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Meine erwachsene Tochter hat den Kontakt abgebrochen

Ich halte es für keine gute Idee virtuellen Unbekannten blindlinks zu vertrauen.
Es gibt doch neben der virtuellen auch eine reale Welt.
@Walin könnte also z. B. mit ihr Telefonnummern austauschen, telefonieren, einmal ein Wochenende gemeinsam verbringen, ein bisschen gemeinsam wandern und sich dabei miteinander austauschen.
Ich fände so etwas eine Win-Win-Lösung für alle Betroffenen.
Denn warum lesen und schreiben wir hier alle zusammen so viel in der virtuellen Welt?
Weil wir die reale Welt nicht mögen, einen gemeinsam verbrachten Nachmittag zusammen am Strandcafe, in den Bergen, oder in der Shopping-Mall um die Ecke nicht vorzögen, vor diesem anonymen auf dem Handy Tippen?
Ich würde euch beide gern ermutigen, macht euch auf den Weg, Wahlverwandtschaften auch wenn ihr nicht wirklich Mutter und Tochter seid, warum lernt ihr euch nicht einfach kennen?
Gibt's was zu verlieren?
 
@Weihnachten, oh, so habe ich eine diplomatische Vermittlerposition gar nicht gemeint, obwohl ich weiß, dass es diese »Wahlverwandschaften« gibt, eigentlich eine tolle idee.
Ich dachte eher an eine beratende Möglichkeit zwischen Tochter und Mutter (Brief), jedoch, wenn die Tochter den Kontakt grundsätzlich verweigert, wird daraus nichts.
Ich wünschte, dass in meiner Situation eine nahestehende Person vermittelt (mein Schwiegersohn oder mein Sohn oder eine gute Freundin meiner Tochter, die ich auch kenne), damit ich nicht im Dunkeln tappe und immer noch nach einem Grund suche.
Aber ich mag sie auch nicht bedrängen und respektiere nach wie vor den Kontaktabbruch und habe mich daran gewöhnt. Ich vermeide einfach, zu sehr darüber nachzudenken, warum zwei erwachsene Menschen nicht in einen konstruktiven Dialog treten können.
Heute, während meiner täglichen Walkingrunde in der Natur (meiner Kraftquelle), dachte ich, ich lebe JETZT, genieße einfach diesen Tag, mit Frühlingsgeruch und Sonnenschein, da ist jetzt kein Platz für Sorgen und Herzensnot (nicht mehr).

Wenn meine Tochter sich entschieden hat, jegliche Gespräche zu vermeiden, dann ist es so.
Wie @Petra10 so treffend formuliert:
Wir können nur die eigene Sichtweise auf viele Reaktionen verändern.
Und das ist soo richtig!
Jede Erfahrung, sei sie auch noch so tragisch, schwierig, traurig, hat mich im Nachhinein etwas gelehrt und mich stärker gemacht, und vor allem meine eigenen Baustellen gezeigt, an denen ich noch zu arbeiten habe.

»Es ist, wie es ist, aber was ich daraus mache, wird sein«.
 
Liebe Gelbe Akazie, die Streßsymptome würde ich auch bekommen. Aber ist das nicht schrecklich bei dem eigenen Kind? Wohin bringen uns unsere eigenen Töchter?
Ich habe beschlossen (und hoffentlich halte ich mich selbst dran), dass sie sich benehmen muss.
Sie kann mir alles sagen, aber in einem respektvollen Ton. Sie hat mir genug wehgetan.
Vor ihrem Kontaktabbruch habe ich mich fast nicht mehr getraut, irgendetwas zu ihr zu sagen; habe danach das Gespräch analysiert und mir jedes kleine Wörtchen überlegt, ob es auch richtig war.
Bei dem kleinsten "Fehler", den sie zu erkennen glaubte, ist sie über mich hergefallen, hat mich angeschrien und heruntergeputzt.
Das werde ich nicht mehr dulden.
 
Lieber Weihnachten, ich glaube, dass Du mutiger bist als ich, indem Du so offen damit umgehst. Ich könnte das nicht und verkrieche mich, was mir auch nicht guttut.
Ich bin ein Trauerkloß geworden und das tut weh. Ich war zuvor ein fröhlicher Mensch.
Ich kann mir gut vorstellen, dass man nicht mehr zurückfindet in das eigentliche Leben.
Was tun die Kinder uns an?

Interessant finde ich, dass Du von Wahlverwandschaft sprichst.
Wenn man Menschen begegnet, die verstehen, was man meint und wie man denkt, ist das heilsam und hilfreich und verwandter als die Blutsverwandten manchmal.
Ich habe mal meiner Tochter geschrieben, dass ich glücklich und dankbar bin, dass ich in ihr sowohl die Bluts- als auch die Wahlverwandtschaft gefunden habe. Aber das gilt wohl nicht mehr.
 
Liebe Salome, ich hatte auch so eine Mutter.......
Man zweifelt dann wirklich an sich selbst.

Nochmal zu den vernachlässigten Kindern, die sich an die Mütter hängen:
Ich habe es gesehen im Bekanntenkreis: abgeschoben, gedemütigt, allein gelassen in der größten Not. Jetzt ist die Mutter die beste.
Wahrscheinlich hast Du recht - sie sehnen sich nach Liebe und Anerkennung. Jetzt, wo die Mutter alt ist, sind diese vernachlässigten Kinder gut genug.........
 
Liebe Fussel,
du schreibst:
Ich bin ein Trauerkloß geworden und das tut weh. Ich war zuvor ein fröhlicher Mensch.
Ich kann mir gut vorstellen, dass man nicht mehr zurückfindet in das eigentliche Leben.
Was könnte dich aufmuntern? Wo sind deine Glücksinseln?
Was kannst du aktiv unternehmen, um dich aus dem Traurig-Land rauszuholen und um wieder »in das eigentliche Leben« zurückzufinden?

Ich kenne ja diese unfassbare Traurigkeit, die einen zuerst überfällt, aber ich habe (nach vielen schlimmen Tagen) ganz bewusst beschlossen, einen anderen Weg zu wählen und alles zu aktivieren, was mir Freude macht (Gespräche mit Freundinnen, jeden Tag lange Walkingrunden in der herrlíchen Natur, tanzen, im Chor singen, Klavier spielen, lesen ...), aber vor allem: Abstand gewinnen zu der Situation! Das bedeutet nicht (bevor hier wieder Fehlinterpretationen entfacht werden), dass mir meine Tochter und ihre Entscheidung, die ganz gewiss einen für sie triftigen Grund hat, egal sind! Absolut nicht! Ich hoffe auf den Tag, an dem sie mir ein Zeichen gibt, einen Neubeginn, mit wieder wachsendem Vertrauen und Nähe. (Laut Aussage meines Schwiegersohns, der mich mit den Enkeln besucht hat, braucht sie noch Zeit, wird sich aber igendwann melden).

Ich bin so ruhig geworden, so im Frieden, das wünsche ich dir auch, liebe Fussel: innerlich ruhig werden, akzeptieren, was du jetzt nicht ändern kannst, aber vertrauen, dass deine Tochter all die Liebe, die du ihr geschenkt hast, tief im Herzen gespeichert hat und sich erinnern wird.
Du hast das nun recht, dich um dein Seelenwohl zu kümmern und (ohne Groll) deine Tochter aus der Ferne weiter zu lieben, positiv zu denken, nicht zu verzweifeln, im Frieden zu sein ...
Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Zuversicht und Kraft!
 
Liebe Gelbe Akazie, vielen Dank für Deine lieben Worte.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich sie zwar liebe, aber gar nichts mehr mit ihr zu tun haben möchte. Wie gesagt, das Gefühl kommt manchmal hoch.
Geht Dir das auch so?

Mir geht auch nicht aus dem Sinn, was Du, lieber Weihnachten, geschrieben hast, nämlich, dass man nicht mehr oder schwer ins Leben zurückfindet. Dagegen muss man sich wehren mit aller Kraft.
Keiner sollte so in unser Leben eingreifen dürfen, auch nicht die eigenen Kinder.
 
Liebe Fussel, ich denke, dass diese unterschiedlichen Gefühle völlig normal sind und häufig vorkommen bei den »verlassenen Eltern«. Und sie dürfen sein! Ich kann mein Kind aus der Ferne lieben, darf aber nicht erwarten, dass es mir seine Liebe ebenso zurückschenkt. Und ich darf mein Kind auch ablehnen, vielleicht nur vorübergehend, aber es hat diesen Schmerz in mir erzeugt und das lässt mich leiden ...
Und es kommen Phasen der Wut, der Hilflosigkeit, aber auch der Scham. Ein Gefühlswirrwar.

Eine Freundin sagte mir, als ich ihr meine Geschichte erzählte, dass ihre Töchter das nie tun würden, das wäre gar nicht vorstellbar. Es erfordert also Mut, sich zu offenbahren und die Reaktionen der anderen auszuhalten. Manche denken, da muss ja wirklich etwas im Argen sein, dass das erwachsene Kind den Kontakt abbricht. Und so ensteht auch das Gefühl der Schuld, die hier aber völlig fehl am Platz ist (es sei denn, wir haben wirklich dem Kind etwas angetan – Vernachlässigung, Gewalt etc.).

Ich gehe den Weg der innerlichen Versöhnung, der Akzeptanz, des Annehmes der Situation, die ich nun einfach nicht ändern kann. Ich möchte meinen Frieden finden mir dieser Lage, der ich zwar hilflos ausgeliefrt bin, aber nicht hilflos mir selbst gegenüber sein möchte.

Ich habe eine wunderbare Empfehlung für eine Podcast-Serie zu diesem Thema erhalten:
Es sind viele Podcast-Videos, höre dich hinein, da wird wirklich jedes Gefühl angesprochen, welches entsteht (die dumme Werbung nervt, aber kann man bald überspringen).
Ich bin erst bei Video 3, aber werde sie alle noch anhören.

Podcast-Video 1 ist: https://www.youtube.com/watch?v=2vxmHhanVjM
Dann klicke auf den Namen Marlene Brigitte Rosenthal, da findest du alle Videos, allerdings die neuesten zuerst.

Ich bin gespannt auf deinen Kommentar ...
Alles guten Wünsche für dich!
 
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