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Monologisieren vermeiden - Brainstorming

Was sind eure Gedanken zu dem Thema?
Kennt ihr solche Leute oder passiert es euch selber vielleicht auch manchmal?
Mein Partner tendiert auch immer wieder dazu, zu monologisieren. Er lässt dann meistens nur widerwillig zu, dass ich auch zu Wort komme, bzw. er versucht dann gleich wieder, das Wort zu übernehmen. Erst am Wochenende hat er sich wieder in einem Monolog verfangen. Ich selbst wollte zum Thema auch etwas berichten, aber trotz mehrerer Anläufe bin ich nicht über einen ersten Halbsatz hinaus gekommen. Wenn ich mal energischer versuche, etwas zu erwidern, sagt er häufig "Lass mich doch grad mal ausreden..."

Sein Bruder ist noch "schlimmer", denn er redet oft über längere Zeiträume ohne Punkt und Komma und springt dabei von einem Thema zum nächsten. Oder er geht extrem ins Detail, obwohl die Details im Gesprächskontext gar nicht relevant sind.

Was mich selbst betrifft, rede ich eher nur in kurzen Sequenzen, weil ich eigentlich gern einen Dialog führen möchte. Das heißt, ich sage etwas und rechne dann damit, dass mein Gegenüber etwas dazu sagt oder erwidert.
 
Hallo.

Ich denke, die allermeisten Monologisierer merken nicht, wie sehr sie damit ihrem Gegenüber mit der Zeit auf den Geist gehen.

Mich wundert, dass du das so klar beschreiben kannst, aber trotzdem nicht aufhören kannst damit, die Leute zuzuschwallen.

Bist du viel alleine und hast dann viel Redebedarf? Das wäre für mich eine Erklärung.

Oder interessieren dich deine Gesprächspartner schlicht nicht?

Wenn ich mich unterhalte, interessiert mich auch die Meinung meines Gesprächspartners. Schon von daher wollte ich nicht Monologe halten.

Wieso, denkst du, dass du so bist?

Das kommt ja ganz schlecht an bei anderen und nervt entsetzlich.
 
Hallo Arktur,
Ich hab mir zwei Sätze aus deinem Beitrag herausgepickt auf die ich kurz *fest versprochen* antworten möchte. Erst einmal aber tuts mir leid, dass du manchmal so übergangen wirst von deinem Partner wenn ihr euch "miteinander" unterhaltet. Ist bestimmt nicht schön.
(...)Wenn ich mal energischer versuche, etwas zu erwidern, sagt er häufig "Lass mich doch grad mal ausreden..." (...)
Es liest sich jetzt wahrscheinlich echt gemein, aber ich kann deinen Partner sehr gut verstehen 🫣

Aber dich auch, ok? 🙂

Ich habe gelernt mich zurückzunehmen, wenn das Feedback unmissverständlich ist, was aber immer mit einem inneren Frusterleben verbunden ist, weil ich meinen Gedanken nicht zu Ende denken konnte und als diesem "Flow/Hyperfokus was auch immer" herausgerissen werde ( ich kann mich dann aber selber regulieren, ohne es am Gesprächspartner auszulassen). Ein "energischer Versuch ins Gespräch einzusteigen" ist für mich aber leider kein unmissverständliches Feedback. Für die meisten Menschen jedoch schon, deshalb kann ich nachvollziehen dass mein Verhalten als unangenehm empfunden wird.

Hast du deinen Partner schon einmal gefragt, ob er merkt dass er monologisiert und weißt du "wie er denkt" bzw. was in ihm vorgeht wenn er das macht? Hast du ihm erzählt, wie es dir geht wenn er monologisiert und könntest du konkret sagen was du während einem Gespräch brauchst um dich wohlzufühlen?

(kurzer Zwischenstopp: Ich würde ihn das alles nicht fragen während ihr ein Thema diskutiert und er gerade am monologisieren ist, sondern in einer neutrale Situation ... aber das ist nur meinen Meinung).

Mir würden solche Gespräche sehr helfen, wenn sie nicht vorwurfsvoll gestaltet sind (ich mache es schließlich nicht mit Absicht oder egoistischen Hintergedanken)

Vielleicht ginge es deinem Partner ähnlich?
(...) Oder er geht extrem ins Detail, obwohl die Details im Gesprächskontext gar nicht relevant sind (...)
Ich kann nicht für ihn sprechen und nicht wissen warum er das macht, ich kann nur sagen warum mir das auch oft passiert: Diese "nicht zum Gesprächskontext passenden" Details gehören für mich trotzalledem im weiteren Sinne zum Thema über das gerade gesprochen wird und sind somit (für mich) relevant. Macht aber für die meisten Menschen keinen Sinn und wird als unangenehm empfunden, das habe ich schon gemerkt.

Nur wenn du magst: Was macht für dich eine angenehme Gesprächsathmosphäre aus?
 
Ich habe auch mal ein soziales Kompetenztraining in einer Gruppe gemacht. Das war sehr gut. Das kann ich auch echt nur empfehlen.
Läuft das im Rahmen einer Therapie ab oder ist das was extra? Ich kenn Gruppentherapie-Settings wo im Rollenspiel geübt wird, vermute aber dass das soziale Kompetenztraining etwas anderes ist?
 
Wieso, denkst du, dass du so bist?
Weil mein Gehirn ein bißchen anders tickt als das von neurotypischen Menschen.
Das kommt ja ganz schlecht an bei anderen und nervt entsetzlich.
Weiß ich und merke ich seitdem ich denken kann ... nicht nur in Bezug auf das Monologisieren. Deshalb will ichs ja auch ändern. Das braucht aber Zeit und ein bißchen Verständnis und vielleicht auch das Bewusstsein, dass ich nicht diejenige nervtötende Person bin die jeder für sich mit dem Monologisieren in Verbindung bringt. 🙂

Wie sieht für dich ein angenehmes Gespräch aus? Wie muss sich ein Gesprächspartner für dich verhalten damit du dich wohl fühlst? Würde mich interessieren, natürlich nur wenn du magst. 🙂
 
Läuft das im Rahmen einer Therapie ab oder ist das was extra? Ich kenn Gruppentherapie-Settings wo im Rollenspiel geübt wird, vermute aber dass das soziale Kompetenztraining etwas anderes ist?
Da wurden auch Rollenspiele gemacht. Diese wurden auf Video aufgenommen und danach angeguckt und kommentiert bzw. besprochen.

Ich habe meine kognitive Verhaltenstherapie wegen Waschzwang und sozialer Phobie in einem Ausbildungsinstitut für Therapeuten gemacht und da wurde mir das dann angeboten. Wie das abrechnungstechnisch gemacht worden ist, weiß ich nicht mehr.
 
Da wurden auch Rollenspiele gemacht. Diese wurden auf Video aufgenommen und danach angeguckt und kommentiert bzw. besprochen.

Ich habe meine kognitive Verhaltenstherapie wegen Waschzwang und sozialer Phobie in einem Ausbildungsinstitut für Therapeuten gemacht und da wurde mir das dann angeboten. Wie das abrechnungstechnisch gemacht worden ist, weiß ich nicht mehr.
Ich frag mal meine Therapeutin. Danke dir und @FLoki979 für die Info. 🙂
 
@Houston

Ja, kommt mir sehr bekannt vor. 🙂

Zu dem was du im zweiten Absatz bzgl. "nicht mehr anknüpfen können wenn man unterbrochen wurde" schreibst: Wenn ich unterbrochen werde, bin ich aus dem Hyperfokus-Modus raus, der mir ja erst ermöglicht das Ganze so in meinem Hirn abzuspielen wie ich es tue. Darum ist es ja so frustig (wenn auch verständlich) wenn ich "rausgeschmissen" werde. Ist irgendwie wie ein Systemabsturz, während gerade ein Programm installiert wird (der Vergleich hinkt wie immer, aber besser kann ich es nicht erklären).

Zu deinem zweiten Absatz mit dem Stichwort: Das Stichwort ist für mich die "Install-Taste" die den Hyperfokus aktiviert. Das ist nicht wie ein Trigger (wo immer derselbe Reiz bzw. dasselbe Wort der Auslöser ist), sondern einfach ein Wort das den Gedankenfluss anstupst (und wenn der auf "Play" ist, ist alles andere auf "Stopp"). Ich liebe zum Beispiel Meeresschnecken. Als ich im Teenageralter war, waren Pokemon modern und Klassenkameraden sprachen über eines das Pikachu heißt. "Pikachu" war in dem Fall die Play-Taste, weil es eine 'Pikachu Hörnchenschnecke" (Thecacera pacifica) gibt. Und dann gings halt los, und das Ergebnis war nicht gut. Ich hab es deshalb irgendwann unterdrückt und durch "masking" ersetzt, was zwar akzeptierter aber nicht unbedingt gesünder war.

Ich freu mich gerade über das was du geschrieben hast, auch wenns eigentlich nicht zum freuen ist weils fürs zwischenmenschliche Miteinander alles andere als schön ist. Aber ich will trotzdem danke sagen. 🙂
 
Jo, und ich freue mich, dass du nicht sauer bist ob all der deutlichen Meinungen der Monologisierer-Opfer.
Ihr habt ja Recht und solange ich nicht persönlich angegriffen werde, kann ich daraus auch für mich etwas lernen. Mir würde es nur manchmal helfen wenn erklärt wird was genau nervig ist und wie man es sich wünscht. Aber ich glaube das ist auch schwer zu erklären, oder wieder so ein Bereich wo es "ganz natürlich" einfach passiert. Bei sowas fall ich eher negativ auf.
Deine Pikachu-Geschichte habe ich auch nach zehnmaligem durchlesen nicht verstanden. Ich hab sie unter "Verschiedenes" abgelegt. 🤣
Ist nicht schlimm, ich versteh die anderen meistens auch nicht so ganz und kann gut nachvollziehen wies dir wahrscheinlich gerade geht. 🙃
Ich frage mich gerade, ob Monologisierer überhaupt Interesse an einem mündlichen Dialog haben, oder ob sie das Gegenüber einfach nur als Stichwort-Geber betrachten. Das hört sich jetzt brutal an, aber so ist doch ein normaler Dialog gar nicht möglich. Du bekommst ja die Hälfte des Gesprächs gar nicht mit.
Die Frage habe ich mir auch schon gestellt und auch in der Therapie besprochen. Ich habe aufgrunddessen dann einmal versucht ein lautes Selbstgespräch allein in der Wohnung zu führen. Das war aber irgendwie (selbst für meine Verhältnisse) seltsam 😅

Ich muss dir Recht geben, ein normaler Dialog ist das nicht. Und ich machs ja auch nicht immer, weil ich weiß wie es anderen Menschen dann geht. Trotzdem geht's halt doch oft genug durch. Hätte ich auch lieber anders, deshalb arbeite ich ja dran. Ich versteh aber ehrlich gesagt selber noch nicht, warum es sich mit einer anderen Person angenehmer anfühlt, als wenn ich alleine ein Selbstgespräch führe. Vielleicht hats doch irgendeine atypische soziale Komponente, die ich noch nicht ganz blicke. Ich weiß es nicht.
Wie war das denn in der Schule. Bist du da gut mitgekommen oder musstest du zu Hause doppelt und dreifach büffeln?
In der Schule und auch zuhause beim lernen hatte ich ziemliche Probleme mit der Konzentration und generell damit Aufgaben organisiert zu Ende zu bringen. Die Noten waren aber trotzem überwiegend im guten Mittelbereich und weil ich nie störend aufgefallen bin, wurde auch nie was beanstandet.
 

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