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Meine erwachsene Tochter hat den Kontakt abgebrochen

Hallo Cucaracho, sie hat sogar das Geburtstagsgeld von ihrem lieben alten Großvater kommentarlos zurückgehen lassen. Ich würde den Brief ungeöffnet zurückbekommen. Außerdem hat sie geschrieben, ich soll sie in Ruhe lassen. Ich möchte das wirklich auch respektieren.
 
Hallo Fussel,
deinen Thread verfolge ich seit Beginn. Ich bin Papa von 3 mittlerweile erwachsenen Kindern. Deren Kontaktabbrüche geschahen alle nach meiner Scheidung von ihrer Mutter. 2003, 2004 und 2005.
Vor ca. 3Jahren habe ich mit der Ältesten wieder einen zarten Kontakt.
Es muss also nicht immer zur Wieder-Annäherung kommen, und wenn doch, dann wird sich nicht mehr unbedingt diese Vertrautheit einstellen, die es in der Kindheit selbstverständlich gab.
 
Lieber Weihnachten, es tut mir so leid, dass gleich alle 3 Kinder sich so verhalten.
Ich glaube auch, dass das Vertrauen so sehr gestört ist, dass es nie wieder so sein wird wie es mal war.
Ich könnte meiner Tochter nie wieder bedingungslos vertrauen.
Auch, dass sie die ganze Familie in Sippenhaft nimmt, vor allem den alten Großvater, ist nicht zu verstehen. Er war immer lieb und freundlich zu ihr.
Ich kenne einen Vater mit 4 Kindern, dem es nach der Scheidung ebenso ging. Er hat sich immer um die Familie gesorgt; die Mutter hat es geschafft, dass sich die erwachsenen Kinder abgewendet haben.

Ich glaube, dass man sich wirklich damit abfinden muss. Ich versuche, an die schönen Zeiten zu denken und mich daran zu erfreuen. Manchmal geht das auch, aber der Schmerz ist natürlich riesengroß.
Wird der Schmerz kleiner nach so vielen Jahren? Wie gehst Du damit um?
Teilst Du das Deinem Bekanntenkreis mit oder (so wie ich es mache) erfindest Du Ausreden?
Ich hab mich sehr über Deine Antwort gefreut, es hat mich tief bewegt!
 
Liebe Fussel, ich wollte dir eine PN schreiben, aber leider war dies nicht möglich.

Ich möchte dir hiermit einfach noch mal mitteilen, dass ich voll und ganz mit dir mitfühle!
Hier schreiben so viele Personen, teils auch kritisch, mit Mutmaßungen oder Spekulationen, warum deine Tochter den Kontakt abgebrochen hat und dass sie »verletzt« sei.
Ich hoffe, du kannst dich diesbezüglich abgrenzen.
Keiner weiß doch, was genau vorgefallen ist und was deine Tochter bewegt hat, solch einen krassen Weg zu gehen (wie meine ebenso). Ich wünsche dir auf jeden Fall, dass du innerlich Frieden findest und für DICH sorgst! Und dass du einen Weg findest, ich mit deiner Tochter (in Gedanken) im Frieden zu sein! Ich bin sicher, du warst/bist eine gute Mutter!

Alle lieben Wünsche, Angela

Lieber @Weihnachten, deine Geschichte ist wirklich tragisch. Möglicherweise hat deine Exfrau bei den Kindern interveniert und die Kinder gegen dich aufgebracht? Ich kenne auch solche Fälle und mir tun diese »verlassenen« Väter unsagbar leid, wenn Kinder benutzt werden, dem Exmann zu schaden (immer vorausgesetzt, dass es ein gutes Verhältnis zu den Kindern gab, ohne Gewalt o.ä.). Man bleibt doch auch nach einer Scheidung Eltern! Ich wünsche dir, dass sich deine Kinder eines Tages besinnen und wieder einen Weg zu dir finden!
 
Danke dir @Fussel , ich bin jetzt etwas verwundert, aber natürlich, erleichtert. Denn du schreibst, dass dich meine Antwort erfreut hat. Mir reicht es eigentlich schon, wenn du sie nicht als Besserwisserei empfunden hast. Ich wollte dir eigentlich nur ausdrücken, dass die vielen gutgemeinten Ratschläge meines Bekanntenkreises damals, und die "Kopf-Hoch!" -Aufforderungen, verbunden mit "Die kommen schon wieder..." sich alle nicht bewahrheitet haben.
Ein Geheimnis daraus machen, Ausreden erfinden, ...? Nein, das kann ich nicht. Ich bin mental so gut wie nicht zu in der Lage, die Unwahrheit zu sagen.
Funfact am Rande: Wenn mich jemand zufällig unterwegs trifft, und es normalerweise zu einem bedeutungslosen Small-Talk käme, da bekommt der andere echt ein Problem, wenn er mich fragt, "Na, wie gehts denn so?", denn dann kann gut passieren, dass ich ihm fast meine ganze Lebensgeschichte erzähle. Es fällt mir unglaublich schwer, eine Notlüge zu platzieren, auch wenn ich das gar nicht will, den anderen meine Probleme zu schildern, denn dann muss der ja irgendwie damit umgehen, ...

Ich habe übrigens nach dem Verlust meiner Kinder nicht mehr zu meinem eigentlichen Leben zurückgefunden, das ich bis dahin geführt hatte. Die Verschlimmbesserungen gaben sich die Klinke in die Hand, könnte man bildhaft gesprochen sagen.
 
Ergänzend zu den Zeilen von @Weihnachten: Wie offen geht man mit der Situation um? Ich habe ebenso all meinen guten Freundinnen erzählt, was passiert ist, aber nicht unmittelbar und sogleich einen Rundruf gestartet, sondern nach und nach, wenn ich sie sah oder mit ihnen telefoniert habe. Im entfernteren Bekanntenkreis (in der Tanz-Community oder mit Berufskolleg:innen) habe ich mich nur den wenigsten Personen offenbart. Die Geschichte wieder und wieder zu erzählen und die entsetzte Reaktion der anderen zu erfahren (Wie kann denn das sein? Das gibt's doch nicht! Gerade du und XXX, ihr wart doch so eng miteinander ...) haben mir nicht wirklich geholfen, sondern den Schmerz wieder und wieder reaktiviert. Ich möchte jetzt Frieden finden und mein Seelenwohl ernst nehmen. Ich lasse mich nicht mehr von der Macht meiner Tochter in das Tal der Traurigkeit ziehen, ich entziehe ihr diese Macht, ganz bewusst. Das bedeutet nicht, dass ich die Türen zu meinem Herzen verschließe – es bleibt weit geöffnet. Jedoch ist mir mein Leben zu wertvoll, ich besinne mich auf mich!
 
... außerdem (ich spreche für mich) schäme ich mich auch ein kleines bisschen, dass ausgerechnet MIR so etwas passiert!
Es wirft immer (nebst Betroffenheit) wahrscheinlich Fragen im Gegenüber auf, inwieweit ich etwas falsch gemacht habe, etwas versäumt habe, etwas nicht wahrgenommen habe.
In einer Welt mit gesundem sozialem Umfeld und einem bis dahin liebevollem Eltern-Kind- Verhältnis darf so etwas nicht passieren. Völlig abwegig. Dachte ich jedenfalls ...
 
Oh je, @GelbeAkazie das glaube ich dir. Und ich kann zwar keine Gedanken lesen, aber es könnte sein, dass du dir auch selbst Vorwürfe gemacht hast und dich auch selbst kritisiert hast...
Bei uns war das sicher etwas anders. Ich hatte eigentlich keine Ahnung, von "Glücklicher Familie", oder "Liebevollem-Eltern-Kind-Verhältnis", all so etwas habe ich nicht in meiner Kindheit kennengelernt, aber ich hatte - nach meiner Zeit der Rebellion und der Verweigerung des bürgerlichen lebens - den besessenen Wunsch, Kinder und Famile zu haben. Für Frauen, die ich dann kennenlernte habe ich eigentlich mich nur noch unter dem Gesichtspunkt interessiert, wenn oder ob sie als potenzielle Mama meiner Kinder in Frage käme.
Naja, ich glaube ich mache einen eigenen Faden auf, denn hier sind wir ja wegen Fussel zusammengekommen.
 

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