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Meine erwachsene Tochter hat den Kontakt abgebrochen

Wenn du die Beweggründe deiner Tochter besser verstehen könntest, würde es dir sicherlich helfen, die Gesamtsituation besser anzunehmen. Wenn jemand zusätzlich den Kontakt zur Restfamilie einstellt, auch das kommt leider bei Kontaktabbrüchen vor, dann kann es durchaus sein, dass sie sich nicht gehört und gesehen gefühlt hat. Sie wird vielleicht in gewisser Weise annehmen, dass Rest der Familie ihr zusetzen wird, da sie quasi ausschert. Ohnehin wäre es möglich, dass sie eure Familie mit ganz anderen Augen sieht als du.
Unter Umständen interessant:
Harmann, Claudia. Kontaktabbruch in der Familie. Wenn ein gemeinsames Leben nicht mehr möglich scheint.
Soliman, Tina. Der Sturm vor der Stille: Warum Menschen den Kontakt abbrechen
 
Liebe @8sam22,
ich unterstelle meiner Tochter absolut keine Boshaftigkeit. Hättest du meinen Thread verfolgt, würdest du verstehen, dass ich mir im Klaren bin, dass es einen Grund geben muss und dies nicht aus einer spontanen Laune geschieht.
Nur für die Eltern kommt so ein Abbruch meistens überraschend, aber die erwachsenen Kindern haben das oft schon einige Zeit als Ausweg aus ihrem Dilemma im Kopf. Glaube ich zumindest.
Ich »tue auch nichts ab«, was betroffene Kinder hier schreiben!
Dennoch habe ich das Recht, eine für mich neue Sichtweise zu entwickeln, um mit diesem Schmerz, der unter der Oberfläche lauert, leben zu können. Ich biete meiner Tochter jede Möglichkeit an, mit mir ins Gespräch zu kommen und ihr zuzuhören, denn ich kenne den Grund des Kontaktabbruchs nicht.
Sie kennt mich und mein Maß an Empathie. Ich lasse ihr die Zeit, die sie braucht, aber mein Leben darf auch weitergehen, ich muss mit dieser Situation leben lernen und auch wieder glücklich sein! Das hat nichts mit Ignoranz oder »Nicht gehört, nicht gesehen werden, Gefühle aberkennen« zu tun.
Ich wünschte, sie würde mir ihre Gefühle offenbaren! Ich wünschte, ich könnte sie »hören« und sie im Innersten »sehen«!
 
Das liest sich für mich fast so, als ob du deiner Tochter Boshaftigkeit unterstellst und sie dich mit Absicht verletzen will.
Wie du meine Zeilen interpretierst, obliegt deiner Gedankenwelt und hat vielleicht mit deiner eigenen Geschichte zu tun, aber nicht mit meiner. Dass sie mich mit Absicht verletzen wollte, schließe ich völlig aus, dann wäre das (letzte) Gespräch, welches telefonisch stattfand, auch anders verlaufen.
 
Vielleicht sollte man auch mal überdenken was Betroffene Kinder hier aus ihrer Sicht schreiben und das nicht einfach abtun.
Damit sind wir nämlich wieder beim Thema "Nicht gehört, nicht gesehen werden, Gefühle aberkennen".

Und das trifft jetzt nur für die Sichtweise und Seite der Kinder zu?
Diese Sätze können doch ebenso in voller Form auf die Eltern bezogen werden. Dürfen Eltern das nicht auch? Das Gefühl ebenfalls haben, nicht gehört oder nicht gesehen zu werden, die Gefühle durch die Kinder aberkannt bekommen?

Wenn jemand zusätzlich den Kontakt zur Restfamilie einstellt, auch das kommt leider bei Kontaktabbrüchen vor, dann kann es durchaus sein, dass sie sich nicht gehört und gesehen gefühlt hat. Sie wird vielleicht in gewisser Weise annehmen, dass Rest der Familie ihr zusetzen wird, da sie quasi ausschert. Ohnehin wäre es möglich, dass sie eure Familie mit ganz anderen Augen sieht als du.

Ein Kind wird annehmen ... mag oft so sein, ja, dass das Kind etwas annimmt und denkt, was sein könnte. Ich meine jetzt erwachsene Kinder (nicht pubertierende ältere Jugendliche, eher in dem Erwachsenenalter, so wie eben Fussels Tochter). Und weil das Kind den Kontakt zu seinen Eltern einstellen möchte, was es jederzeit machen kann, muss auch noch der ganze gesamte Rest der Familie oder auch gute Freundin oder wer auch immer, mit aus dem Leben geworfen werden? Das ist in Ordnung?
Die Meinung der Eltern und Kinder hier wird sich sicherlich nicht angleichen lassen, dafür sind die Sichtweisen zu verschieden. Aber mir fällt auf, dass es auch hier so vertreten wird in etlichen Beispielen, die Eltern haben das zu vertreten, wenn ein Kind geht. Mir würde es ja direkt einleuchten, wenn die Beziehung zu den Eltern schon immer belastet oder zerrüttet war, aber dass sich so viele Eltern in ihren eigenen Gefühlen täuschen, wenn sie sagen, es gab keine gröberen Streits oder Vorwürfe oder Anlässe, die einen Kontaktabbruch unwiderruflich hervorrufen könnten, das wundert mich jedes Mal.
Und die Eltern schreiben hier auch nicht, weil sie so happy sind, sondern weil sie sich tage-, monate- oder jahrelang das Hirn zermartern, was eigentlich wirklich passiert ist, dass der Kontaktabbruch sein musste.

Jedes Gespräch abblocken, jede Nachricht negieren, jeden Brief zurücksenden, das ist dann der Umgang mit den Eltern. Sollen sie doch selber überlegen, was sie getan haben, erwachsen ist so ein Verhalten nicht.
 
Ich wünschte, sie würde mir ihre Gefühle offenbaren! Ich wünschte, ich könnte sie »hören« und sie im Innersten »sehen«!
Diese Haltung finde ich vorbildlich. Hast du keine Angst davor, was deine Tochter dir sagen könnte?
Ich wünschte diese Haltung hätten meine Eltern... schon einige Male haben sie es abgestritten und sind im persönlichen Gespräch einfach aufgestanden und gegangen, als ich mit ihnen über früher reden wollte. Nun versuche ich es nach einer längeren Kontaktunterbrechung mit einer Mail. Obwohl mir alle davon abrieten - weil ich traumatisiert wäre und ein erneutes Leugnen eine Retraumatisierung auslösen könnte - will ich es versuchen. Weil sie mir wichtig sind.
 
Diese Haltung finde ich vorbildlich. Hast du keine Angst davor, was deine Tochter dir sagen könnte?
Ich wünschte diese Haltung hätten meine Eltern... schon einige Male haben sie es abgestritten und sind im persönlichen Gespräch einfach aufgestanden und gegangen, als ich mit ihnen über früher reden wollte. Nun versuche ich es nach einer längeren Kontaktunterbrechung mit einer Mail. Obwohl mir alle davon abrieten - weil ich traumatisiert wäre und ein erneutes Leugnen eine Retraumatisierung auslösen könnte - will ich es versuchen. Weil sie mir wichtig sind.

Sehr berührend. Ich denke, die Verletzungen sind auf beiden Seiten tief und schmerzhaft. Und es reicht eben auch nicht nur einfach so der Wille, wir wollen uns wieder vertragen.
 
Hast du keine Angst davor, was deine Tochter dir sagen könnte?
Liebe @Wallin, ja, ich werde Herzrasen haben und Stresssymptome, da ich nicht weiß, was meine Tochter alles aus ihrer Vergangenheitskiste hervorholt und mir an den Kopf wirft, womit ich überhaupt nicht rechnen kann. Als Mutter, auch wenn man mit Liebe und Fürsorge sein Bestes gegeben hat, macht man Fehler, insbesondere als mit zwei Kindern alleinerziehende und finanziell Verantwortliche, zudem die Eltern, Hund, Haus ... mit versorgt hat. Ich werde mir aber fest vornehmen, mit »dem Herzen« zu hören und jegliche Wertung rauszunehmen und sie zu verstehen (zu versuchen):
Doch ich möchte auch Redezeit haben, nicht für Vorwürfe, wie sehr mich das alles verletzt hat, sondern meine Sichtweise, meine Entschuldigung für eventuelle Versäumnisse usw. Wir sind doch erwachsen und sollten auch erwachsen miteinander umgehen!
 
Dein Verhalten empfinde ich aber ebenso als sehr vorbildlich und erwachsen, Respekt!
Ist es das? Ich weiß es nicht. Ich denke, das wird nichts und wie es mir danach geht,
ich weiß es nicht. Ja, es ist Fussels Thread, und er - und auch deiner - berührt mich
sehr, weil ich mir wünschte, meine Eltern würden reagieren wie ihr...
 

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