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Monologisieren vermeiden - Brainstorming

Ich frage mich gerade, ob Monologisierer überhaupt Interesse an einem mündlichen Dialog haben, oder ob sie das Gegenüber einfach nur als Stichwort-Geber betrachten. Das hört sich jetzt brutal an, aber so ist doch ein normaler Dialog gar nicht möglich. Du bekommst ja die Hälfte des Gesprächs gar nicht mit.
Also, das finde ich etwas übertrieben.
Bei meinen Spezialthemen neige ich auch etwas zu Monologen, oder wie es in meinem Umfeld genannt wird, "Vorträge halten".😏

Aber selbstverständlich kann und will ich mich sonst auch ganz normal unterhalten, und auch anderen zuhören!
Das eine schließt das andere doch nicht aus...

Auch Leute, die sich so in ihre Spezialinteressen reinsteigern können, daß sie für eine gewisse Zeit alles andere ausblenden, haben trotzdem auch Smalltalk, und normale Gespräche über Dinge, die auch andere interessieren.

Bei meinen Freunden, Kollegen und Familie fangen die meisten höchstens ein bisschen an zu grinsen, wenn ich wieder in Vortragslaune komme, und meine beste Freundin sagt dann schlicht und einfach, ich soll mal meinen Oberlehrer- Modus abschalten.
Und solange man auf solche mehr oder weniger deutliche Reaktionen anspricht, ist diese Eigenschaft m.E. nicht soo schlimm.
Ich kenne auch noch mehr solche Leute, die dann natürlich oft Monologe über Dinge halten, die mich weniger bis gar nicht interessieren.
In meiner Verwandtschaft gibt's außer mir noch zwei solche Leute...
Aber wie gesagt, man hat ja selbst auch einen Mund und kann sagen, wenn es nervig wird.

Wirklich ätzend finde ich das mit den Monologen nur dann, wenn jemand überhaupt nicht aufhören kann, auch wenn andere Leute deutlich sagen, daß sie das Thema null interessiert.
Und wenn dieser Jemand auch sonst nicht zuhören kann...
 
Ich frag mal meine Therapeutin. Danke dir und @FLoki979 für die Info. 🙂
Ja, ist ungefähr so. Kann mich jetzt nicht mehr erinnern, ob es jedes Mal mit Videoaufzeichnungen war. Glaube, in meiner letzten Klinik nicht. Das gute daran, es gibt verschiedene Module, Auftreten im öffentlichen Leben bwz. für das eigene Recht einstehen, Beziehungen, Arbeit glaub ich auch, es waren 5 oder 6.
Mir hat das sehr geholfen, für ein paar Dinge ein Verständnis zu entwickeln.
Z. Bsp. ,,Das Recht in Beziehungen ist Verhandlungssache" habe ich daraus mitgenommen und ist für meine Partnerschaft basisch.
 
Meinst du das jetzt ganz allgemein oder direkt während eines spezifischen Gesprächs? In zweiterem Fall kannst du nur dein Gegenüber fragen.
Allgemein kann ich verstehen was ein gutes Gespräch ausmacht, aber mir fehlen konkrete Handlungsweisen die mich nicht ins starke Masking bringen und gleichzeitig dem anderen weniger Monologe aufzwingt. Momentan ist es eher ein "entweder - oder", ich fände es aber schön wenn es sich zu einem "sowohl-als-auch" entwickeln würde. Ich weiß aber nicht ob das realistisch und möglich ist.
Irgendwann habe ich alles gesagt und anstatt dass du sagst: "Toll, das probiere ich gkeich mal aus" fängst du an über Fondue zu reden. Ich denke "Hä?" und verstehe nicht wovon du redest. Gehst du dann davon aus, dass ich deinen Gedanken problemlos folgen kann und verstehst wiederum nicht warum ich so deppert gucke?
Das ist für mich aber eine andere Situation, weil du mir in dem Moment etwas erklärst. Du hast eine Information, die ich nicht habe aber in Erfahrung bringen will.

In dem Moment bist du in einem Monolog und ich höre zu. Zusätzlich tritt die Interaktion auf Gefühlsebene in den Hintergrund .... es sei denn du würdest mir deine Gefühle gegenüber Käse offenbaren und mich fragen wie ich zu Käse stehe. Aber das macht ja keiner.

Erklärungen sind einfacher, da kanns mir höchstens passieren dass mir die Konzentration flöten geht (und dann sag ich aber trotzdem Danke danach). Ich monologisiere wie gesagt nicht immer und das wäre eine Situation in der es eher unwahrscheinlich ist.
Hallo Yuna, ich frage mich gerade ob es nicht besser wäre wenn du Menschen um dich hast, die mit dieser Art von dir klar kommen, anstatt dich verbiegen zu wollen. 🤔
Die Welt besteht nicht nur aus Menschen die damit klar kommen, wär schön wenns so wäre. 🙂 Anpassung und gegenseitige Rücksichtnahme ist (glaube ich) für jeden Menschen, der Teil einer Gemeinschaft sein will, Thema. Aber kaputt machen sollte es halt niemanden, genausowenig wie Dauergenervtheit ausgehalten werden muss.
hm, also wenn es nicht psychische Ursachen hat, ist es vielleicht doch eher eine neurologische Sache.
Ich bin neurodivers also eine neurologische Ursache 🙂

Das was du über deine Mutter schreibst klingt so, als ob sie kein Interesse an dir hatte und du ihr egal warst. Es wirkt sogar so, als ob sie sich für garnichts interessiert hat. Stelle ich mir ganz schön langweilig und leer vor, wenn man sich für nichts begeistern kann und einem alles egal ist - weil dann hat man ja nur sich selber (und das ist ja eigentlich nicht viel). Und wenn man als Kind bei so jemandem aufwächst, dann stelle ich mir das ganz schön schwer vor, weil dann wird man ja zwangsweise zur (Mit-)Einsamkeit verdonnert - mit dem Unterschied, dass man als begeisterter, fühlender Mensch ganz schön drunter leidet (im Gegensatz zur Mutter). Anders kann ich es mir zumindest nicht erklären, aber wissen tu ichs auch nicht.

Kind sein ist schwierig, weil man in dem Alter so abhängig ist. Also entweder schnell unabhängig werden, sich anpassen oder nichts mehr von den Eltern erwarten. Ist aber, wie gesagt, schwierig weil man bis zu einem gewissen Alter darauf angewiesen ist.

Mein Vater war auch jemand der sich für nichts begeistern konnte. Eine der ersten bewussten Erinnerungen, die ich an meine Kindheit habe ist, dass ich vor einem Ameisenhaufen stand, dabei laut lachte und mit den Armen wedelte. Ich freute mich so über das Muster der Ameisenstraßen. Das erkennt man wenn man leicht schielend von oben auf einen Ameisenhaufen schaut. Durch das Schielen wird das chaotische Durcheinander zu einem pulsierenden Muster und sieht unglaublich schön aus. Mein Vater kam währenddessen auf mich zu und danach hab ich mir für lange Zeit keine Ameisenhaufen mehr angesehen.

Es ist schwierig bei so jemandem aufzuwachsen ... ich kann mir denken, dass es für dich auch nicht einfach gewesen ist.
Kannst du anderen längere Zeit zuhören ohne das Interesse an der Person zu verlieren? Oder ist das eher schwer für dich, wenn dich das Thema nicht interessiert?
Ich weiß gerade nicht genau wie du das meinst. Das Interesse an einer Person und das Interesse an einem Thema sind für mich zwei unterschiedliche Dinge. Kannst du deine Frage bitte nochmal anders formulieren, ich würde es gerne verstehen.
 
Hallöchen 🙂

Kurz zur Erklärung: "Monologisieren" heißt, dass man verhältnismäßig lange in einem Gespräch alleine spricht.

Das passiert mir leider relativ oft, besonders wenn mich etwas interessiert oder ein Thema aufkommt, dass ich spannend finde aber mir bisher noch nie Gedanken dazu gemacht habe (kann man sich dann so ähnlich wie "lautes denken" vorstellen).

Und es nervt mich selber wohl genauso stark wie tlw. meine Gesprächspartner - besonders weil ich ja eigentlich gerne in den Austausch gehe und weil mich die Meinungen und Ansichten des Anderen interessieren. Das funktioniert aber eben leider nicht, wenn ich mich in meinem Monolog verliere. Noch dazu stelle ich es mir absolut nicht schön vor, wenn man sich mit jemandem unterhält der eigentlich gerade ein Selbstgespräch führt (weder sehr wertschätzend, zugewandt oder empathisch der anderen Person gegenüber).

Ich komm schnell aus diesem Monolog raus wenn mir Rückmeldung gegeben wird oder ich bemerke dass mein Gesprächspartner genervt ist. Wenn ich allerdings ne zugewandte Person habe die aus Höflichkeit weder verbal noch mimisch zeigt, dass jetzt mal gut is ... dann läuft der Modus weiter (und ich ärgere mich dann danach oft, dass ich wieder soviel Raum eingenommen habe).

Was sind eure Gedanken zu dem Thema?
Kennt ihr solche Leute oder passiert es euch selber vielleicht auch manchmal? Habt ihr vielleicht den ein oder anderen Tipp wie man aus diesem "Modus" wieder rauskommen kann oder was euch hilft?

Bin für jeden Input dankbar 🙂

Viele Grüße,
Yuna
Um einen Monolog im Diskurs mit deinem Gesprächspartner zu vermeiden, gebe ich dir den guten Rat in deinem Gespräch auf die Inhalte zu achten, dich nicht in belanglose Einzelheiten zu verzetteln (auf dem Punkt kommen), dabei immer darauf bedacht sein, ob der Inhalt deiner Worte dem anderen interessieren könnte, womit du seine Aufmerksamkeit erhälst. Dadurch gibst du ihm die Möglichkeit an deinen Worten teilzuhaben.
 

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