagen. 🙂
 
Jo, und ich freue mich, dass du nicht sauer bist ob all der deutlichen Meinungen der Monologisierer-Opfer.
Ihr habt ja Recht und solange ich nicht persönlich angegriffen werde, kann ich daraus auch für mich etwas lernen. Mir würde es nur manchmal helfen wenn erklärt wird was genau nervig ist und wie man es sich wünscht. Aber ich glaube das ist auch schwer zu erklären, oder wieder so ein Bereich wo es "ganz natürlich" einfach passiert. Bei sowas fall ich eher negativ auf.
Deine Pikachu-Geschichte habe ich auch nach zehnmaligem durchlesen nicht verstanden. Ich hab sie unter "Verschiedenes" abgelegt. 🤣
Ist nicht schlimm, ich versteh die anderen meistens auch nicht so ganz und kann gut nachvollziehen wies dir wahrscheinlich gerade geht. 🙃
Ich frage mich gerade, ob Monologisierer überhaupt Interesse an einem mündlichen Dialog haben, oder ob sie das Gegenüber einfach nur als Stichwort-Geber betrachten. Das hört sich jetzt brutal an, aber so ist doch ein normaler Dialog gar nicht möglich. Du bekommst ja die Hälfte des Gesprächs gar nicht mit.
Die Frage habe ich mir auch schon gestellt und auch in der Therapie besprochen. Ich habe aufgrunddessen dann einmal versucht ein lautes Selbstgespräch allein in der Wohnung zu führen. Das war aber irgendwie (selbst für meine Verhältnisse) seltsam 😅

Ich muss dir Recht geben, ein normaler Dialog ist das nicht. Und ich machs ja auch nicht immer, weil ich weiß wie es anderen Menschen dann geht. Trotzdem geht's halt doch oft genug durch. Hätte ich auch lieber anders, deshalb arbeite ich ja dran. Ich versteh aber ehrlich gesagt selber noch nicht, warum es sich mit einer anderen Person angenehmer anfühlt, als wenn ich alleine ein Selbstgespräch führe. Vielleicht hats doch irgendeine atypische soziale Komponente, die ich noch nicht ganz blicke. Ich weiß es nicht.
Wie war das denn in der Schule. Bist du da gut mitgekommen oder musstest du zu Hause doppelt und dreifach büffeln?
In der Schule und auch zuhause beim lernen hatte ich ziemliche Probleme mit der Konzentration und generell damit Aufgaben organisiert zu Ende zu bringen. Die Noten waren aber trotzem überwiegend im guten Mittelbereich und weil ich nie störend aufgefallen bin, wurde auch nie was beanstandet.
 
Was macht für dich eine angenehme Gesprächsathmosphäre aus?
Für mich ist ein Gespräch dann angenehm, wenn ich das Gefühl habe, dass man gegenseitig aufeinander eingeht und Argumente austauscht. Wenn also der Dialog mehr oder weniger im Ping Pong hin und her geht. Dabei kann natürlich auch mal jemand mehr reden als der andere, aber ich habe gern das Gefühl, dass ich jederzeit auch etwas sagen könnte (z.B. signalisiert durch kurze Gesprächspausen).

Wenn ich selber rede, spüre ich übrigens nach einer gewissen Zeit ein Unbehagen, wenn der Gesprächspartner verstummt oder nur noch ein "Hm, hm" von sich gibt. Spätestens dann höre ich auf zu reden oder animiere den anderen dazu, selbst etwas zu sagen.

Noch eine Ergänzung zum Thema "zu sehr ins Detail gehen":
ich persönlich finde, dass zu detailreiche Schilderungen für den Zuhörer oft ermüdend sind und häufig keinen Mehrwert an Erkenntnissen bringen.

Beispielsweise redet der Bruder meines Partners gern über E-Autos (sein Steckenpferd). Wenn er sich in Fahrt geredet hat, erzählt er gern minutiös, wo er in letzter Zeit überall sein Auto geladen hat, wie lang es gedauert hat, was er in der Zwischenzeit dort gemacht hat, und so weiter. Das ist für mich als Zuhörer ermüdend, und nach einer Weile verliere ich die Aufmerksamkeit.

Ich finde, es würde völlig ausreichen, wenn er erzählen würde, wie viele Ladestationen es inzwischen gibt, und dass man nun beispielsweise auch am Ort XY laden könnte. Das reicht völlig aus. Den Rest kann man bei Bedarf gezielt nachfragen oder selber recherchieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Yuna, ich frage mich gerade ob es nicht besser wäre wenn du Menschen um dich hast, die mit dieser Art von dir klar kommen, anstatt dich verbiegen zu wollen. 🤔

Klar mit einem gezielten Training wird sich etwas verbessern lassen, nur diese grundlegende Fähigkeit sein Gegenüber wahr zu nehmen, hm, also wenn es nicht psychische Ursachen hat, ist es vielleicht doch eher eine neurologische Sache.

So wie du es beschreibst erinnert es mich an ein Kind mit Autismus. Man merkt das eigentlich nicht gleich, wenn man es nicht weiß. Nur textet er einen ohne Gnade zu und nur von seinem Zeug im Kopf. Schaut einen dabei auch an, reagiert auf Fragen. Nur ist er halt nur in seinem Kopf, in seiner Gedankenwelt.

Bei meiner Mutter war es ähnlich, nur bei ihr merkte man sie interessiert sich nur für sich selbst.
Wenn ich mitten in einem Satz zu reden aufgehört hatte, merkte sie das gar nicht, sondern meinte einfach ich bin fertig und sie ist jetzt wieder dran und erzählte ihr Zeug.
Manchmal dachte ich mir ich könnte brennend vor ihr stehen und sie würde mir freudig erzählen das sie heute beim Friseur war.

Für mich gibt es bei diesem Kind und meiner Mutter, meine Tochter verhält sich übrigens sehr ähnlich wie meine Mutter, dann aber doch einen Unterschied.
Das Kind mit Autismus erzählt aus seiner Gedankenwelt, zu sachlichen Dingen, voller Begeisterung.
Bei meiner Mutter und Tochter ist es eher so, das sie nur an sich denken. Es sind ihnen Themen wichtig, bei denen sie drin vor kommen.

Meine Mutter hatte es gewusst und meine Tochter weiß es auch, das sie oft zu sehr den anderen Menschen und das ganze Drumherum übersehen. Nur sind sie bei der Kontrolle und Korrektur ihres Verhaltens ja dennoch nur wieder bei sich selbst. Ich merkte das bei meiner Mutter immer. Die Frage wie geht's dir und wie lief es bei dir, waren nur aufgesetzt. Interessiert hatte sie es in dem Moment gar nicht wirklich, sie wusste nur, sie hatte wieder zu viel von sich geredet, den anderen gar nicht richtig wahr genommen und jetzt sei das wieder gut zu machen, in dem sie dem anderen ihr Interesse an ihm bekundet. Damit war das ganze für sie wieder in Ordnung gebracht. Für mich war es das gleiche Desinteresse.

Meine Meinung dazu ist, schau das du genügend Leute um dich hast, die damit klar kommen. Meine Mutter hatte Freunde. Die führten übrigens ebenso ihre Monologe. War lustig dabei zu sein, wenn zwei Leute keinen Dialog sondern abwechselnd Monologe führen 😉 Die konnten sein, wie sie halt sind und fühlten sich danach nicht schlecht. Es ärgerte meine Mutter höchstens, das sie nicht genug reden konnte^^

Mal abgesehen von neurologischen Ursachen, liegt der Hang dazu Monologe zu führen für mich darin, das die Leute sich selbst zu wichtig nehmen. Das ist eine ungünstige oder unsoziale? Prioritätensetzung. "Das was mich interessiert ist das Wichtigste."
Diese Menschen leben doch irgendwo ein Leben nur mit sich selbst.
Das ist dann vielmehr eine Charakter-Sache. Das lässt sich eher verändern, als neurologische Ursachen.
Ich vermute das du jene Menschen meinst, wenn du davon schreibst, andere ohne Diagnose monologisieren ebenso.

Die Selbstverliebten werden auch nur von sich reden, oder über das was sie betrifft. Da kommt dann aber keine einzige Frage an den Gesprächspartner und wenn nur sehr widerwillig um den anderen bei Laune zu halten indem er auch mal einen Satz sagen darf, dann ist aber wieder genug.

Ich habe oft den Eindruck, viele Leute sind in Gesprächen verunsichert. Wahrscheinlich aus der Frage heraus, ob sie alles richtig machen und ob sie beim anderen gut ankommen. Und mit dieser Frage sind sie halt wieder nur bei sich selbst.

Kannst du anderen längere Zeit zuhören ohne das Interesse an der Person zu verlieren? Oder ist das eher schwer für dich, wenn dich das Thema nicht interessiert?
 
Mir würde es nur manchmal helfen wenn erklärt wird was genau nervig ist und wie man es sich wünscht.
Die meisten Menschen wünschen sich das sie gesehen werden. Das ihnen jemand echtes Interesse gegenüber hat.

Wenn mich jemand immer nur zu textet, komme ich mir irgendwann nur noch wie ein Mülleimer vor. Es wird einfach reingestopft, auch wenn er schon längst voll ist.

Leider haben andere auch ihre Schwierigkeiten damit ehrlich zu sein, viele wollen die Gefühle des anderen nicht verletzen indem sie sagen, du redest zu viel.

Das hilfreichste wird wirklich sein, wenn du anderen vorab sagst, sie sollen Stop sagen, wenn du gerade im Redeflow ohne Ende versunken bist. 😉
 

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